Farsleben in Sachsen-Anhalt


Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Ohrekreis
Verwaltungsge-
meinschaft:
Wolmirstedt
Koordinaten: 52° 16′ N, 11° 39′ O
Höhe: 50 m ü. NN
Fläche: 7,12 km²
Einwohner: 971
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39326
Vorwahl: 039201
Kfz-Kennzeichen: OK
Gemeindeschlüssel: 15 3 62 038
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
August-Bebel-Straße 24
39326 Wolmirstedt
Webpräsenz: www.farsleben.de/content/index.asp
Bürgermeister: Klaus-Dieter Böhnke

Farsleben ist eine Gemeinde im östlichen Teil des Ohrekreises in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie ist Mitgliedsgemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Wolmirstedt (Modell Trägergemeinde) mit Sitz in der gleichnamigen Stadt.

Geografie

Die Gemeinde Farsleben liegt im unteren Ohretal, wenige Kilometer vor deren Mündung in die Elbe. Die ehemalige Kreisstadt Wolmirstedt ist nur 3 km, die Magdeburger Innenstadt ca. 18 km entfernt. Nordwestlich von Farsleben steigt das Gelände allmählich zur Colbitz-Letzlinger Heide an (74 m ü. NN). Südlich der Gemeinde befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Moortalsee.

Geschichte

1197 taucht der Ort erstmals in einer Urkunde als Fadesleve auf. Hierin wird der Besitz des Adelsgeschlechtes von Elbeu und des Klosters Ammensleben am Dorf bestätigt.

Den Herren von Elbeu folgten die von Irxleben. Im Jahr 1418 fiel der halbe Ort dem Feuer zum Opfer, das plündernde Raubritter aus dem Altmärkischen gelegt hatten. 1441 erhielt die Familie von der Schulenburg das ganze Lehnsgut Farsleben.

Farsleben wurde im Dreißigjährigen Krieg mehrmals von verschiedenen Kriegsparteien ausgeraubt. Die günstige Lage nördlich des Ohre-Überganges zwischen Elbe und Heide war der Grund, dass hier Truppen durchzogen und lagerten - so auch die Tillys 1626. Das Dorf Farsleben fiel nach dem Krieg wüst - nur sechs Bewohner sollen die Kriegsereignisse überlebt haben, während für 1584 noch 22 Familien bezeugt waren.

In der allmählichen Wiederaufbauphase wurde 1655 eine neue Kirche geweiht (heutige Gestalt nach baulichen Veränderungen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts). 1820 hatte das Dorf inzwischen wieder 250 Einwohner.

Von 1910 bis 1966 lag die Gemeinde an der Kleinbahn Wolmirstedt nach Colbitz (mit eigenem Bahnhof). Aus der 1888 gegründeten Feuerwehr ging 1928 die Freiwillige Feuerwehr hervor.

Ein Zug mit jüdischen Gefangenen kam kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges kam nahe Farsleben zum Stehen. Viele Bürger halfen den nun Geretteten - es starben aber viele an Krankheiten und Entkräftung, 22 von ihnrn wurden auf dem örtlichen Friedhof begraben.

Die Landwirtschaft prägte die Gemeinde Farsleben auch nach dem Zweiten Weltkrieg. 1963 wurden die beiden LPG des Ortes zusammengeschlossen, einige Jahre später nahm eine Milchvieh- sowie eine Schweinezuchtanlage den Betrieb auf. Einige Einwohner arbeiten im Kalibetrieb der Nachbargemeinde Zielitz. Die Farsleber Kirche, die wegen Bauschäden 1985 geschlossen wurde, ist inzwischen instandgesetzt und seit 1997 finden dort wieder Gottesdienste statt.

Wappen

Das Farsleber Wappen zeigt einen Soldaten aus dem Dreißigjährigen Krieg in grüner Uniform mit Hellebarde.

Infrastruktur

Nahe Farsleben führt die Bundesstraße 189 (Magdeburg - Stendal) vorbei, die in Richtung Süden zweispurig ausgebaut wurde. Weitere Straßenverbindungen bestehen nach Wolmirstedt und über Zielitz nach Rogätz. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Wolmirstedt und Zielitz an der Bahnlinie Magdeburg - Stendal, die den Ort Farsleben direkt tangiert.




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Informationsportal über Farsleben in Sachsen-Anhalt - 24.5.2012