Flein in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Gemeindeverwal-
tungsverband:
„Flein-Talheim”
Koordinaten: 49° 6′ N, 9° 13′ O
Höhe: 212 m ü. NN
Fläche: 8,47 km²
Einwohner: 6535
Bevölkerungsdichte: 772 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74223
Vorwahl: 07131
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 030
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kellergasse 1
74223 Flein
Webpräsenz: www.flein.de
Bürgermeister: Jürgen Schmid
Lage der Gemeinde Flein im Landkreis Heilbronn

Flein ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.

Geografie

Geografische Lage

Flein liegt im Süden des Landkreises Heilbronn und grenzt unmittelbar südlich an die Stadt Heilbronn an.

Nachbargemeinden

Nachbarstädte und -gemeinden Fleins sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten): Heilbronn (Stadtkreis), Untergruppenbach und Talheim (beide Landkreis Heilbronn). Zusammen mit Talheim bildet Flein den Gemeindeverwaltungsverband „Flein-Talheim” mit Sitz in Flein.

Geschichte

Besiedelt war die Gemarkung Fleins schon zur Zeit der Bandkeramischen Kultur in der Jungsteinzeit. Der Ort Flein wird im Jahr 1188 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Im Mittelalter war Flein ein zur Reichsstadt Heilbronn gehöriges Dorf. Im Bauernkrieg scharten sich in Flein aufständische Bauern der näheren und weiteren Umgebung um den Bauernführer Jäcklein Rohrbach. Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde Flein wie fast ganz Deutschland schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mit dem Ende der Reichsfreiheit Heilbronns ging Flein wie auch die drei anderen Herrendörfer Heilbronns (Böckingen, Frankenbach und Neckargartach) 1802 an Württemberg über. Der nach 1945 zu verzeichnende starke Anstieg der Wohnbevölkerung ist zunächst auf die Ansiedlung von Flüchtlingen und Vertriebenen und später auf die Erschließung neuer Baugebiete zurückzuführen. Im Zuge der Gebietsreform der ersten Hälfte der 1970er Jahre entschied sich die Gemeinde gegen eine Eingemeindung nach Heilbronn und für die Bildung eines Verwaltungsverbandes mit Talheim.

Religionen

Flein verfügt über eine eigene evangelische und zusammen mit Talheim auch über eine katholische Kirchengemeinde (Katholische Kirchengemeinde Flein-Talheim).

Bevölkerungsentwicklung

  • 1648: 250
  • 1800: 800
  • 1900: 1600
  • 2005: 6535

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat Fleins hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 18 Mitglieder. Die Wahl erbrachte folgendes Ergebnis:

  • FWV 37,3% (-12,2) - 7 Sitze (-2)
  • CDU/Bürgerliste 34,8% (+9,0) - 6 Sitze (+1)
  • SPD 27,9% (+7,8) - 5 Sitze (+1)
  • Andere 0,0% (-4,5) - 0 Sitze (=)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Wappen und Flagge

Blasonierung: In Blau über gold-roten Flammen ein goldener Ölkessel, darin der unbekleidete, golden nimbierte, betende heilige Veit.

Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Blau.

Der Heilige Veit ist der Schutzpatron der Gemeinde. Die älteste Darstellung seines Martyriums auf dem Fleiner Ortswappen findet sich auf einem Stein aus dem Jahr 1604 neben dem Eingang des alten Rathauses die zweitälteste Darstellung auf einem Markstein von 1699. Da seit der Reformation keine Heiligenbilder mehr in Wappenbilder aufgenommen wurden, müsste das Wappen aus der Zeit von 1500 oder früher stammen und ist damit eines der ältesten Ortswappen im Landkreis Heilbronn. In Flein wird das Wappenbild als „Veit im Häfele” bezeichnet.[1]

Die Farben des Wappens wurden 1938 von der württembergischen Archivdirektion festgelegt. Der Gemeinde wurde während der NS-Zeit nahegelegt, ein anderes Wappen ohne religiösen Bezug anzunehmen. Flein blieb jedoch bei seinem Wappen und legte es 1956 endgültig fest. Das Wappen wurde am 11. Januar 1957 vom baden-württembergischen Innenministerium bestätigt, das der Gemeinde gleichzeitig ihre Flaggenfarben verlieh. Im selben Jahr entwarf der einheimische Künstler Hans Epple die heute von der Gemeinde verwendete Zeichnung (siehe Abbildung).

Partnergemeinden

Partnergemeinden Fleins sind Onzain im Département Loir-et-Cher in Frankreich (seit März 1990) und Steinthaleben im Kyffhäuserkreis in Thüringen (seit Juni 1991).

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Flein, das an der Württemberger Weinstraße im Weinbaugebiet Württemberg liegt, ist für seine Weine berühmt. Auf 180 ha Rebfläche werden Rebsorten wie Riesling, Schwarzriesling und Samtrot angebaut. Die Weine werden überwiegend durch die Weingärtnergenossenschaft Flein-Talheim ausgebaut und vermarktet, daneben gibt es aber auch private Weingüter. Bekannte Weinlagen sind der Kirchenweinberg, der Eselsberg, der Altenberg und der Sonnenberg, die zur Großlage Kirchenweinberg im Bereich Württembergisch Unterland gehören.

1951 wurde Hildegard Seitz aus Flein zur Württembergischen Weinkönigin gewählt. Dies war bisher das einzige Mal, dass die Württembergische Weinkönigin aus Flein kam.

Verkehr

Der öffentliche Nahverkehr im Verkehrsverbund H3NV wird durch Busse gewährleistet, dabei ist Flein die einzige Gemeinde im Landkreis Heilbronn, die an das Stadtbusnetz der Stadtwerke Heilbronn angeschlossen ist. Die A 81 ist über Anschlussstellen in Ilsfeld und Untergruppenbach zu erreichen. Der nächste Bahnhof an der Strecke Heilbronn–Stuttgart liegt in Lauffen am Neckar.

Medien

Über das Geschehen in Flein berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe Süd-Ost (SO).

Bildung

Die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Flein wird von etwa 350 Schülern besucht (Stand 2005). Außerdem gibt es in Flein noch die Johannesschule, eine Förderschule, die sich an den Prinzipien der Waldorfpädagogik Rudolf Steiners ausrichtet. Die Fleiner Ortsbücherei hat einen Bestand von 13.000 Medien (Stand: 2005).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Evangelische Pfarrkirche St. Veit, erstmals erwähnt 1233, mit Kriegerdenkmal
  • Altes Rathaus (Flein) mit Dachreiter, Wappenstein des Hl. Veit und Initialen des Schultheiß (1604 erbaut, 1834/35, 1895 und nach dem Zweiten Weltkrieg umgebaut)
  • „Fischerhaus” von 1592 an der Ilsfelder Straße (ein Fachwerkhaus, das wegen der Fische darstellenden Reliefbilder unterhalb eines Fensters so genannt wird)
  • Kornhaus von 1595 (ein weiteres Fachwerkhaus an der Schulstraße)
  • Ehemalige Wohnhaus des Bildhauers Friedrich Göttle an der Ilsfelder Straße Nr. 72, 1892 im Stil der Neorenaissance von seinem Bewohner geplant und gebaut
  • Ortsbrunnen vor dem Bürgermeisteramt
  • Außerhalb des Ortes in den Weinbergen liegt das Weinberghaus des ehemaligen Karmeliterklosters Heilbronn

Quelle für den Abschnitt Bauwerke:[2]

Quellen

Literatur

  • Flein, Flein, du edler Fleck. Gemeinde Flein, Flein 1988.



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Informationsportal über Flein in Baden-Württemberg - 24.5.2012