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Fleischwangen ist eine Gemeinde im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. GeographieDie Gemeinde liegt im Nordwesten des Landkreises Ravensburg im Quellengebiet der Ostrach, am Rande des Landschaftsschutzgebiets Pfrunger Ried. GeologieBei Fleischwangen gibt es Erdgasvorkommen. GeschichteFleischwangen wurde erstmals 808 im Zusammenhang mit einer Besitzübernahme des Klosters St. Gallen als Flinxwangun erwähnt. Seit 1092 hatte das Kloster zu Allerheiligen in Schaffhausen im Ortsgebiet Besitz. 1116 erscheint der Name als Flinswangin in einer Urkunde (von Flins = Kieselgestein und wang = Feld). Von 1281 bis 1391 ist örtlicher Adel nachgewiesen. Nachfolger dieser Herren von Fleischwangen waren die Herren von Ringgenburg (mit Sitz auf der Ringgenburg bei Esenhausen, heute zu Wilhelmsdorf). 1296 schenkte Johannes von Ringgenburg den Ort und das Patronat über die Pfarrkirche St. Felix und Adauktus sowie den Ort Esenhausen dem Deutschen Orden, der den Besitz später der Kommende Altshausen einverleibte. Johannes machte dem Orden das Geschenk aus Dankbarkeit dafür, dass zwei Söhne in den Orden aufgenommen worden waren. Der Sohn Johannes von Ringgenburg d. J. ist 1361 als Komtur in Altshausen belegt. 1363 wurde Esenhausen an das Kloster Weingarten verkauft, Fleischwangen hingegen blieb für die nächsten Jahrhunderte Teil der Deutschordenskommende. 1647 brannte der Ort zum großen Teil ab. Im Zuge der Säkularisation wurde das Gebiet der Kommende Altshausen 1806 zunächst Teil des Königreichs Bayern, 1810 dann Teil des Königreichs Württemberg. Die heutige Gemeinde Eichstegen wurde um 1825 gebildet. 1829 wird die Parzelle Zippern erstmals erwähnt (heute Zipperhof). Bis 1972 gehörte Eichstegen zum Landkreis Saulgau, nach dessen Auflösung wurde die Gemeinde am 1. Januar 1973 Teil des Landkreises Ravensburg. Die Gemeinde ist seit 1. Januar 1972 Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Altshausen mit Sitz in Altshausen. ReligionenFleischwangen ist wie die gesamte Region römisch-katholisch geprägt. Die katholischen Einwohner gehören zur zwei römischen Märtyreren geweihten Pfarrei St. Felix und Adauctus, die zum Dekanat Saulgau der Diözese Rottenburg-Stuttgart gehört. Ihr Einzugsgebiet reicht über die politische Gemeinde Fleischwangen hinaus. Die Kirche wurde 1275 erstmals in einem Steuerregister erwähnt. Die evangelischen Christen der Gemeinde gehören zur Kirchengemeinde Altshausen im Kirchenbezirk Biberach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Einwohnerentwicklung
2006: 652 Einwohner WappenWappenbeschreibung: In Silber schräggekreuzt aus schwarzem Boden wachsend zwei grüne Ähren, darüber ein schwarzes Deutschordenskreuz. Für den Ortsadel des 13./14. Jahrhunderts ist ein Wappen nachgewiesen, das zwei gekreuzte Hämmer zeigt. Als 1975 der Gemeinderat der bis dahin wappenlosen Gemeinde Fleischwangen auf Betreiben des örtlichen Musikvereins die Schaffung eines Wappens anregte, wurde ein Vorschlag des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, das Wappen des Ortsadels zu übernehmen, nicht verwirklicht. Das letztlich 1976 verliehene Wappen zeigt ein Deutschordenskreuz (das auf die über 500jährige Zugehörigkeit zur Deutschordenskommende Altshausen verweist) sowie zwei grüne Ähren, die den bäuerlichen Charakter der Siedlung illustrieren sollen. Die Entscheidung der 1970er Jahre erscheint in der Rückschau letztlich verfehlt, da durch den wirtschaftlichen Strukturwandel der Gemeinde im späten 20. Jh. heute das Handwerk das Wirtschaftsleben des Orts prägt, was durch das Aufgreifen des traditionellen Ortsadelswappen mit zwei Hämmern ironischerweise durchaus passend illustriert worden wäre. Kultur und SehenswürdigkeitenNeben der Landjugend, der Freiwilligen Feuerwehr und kirchlichen Gruppierungen wie dem Kirchenchor oder der Blutreitergruppe (der Teilnehmer an der jährlichen Reiterprozession „Blutritt” in Weingarten) sind vor allem folgende Vereine im gesellschaftlichen Leben Fleischwangens aktiv:
Bauwerke
Wirtschaft und InfrastrukturWichtigster Wirtschaftszweig ist das Handwerk mit zahlreichen ortsansässigen Betrieben. Das Ortsbild Fleischwangens ist noch weitgehend von der Landwirtschaft geprägt (508 ha von 580 ha Gesamtfläche, Stand: 1975). Neben Obstbau wird Schweinezucht betrieben. Zwei typische Landgasthöfe bieten schwäbische Spezialitäten. VerkehrSeit 1925 ist die Gemeinde per Bus (zunächst „Kraftpost”) erreichbar. Eine Busverbindung verbindet Fleischwangen heute u. a. mit Ravensburg, Wilhelmsdorf, Ebenweiler, Guggenhausen, Unterwaldhausen und Altshausen. Die Gemeinde gehört zum Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo). BildungDie Grundschule Fleischwangen wurde 1836 begründet und erhielt 1905 ein neues Haus. Heute wird in einem Schulgebäude von 1965 unterrichtet. 1976–1990 wurde die Schule als Teil der Grundschule Riedhausen betrieben. Seit 1990 ist die kleine Schule mit etwa 50 Schülern wieder selbständig. Zum Einzugsbereich gehören auch mehrere Teilorte und Weiler umliegender Gemeinden. Weiterführende Schulen gibt es im nahen Altshausen. SonstigesBekannt ist Fleischwangen seit jeher durch besondere Kinderfreundlichkeit: 1900 war Fleischwangen das kinderreichste Dorf im Königreich Württemberg. Noch heute hat Fleischwangen das niedrigste Durchschnittsalter der Gemeinden im Landkreis Ravensburg. Literatur
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