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Floh-Seligenthal ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen und seit dem Jahr 2000 "Staatlich anerkannter Erholungsort". Zur Gemeinde zählen die Ortsteile Floh, Hohleborn, Kleinschmalkalden, Schnellbach, Seligenthal und Struth-Helmershof. Kleinere Siedlungen innerhalb der Ortsteile sind der Nesselhof (zu Schnellbach) und Atzerode (zu Seligenthal). GeografieFloh-Seligenthal liegt am Südwesthang des Thüringer Waldes direkt am Rennsteig. Die absolute Höhe der Ortslagen schwankt zwischen 340 m ü. NN und 480 m ü. NN. Die zum Rennsteig hin gelegenen Berge haben Höhen von über 800 m ü. NN und sind über ein umfangreiches Wanderwegenetz gut erreichbar. Auf etwa 780 m ü. NN ist der weit über die Region hinaus bekannte Bergsee Ebertswiese gelegen. SpracheFloh-Seligenthal liegt direkt am Rennsteig und damit an einer markanten Sprachgrenze. Auf der südwestlichen Seite des Rennsteigs spricht man in der Region um Floh-Seligenthal Hennebergisch, einen ostfränkischen Dialekt. Schon in den nur wenige Kilometer jenseits des Rennsteig gelegenen Orten Friedrichroda und Tambach-Dietharz herrscht mit der zentralthüringischen Sprache ein vollkommen fremder Dialekt vor. BlasonierungDas Gemeindewappen ist halbgespalten und geteilt und zeigt oben vorn in Silber eine grüne Fichte, beseitet von je einer kleineren grünen Fichte; das linke obere Feld ist neunmal von Rot und Silber geteilt und mit einem blauen schräglinken Wellenbalken belegt; das untere Feld zeigt in Silber einen gemauerten roten Brückenbogen über gekreuzten schwarzen Hammer und Schlägel. GeschichteDie alten fränkischen Siedlungen, die sich im Mittelalter zu kleinen Walddörfern entwickelten, wurden im Laufe des 14. Jahrhunderts von den hennebergischen Grafen erstmals urkundlich erwähnt. FlohDer Ort Floh taucht im Jahr 1340 erstmals als "Flo" in einem hennebergischen Besitzregister auf. Dreimal kam es in Floh zu Großbränden (1895, 1902, 1903). Dabei wurden insgesamt über 420 Häuser, vor allem fränkische Fachwerkhäuser, zerstört. Schnellbach und der NesselhofDas ehemals "Sneylbach" genannte Dorf wird urkundlich im Jahr 1340 erstmal erwähnt. Dass die Siedlung vorher schon existierte, ist allerdings relativ sicher. Bereits 1290 wurden Aufzeichnungen über ein Hospiz "Sankt Nikolaus" am Nesselhof gemacht. Der Name Schnellbach rührt offenbar von einem schnell durch das Tal fließenden Bach, dem Flohbach, her. Seligenthal und AtzerodeDie erste schriftliche Erwähnung Seligenthals stammt vom 16. Oktober 1320. Die Urkunde ist ein Kaufbrief, in der ein gewisser Wolfram Schrimpf dem Grafen Berthold von Henneberg mehrere Güter überlässt, darunter auch "Selgenthal". Bergknappensiedlungen gab es offenbar aber auch hier schon lange Zeit vorher. Die Bedeutung des Bergbaus für die Entwicklung der gesamten Region war groß. Mit der Entstehung mehrerer Eisenschmelzöfen, Zain- und Drahthämmer wurde die Eisen- und Stahlwarenproduktion über Jahrhunderte zur Lebensgrundlage der Einwohner. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurde in der Grube "Stahlberg" in Atzerode qualitiativ hochwertiges Eisenerz gefördert. Der anschließende und bis zum Anfang der 90er Jahre betriebende Fluss- und Schwerspatabbau prägt noch heute das Landschaftsbild in und um Atzerode. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Seligenthal im Jahr 1636 überfallen, geplündert und bis auf 3 Häuser niedergebrannt. Zwischen 1687 und 1698 entstand in Seligenthal eine Barockkirche, die mit zahlreichen Gemälden an Decke und Emporen geschmückt ist. Struth-HelmershofStruth und Helmershof waren ursprünglich zwei getrennte Landgemeinden, bis sie 1936 vereinigt wurden. Die erste urkundliche Erwähnung der Struth datiert aus dem Jahr 1340. Entwicklung in der GegenwartDie Gemeinde Floh-Seligenthal entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der sechs ehemals selbständigen Gemeinden. Nachdem sich im Jahr 1992 zunächst Floh, Seligenthal und Hohleborn zusammengeschlossen hatten, folgte kurz darauf Schnellbach und im Jahr 1996 Struth-Helmershof. Zum 1. Februar 2006 wurde schließlich mit Kleinschmalkalden der letzte Ortsteil eingemeindet. WirtschaftIn Floh-Seligenthal gibt es derzeit vier ausgewiesene Gewerbegebiete mit einer Fläche von insgesamt etwa 22,5 ha. Zu den wichtigsten Branchen zählen vor allem die Metallver- und -bearbeitung, die Holzverarbeitung, die Kunststoffverarbeitung, die Lebensmittel- und Süßwarenindustrie sowie das Bauhaupt und -nebengewerke. Die vielen ortsansässigen kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetriebe sind die Grundlage der relativ niedrigen Arbeitslosenquote, die in der Regel unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Öffentliche EinrichtungenKinderkrippe Eine kommunale Kinderkrippe gibt es im Ortsteil Seligenthal. Kindergarten Innerhalb der Gemeinde gibt es vier Kindergärten, davon zwei kommunale Kindergärten (Ortsteile Seligenthal und Schnellbach), einen Kindergarten des Arbeiter-Samariter-Bundes (Ortsteil Kleinschmalkalden) sowie eine private Kindertagesstätte (Ortsteil Schnellbach). Schulen Der Ortsteil Floh beheimatet eine Staatliche Grundschule sowie eine Staatliche Regelschule, die von den Schülern der Ortsteile besucht wird. Sportanlagen In den Ortsteilen Floh, Seligenthal und Struth-Helmershof wurden in den vergangenen Jahren die Rasenportplätze modernisiert und jeweils mit Flutlichtanlagen ausgestattet. Daneben gibt es für den Trainingsbetrieb einen Hartplatz in Struth-Helmershof. Im Ortsteil Kleinschmalkalden ist ebenfalls ein Hartplatz mit Beleuchtung vorzufinden. Modernisiert wurde von 1995 bis 1996 auch das Bergschwimmbad Struth-Helmershof, das nun über ein Edelstahlbecken, eine Rutsche sowie eine Solarheizung verfügt. PolitikDer Gemeinderat von Floh-Seligenthal zählt 26 Gemeinderäte.
PartnerschaftenFloh-Seligenthal unterhält Partnerschaften mit Chateauneuf-En-Thymerais (Frankreich) und Körle (Hessen). Bekannte PersönlichkeitenDie Gemeinde Floh-Seligenthal ist die Heimat mehrerer erfolgreicher Wintersportler. Hier leben der Ski-Langläufer Gerhard Grimmer, die Ski-Langläuferin Carola Jacob und der Biathlet Matthias Jacob. Der Biathlet Frank Luck ist im Ortsteil Seligenthal aufgewachsen. Der Bobsportler René Hoppe baut im Jahr 2006 ein Haus im Ortsteil Struth-Helmershof. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
