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Flonheim ist eine Gemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz (Deutschland). GeografieNachbargemeinden
GeschichteFlonheim ist seit Römerzeiten bekannt durch "Stein und Wein". Schon die Römer benutzten Flonheimer Sandstein für ihre Bauwerke, er wurde geliefert zum Bau des Kölner und Mainzer Domes, für viele Kirchen, Rathäuser, Bürgerhäuser und öffentliche Bauten, er diente auch als Material für Bildhauerarbeiten. Im Mittelalter wurde er mit Pferdefuhrwerken zu den Rheinhäfen transportiert, später mit der Eisenbahn. Ein Chronist schreibt: Die Wege für die Pferdefuhrwerke waren heiß und staubig, der Gasthäuser waren wenig. In Flonheim war eine der Posthaltestationen der rund 920 Kilometer langen kaiserlichen Postkurses von Thurn und Taxis von Innsbruck nach Mecheln (bei Brüssel) von 1490. Staatlicher Marktflecken im Wiesbachtal, unterhalb eines reizvollen Landschaftsschutzgebietes und in der „Rheinhessischen Schweiz". Der in Bauten dargestellte Reichtum Flonheims war wesentlich bedingt durch die einst blühende Steinbruchindustrie, die nach dem Zweiten Weltkrieg, der Kunststeinherstellung weichend, nicht wieder betrieben wurde. „Flonheimer Sandstein", im 14. Jh. auch für fürstliche Hof- und Burgbauten verwendet, findet sich in vielen rheinhessischen Altbauten und war auch Material für Schulen -, Brücken- und Kirchenbauwerke. Römische Steinbrüche lieferten aus Flonheim den Quarzsandstein für jetzt im Alzeyer Museum aufbewahrte Skulpturen (u. a. Viergötterstein). Aus fränkischer Zeit stammen reiche Gräberfunde, so vom Marktplatz ein Fürstengrab (7. Jh.) mit umfangreicher, wertvoller Waffengarnitur, u. a. Langschwert mit goldbelegtem Griff. 764 wird der Ort als „Flonenheim", später u. a. als „Flanheim" (= Wohnsitz des Flano) erwähnt. Seit frühmerowingischer Zeit war Flonheim Adelssitz. Seit 960 übte die Familie der Emichonen (später „Grafen von Flonheim") die Herrschaft aus ("Amt Flonheim", Uffhofen, Bornheim, Lonsheim umfassend). Der Wildgraf Emich II. gründet um 1133 das Augustiner - Chorherrenstift Kloster St. Maria (woran - auch die Bezeichnungen Klostergasse und Klostereck erinnern.). Um 1300 wurde der Ort mit einer Wehrmauer umgeben, worauf der Ortsgrundriß mit Ringstraße auch hinweist. Die nachfolgende wild- und rheingräfliche Herrschaft dauerte bis 1792. Seit 1744 war der verschuldete, despotische Magnus Rheingraf zu Rheingrafenstein Herr eines Teils des Ortes. Ortsteil Uffhofen: Der Name führte von einer Hofanlage unterhalb des Ortes Flonheim her (im Sinne von „uff" = unterhalb oder "uf Hofen" = nach dem Hof hin gehen). UmgebungZum Landschaftsschutzgebiet "Alzeyer Berg" mit Hütte "Schauinsland" und „Donnersbergblick"', im alten Steinbruchgebiet, seit 1962 unter Naturschutz, von Weinbergen umgeben (Natur - und Wein - Lehrpfade) - zur Oswaldhöhe (Bornheim) und weiter zum Aussichtsturm bei Lonsheim - zum Aulheimer Grund (oberhalb Geistermühle, links abzweigender Feldweg): extrem trockenwarme Umwelt, felsiger Boden, basaltische Eruptivgesteine, „Mikrosteppenklima", Rabenkanzel als Standort seltener Steppenheidepflanzen, Haargrassteppe; zwischen Bornheim und Heimersheim auslaufendes Trockental. Städtepartnerschaften
Eingemeindungen
In diesem Ort wurde bei Bauarbeiten eine versteinerte Meerkuh gefunden, die im Senckenberg-Museum in Frankfurt/Main ausgestellt wird. PolitikWappen
Kultur und SehenswürdigkeitenKinoIn Flonheim befindet sich das älteste Kino von Rheinland-Pfalz, mit dem ältesten Filmvorführer (Hans Frank) von Deutschland. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Das Lichtspielhaus wurde 1923 eröffnet und 1958 modernisiert. Es lässt Besucher um die 60 wehmütig werden; genau so wie hier hat es ausgesehen, wenn sie in ihrer Jugend ins Kino gingen. Der Kassenschalter mit dem angezeigten "1. Platz" oder "Sperrsitz", im Innern Holzdecke und an den Seiten Stoffbespannung, dazu nackte Holzsitze, mit Ausnahme der letzten leicht gepolsterten Reihen. Es ist ein noch reales Stück Filmgeschichte Auch ältere Zeitgenossen, die das Flonheimer Kino vielleicht Mitte der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts besucht haben, begegneten damals wie heute Hans Frank. Der inzwischen 88-Jährige hat das seinerzeit von seinem Vater gegründete Lichtspieltheater übernommen und ist noch immer Kartenabreißer, Platzanweiser und Filmvorführer in einem. Er hat in seinem Kino die Filmgeschichte miterlebt. Anfangs war es die Stummfilmzeit, mit einem Klavierspieler als Begleiter oder ihm selbst, wenn er Schallplatten zu dem lautlosen Geschehen auf der Leinwand auflegte. Dann in den 30er- Jahren der Beginn des Tonfilms. Im Krieg wurde durchgespielt. Als Frank an der Front war, führte seine Mutter den Betrieb weiter. 1958 kam mit dem Cinemascopfilm der Umbruch: Die Gasthausbestuhlung wurde ausrangiert, der Boden angeschrägt, die Deckenträger entfernt, feste Sitzreihen installiert und damit der Nebennutzung des Saales für Tanzveranstaltungen ein Ende gemacht. Von der dann aufgekommenen Blütezeit schwärmt Frank noch heute. Die goldenen Zeiten sind längst vorbei. Das kleine Kino wurde vom Fernsehen, aber auch von den Glaspalästen in benachbarten Großstädten mit ihrem breiten Angebot überrollt. Aber trotzdem wird von Freitag bis Sonntag jeweils abends gespielt. Bauwerke
Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrehemaliger Bahnhof der Wiesbachtalbahn PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Gemeinde
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