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Föhren am Meulenwald ist nach der Stadt Schweich die größte Gemeinde in der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz (Deutschland). In Föhren ist der Flugplatz Trier-Föhren ansässig. GeschichteObwohl keltischen Ursprungs, das beweisen Urnengräber und Überreste einer Fliehburg, deutet die Namensgebung von Föhren auf eine rege Geschäftigkeit während der Römerzeit hin, wovon viele interessante Funde zeugen. Hier soll nämlich ein Krugofen zur Herstellung von Tonwaren in römischer Zeit gewesen sein. In einer Schenkungsurkunde König Pippins an das Kloster Prüm wurde Föhren als "vurne" erstmals im sog. "Prümer Urbar" urkundlich erwähnt. Seit dem Jahre 1445, bis zum heutigen Tage, sind die Reichsgrafen von Kesselstatt in Föhren ansässig. Das Schloss des Reichsgrafen – eine ehemalige Wasserburg – ist in seiner Gesamtanlage einmalig im Raum Trier. Sehenswert in und um Föhren ist das vom Wald umgebene Föhrenbachtal. Obwohl abseits der Mosel gelegen, ist Föhren auf Grund seiner schönen Lage ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderfreunde. Der Flugplatz Föhren bietet Flüge über die malerische Umgebung des Dorfes an. Bei schönem Wetter hat man zudem die Möglichkeit, eine Ballonfahrt zu machen, die ganz Mutigen können sich auch an einen Fallschirmsprung wagen. SagenDie Föhrener Geschichte beinhaltet vier Sagengestalten: Bischof Milo: Um das Jahr 713 verstarb der Trierer Erzbischof Lutwin, dessen Nachfolger sein Sohn Milo wurde. Nun von der väterlichen Zucht befreit, lebte Bischof Milo trotz erzbischöflicher Würde fortan nur für Krieg, Jagd und Abenteuer. Für seine eifrigen Kriegsdienste beschenkte Karl Martell Milo aus Dankbarkeit mit dem Bistum Reims. Milos Verlangen nach Macht war aber noch lange nicht gestillt. Um seiner Herrschaftssucht und Prunkliebe zu frönen, beraubte Bischof Milo eine Anzahl von Kirchen. Da drangen Klagen über Milos Tun bis hin nach Rom zum Oberhaupt der katholischen Kirche. Sogleich entsandte der Papst den heiligen Bonifatius nach Trier, um zu Zucht und Ordnung zu ermahnen. Aber nichts sollte sich ändern, Bischof Milo blieb ungerührt von den flehenden Worten des Bonifatius und dessen Begleiter, Abt Willibrord von Echternach. Vierzig Jahre hatte Milo regiert, da wurde er für seine Untaten in mysteriöser Weise gestraft. Es trug sich zu im Meulenwald. Wieder einmal gab er sich seiner Leidenschaft, der Jagd, hin. Voller Eifer hatte er die Spur eines Keilers aufgenommen. Immer tiefer und tiefer folgte er dem Tier in den dichten Wald, wo er sich kaum noch mit seinem Pferd bewegen konnte. Hier griff der Keiler den Verfolger an. Das verletzte Pferd bäumte sich auf und warf Bischof Milo zu Boden. Dieser wurde sodann von dem Eber getötet. Man bestattete seinen Leichnam in der Kirche zu Ehrang, aber sein Geist soll keine Ruhe gefunden haben und im Meulenwald herumirren. Des öfteren schon sei er Jägern in Form eines feuerroten Pferdes begegnet. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sollen auch Föhrener durch jenes feuerrote Wesen während einer Treibjagd an einem Dreifaltigkeitssonntag im Meulenwald aufgeschreckt worden sein. Die Jagd sei plötzlich abgebrochen worden, weil ein feuerrotes Pferd dem Boden entstiegen sei und die ganze Jagdgesellschaft auseinander getrieben hätte. Die Jagdhunde seien geflohen und später in den Dörfern in der Nähe des Meulenwaldes verschreckt und winselnd umhergelaufen. Bleimichel: Gut erhalten ist noch heute die „Zehntscheune” beim Föhrener Schloß. Betrachtet man das hohe Mauerwerk, so fällt auf, dass sie schon recht alt sein muss. Sie stammt noch aus der Zeit, als die von Kesselstatt die Grundherrschaft inne hatten. Zu jener Zeit mussten die Bauern ihrem Grundherrn neben anderen Abgaben den „zehnten Teil” ihrer Ernte abliefern. Das Getreide, Stroh oder Heu wurde in der Zehntscheune gelagert. Den Verwaltern des Grundherrn oblag es, Menge und Gewicht der abzugebenden Erträge zu kontrollieren. So wurden die von den Leuten herbeigebrachten Säcke abgewogen. Hierzu dienten Messgewichte aus Gusseisen. Einer jener Verwalter, in aller Munde „Bleimichel” genannt, betrog die Bauern in heimtückischer Weise. Vermutlich benutzte er Blei- statt Eisengewichte. Außerdem verlangte er von verarmten Bauern, übermäßig hohe Abgaben und harte Arbeit. Wenn Steine sprechen könnten, so wüsste man über so manche Ungerechtigkeit weit aus mehr. Eines jedenfalls weiß man sich hier im Dorf zu erzählen: Der Bleimichel konnte nach seinem Tod keine Ruhe finden, weil er es zu Lebzeiten so schlimm getrieben hatte. Seine Seele musste als Geist in der Zehntscheune verbleiben und hier des nachts die vollen Säcke hin und her schleppen. Zuweilen konnte man schwere Schritte hören, wenn er in der Scheune auf und ab schlurfte und dabei wegen der Last, die er zu tragen hatte, stöhnte. Offenbar hat der Bleimichel heute seine Ruhe gefunden, da man ihn nicht mehr umhergehen hört. Riktius Varus: Riktius Varus wurde im Oktober 286 n. Ch. in Rom geboren. Später übernahm er das Amt des Statthalters von Trier und war seinem Kaiser treu ergeben. Zu der Zeit als der Befehl des Kaisers erging, alle Christen zu verfolgen, erwies sich der Präfekt Riktius Varus als ein grausamer Tyrann. In seinem Auftrag wurde die christliche thebäische Legion mitsamt ihren Anführern sowie ein großer Teil der christlichen Bevölkerung, unter anderem die Bürgermeister Palmatius und Fuscianus mit ihren Gefährten getötet. Das Blut der Erschlagenen soll die Mosel bis nach Neumagen rot gefärbt haben. Für seine Vergehen wurde Riktius Varus bald bestraft. Er stürzte vom Pferd und erlag seinen Verletzungen. Doch selbst im Tode fand er keine Ruhe. Sein Geist kehrte nach Trier zurück, wo er durch Gräueltaten vor der Kirche St. Paulin den Weihbischof erschreckte, die Mädchen aus dem Schlaf riss, indem er die Zunge zum Spülsteinloch reinsteckte und damit auf den Spülstein klatschte und dergleichen mehr trieb. Daraufhin hatte der Bischof von Trier die Erlaubnis des Papstes, Riktius Varus in den Meulenwald zu verbannen. Ein Kapuzinermönch trug den Geist unter seinem Mantel die Mosel abwärts und ließ sich von der Schweicher Fähre übersetzen. Doch plötzlich drohte das Schiff zu sinken. Da wollte der Fährmann wissen, was der Mönch unter seiner Kutte trug. Aber als er einen Blick unter das Gewand warf, sah er den Geist glühen wie Eisen. Dem Fuhrmann lief es kalt über den Rücken und zitternd lenkte er die Fähre ans Ufer. Danach setzte der Mönch Riktius Varus in den Meulenwald aus, von wo aus der Geist sich jedes Jahr einen Hahnenschritt der Stadt Trier nähern soll. Nach einer anderen mündlichen Überlieferung, gibt es aber auch die Kunde, dass Riktius Varus die auf sich geladene Schuld nach seinem Tode erkannte. Seither soll er als Geist Betrunkene fürsorglich heimgeleitet, früher Brandalarm gegeben und Arme mit reicher Münze beschenkt haben. Teschermännchen: Eine halbe Wegstunde vom Dorf Föhren entfernt in Richtung Reinsbach befindet man sich im Distrikt der sogenannten "Tesch". Zur Zeit, da die Kelten unser Land besiedelten, war hier im Wald der Standort eines Landhauses. In dessen Nähe gab es eine Quelle, aus der die Bewohner ihr Trinkwasser schöpften. Um dem Quellgott Opfer darzubringen und ihn zu verehren, errichteten hier die Kelten eine heilige Stätte, in deren Mitte der steinerne Altar stand. Denn den Göttern musste man sich dankbar erweisen, da sie über die Macht verfügten, Böses zu bestrafen und Gutes zu vergelten. Auch nach der Besetzung unserer Gegend durch die Römer lebten die Kelten in ihrem Glauben, bis die Lehre des Christentum sich nach und nach verbreitete. Nun gerieten die heidnischen Bewohner in Zweifel. Sie waren hin- und hergerissen zwischen dem Glauben an den einen großen Gott und ihren bisherigen Göttern. Aus diesem Zwiespalt entstand offensichtlich in unserer Gegend das Gerücht über das "Teschenmännchen". Da noch immer viele die Kultstätte in der Tesch aufsuchten, um dem Quellgott zu opfern, wurde wohl von christlicher Seite dieses Gerücht in die Welt gesetzt. Demnach hauste bei der Kultstätte des Quellgottes ein kleiner Mann, der sich behände von Ast zu Ast schwingen konnte, überall sein Auge hatte und jeden, der es wagen sollte, diesen Wald zu betreten, zu Tode erschrecken würde. Denn das Männlein konnte allerlei Gestalten annehmen und durch furchterregende Fratzen den Eindringling in Angst erstarren lassen. Die von Aberglauben geprägten Menschen getrauten sich fortan nicht mehr, ihren Fuß in den Distrikt der Tesch zu setzen. Noch heute soll das Spukgespenst dort seinen Schabernack mit einsamen Wandersleuten treiben. Also seht euch vor ihr Leute das Teschermännchen gibt's noch heute! Sehenswürdigkeiten
KulturTheaterIn regelmäßigen Abständen haben Freunde des Schwanktheaters die Möglichkeit, im Büger- und Vereinshaus ihrer Leidenschaft nachzukommen, da dort der Theater- und Karnevalverein (TKV) Föhren vier Wochenendvorstellungen anbietet. Außerdem gastieren regelmäßig Figurentheater in Föhren. MuseumDas Heimatmuseum in Föhren hat monatlich an einem Sonntag geöffnet. Zu sehen sind allerlei interessante Dinge aus der alten Zeit, angefangen von einem nach damaligem Vorbild eingerichtetem Wohnzimmer, über die Küche bis hin zum Schlafzimmer. Nebenan in der großen Scheune kann man die Utensilien der verschiedenen Handwerksberufe betrachten. Alle Exponate wurden vom Heimat- und Verkehrsverein Föhren liebevoll restauriert und in einen gebrauchsfertigen Zustand gebracht. Ziel war es, zu zeigen, wie einfach es damals war, mit den zur Verfügung stehenden Geräten zu Arbeiten. Außerdem wird das Heimatmuseum für Kunstausstellungen benutzt. Nachbarorte
PolitikBei den Gemeinderatswahlen am 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:
Zum Ortsbürgermeister wurde Jürgen Reinehr (SPD) mit 62,4% der Stimmen gegen Rosi Radant (CDU) mit 37,6% der Stimmen gewählt. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
