Frauenau in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Koordinaten: 48° 59′ N, 13° 18′ O
Höhe: 616 m ü. NN
Fläche: 60,14 km²
Einwohner: 2952
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94258
Vorwahl: 09926
Kfz-Kennzeichen: REG
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 121
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 4
94258 Frauenau
Webpräsenz: www.frauenau.de
Bürgermeister: Herbert Schreiner (SPD)

Frauenau ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen.

Geografie

Frauenau im Bayerischen Wald liegt am Fuße des Rachels am Nationalpark Bayerischer Wald sowie an der Glasstraße. Auf dem Gemeindegebiet liegt die Trinkwassertalsperre Frauenau, die zur zentralen Versorgung großer Teile Ostbayerns mit Leitungswasser errichtet wurde.

Es existieren folgende Gemarkungen: Frauenau

Geschichte

Der Laienbruder Hermann kam vom Kloster Niederaltaich über Rinchnach ins „Tal der Wilden Au” und begann dort seine Rodungen. Die Ortschaft wurde von ihm im Jahr 1324 gegründet. Nach Hermanns Tod 1326 errichtete Hartwig von Degenberg 1331 eine hölzerne Kapelle für ein als wundertätig beschriebenes Bild der schmerzhaften Muttergottes (Pieta). Er nannte den Talgrund fortan „Unserer Lieben Frauen Aue”. Dies war der Beginn einer Jahrhunderte blühenden Wallfahrt. Im 18. Jahrhundert wurde nach Abbruch der gotischen Krumenauer-Kirche eine herrliche Rokokokirche erbaut, deren Mittelpunkt noch immer das Gnadenbild der Lieben Frau ist. Prägend für den Ort war vor allem die Glasindustrie. Bereits 1420 wurde im Ort die erste Glashütte gegründet. 1568 erwarb die Familie von Poschinger eine Glashütte, die sie bis heute betreibt. Benedikt Poschinger wurde im Jahre 1790 in den Adelsstand erhoben und erhielt die Herrschaftsrechte über Frauenau im Kurfürstentum Bayern. Der bürgerliche Poschinger hatte 1785 die Hofmarksgerichtsbarkeit auf sein Glashüttengut in der Frauenau verliehen bekommen. 1818 entstand die heutige Gemeinde. Bis heute ist Frauenau geprägt von Wald und Glas. Es existieren drei Glashütten (Poschinger, Eisch und Spiegelau).

Religionen

Geprägt von der Wallfahrt wurde die Frauenau bereits 1342 zur Pfarrei erhoben und gehört zum Bistum Passau. Pfarrkirche ist die Rokokokirche „Mariä Himmelfahrt” und eine Filialkirche Buchenau (Gemeinde Lindberg). Seit 2004 bildet Frauenau mit der Gemeinde Lindberg den Pfarrverband Frauenau-Lindberg unter Pfarrer Robert Rödig. Die evangelische Kirchengemeinde ist der Evang.-luth. Pfarrei Zwiesel unter Pfarrer Roland Böhmländer zugehörig.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 3557, 1987 dann 3102 und im Jahr 2000 38.546 Einwohner gezählt.

Politik

Der bisherige Bürgermeister Josef Stadler (SPD) wurde zum 30. April 2006 in den Ruhestand versetzt. Bei der Wahl eines Nachfolgers am 9. Juli 2006 wurde der bisherige 2. Bürgermeister Herbert Schreiner (SPD) mit knapp 71% der Wählerstimmen zu seinem Nachfolger gewählt.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1090 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 120.000 T€.

Wappen

Beschreibung: In Silber ein schräg gestellter fünfblättriger roter Lindenzweig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Glasmuseum Frauenau - Das 2005 in einem Neubau wiedereröffnete Glasmuseum (Gründung 1975)führt den Besucher auf eine faszinierende Zeitreise durch die Kulturgeschichte des Glases von der Antike bis zur Gegenwart. Die international bedeutende Sammlung moderner Glaskunst "Stiftung Wolfgang Kermer" und eine szenografische Darstellung der Glasmacherkultur im Bayerischen Wald runden den Museumsbesuch ab zu einem aussergewöhnlichen Erlebnis.
  • Das „Bild-Werk Frauenau” veranstaltet jährlich eine europaweit bedeutende Internationale Sommerakademie für GlasKunst.
  • Die Rokokokirche Maria Himmelfahrt, eine ehemalige Wallfahrtskirche, gehört zu den schönsten Sakralbauten Ostbayerns. Innenaustattung durch den Stukkateur Melchior Modler und den Asam-Schüler Franz Anton Rauscher.
  • Die 1983 errichtete Trinkwassertalsperre Frauenau ist mit dem höchsten Staudamm Deutschlands ein sehenswertes Bauwerk, das sich am Fuße des Rachels verhältnismäßig gut in die Landschaft eingliedert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 438 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 881. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 33 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 430 ha.

Bildung

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten "St. Benedikt" mit 98 Kindergartenplätzen und 84 Kindern
  • Waldkindergarten mit 25 Kindern
  • Volksschule mit 11 Lehrern und 189 Schülern



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Informationsportal über Frauenau in Bayern - 24.5.2012