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Freiberg ist eine Universitätsstadt in Deutschland, Große Kreisstadt und Bergstadt, die etwa in der Mitte des Bundeslandes Sachsen zwischen Dresden und Chemnitz liegt. Freiberg ist die größte kreisangehörige Stadt Sachsens und Teil der Metropolregion Sachsendreieck. Der gesamte historische Stadtkern steht unter Denkmalschutz. GeografieGeografische LageDie Stadt liegt an der nördlichen Abdachung des Erzgebirges mit dem Großteil des Stadtgebietes westlich der Östlichen oder der Freiberger Mulde. Die Stadt ist zum Teil eingebettet in die Täler des Münzbaches und des Goldbaches und liegt mit dem Zentrum bei etwa 412 m ü. NN (Bahnhof). Tiefster Punkt ist der Münzbach an der Stadtgrenze mit 340 m ü. NN, der höchste Punkt befindet sich bei 491 m NN auf einer ehemaligen Bergbauhalde. Freiberg liegt innerhalb einer alten, durch den Bergbau genutzten und von ihm geprägten Rodungslandschaft und ist im Norden, Südosten und Südwesten von Wäldern, in den übrigen Richtungen von Feldern und Wiesen umgeben. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist mit den Städten Nossen im Landkreis Meißen, Roßwein im Landkreis Döbeln, der neuen Stadt Großschirma, den Städten Freiberg und Brand-Erbisdorf eine Zone der Verstädterung tendenziell im Entstehen. Diese umfasst 2004 etwa 75.000 Einwohner. Die „Keimzelle” der Stadt – das ehemalige Waldhufendorf Christiansdorf – liegt im Tal des Münzbaches. An beiden Hängen dieses Tales und auf dem westlich davon gelegenen Höhenrücken entwickelte sich der ummauerte Stadtkern. Dies hat u. a. zur Folge, dass die östlich der alten Hauptstraßenachse, die als heutige Erbische Straße und Burgstraße vom ehemaligen Erbischen Tor am Postplatz zum Schloss Freudenstein führt, abgehenden Straßen, die zum Teil bis auf den Gegenhang des Münzbachtals führen, steil sind. Der östlich der Hauptstraßenachse gelegene Teil wird als Unterstadt mit dem dazugehörigen Untermarkt bezeichnet. Das westlich gelegene Gebiet ist die Oberstadt mit dem Obermarkt. Der Stadtkern wird von den so genannten „Ringanlagen”, die entlang der alten Stadtmauer verlaufen, umschlossen. Im Westen verbreitern sich diese Ringanlagen, in die die Kreuzteiche eingebettet sind, parkartig. Unmittelbar nördlich des Stadtkerns befinden sich neben dem Schloss Freudenstein alte Stadtmauerreste mit mehreren Mauertürmen und dem Schlüsselteich. Diese Stadtmauerreste laufen mit Durchbrüchen im Uhrzeigersinn weiter nach Osten bis zum Donatsturm. In diesem Bereich ist der historische Wallgraben dominierend. Die Südgrenze des Altstadtkerns schließlich wurde im 19. Jahrhundert zum Teil durch Bauten aus der Gründerzeit geprägt. Die B 101 flankiert als Wallstraße den Westen, die B 173 als Schillerstraße und Hornstraße den Süden der Altstadt.
NachbargemeindenNördlich wird Freiberg von Großschirma und Halsbrücke, nordöstlich von Bobritzsch (Ortsteil Naundorf), östlich von Hilbersdorf, südöstlich von Weißenborn/Erzgeb., südlich von Brand-Erbisdorf und westlich von Oberschöna begrenzt. Stadtgliederung
GeschichteSiehe Hauptartikel: Geschichte der Stadt Freiberg Die Stadt entstand unmittelbar nach der um 1160 stattfindenden Besiedlung ab etwa um 1165/70. Im hohen Mittelalter war Freiberg die größte Stadt in der Mark Meißen. 1765 wurde die Bergakademie gegründet. EingemeindungenAls erstes wurden 1907 die Vorstädte Freibergsdorf und 1908 Friedeburg eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte 1957 das Waldhufendorf Loßnitz und die Streusiedlung Lößnitz. Das östlich der Freiberger Mulde liegende Halsbach wurde 1979 dem Freiberger Stadtgebiet zugeschlagen. Den vorläufigen Abschluss fanden die Eingemeindungen 1994 mit Zug und Kleinwaltersdorf. Einwohnerentwicklung
Quelle: unter anderem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg, Schriftenreihe 6, 1986 PolitikStadtratErgebnis der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004:
Die Wahlbeteiligung betrug 47,1 %. BürgermeisterOberbürgermeisterin ist Dr. Uta Rensch (SPD). WappenDas Wappen der Stadt Freiberg zeigt in Blau eine von Zinnen gekrönte, in der Mitte erhöhte silberne Bossenmauer mit offenem Tor und hoch gezogenen Fallgatter, dahinter drei silberne Rundtürme mit roten Dächern und goldenen Fähnchen auf goldenen Knäufen, der Mittelturm höher und stärker, das Tor belegt mit einem goldenen Schild, darin ein schwarzer Löwe. Es ist erstmals 1227 als Siegel belegt und damit das älteste Stadtsiegel der Mark Meißen. Die Stadtfarben sind gelb und schwarz. StädtepartnerschaftenFreiberg unterhält insgesamt neun Städtepartnerschaften, in Deutschland allein mit drei Städten:
Wirtschaft und InfrastrukturGeschichteDer Freiberger Silberbergbau begründete sich auf dem Vorkommen von ca. 1.000 Erzgängen und Erzadern. Im Freiberger Bergbaurevier wurden etwa 180 verschiedene Mineralien gefunden. Der Bergbau beförderte die Stadtentstehung entscheidend, ist aber nicht alleiniger Faktor bei der Stadtgründung, denn etwa zur gleichen Zeit wurde der Landesausbau im südlichen Teil der damaligen Mark Meißen vorangetrieben. Der spätere auf andere Metalle erweiterte Erzbergbau, die Aufbereitung der Erze und deren Verhüttung, das damit in enger Verbindung stehende Handwerk, die Dienstleistungen und weiter verarbeitende Industrien sowie die Wissenschaft, insbesondere die Montan- und Geowissenschaften, prägten über 800 Jahre die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Z.B. das Deutsche Brennstoffinstitut, das für die Kohlewirtschaft zuständig war. In der Stadt waren neben dem Bergbau die Aufbereitung und Verhüttung fast aller Nichteisenmetalle, der Spurenmetalle und Edelmetalle zu Hause. Freiberg und Muldenhütten waren Münzstätten. Weiterhin werden in Freiberg Halbleiterwerkstoffe hergestellt und Siliziumkristalle gezüchtet. Der Maschinenbau (Papiermaschinen), der Metallleichtbau, die Elektronik, die feinmechanische und optische Industrie, die Lederindustrie, die Textilherstellung, die Porzellanindustrie und die Lebensmittelindustrie sind oder waren in der Stadt vertreten. GegenwartWichtigster Arbeitgeber der Stadt ist derzeit die TU Bergakademie Freiberg. Eine chancenreiche wirtschaftliche Alternative zu den traditionell in Freiberg beheimateten Wirtschaftszweigen scheint sich mit der ressourcenschonenden Energiegewinnung'und der Herstellung solcher technischer Anlagen zu entwickeln. Freiberg soll sich bis 2015 zur Energiestadt entwickeln. Heute können schon folgende Einrichtungen oder Anlagen aufgezählt werden:
Auf dem Gebiet der Hochtechnologie sind die Siltronic AG, die Deutsche Solar AG und die Freiberger Compound Materials GmbH tätig. Mit der Niederlassung der Deutschen Solar AG entstand in Freiberg in direkter Fortführung der Waferproduktion die größte integrierte Solarzellenfabrik Europas mit einer jährlichen Ausgangskapazität von 250 Megawatt, welche auf 500 Megawatt erhöht werden soll[1]. Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Tourismus. Durch die Sehenswürdigkeiten und die historischen Bergbauanlagen ist Freiberg, das an der Silberstraße liegt, ein lohnendes Ziel vor allem für den technisch-historisch und kunsthistorisch interessierten Bildungstouristen. Des Weiteren gibt es Firmen für Feinmechanische Geräte und Messinstrumente. Die Lebensmittelindustrie ist mit der Freiberger Brauhaus AG und einer Molkerei vertreten. Freiberg verfügt über einen leistungsstarken Dienstleistungssektor, vor allem – was über die üblichen Aufgaben eines Mittelzentrums hinausgeht – spezialisiert sich die Stadt auf wissenschaftliche Dienstleistungen im Bereich der Geowissenschaften und der Geoinformatik. VerkehrFreiberg ist für den Kraftverkehr über die Autobahn A 4, Abfahrt Siebenlehn über die Bundesstraße 101 und aus Richtung Dresden beziehungsweise aus Richtung Chemnitz über die Bundesstraße 173, welche sich in Freiberg kreuzen, zu erreichen. Aus Richtung Leipzig wird die Stadt über die Autobahn A 14, Abfahrt Nossen-Ost über die Bundesstraße 101 erreicht. Freiberg ist Kreuzungs- und Ausgangspunkt mehrerer Staatsstraßen in Richtung Reinsberg, Halsbrücke, Dippoldiswalde, Frauenstein, Altenberg (Erzgebirge), Brand-Erbisdorf, Kleinschirma und Hainichen. Abschnitte der Bundesstraßen 173 und 101 sind Teil der Silberstraße. Diese war wiederum mit dem Silberwagenweg zwischen Annaberg und Freiberg eine alte Poststraße. Die heutige Staatsstraße in Richtung Frauenstein entspricht in ihrem Verlauf in Teilen der Alten Freiberg-Teplitzer Poststraße. Die verkehrstechnische Bedeutung Freibergs lässt unter anderem an den heute noch vorhandenen drei Sächsischen Postmeilensäulen ermessen. Kein weiterer Ort verfügt heute noch über eine solche Dichte von Postsäulen. Freiberg liegt mit seinem Hauptbahnhof an der Sachsen-Franken-Magistrale, einer wichtigen Eisenbahnverbindung in Deutschland etwa mittig zwischen Dresden und Chemnitz. Von Freiberg aus führt die Eisenbahnstrecke Nossen-Moldau ins Erzgebirge auf ihrem in Betrieb befindlichen Teilabschnitt bis nach Holzhau. Der Abschnitt nach Nossen wird derzeit im Personenverkehr nicht bedient, und andere ehemalige Stichbahnen nach Halsbrücke, über den Freiberger Ostbahnhof, Großhartmannsdorf und Langenau sind stillgelegt bzw. zurückgebaut. Die nächst gelegenen Flughäfen sind Dresden-Klotzsche (45 km) und Leipzig/Halle (110 km). In der Nähe von Großschirma beziehungsweise Langhennersdorf verfügt die Stadt über einen Sonderlandeplatz. Der ÖPNV erfüllt durch ein sieben Linien umfassendes Stadtbusnetz, in das Brand-Erbisdorf und Oberschöna integriert sind, seine Funktion. Zwischen 1902 und 1919 verkehrte in der Stadt die Städtische Straßenbahn Freiberg in Sachsen (Spurweite 1.000 mm). Medien
Bildung und ForschungTU Bergakademie FreibergDie Technische Universität Bergakademie Freiberg ist nach der (nicht mehr existierenden) Bergakademie in Schemnitz (Banská Stiavnica) in der Slowakei die zweitälteste montanwissenschaftliche, d. h. auf den Bergbau bezogene Bildungseinrichtung der Welt. Sie wurde 1765, in der Zeit der Aufklärung, durch Prinz Xaver als Ausbildungsstätte für Bergleute in Freiberg gegründet, als Sachsen nach der Niederlage im Siebenjährigen Krieg den Bergbau forcieren musste, um Reparationen zu zahlen. Ulrich-Rülein-GymnasiumDas Ulrich-Rülein-Gymnasium Freiberg entstand 1992 aus den polytechnischen Oberschulen „Lenin” und „Gorki”. Im Jahr 2007 soll das Gymnasium mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium zusammengelegt werden, sodass es ein Teilgebäude, „Gebäude Rülein”, des Geschwister-Scholl-Gymnasiums wird. Gymnasium Geschwister SchollDas Gymnasium „Geschwister Scholl” wurde bereits im Jahre 1515 als Städtische Lateinschule gegründet und war damit das erste humanistische Gymnasium in Sachsen. Es verfügt über eine wertvolle Bibliothek, zwei Chöre, die Bläsergruppe „Musica Concordia” und zahlreiche Sportgruppen. Das Gymnasium besteht aus zwei Schulgebäuden, die in den letzten Jahren rekonstruiert wurden. Das Albertinum ist das Haupthaus und beherbergt die Klassenstufen 9-12, das Haus Dürer, benannt nach dem Maler Albrecht Dürer die Klassenstufen 5-9. Kultur und SehenswürdigkeitenFreiberg verfügt über 1250 technische, kunstgeschichtliche und kulturelle Denkmäler verschiedenster Art und Größe:
Stadttheater FreibergDas Theater wurde 1790 gegründet und gilt als ältestes in ursprünglicher Form erhaltenes und kontinuierlich von einem städtischen Theaterensemble bespieltes Stadttheater der Welt. 1800 wurde hier die erste Oper („Das stumme Waldmädchen”) des damals vierzehnjährigen Carl Maria von Weber uraufgeführt. Seit 1993 wird es zusammen mit dem Stadttheater Döbeln als Mittelsächsisches Theater Freiberg und Döbeln betrieben. Nikolaikirche FreibergDie Nikolaikirche wurde um 1170 gegründet und später mehrfach umgebaut. Nach der Entweihung durch die Nikolaigemeinde in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und die Übertragung in städtisches Eigentum wurde die Kirche als Lager und Requisitenkammer des unmittelbar benachbarten Theaters genutzt; eine baulicher Unterhalt fand nicht statt. Nach der Wende fanden Ausgrabungen durch Uwe Richter statt und die Kirche wurde grundlegend saniert. Seither wird sie als Fest- und Veranstaltungshalle genutzt. Museen
Bauwerke
Park- und GrünanlagenDer Stadtkern von Freiberg wird von dem anstelle der Stadtmauer angelegten Grünanlagenring und mit diesem verbundenen, südwestlich gelegenem Albertpark umschlossen. Im Norden, Nordosten und Osten zwischen Schloss Freudenstein und Donatsturm stehen noch zwei komplett erhaltene, aber nicht mehr in Verbindung stehende Teile der Stadtmauer. Am südwestlichen Stadtrand befindet sich der Hospitalwald, nordwestlich der Fürstenwald oder Fürstenbusch und südöstlich an den Talhängen der Freiberger Mulde der Rosinenbusch. Östlich und nordöstlich sowie südlich der Stadt befinden sich die Flächen, die durch das Bergbaurevier übertage genutzt wurden. Hier, wie in den nördlich und südlich unmittelbar angrenzenden Nachbarstädten Großschirma und Brand-Erbisdorf, findet der Tourist eine große Anzahl technischer Anlagen, die mit dem Bergbau und der Verhüttung des Erzes in Zusammenhang stehen. In größerer Entfernung befinden sich der Freiberger Stadtwald, der Zellwald und der Tharandter Wald, sowie das Striegistal mit zahlreichen Wandermöglichkeiten. Botanisch und technisch bemerkenswert ist darüber hinaus die so genannte Grabentour. Regelmäßige VeranstaltungenJährlich wird in Freiberg das Bergstadtfest mit dem Aufzug der historischen Berg- und Hüttenknappschaft, der so genannten Berg- und Hüttenparade, am letzten Juniwochenende abgehalten. Der Weihnachtsmarkt, der „Freiberger Christmarkt” genannt wird, findet zur Adventszeit statt. In dessen Rahmen wird eine so genannte Mettenschicht mit dem Aufzug der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft und dem Bergmusikkorps SAXONIA abgehalten. Dazu gehören auch traditionell die Bergpredigt in der Petrikirche und die bergmännischen Aufwartung am Sonnabend vor dem 2. Advent. Fest etabliert hat sich inzwischen das Treffen der Töpfer an einem Wochenende in der zweiten Aprilhälfte auf dem Obermarkt. Kulinarische SpezialitätenGanz in die breite Palette sächsischer Backspezialitäten passen der so genannte Freiberger Bauerhase, worunter in historischer Zeit ein spezielles Fastengebäck zu verstehen war. Freiberger Eierschecke ist ein Gebäck, dass nur in Freiberg im Vergleich mit der simplen oder auch Dresdner Eierschecke eine spezielle Abwandlung erfahren hat. Eine nicht zu übersehende Stellung unter den sächsischen Bieren nimmt das „Freiberger”, ein beliebtes Pilsener Bier ein. Für den Fall, dass dieses oder jenes schlecht auf den Magen geschlagen ist, steht die Freiberger Magenwürze, ein Kräuterlikör bereit, um kleinere Beschwerden oder Unpässlichkeiten zu beseitigen. PersönlichkeitenEhrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
SonstigesDialektFreiberg liegt an einer Grenze von zwei Formen des sächsischen Dialektes: östlich das Südostmeißenische und westlich das Südmeißenische, welche beide den fünf Meißenischen Dialekten zuzurechnen sind. AktuellesVom 20. bis 30. September 2007 wird in Freiberg das 82. Bachfest der neuen Bachgesellschaft in Verbindung mit den 17. Gottfried-Silbermann-Tagen stattfinden. Offizielle Homepage Literatur
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