Friedberg in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Koordinaten: 48° 21′ N, 10° 59′ O
Höhe: 514 m ü. NN
Fläche: 81,20 km²
Einwohner: 29.192
Bevölkerungsdichte: 360 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86316
Vorwahl: 0821
Kfz-Kennzeichen: AIC (früher: FDB)
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 130
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 5
86316 Friedberg
Webpräsenz: www.friedberg.de
Bürgermeister: Dr. Peter Bergmair (parteilos)

Friedberg (Bayern) ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg und liegt etwa 6 km östlich von Augsburg.

Geografie

Das Friedberger Stadtgebiet liegt fast vollständig am Westrand des Tertiärhügellandes, wo der Lech sich als Gletscherschmelze in der Riß-Eiszeit ein breites Bett schuf.

Wappen

Die ältesten bekannten Wappen entstanden etwa zeitgleich mit der Stadtgründung, also um 1264 herum. Seither hat sich das Erscheinungsbild kaum geändert. Die Bedeutung des Wappens kann auf der Homepage der Stadt Friedberg unter unser Friedberg - Daten und Fakten nachgelesen werden.

Geschichte

Urkundlich das erste Mal erwähnt wurde das Städtchen in einem Schutzbrief des Staufers Konradin zusammen mit dem Herzog Ludwig II. an die Bürger der Stadt Augsburg des Jahres 1264: In ihm ist die Errichtung einer Burg Fridberch angekündigt, die fortan als Grenz- und Zollsicherung des Herzogtums Bayern gegenüber Schwaben und der freien Reichsstadt Augsburg dienen sollte. Diese Funktion bedeutete bald Ärger mit den mächtigen Augsburgern, die erstmals im Jahre 1396 die Stadt niederbrannten. Ihre Lage brachte der Stadt oftmals Probleme ein, da die nicht seltenen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Bayern und Augsburg bzw. Schwaben meist auf dem Rücken der Stadt ausgetragen wurden. Im Jahr 1485 wird in Friedberg Balthasar Hubmaier, eine führende Täuferpersönlichkeit der Reformationszeit, geboren.

Ein Aufschwung kam erst, nachdem Herzogin Christine die Friedberger Burg 1568 zu ihrem Witwensitz erkor, was die Stadt in einen Mittelpunkt des bayerischen Hoflebens verwandelte. Im folgenden Jahrhundert jedoch wurde dieser blühenden Zeit ein abruptes Ende bereitet: 1599 wütete die Pest furchtbar in der Stadt, und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt gleich zweimal von den Schweden völlig vernichtet. Bis auf die Burg und die Stadtmauer ist heute kein Gebäude älter als das Rathaus, das kurz nach Kriegsende erbaut wurde. In den folgenden Jahren blühte die Friedberger Wirtschaft wieder mit Macht auf, als die zahlreich in Erscheinung getretenen Uhrmacher die Stadt wieder zu einem Mittelpunkt machten: Friedberg war damals vielen Uhrliebhabern ein Begriff, und Friedberger Uhren sind heute noch begehrt. 1753 wurde die Wallfahrtskirche Herrgottsruh errichtet, die mit zu den schönsten Kirchen des bayerischen Rokoko gehört. Im 19. Jahrhundert war Friedberg vor allem Nutzießer der drängenden Wohnungsnot im prosperierenden Augsburg. Die beiden Weltkriege überstand die Stadt ohne größeren Schaden, und 1978 wurden bei der schwäbischen Gemeindereform 13 bislang unabhängige Dörfer zu Friedberger Stadtteilen.

Politische Situation

Der aktuelle Friedberger Stadtrat setzt sich nach der Wahl 2002 folgendermaßen zusammen:

  • CSU 49,6 % (16 Sitze)
  • SPD 25,5 % (8 Sitze)
  • Grüne 8,5 % (2 Sitze)
  • FW 8,3 % (2 Sitze)
  • Unabhängige 5,2 % (1 Sitz)
  • FDP 2,9 % (1 Sitz)

1. Bürgermeister: Dr. Peter Bergmair (parteilos)

Ehrenbürger der Stadt Friedberg

  • 1860: Cäsar Widder, Königlicher Landrichter
  • 1913: Kaspar Wieland, 1. Bürgermeister und Landtagsabgeordneter
  • 1916: Josef Probst, Königl. Geistlicher Rat und Stadtpfarrer
  • 1920: Karl Brennfleck, Bezirksamtmann
  • 1930: Robert Hartl, Ehrenbürgermeister und Kreisbranddirektor
  • 1957: Karl Lindner, 1. Bürgermeister und Landrat
  • 1972: Christian Wallenreiter, Intendant des Bayerischen Rundfunks
  • 1991: Georg Fendt, Landtagsabgeordneter und 2. Bürgermeister
  • 2004: Albert Kling, früherer langjähriger 1. Bürgermeister

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Situation in Friedberg stützt sich derzeit vor allem auf den Kleinhandel sowie auf das Möbelhaus Segmüller, welches seine Hauptfiliale und Polstermöbelfabrik in Friedberg unterhält.

Überörtliche Verkehrsanbindungen

  • Bahnlinie Augsburg-Ingolstadt (Paartalbahn)
  • Autobahn A 8 Stuttgart–München
  • Bundesstraße B 2 (Romantische Straße)
  • Bundesstraße B 300 Augsburg–Aichach–Schrobenhausen-Regensburg


Straßenbahnlinie 6

Zur Zeit laufen die Bauvorbereitungen der neuen Straßenbahnlinie 6 vom Augsburger Hauptbahnhof über Hochzoll nach Friedberg West: Nachdem die Regierung von Schwaben den vorzeitigen Beginn der Maßnahme zur Linie 6 im November 2006 genehmigt hat, sind die Vorbereitungen der Straßenbahnlinie 6 zum Baubeginn in vollem Gange. Es werden Ausschreibungen getätigt und die Ausführungsplanung ist in Arbeit. Der Bau wird voraussichtlich im Mai 2007 in der Rembold-/Prinzstraße in Augsburg beginnen. Mit der Planfeststellung zur Linie 6 ist im März zu rechnen. Geplante Eröffung der Linie 6 ist im Jahr 2009.

Ansässige Unternehmen

Zum Beispiel:

  • Segmüller, Polstermöbelfabrik und Möbelhaus
  • Federal Mogul, Herstellung von Kolbenringen und Zylinderlaufbuchsen
  • Ihle, Landbäckerei

Schulen

5 Grundschulen, 1 Sonderschule, 1 Hauptschule, 1 Realschule, 1 Gymnasium, 1 Fachoberschule

Städtepartnerschaften

  • Seit 1959: Völs am Schlern, Südtirol
  • Seit 1966: Friedberg, Steiermark
  • Seit 1992: Bressuire, Frankreich und Chippenham, England
  • Seit 2002: La Crosse, USA

Stadtgliederung

Seit der Gemeindegebietsreform von 1978 gliedert sich die Stadt Friedberg in folgende 15 Stadtteile:

  • Friedberg Innenstadt
  • Friedberg West
  • Bachern
  • Derching
  • Derchinger Forst
  • Haberskirch
  • Harthausen
  • Hügelshart
  • Ottmaring
  • Paar
  • Rederzhausen
  • Rinnenthal
  • Rohrbach
  • Stätzling
  • Wiffertshausen
  • Wulfertshausen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Schlossmuseum Friedberg mit vielen bestens erhaltenen Friedberger Uhren.

Bauwerke

  • Schloss Friedberg (1257 erbaut, heutiges Gebäude zu 99% aus dem 16. Jahrhundert)
  • Rathaus (um 1680), erbaut von einem Schüler des Elias Holl
  • Pfarrkirche St. Jakob (1871-1872)
  • Wallfahrtskirche "Unseres Herrn Ruhe" (1731 - 1753), eine der schönsten Rokokobauten in Bayern.
  • Marienbrunnen mit Pestsäule auf dem Marienplatz (um 1600)
  • Kirche St. Stefan, (1698)
  • Kirche St. Afra im Felde (1710). An dieser Stelle soll die Heilige Afra den Märtyrertod gestorben sein.
  • Wallfahrtskapelle Maria Alber (1686)
  • Historische Stadtmauer (1409)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Friedberger Zeit (auch Altstadtfest genannt), eine der größten Veranstaltungen Schwabens. Alle drei Jahre, nächster Termin 6. – 15. Juli 2007.
  • Skatertag (zuletzt 29. Mai 2005)
  • Christkindlmarkt "Friedberger Advent"
  • Friedberger Volks- und Heimatfest, jährlich Anfang - Mitte August auf dem Volksfestplatz
  • verkaufsoffener Marktsonntag, 4 mal jährlich (März: Judikamarkt, Juni: Johannimarkt, September: Matthäusmarkt, November: Martinimarkt) in der Friedberger Altstadt
  • Seifenkistenrennen
  • Friedberger Halbmarathon im September, erstmals durchgeführt 2003

Als Veranstalter ist oft der Friedberger Verkehrsverein bzw. Aktivring beteiligt.

Sportliche Aktivitäten

  • Über die Grenzen von Friedberg hinaus bekannt ist der "Friedberger Baggersee" mit seinem Wasserskilift.
  • Jedes Jahr findet das Event Friedberg unsere Stadt bewegt sich statt. 2007 findet das 5-jährige Jubiläum statt.

Literatur

  • Sebastian Hiereth: Die Landgerichte Friedberg und Mering. (Historischer Atlas von Bayern / Teil Schwaben, 1; 1. München: Kommission für bayerische Landesgeschichte, 1952
  • Karen Eva Noetzel: Friedberg im Nationalsozialismus: ein Stadtführer, Friedberg, 2005
  • Karen Ostertag, Manfred Dilling; Text: Hubert Raab: Stadt-Ansichten Friedberg. Augsburg, 1986
  • Franz Schaffer, Horst Güttler: Sozialtopographie der Altstadt: die Bevölkerungsentwicklung bei Deutschen und Ausländern, eine Kartendokumentation über den Altstadtbereich von Friedberg, Bayern. Augsburg, 1982



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Informationsportal über Friedberg in Bayern - 24.5.2012