Friedland in Niedersachsen


Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Koordinaten: 51° 25′ N, 9° 55′ O
Höhe: 181 m ü. NN
Fläche: 75,68 km²
Einwohner: 10.708
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37133
Vorwahl: 05504
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 03 1 52 009
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bönneker Straße 2
37133 Friedland
Webpräsenz: www.friedland.de
Bürgermeister: Andreas Friedrichs (SPD)

Friedland ist eine Gemeinde im Landkreis Göttingen im südlichsten Zipfel Niedersachsens nahe dem Drei-Bundesländer-Eck mit Hessen und Thüringen.

Bekannt wurde Friedland v.a. durch sein Grenzdurchgangslager, zuerst für vertriebene Deutsche aus den ehemals deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland. Das Lager wurde am 20. September 1945 von der britischen Besatzungsmacht auf dem Gelände der nach Friedland ausgelagerten landwirtschaftlichen Versuchsanstalt der Universität Göttingen errichtet. Die Lage Friedlands am Grenzpunkt der drei Besatzungszonen (Niedersachsen britisch, Hessen amerikanisch und Thüringen sowjetisch) sowie an der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hannover und Kassel (Siehe: Bahnstrecke Bebra–Göttingen) prädestinierten den Standort für ein Flüchtlingslager. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Hunderttausende Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft in Friedland empfangen. 1955 kamen die letzten aus der Sowjetunion heim, die Heimkehr der Zehntausend war dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer zu verdanken. 1957 wurde der Verein Friedlandhilfe Gegründet, um eben jenen zu Helfen. Zum Empfang der Heimkehrer wurde als Choral von Friedland das Lied Nun danket alle Gott gesungen. Später wurde das Lager als Übergangslager für Übersiedler aus der DDR genutzt, heute v.a. als Aufnahmelager für Spätaussiedler. Seit Oktober 2002 (nach anderen Angaben seit 2001) ist das Lager Friedland die einzige Erstaufnahmeeinrichtung für Spätaussiedler in Deutschland. Zuständig für das Grenzdurchgangslager Friedland ist das Bundesverwaltungsamt.

Oberhalb der Ortschaft befindet sich das 1967/68 errichtete monumentale Heimkehrerdenkmal mit seiner zentralen Inschrift "Völker, entsaget dem Hass - versöhnt Euch, dienet dem Frieden - baut Brücken zueinander". Die künstlerische Gestaltung der Gedenkstätte stammt von Hans Wachter.

Gemeindegliederung

Zu Friedland gehören die Ortschaften Ballenhausen, Deiderode, Elkershausen, Groß Schneen, Klein Schneen, Lichtenhagen, Ludolfshausen, Mollenfelde, Niedergandern, Niedernjesa, Reckershausen, Reiffenhausen und Stockhausen.

Ortsteil Klein Schneen

Klein Schneen, im Jahre 1036 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Ausläufer des 283 Meter hohen Drammberges im Nordwesten und die des 276 Meter hohen Eichen- bzw. Lohberges im Südwesten bilden die natürlichen Grenzen der Siedlungsfläche Klein Schneens. Wie Groß Schneen gehört auch Klein Schneen zu den ältesten Siedlungen des Göttinger Raumes, wie neolithische Siedlungsfunde am Südrand des Dorfes belegen. Süd-östlich des Dorfes befinden sich mehrere Kiesteiche. Während einige dieser Teiche bereits "ausgebeutet" sind und somit von Vereinen genutzt werden können, wird der Größte Kiesteich noch als Bedarfsgrube betrieben. Das Ortsbild wird geprägt durch ein kleinteiliges und verwinkeltes Straßen- und Wegenetz sowie durch das stattliche Rittergut mit seinen Gutsmauern und den großen Stallgebäuden, die teilweise interessante runde Dächer aufweisen. Die nahegelegene Kirche liegt idyllisch inmitten kleiner von Fachwerkgebäuden gesäumter Gassen. Außerdem wohnt Künzel dort, schon deshalb ist dieses Örtchen einen Besuch wert.

Ortsteil Lichtenhagen

Lichtenhagen, im Jahre 1318 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, gehört zu den drei höchstgelegenen Dörfern des Landkreises. Es hat 154 Einwohner und eine Gesamtgröße von 2,04 km².

Obwohl nicht auf jeder Landkarte verzeichnet, so ist Lichtenhagen dennoch relativ leicht zu finden. Es befindet sich nur wenige Kilometer von dem sog. Dreiländereck Niedersachsen / Hessen / Thüringen entfernt an der ehamligen innerdeutschen Grenze und war bis zu deren Öffnung Wohnort von Zöllnern des Bundesgrenzschutzes und deren Familien.

Von dem durch den in unmittelbarer Nachbarschaft entstandenen "Tunnel der deutschen Einheit" im Zuge des Baus der A 38 rollenden Ost-West-Verkehr bekommt man auf Grund seiner geographisch waldreichen (Staatsforst Reinhausen, Hüttenholz) und bergigen Umgebung nichts mit. Vielmehr lädt diese zahlreiche Wanderer zu langen Spaziergängen ein.

Der Art nach ist Lichtenhagen ein Angerdorf mit einer bemerkenswert dreieckigen Form, bei dem alle Wohngebäude giebelständig zum Anger gerichtet sind; die zentral alleinstehende Kirche, die sich im nahegelegenen Feuerlöschteich spiegelt, bietet einen malerischen Anblick.

Es gibt nur wenige Neubauten aus den letzten 50 Jahren, dafür jedoch auf den ehemaligen Hofstellen ausgebaute Wohn- und Nebengebäude.

Ortsteil Groß Schneen

Einwohner : 1792 Gesamtgröße : 11,14 km² Groß Schneen gehört, wie Funde aus der jüngeren Steinzeit belegen, zu den ältesten Siedlungen im Leinetal. 1022 wurde Groß Schneen erstmals urkundlich erwähnt.

Die jetzige Ortschaft bestand einst aus zwei Teilen, die jeweils eine eigene Kirche hatten. Wahrzeichen Groß Schneens ist die tausendjährige Eiche auf dem Mühlenberg. Diese war im Mittelalter die Halsgerichtsstätte des Amtes Friedland. Einflußss auf die Topographie des Ortes nehmen der kegelförmige, 247 Meter hohe Einzelberg im Süden und der Mühlenberg im Nordwesten, dessen Ausläufer bis dicht an die Leine reichen.

Durch seine Lage in einer flachen Senke über der Leine und seine große fruchtbare Feldmark konnte der Ort in der Vergangenheit vielen Menschen Arbeit und Brot geben. Heute profitiert die Ortschaft vor allem von ihrer günstigen Lage zum Oberzentrum Göttingen. So wurden in den letzten Jahren mehrere Wohn- und Gewerbegebiete erschlossen.

Groß Schneen hat sich zum Grundzentrum der Gemeinde Friedland entwickelt, in dem alle wesentlichen Infrastruktureinrichtungen vorgehalten werden: ein Kindergarten, ein Hort, eine Grundschule, eine Orientierungsstufe und eine Haupt- und Realschule sowie Versorgungseinrichtungen für den täglichen Bedarf und das Gesundheitswesen. Groß Schneen ist Sitz der Verwaltung der Gemeinde Friedland, im Ort findet sich auch ein Polizeikommissariat.

Groß Schneen hat ein reges Vereins- und Kulturleben, das in dem alljährlich am 2. Septemberwochenende stattfindenden Volksfest gipfelt: Der Groß Schneer Kirmes - oder, wie sie von den Einheimischen liebevoll auf Plattdeutsch genannt wird - Use Kermesse. Vom Ursprung her ist die Kirmes ein Kirchweihfest. Use Kermesse erinnert somit an die Weihe der St. Michaeliskirche zu Groß Schneen im Jahre 1705, nachdem der Vorgängerbau in den Wirren des 30-jährigen Krieges 82 Jahre zuvor wie das gesamte Dorf in Schutt und Asche gelegt worden war.




Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Friedland in Niedersachsen - 24.5.2012