Friemar in Thüringen


Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungsge-
meinschaft:
Nesseaue
Koordinaten: 50° 59′ N, 10° 47′ O
Höhe: 285 m ü. NN
Fläche: 9,37 km²
Einwohner: 1170
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 036258
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 022

Friemar ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue.

Geschichte

Zu Beginn des 9. Jahrhundert wird Friemar in einem Verzeichnis der von Erzbischof Lullus († 786) von Mainz für das Klosters Hersfeld von Freien verliehenen Gütern erstmals urkundlich als Friomare erwähnt. In Unkenntnis dieses geschichtlichen Faktes wurde 874 als Ersterwähnung angenommen und 1999 das 1125-jährige Bestehen des Ortes feierlich begangen.

Über den Ursprung des Namens gibt es verschiedene Auffassungen. So wird er einerseits von der Göttin der Germanen Freya abgeleitet und andererseits auch mit "freier Markt" übersetzt, was auf die frühe Marktgerechtigkeit (1418) hinweisen soll.

Infrastruktur

Heute zählt die Gemeinde Friemar 1223 Einwohner. Während früher der landwirtschaftliche Charakter vorherrschte, haben sich nun verschiedene Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt. Daneben gibt es eine Grundschule, einen Kindergarten und einen Jugendtreff sowie ein Heimatmuseum. Östlich auf dem Territorium der Gemeinde liegt der Immertalstausee, der zu einem ländlich geprägten Naherholungsgebiet ausgebaut wurde und Teile des Geländes als Flächennaturdenkmal (Schilfgürtel) ausweist.

Vereinsleben

  • Heimatverein
  • Friemarer Carnevals Club e.V. (FCV)
  • Freiwillige Feuerwehr Friemar
  • Tennisverein 1994 Friemar e.V.

Kirchgemeinde

In der Dorfmitte liegt die 1780 nach einem großen Brand erbaute St. Veit Kirche, deren Schmuckstück die 1830 vom Tabarzer Orgelbauer Johann Valentin Knauf gebaute Orgel bildet. Die Kirchgemeinde hat einen Kinder-, einen Kirchen- und einen Gospelchor. Neben der kirchlichen Arbeit übernimmt die Gemeinde auch soziale Verantwortung und unterhält einen offenen Jugendtreff, der von einem Jugenddiakon betreut wird sowie einen Kindergarten, der auch von Kindern aus umliegenden Gemeinden besucht wird.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Johannes Stigel, Poet und Rhetoriker
  • Heinrich von Friemar, Augstinereremit, philosophisch-theologischer Schriftsteller (um 1245-1340)
  • Johann Andreas Heyn (1712-1772), stud. theol. in Jena, Pfarrer u.a. in Neudietendorf/Erfurt; ab 1743 in Württemberg: zuerst in Frauenzimmern/Zabergäu, dann in Cleebronn/Zabergäu; verh. 1744 mit Johanna Rosina Sutor (1725-1802); die Tochter Johanna Christiana (1748-1828), verheiratet 1766 mit Heinrich Friedrich Hölderlin (1736-1772) wurde die Mutter des Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1843); Heyn also einer der Großväter Hölderlins

Literatur

  • Heimatverein Friemar: Beiträge zur Geschichte von Friemar, 1998



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Informationsportal über Friemar in Thüringen - 24.5.2012