Frontenhausen in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Koordinaten: 48° 33′ N, 12° 32′ O
Höhe: 412 m ü. NN
Fläche: 86,00 km²
Einwohner: 4386
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84160
Vorwahl: 08732
Kfz-Kennzeichen: DGF
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 115
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marienplatz 3
84160 Frontenhausen
Webpräsenz: www.frontenhausen.de
Bürgermeister: Georg Retz

Frontenhausen ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Geografie

Geografische Lage

Der Ort liegt im Vilstal etwa zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Dingolfing. Unweit des Ortes liegt das Naherholungsgebiet Vilstalstausee.

Geschichte

Überblick

Der Markt Frontenhausen, seit jeher im Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege, bietet als Kleinzentrum hohes soziales, kulturelles und wirtschaftliches Potential. Weltfirmen wie BMW oder Mann & Hummel in der näheren Umgebung stellen eine Wirtschaftskraft, die im Mittelstand und Kleingewerbe eine überaus vielfältige Versorgung der Bürger sicherstellt. Hochrangige Kabarettveranstaltungen, ein regionaler Töpfermarkt mit internationaler Beteiligung und durchaus ambitionierte lokale Aktivitäten von über 50 Vereinen zeugen von lebendigem Gemeindeleben. Bürger- und Pflegeheim, Kindergarten, Grund- und Hauptschule mit allgemein nutzbarer moderner Zweifachturnhalle, sowie zahlreiche öffentliche Plätze und Spielplätze ermöglichen ein lebendiges Sozialleben.

Frontenhausen liegt an der von Schwemmwiesen umgebenen Vils zwischen Isar- und Rottal. So bietet das agrarisch geprägte Naherholungsgebiet „Mittleres Vilstal” reizvolle und familienfreundliche Freizeitmöglichkeiten für Wanderer, Radfahrer, Reiter, Segler und Surfer. Das Klima ist typisch mitteleuropäisch - interessanterweise jedoch eine Mikrozone, die statistisch jedwedem Extrem mit gleichmäßiger Verteilung von Wind, Wetter und Sonne entgegenhält.

Der ab 1945 als „Straßendorf” gewachsene Markt hat mit seinem einzigartigen, fast quadratischen Marktplatz und dessen behäbigen Bürgerhäusern mit meist geschweiften oder zinnenförmigen Treppengiebeln geradezu südländisches Flair und ein echtes Zentrum. Dominiert von der höherfundamentierten gotischen Kirche St. Jakob finden sich Baudenkmäler aus unterschiedlichster Zeit. Neben auf gotischen Ursprung beruhenden Bürgerhäusern und typisch niederbayrischen Bauernanwesen, in der Eggergasse horizontal geteilte Kleinstanwesen von Tagelöhnern vor 150 Jahren, Prachtbauten aus der Gründerzeit (Feldmühle), Reste von frühen Industriebauten (Röhrl-Brauerei) oder auch die im Jugenstil 1905 erneuerte Brauereigaststätte „Zur Post” mit ihrem wundervollen Postsaal. An den Ortsrändern liegen Gewerbeflächen und seit Mitte der 90er im Südwesten ein familienfreundliches Neubaugebiet. Die ehemalige Gemeinde Rampoldstetten, Dörfer, Weiler und Einzelgehöfte in oft wunderschöner niederbayrischer Landschaft ergänzen die weitläufige Gemeinde zu einer umfassend ländlichen, modernen Einheit.

Zur Geschichte: Aus Funden in der Umgebung kann man schließen, dass bereits vor 4000 Jahren in der Jungsteinzeit erste Siedlungen bestanden, seit der Bronzezeit ist eine Besiedlung durch Funde belegt. Ebenso in der Keltenzeit, was kontinuierliche Siedlung seit der Römerzeit nahelegt. Vage Hinweise um 800 weisen mit „Häuser des Franto” auf die Ursprünge des Namens hin und erste urkundliche Erwähnung der Grafen von Frontenhausen findet sich um 1100; 1226 erlosch das Grafengeschlecht. 1386 erhielt Frontenhausen das Marktrecht und 1423 wurde die Ringmauer fertiggestellt, deren Verlauf noch nachvollzogen werden kann und deren letztes der drei Tore 1903 abgebrochen wurde. Ebenso wurde in den fünfziger Jahren der bedeutende Pfarrhof abgerissen, der zu der im Landshuter Stil gotischen, dann barockisierten und schließlich neugotisch abgewandelten Kirche gehörte. Im Rahmen der Gebietsreform 1978 wurde Frontenhausen vom Landkreis Vilsbiburg nach Dingolfing-Landau umgegliedert, was zusätzlich erklärt, warum die Gemeinde auf Bundes- und Staatsstraßen auffallend weitläufig ausgeschrieben ist. Eine einschneidende und verheißungsvolle Sanierung des Ortskerns konnte erst nach der Freigabe der Ortsumgehung 2002 geplant werden und lässt ab 2007 eine spektakuläre Umgestaltung des einzigartigen Marktplatzes und seiner Umgebung erwarten. Einwohner: etwa 4.400 Größe: 3.0042 ha

Vorzeit

Eine Ansiedlung lässt sich bis in vorgeschichtliche Zeit nachweisen. So befinden sich Funde von gejagten Vorzeit-Elefanten (Deinotherien) im Münchner Museum „Mensch und Natur”.

Mittelalter

Im Südwesten des Marktes befindet sich die sogenannte „Römerschanze”. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein römisches Castrum, sondern eine Abwehranlage die im Zuge des Dreißigjährigen Krieges zum Schutz vor marodierenden (unter anderem schwedischen) Milizen. In dem Areal, das heute komplett bewaldet ist, lässt sich noch heute das Grundprinzip eines Grabens mit Schutzwall um eine Ebene erkennen.

Weiterhin besaß Frontenhausen eine Stadtmauer mit Stadttoren.

Das Marktrecht wurde 1386 von Friedrich, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Bayern verliehen.

  • Weiteres auf der Homepage der Pfarrei Frontenhausen unter Archaeologie.
Neuzeit

Nach dem Besuch eines Gymnasiums und seinem Abitur machte die spätere NSDAP-Größe Gregor Strasser von 1910 bis 1914 in der Frontenhausener Marienapotheke eine Lehre zum Drogisten.

Politik

Wappen

In Blau ein silbernes Haus in perspektivischer Seitenansicht mit rotem Dach, darauf goldene Kugeln.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Bekanntheit erreicht vor allem der Kabarett-Verein „Kom(m)Postler”, der Frontenhausen mit seinem Kleinkunstpreis ein paar Mal im Jahr zu Weltbedeutung verhilft. So besuchten Dieter Hildebrandt, Bruno Jonas, Michael Altinger und viele andere mehr den kleinen Markt an der Vils, um vor noch kleinerem Publikum ihr Bestes zu geben.

Bauwerke

Den Mittelpunkt der Gemeinde bildet der fast quadratische Marktplatz mit der goldenen Marienstatue aus dem 19. Jahrhundert - errichtet im Jahr 1874

Töpfermarkt

Seit 1982 findet jedes Wochenende nach Fronleichnam der Frontenhausener Töpfermarkt statt. Mit traditioneller Töpferware, in erster Linie Geschirrkeramik gestartet, zeichnen ihn in den letzten Jahren zusätzlich Künstler und Kunsthandwerker auf höchstem internationalen Niveau aus. Mani Tille (überschlagene Kachelöfen), Christa Irl-Schlicht (Öfen, Geschirr, seit 1984) aus der historischen Kröninger Gegend sowie Günter Hermans (hochwertiges Steinzeug, Seladon-Glasuren, bis 2002) und Andrea Wulff (reliefplastische Oberflächen, ab 1998) als renommierte Kunsthandwerker vor Ort stehen neuerdings Vilija & Osvaldas Balciunas (Raku & Kunstobjekte, Litauen, 2005), Astrid Sänger (Raku, Österreich, 2004 und 2005), Knut Winkelsdorf (Kunstobjekte, Berlin, 2004), Angelika & Gerd Panten (Kristallglasuren, Belgien, 2005) oder Berthold Neumann (Steinzeug, Jestetten, 2006) gegenüber. Das hätte man dem kleinen „Haferlmarkt” (ca. 20 Teilnehmer) gar nicht zugetraut.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Schwester M. Dentlina Kloh (* 1905; Ehrenbürger seit 1976)
  • Karl Fleischberger (* 1912; Ehrenbürger seit 1985)

Söhne und Töchter der Stadt

  • Michael Huber (* 1727) Professor in Leipzig und Paris; Übersetzer
  • Dr. Christoph von Chlingensperg (1651-1720) Rechtsprofessor
  • Robert Tischler (1885-1959) Chefarchitekt des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge
  • Schwester M. Mechthildis (1797-1831)



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Frontenhausen in Bayern - 24.5.2012