Gailingen in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Koordinaten: 47° 42′ N, 8° 45′ O
Höhe: 469 m ü. NN
Fläche: 13,17 km²
Einwohner: 3070
Bevölkerungsdichte: 233 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78262 (alt: 7704)
Vorwahl: 07734
Kfz-Kennzeichen: KN
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 026
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 7
78262 Gailingen am Hochrhein
Webpräsenz: www.gailingen.de
Bürgermeister: Heinz Brennenstuhl

Gailingen am Hochrhein ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg.

Geografie

Geografische Lage

Gailingen liegt im Süden des Hegaus am Hochrhein auf einer Höhe von 400 bis 630 Metern über dem Meeresspiegel.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Gottmadingen, im Osten an die Schweizer Gemeinden Buch und Ramsen im Kanton Schaffhausen, im Süden an die Stadt Diessenhofen im Kanton Thurgau und im Westen an Dörflingen im Kanton Schaffhausen.

Geschichte

Gailingen wurde erstmals 965 urkundlich erwähnt. Der Name geht auf einen alemannischen Sippenführer „Gailo” zurück, der den Ort wohl im 5. Jahrhundert begründet hat. Der Ort gehörte zunächst den Herren von Gailingen, ehe er 1465 unter Landeshoheit der Habsburger kam. Im Rahmen der Gebietsverschiebungen durch den Reichsdeputationshauptschluss fiel die Gemeinde 1806 an das Großherzogtum Baden.

Religionen

Eine Besonderheit Gailingens war jahrhundertelang der hohe jüdische Bevölkerungsanteil. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges war den ersten Juden (1657) die Ansiedlung hier erlaubt worden, die zwei Jahrzehnte später die mildtätige Bruderschaft Chewra Kadischa gründeten und mit der Anlage eines bis heute gut erhaltenen jüdischen Friedhofes begannen. 1830 weihte man in Gailingen, das von 1827 bis 1925 der Sitz eines Bezirksrabbinates war, eine Synagoge ein, die bis zur Zerstörung durch die Nazis im Jahre 1938 Bestand hatte. In der Mitte des 19.Jh.s war die Hälfte der Einwohner des Ortes jüdische Bürger (1862 nämlich 990 gegenüber 982 Christen), und 1870-84 hatte die Gesamtgemeinde einen jüdischen Bürgermeister, Leopold Guggenheim. Gailingen war damals nicht nur die zweitgrößte Gemeinde im Nellenburgischen Hegau (nach Stockach und noch vor Radolfzell und Singen!), sondern besaß auch eine der größten israelitischen Gemeinden Badens. Das Gemeindeleben mit unter der Leitung berühmter Rabbiner und Lehrer geschaffenen religiösen und sozialen Einrichtungen (Rat- und Schulhaus, zentrale Wasserversorgung, Krankenhaus, Altersheim) galt bis zur unrühmlichen Zeit der Naziherrschaft als musterhaft.

Politik

Gailingen bildet mit Büsingen am Hochrhein und Gottmadingen eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Bürgermeister

  • 1870-1884: Leopold Guggenheim
  • 1986-2007: Heinz Brennenstuhl

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  • FWG 50,2% (-4,8) – 5 Sitze (-1)
  • CDU/UWG 49,8% (+4,8) – 5 Sitze (-1)

Partnergemeinde

  • Liebschützberg, Sachsen

Wirtschaft und Infrastruktur

Seit 1950 existieren die Schmieder-Kliniken, seit 1972 das Jugendwerk - beides neurologische Rehabilitationszentren (das Jugendwerk für Kinder und Jugendliche).

Seit 1977 ist die Gemeinde als Erholungsort staatlich anerkannt.

Bildung

Gailingen verfügt über eine Grund- und Hauptschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Die katholische St. Dionysius-Kirche, die Nikolaus-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert in Obergailingen, das Bürgerhaus (früher das jüdische Schulhaus) mit dem angrenzenden Synagogen-Gedenkplatz, der jüdische Friedhof aus dem 18. Jahrhundert sowie die schöne Holzbrücke über den Rhein hinüber zur schweizerischen Stadt Diessenhofen.

Natur

Neben der schönen Umgebung und der Nähe zur Schweiz locken im Sommer vor allem das Rhein-Strandbad und die Schifffahrt. Außerdem wird an den Südhängen in Gailingen auf ca. 18 ha Wein angebaut. Der Abschnitt des Hochrheins, an dem Gailingen liegt - Auslauf aus dem Bodensee (Untersee) bis zum Rheinfall bei Schaffhausen -, zählt zu den schönsten Flussläufen Europas.

Literatur

  • Walter Wolf: Gailingen – Geschichte einer Hochrheingemeinde. Gulde Druck, Tübingen, ISBN 3-921413-93-1



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Informationsportal über Gailingen in Baden-Württemberg - 24.5.2012