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Ganderkesee(Plattdeutsch Gannerseer) ist eine Gemeinde des Landkreises Oldenburg in Niedersachsen im Oldenburger Land, nahe Delmenhorst. GeographieGanderkesee liegt am Nordrand des Naturparkes Wildeshauser Geest. Der nördlichste Teil der Gemeinde liegt im Urstromtal der Weser, ist also flache Marsch. Etwa entlang der Ortsteile Bookholzberg - Rethorn - Stenum - Hoykenkamp verläuft die Abbruchkante des Urstromtals. Südlich davon schließt sich das sandige, etwas höhergelegene und leicht hügelige Gelände der Geest an. Von exponierten Stellen am Rande der Geest ist an klaren Tagen die 20 km entfernte andere Seite des Urstromtals in Bremen-Nord zu erkennen. Die Gemeinde Ganderkesee grenzt im Osten an die kreisfreie Stadt Delmenhorst, im Norden an die Gemeinden Lemwerder und Berne im Landkreis Wesermarsch sowie an die Gemeinde Hude, im Westen an die Gemeinde Hatten und im Süden an die Gemeinden Dötlingen und Harpstedt. Die Bevölkerung der Gemeinde konzentriert sich zum einen auf den Ort Ganderkesee selbst, zum anderen auf einen Streifen entlang der Bahnlinie von Oldenburg nach Bremen mit den Ortsteilen Bookholzberg, Rethorn und Schierbrok. Die Ortsteile Heide und Elmeloh bilden mit den jeweils benachbarten Stadtteilen von Delmenhorst ein Siedlungsgebiet und sind daher ebenfalls dicht bevölkert. Die übrigen Gebiete der Gemeinde sind dünner besiedelt und stärker landwirtschaftlich geprägt. GeschichteIm Jahre 860 nach Chr. wurde Ganderkesee zum ersten Mal urkundlich erwähnt, unter dem Namen „Gandrikesarde”. Namenserklärung für GanderkeseeGanderkesee, 1702 Ganderkese, Gandersehe 1662 Ganderkeserde, 1584 Ganderkesche, 1189 Ganderekeshde, ursprünglich Gandrikesarde 860 = Der Name Ganderkesee wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. Der ursprüngliche Name war Gandrikesarde. Der Name besteht aus drei Namen: 1. Gand für den Ganter, der von alters her als weiser, kluger und mit Zauberkräften ausgestatteter Vogel verehrt wurde. Um einen Anführer eines Trupps auszuzeichnen bzw. zu bezeichnen, wurdem diesem häufig wesensverwandte Tiernamen gegeben. 2. rik = dem Regent, Herrscher (Anführer). 3. arde = erde = Erde, Land (Pflugland, zum Acker bestimmt). Daher könnte Gandrikesarde etwa Land des weisen Anführers bedeuten oder Gandrikes, oder Ganderichs Erde. 1189 wurde aus Gandrikesarde „Ganderekeshde”. In den Landkarten wird Ganderkesee wie folgt bezeichnet: 1584 (Michaelis Karte) „Ganderkesche”, 1662 Joan Blaeu Karten „Gandersehe”, 1702 Münich Karte „Ganderkese”, 1792 Vogteikarte „Ganderkesee”. (GM). Es gibt aber noch zwei weitere Deutungen. (A) so dass in Ganderkesee der vergessene Begriff Harde (Gandrikesarde) vorhanden sein kann. Er bedeutet 1. ein Hundertschaftsverband. 2. ein übergeordnetes Gericht, den Hardething. 3. Bezirk mit Rechtshoheit, Steuer- und Wehrbezirk, Kultort. (B) Der Name Ganderkesee kann auf einen alten Kultort an einer Quelle hinweisen. Der Name könnte sich zusammensetzen aus Gande = Name eines Wasserlaufs, Kes = Quelle und Ede (Ee) = alte Bezeichnung für eine Siedlung, die an einem Wasserlauf gelegen ist. Demnach würde Ganderkesee als „Siedlung an der Quelle der Gande” oder „Gericht an der Quelle der Gande” zu deuten sein. Nun gibt es zwei sehr kleine Bäche am Ort Ganderkesee, die beide als Kleine Beeke bezeichnet werde. Zu dieser Namensdeutung passt dass Bultmann vermutete, dass in den Fundamenten der Ganderkeseer ev. Kirche die Steine eines Großsteingrabs, das sich an der Stelle befand, verbaut wurden. Es gibt viele Beispiele dafür, dass Kirchen auf den Kultstätten der Germanen errichtet wurden. Beim Bau dieser Gotteshäuser wurden die vorherigen „Heiligtümer” vernichtet. Literatur: Georg Müller „Kleine Namenserklärung aus dem Niederdeutschen” 2002 Spitzen der Gemeindeals Kirchspielsvogt1813-1832: Wilh. Bernd Struthoff, Ganderkesee; Bernd Linnemann, Schlutter; Joh. Bernh. Meyer, Bookhorn als Gemeindevorsteher1849-1865: Johann Linnemann, Bookhorn als Bürgermeister (Zweigleisigkeit)1933-1940: Friedrich Struthoff, Ganderkesee als Gemeindedirektor (Zweigleisigkeit)1945-1951: Hermann Schütte, Schierbrok als Bürgermeister/in (Eingleisigkeit)1999-2006: Gerold Sprung, Stenum OrtsteileZur Gemeinde Ganderkesee gehören 25 Ortsteile: Der Kernort Ganderkesee, Almsloh, Bergedorf, Bookholzberg, Bookhorn, Bürstel, Elmeloh, Falkenburg, Grüppenbühren (auch Gruppenbühren geschrieben), Habbrügge, Havekost, Heide, Hengsterholz, Hohenböken, Holzkamp, Hoyerswege, Hoykenkamp, Immer, Neuenlande, Rethorn, Schierbrok, Schlutter, Schönemoor, Steinkimmen und Stenum. BookholzbergNach Ganderkesee ist Bookholzberg der größte Ortsteil der Gemeinde. In Bookholzberg befindet sich die Stedingsehre, eine ehemals nationalsozialistische Pilgerstätte. Heute befindet sich auf dem Gelände das Berufsförderungswerk Weser - Ems. Bookholzberg grenzt an Lemwerder, das durch die Schlacht bei Altenesch traurige Berühmtheit erlangt hat. ElmelohElmeloh ist eine der drei ältesten Bauerschaften der Gemeinde Ganderkesee, wenn der Ort auch auf Grund seiner angrenzenden Lage zuweilen der Stadt Delmenhorst zugerechnet wird. Aufgrund seiner historischen und räumlichen Nähe werden die Ortsteile Elmeloh und Almsloh in vielerlei Hinsicht gemeinsam genannt. Es gibt neben dem jährlichen Osterfeuer des Ortsvereins Elmeloh/Almsloh als weiteres Ereignis die über die Grenzen Elmelohs hinaus bekannte Meutejagd der Pferdepension Kruse. Markanteste Bauwerke sind die Wassermühle und die alte Elmeloher Schule. Die Wassermühle wurde 1445 erstmals erwähnt und war bis 1961 in Betrieb. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Die Schule bestand aus zwei Klassenräumen sowie einer Dienstwohnung für den Lehrer. Sie wurde zum Ende des zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren als zum Teil als Flüchtlingsunterkunft genutzt und als Schule 1970 aufgelöst. Seitdem beherbergt das Gebäude den Spielkreis Elmeloh (Kindergarten). Die Lehrerwohnung wurde 1970 zunächst Privatwohnung, heute bildet sie das Dorfgemeinschaftshaus. Elmeloh ging, wie etwa auch Schlutter und Habbrügge, aus einem Rittergut hervor. Dieses liehen im Mittelalter die Landesherren aus, wofür die Besitzer Heeresfolge leisten mussten. Die Ritter wohnten in der Regel inmitten ihres Grundbesitzes in befestigten Häusern, so genannten Turmhügelburgen, die auf künstlichen, von Wassergräben umgebenen Hügeln errichtet wurden. Seit etwa 1480 wird das Gut Elmeloh von der Ritterfamilie von Mandelsloh bewohnt. 1692 geht es durch Verkauf an den Junker Kurt Veit von Witzleben über. Dieser stirbt 1719. Seitdem ist sein Sohn Adam Lewin von Witzleben "Erbherr von Elmeloh und Hude". Gemeinsam mit seiner Ehefrau stiftete er der Ganderkeseer Kirche einen neuen Altar, welcher noch heute den Abschluss des Chorraums in der Ganderkeseer Kirche bildet. Nach dem Tod Adam Lewin von Witzlebens Tod 1745 wird sein gleichnamiger Neffe bis zu dessen Tod 1766 Erbherr. Seit der Erbauung der Burg Delmenhorst führt der mittelalterliche Postweg nicht mehr über Schlutter und Ganderkesee, sondern über Delmenhorst und damit auch direkt vorbei am Gut Elmeloh. 1821 wird dieser als "Postdamm" auch zwischen Falkenburg und Delmenhorst mit Sand befestigt. Von 1827 bis 1829 wird der Postweg von Sandersfeld bis Elmeloh gepflastert. 1830 ist die gesamte Straße zwischen Oldenburg und Bremen fertig gestellt. 1898 wird die Eisenbahnstrecke zwischen Delmenhorst und Osnabrück eröffnet, die auch über Elmeloh führt. Der seinerzeitige Bahnhof Dwoberg liegt bereits auf Delmenhorster Stadtgebiet, grenzt aber unmittelbar an die Ortschaft Elmeloh und wird als privates Wohnhaus genutzt. GanderkeseeDas fast 1150 Jahre alte Ganderkesee ist der Hauptort der Gemeinde, mit heute 9487 Einwohnern (Stand 01. November 2006) und einer Flächengröße von rund 500 Hektar. Ganderkesee ist eingerahmt von Wäldern, Wallhecken, Schlatts und Binnendünen. Durch den Ort fließen drei Bäche, die kleine Dummbäke, die Dummbäke und die kleine Bäke. Von den Grundschulen bis zum Gymnasium sind sämtliche Schulformen vorhanden. Kindertagestätten. Volkshochschule, Kulturstätten, Frei- und Hallenbad sowie vielfältige Sportanlagen runden das Bild ab. Unterschiedliche Industrie- und Handelsunternehmen sowie Handwerksbetriebe sind am Ort vorhanden. Zahlreiche Geschäfte decken den täglichen Bedarf der Bevölkerung gut ab. Der Ort Ganderkesee hat ein lebhaftes Vereins- und Kulturleben (siehe unter „Ganderkesee.de” nach). Die Landwirtschaft spielt im Ort nur noch eine untergeordnete Rolle. Viele Landwirtschaftliche Unternehmen haben aufgegeben oder sind außerhalb des Ortes angesiedelt worden. Ganderkesee kann als besondere Sehenswürdigkeit die rund 1000 Jahre alte Gaukirche, mit der 1699 erbauten Arp-Schnittger Orgel, aufweisen. Das moderne, in der Mitte des Ortes gelegene, erst 1995/96 erbaute Rathaus ist einer der zentralen Punkte im Ort. Ganderkesee ist durch ein gut ausgebautes Verkehrsnetz an das Umland angeschlossen. RethornErstmals erwähnt wurde ein gewisses Rethorné etwas vor 1000 Jahren. Es wurde von Franzosen gegründet und beeinhaltet Heute etwa 1200 Einwohner. Es ist sogar ein eigener Wahlkreis, gewählt wird im Jugenzentrum "Treff". Einzige Sehenswürdigkeiten sind der "Kamener See" ,ein ehemaliger Tonstich und die Kuhrasse "Oldenburger Vieh". StenumStenum ist eine Bauerschaft der Gemeinde mit 1093 Einwohnern (Stand: Oktober 2000). Die Nachbarorte sind Schierbrok, Rethorn, Elmeloh und Bookholzberg. Stenum liegt am Stenumer Holz, ein Wald der eigentlich zu Rethorn gehört, am Rande der Wildeshauser Geest. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1275. Der Ort ist bekannt für sein Großsteingrab (Hünengrab), das vermutlich namensgebend für den Ort war (Sten-um = Stein-Heim). In Stenum ist eine Fachklinik für Orthopädie ansässig, Chefarzt ist Dr. Hans-Georg Zechel. Der VfL Stenum (Verein für Leibesübungen Stenum) ist der lokale Sportverein. In der kalten Jahreszeit pilgern viele Menschen zu den beiden Ausflugsrestaurants Backenköhler und Lüschens Bauerndiele. Die lokale Spezialität ist das Oldenburger Grünkohlessen Kohl und Pinkel. LiteraturKurt Müsegardes, "Stenum, Rethorn, Schierbrok", Delmenhorst 1990, ISBN 3-920794-37-0 VerkehrGanderkesee gehört zum Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN). Im Ortskern liegt der Bahnhof Ganderkesee, an dem regelmäßig die Züge der Nordwestbahn auf der Strecke Delmenhorst – Vechta – Bramsche – Osnabrück (Kursbuchstrecke 394, so genannte Hasenbahn) halten. In den Ortsteilen Bookholzberg, Schierbrok und Hoykenkamp gibt es gleichnamige Haltepunkte, an denen ebenfalls regelmäßig die Regionalbahnen Oldenburg (Oldb) – Bremen der DB Regio halten (Kursbuchstrecke 390). Darüber hinaus gibt es einige Buslinien der Weser-Ems Busverkehr GmbH für den Orts- und Nachbarortverkehr. Mit zwei eigenen Anschlussstellen – Ganderkesee West und Ganderkesee Ost – ist die Gemeinde direkt an die Bundesautobahn 28 angebunden - auch die Anschlussstelle Hude liegt genaugenommen teilweise auf dem Gemeindegebiet. In Ganderkesee/Bookholzberg beginnt die Bundesstraße 212 nach Nordenham, die Bundesstraße 213 führt südlich durch die Gemeinde. Ganderkesee verfügt über den Flugplatz Ganderkesee Atlas Airfield EDWQ. Hier ist die Firma AAS Atlas Air Service angesiedelt, sowie der Luftsportverein Ganderkesee, eine Fallschirmspringerschule, ein Hotel mit Restaurant, sowie weitere Firmen. Aufgrund der existierenden Nachtfluggenehmigung und der schnellen Verkehrsanbindung ist der Flughafen Ganderkesee beliebt bei Prominenten, die in Bremen wohnen oder auftreten. PolitikSeit 15. Juli 1986 ist Ganderkesee eine Selbständige Gemeinde im Sinne der Niedersächsischen Gemeindeordnung. Damit übernimmt die Gemeinde teilweise Aufgaben des Landkreises. RatDer Rat der Gemeinde Ganderkesee setzt sich wie folgt zusammen:
WappenDas Wappen der Gemeinde Ganderkesee zeigt einen silbernen sich umschauenden und im Flug niederlassenden Ganter, darunter einen silbernen Mauerstein auf einem Schildgrund, der von Blau, einem goldenen Balken und Rot getrennt ist. PartnerstädteChateau-du-Loir / Frankreich Thorn / Polen Persönlichkeiten
Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerkeIm Kernortsteil von Ganderkesee befindet sich die Gaukirche St. Cyprian u. Cornelius mit einer 1699 von Arp Schnitger erbauten Orgel. Diese Orgel wurde in den Jahren 2004/2005 aufwendig restauriert. Im Ortsteil Bookholzberg befindet sich die Stedingsehre, eine durch die Nationalsozialisten errichtete Freiluftbühne. In verschiedenen Ortsteilen (z.B. in Rethorn) gibt es Überreste von Grab- oder Kultstätten aus der Jungsteinzeit. Westlich des Kernortes befindet sich ein kleiner Flugplatz mit befestigter Start- und Landebahn, der auch von Falmschirmspringern, Ultraleichtflugzeugen und zum Start von Heißluftballonen genutzt wird. Sender SteinkimmenIn der Nähe von Steinkimmen betreibt der NDR seit 1956 eine Sendeanlage für UKW und TV (seit Beginn 2005 auch DVB-T). Als Antennenträger kommt ein 298 m hoher abgespannter Stahlrohrmast zum Einsatz, der zum Zeitpunkt seiner Errichtung das höchste Bauwerk in Deutschland war (53° 2' 36" N, 8° 27' 31" O). Fast am Fuße des Sendemastes befindet sich ein Ausflugslokal, das wegen des zum Lokal gehörenden Spielplatzes im Sommer besonders bei Familien mit Kindern beliebt ist. Von Steinkimmen werden folgende Programme übertragen:
Andere BauwerkeIn den Ortsteilen Hengsterholz und Gruppenbühren wurden Windparks errichtet. Fasching um den RingBereits vor dem 2. Weltkrieg fanden in Ganderkesee, Landkreis Oldenburg, mehrere Faschingsmaskeraden statt. Erst im Jahre 1951 fing die heutige Großveranstaltung an zu wachsen. Federführend war hier u.a. Herbert Witte. 1951 veranstalteten der Schützen- und der Turn- und Sportverein Ganderkesee eine erste gemeinsame Maskerade, nachmittags fand ein kleiner Festumzug statt um für die Abendveranstaltung zu werben. Nach dem ersten Jahr beschließen fünf weitere Vereine die Veranstaltung auf eine breitere Basis zu stellen. Heute sind nunmehr 13 Vereine der GGV, der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine, angeschlossen. An den zwei Wochenenden vor Rosenmontag finden die Büttenabende statt. Pro Abend werden fast 900 Besucher, insgesamt an allen vier Abenden zusammen 3.600 Besucher, das Büttenabendprogramm verfolgen. Dazu gehören Büttenreden, Gardetänze, Sketche aber auch Livemusik, dargeboten von über 100 Aktiven. Die Ganderkeseer Büttenabende sind im Bereich des Bund deutscher Karneval die Einzigen, in denen alle Darbietungen mit Livemusik einer Bigband durchgeführt werden. Am Wochenende vor Rosenmontag findet der Faschingsumzug des Fasching um den Ring statt. Heuzutage ziehen dabei mehr als 130 Festwagen, Fußgruppen und Musikzüge auf einer mittlerweile klassisch-historischen Wegstrecke durch Ganderkesee. Die Teilnehmerzahl liegt bei weit über 3.500 Menschen. Bei gutem Wetter werden Besucherzahlen bis 70.000 Menschen erreicht. Im Gegensatz zum Kölner Karneval existiert in Ganderkesee kein klassischer Elferrat sondern ein mehrköpfiger Festausschuss bestehend aus Mitgliedern der der GGV angehörigen Vereine. Kopf dieses Gremiums ist der Präsident. Das Prinzenpaar besteht in der klassischen Art aus Prinz sowie Prinzessin. Unterstütz werden diese durch vier Ehrendamen, ebenfalls in geheimer Wahl bestimmt und nur ein Jahr lang amtierend. Ende und Beginn der Session ist der 11.11. eines jeden Jahres. Der Narrenruf des Ganderkeseer Faschings ist GANDERKESEE hinein - HE geit. Landschaft, und LandschaftsbestandteileDie Gemeinde Ganderkesee ist landschaftlich noch gut gegliedert. Es sind von extrem trocken bis nass die unterschiedlichsten Lagen vorhanden. Die Landschaft ist durch viele reizvolle bis verbaute Bachtäler geprägt: wie die beiden Hauptbäche Welse und Delme, gefolgt von den kleinen Bächen wie z.B. Dummbäke, Kleine Dummbäke, Kleine Bäke und Brookbäke. Wald und ausgedehnte baumbestandene Binnendünengebiete, Moore (Nieder- und Hochmoore) Äcker, Weiden, Schlatts, Bäche und Wallhecken gliedern diese reizvolle Landschaft. Restbestände von der ehemaligen großflächigen Heidelandschaft sind nur noch rudimentär (vereinzelt) vorhanden. Der Ganderkeseer Heimatforscher,Autor und Landschaftskartierer Georg Müller zeigt immer wieder in seinen kritischen Veröffentlichungen auf, dass in den letzten einhundert Jahren ein dramatischer Landschaftswandel in der Gemeinde Ganderkesee stattgefunden hat bzw. noch heute stattfindet. Viele Landschaftsbestandteile sind bereits zerstört, der Artenschwund an Tieren, Pflanzen und Pilzen ist dramatisch. ErholungDie Landschaft der Gemeinde Ganderkesee ist wegen ihrer Vielfalt für ihre Bewohner und den Erholungssuchenden sehr reizvoll und von sehr großem Erholungswert. Wallhecke, Oever, Oewer, Knick, GrabenWallhecken sind mehr als tausend Jahre alt und sind in der Regel von Gehölzen bewachsene breite, gerade oder ungleichmäßig verlaufende Geländestreifen, die meistens künstlich erbaute Erd-, Stein- oder Torfwälle aufweisen und Grenzen anzeigen. Die Höhe und Breite ist unterschiedlich, im Durchschnitt ist der Wall einer Wallhecke in der gemeinde Ganderkesee ca. 1,0-1,3 m hoch, hat eine Kronenbreite von ca. 1m und eine Fußbreite von ca. 2 - 2,5 m. Je nach Mundarten werden die Wallhecken unterschiedlich bezeichnet: Knick, Hecke, Graben, Över. Sie sind prägend für unsere Kulturlandschaft und dem Lebensraum komplexer Lebensgemeinschaften. Für den Erhalt vieler Tier- und Pflanzenarten, deren letzten Rückzugsgebiete sie häufig sind, haben sie heute eine besondere und herausragende Rolle und sind gesetzlich geschützt. Sie haben heute, neben der Grenzmarkierungs- und Einfriedigungsfunktion große Bedeutung für den Immissions- und Erosionsschutz sowie für die Erholung der Menschen (siehe auch Seite 102 u. 103). In der Gemeinde Ganderkesee hatten wir 1842 1372 km und heute rund 280 km Wallhecken. In den letzten 160 Jahren sind rund 1100 km trotz gesetzlichen Schutzes verschwunden. Die noch vorhandenen Wallhecken sind zu 80% geschädigt oder schwergeschädigt. Nur noch 9 % der heute noch vorhandenen Wallhecken befinden sich in einem guten – sehr guten Zustand. Der Artenrückgang bei degradierten Wallhecken beträgt z.B. bei Pilzen 96%. Die Gemeinde Ganderkesee hat in den letzten 10 Jahren etwa 10 km Wallhecken neu angelegt, im gleichen Zeitraum sind fast ebenso viele verschwunden. Schlatt, SlatIst ein stehendes natürliches Gewässer wie ein Meer, Pohl, Diek, Kuhle, Lake. Ein Schlatt ist ein Oberflächengewässer, das keine Verbindung mit dem Grundwasser hat und ausschließlich durch Oberflächenwasser gespeist wird, dadurch sehr nährstoffarm ist und zeitweilig trocken fallen kann. Ein Schlatt ist im weitesten Sinne auch ein Tümpel in der Heide, der nur teilweise oder gar nicht verlandet ist. Schlatt ist die hochdeutsche Form des niederdeutschen Slat = moorige Vertiefung (in der Heide). Schlatts sind auch kleine Moore, die in wassergefüllten Windausblasungen entstanden sind. Toteislöcher, Auswehungen, denen eine Verdichtung des Bodens folgte (Ortsteinbildung). Schlatts sind fast ausschließlich auf der Geest / dem Geestrücken vorzufinden und wurden etwa seit dem 13. Jahrhundert vielfach ausgetorft. Häufig werden in (historischen) Landkarten diese Gewässer als Meer, Pohl, Kuhle, Lake, Röthe, Tümpel, Heidetümpel, Schlatt oder Slat usw. bezeichnet. Ein Schlatt ist kein künstliches Gewässer wie z.B. ein Teich. Ganderkesee hatte einmal 172 Schlatts davon sind 65 nicht mehr vorhanden (Stand 1995). Die noch vorhandenen Schlatts sind zum Teil schwergeschädigt, nur noch 5 sind in einem sehr guten Zustand. Fauna, Flora und FungaDie Fauna (Tierwelt), Flora (Pflanzenwelt) und Funga (Pilzwelt) sind aufgrund der unterschiedlich gegliederten Landschaft in der Gemeinde Ganderkesee nur noch vereinzelt artenreich. Ein großer Artenschwund bei Fauna, Flora und Funga ist auch in der Gemeinde Ganderkesee nicht zu übersehen. Je nach Zustand des Lebensraums der jeweiligen Art kann der Artenschwund 70% mehr oder weniger betragen. Gerade in den letzten 40 Jahren sind hohe Verlusten zu verzeichnen. Woran liegt es? Es liegt z.B. an großflächigen Landschaftsveränderungen, Flächennutzungsumwandlungen, großflächige Biotopzerstörungen von Wallhecken, Schlatts, Feuchtwiesen, Mooren, naturnahen Wegeseitenrändern, intensiver Wald- und Landbewirtschaftung, Forst- und Grün- und Ackerlandüberdüngung (Mist, Gülle, Kunstdünger), an unbedachtem (verordnetem) Kalken der Wälder, ausufernder Besiedlung, Luftschadstoffeinbringungen, Entwässerungen, Drainage, übertriebenem Wald- und Feldwegeausbau. Großsteingräber = Hünengräber = TotengräberTotengräber. Die Großsteingräber, auch Megalithgräber genannt (Megalith = großer Stein), wurden etwa zwischen 3400-3000 v.Chr. in der Gemeinde Ganderkesee erbaut und bis etwa 2800 v.Chr. als Begräbnisstätte benutzt. Ab 2800 - 1500 v.Chr. wurde die Körperbestattung in Hügeln durchgeführt. Nach etwa 1500 v.Chr. begann die Brandbestattung in Urnen, ständig ab etwa 1300 v. Chr. bis 400 n.Chr.. Diese Urnen wurden dann auch in Hügeln beigesetzt. Im heutigen Ortsbereich von Ganderkesee hat es mindestens 4 Grabstellen gegeben, jeweils einen Grabhügel (Hexenberg) auf dem alten Stadion, der dort bei dessen Erbauung des Sportplatzes 1925/26 zerstört wurde und auf dem noch nicht bebauten Grundstück zwischen Birkenallee und Memelstraße. Ebenfalls gab es je ein Steingrab dort, wo heute der Bahnhof steht und auf dem alten Friedhof bei der Kirche. Heute sind nur noch wenige Grabhügel in der unmittelbaren Nähe des Ortes vorhanden, so z.B. in den Rieden / Ende der Straße Bei den Imhöfen rechts, Heideweg nähe Machandelweg und beim Flugplatz die unter Obhut des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee stehenden zwei Hügelgräber. Dort hat es einst ein Hügelgräberfeld von mindestens 24 Grabhügeln gegeben. Sie fielen zum Teil 1968 dem Flugplatzbau zum Opfer. Daneben gab es, zum Teil noch vorhanden, in der Gemeinde noch weitere Stein- oder Hügelgrabstellen, z.B. bei Steinkimmen, beim Kullerkamp (bei Falkenburg), bei Bürstel, bei Neuholzkamp, in der Nähe der Holzkamper Wiesen, bei Almsloh, bei Stenum, Schierbrok, Hoykenkamp, Kleine Mittelhoop und bei Ahrensberg. Die Örtlichkeit von etwa 170 Grabstellen, darunter mindestens 17 (19) Großsteingräber ist bekannt. In verschiedenen Schriften werden über 200 Grabstellen in und um Ganderkesee erwähnt. Nach Muhle soll die ganze Anlage, insbesondere die mit den vielen Großsteingräbern, ein großer „Volksversammlungsort” und „Heiligthum” gewesen sein (Wodans Gräber). An den Gräbern wurde häufig Gericht gehalten. Ganderkesee lag in der Mitte des damaligen „Largaues” (Bezirk) und war damals ein wichtiger und zentraler Ort. Landwehr, LandwehrenLandwehren waren mittelalterliche Grenzsicherungsanlagen. Sie dienten dem Grafen von Delmenhorst, seine Besitztümer vor feindlichen Angriffen zu schützen. Die im 14. bis 15. Jahrhundert angelegte Ganderkeseer Landwehr erstreckte sich von Landwehr bis nach Nuttel. Die Landwehr bestand aus mehreren Erdwällen, die eine Wallbreite von bis zu 10 m und eine Höhe von bis zu 6 m hatte. Vor den Wällen verlief ein Spitzgraben, der etwa eine Tiefe von 1m und eine Breite von 1,5 m hatte. Auf den Wällen waren Palisaden oder / und dornenbewehrte Holzgeflechte. Feindliche Angreifer umgingen lieber solche Wehranlagen, weil die Verluste bei der Erstürmung zu groß waren. Heute sind von der Landwehr nur noch Reststücke zu sehen. Die Gemeinde Ganderkesee hat bis heute, trotz seit 1989 bestehenden Bemühungen des Ganderkeseer Heimatforschers Georg Müller, nichts unternommen die Landwehr wenigstens in Teilen wiederherzustellen obwohl die Archäologische Denkmalspflege die Bemühungen unterstützte. LiteraturGeorg Müller „Eine Landschaft im Wandel” 2003 / Georg Müller „Kleine Namenserklärung aus dem Niederdeutschen” 2002 / Georg Müller „Wallhecken, Entstehung-Pflege-Neuanlage am Beispiel der Gemeinde Ganderkesee” 1989 SonstigesIn den Medien wurde Ganderkesee bekannt, weil die Gemeinde bei Google Earth als grauer Fleck dargestellt wird. Dieses ist auf einen Kamerafehler bei der Überfliegung zurückzuführen. Hierzu gab es die abenteuerlichsten Mutmaßungen in den Medien. Siehe auch Bericht bei Spiegel-online. Im Dezember 2005 wurden amerikanische Flugbewegungen über Deutschland analysiert. Aufgrund der Analyse entstand das Gerücht, dass vier Flugzeuge der CIA auf dem Ganderkesee Atlas Airfield starteten und landeten. Tatsächlich handelte es sich um ein Missverständnis, da sich die vier amerikanischen Maschinen zu Wartungszwecken in der dort ansässigen Werft befanden. Literatur
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