Garching in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Koordinaten: 48° 7′ N, 12° 35′ O
Höhe: 459 m ü. NN
Fläche: 25,87 km²
Einwohner: 8694
Bevölkerungsdichte: 336 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84518
Vorwahl: 08634
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 117
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
84518 Garching/Alz
Webpräsenz: www.garching-alz.de
Erster Bürgermeister: Wolfgang Reichenwallner (FW)
Lage der Gemeinde Garching an der Alz im Landkreis Altötting

Garching an der Alz (amtlich: Garching a.d.Alz) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting.

Geografie

Die Gemeinde liegt im landschaftlich reizvollen Alztal, 30 km nördlich des Chiemsees und 20 km nördlich des Waginger Sees an der Bundesstraße 299. Der Fluss der der Gemeinde den Namenszusatz "Alz" verleiht, ist der Abfluss des Chiemsees (oft auch als das bayerische Meer bezeichnet).

Geschichte

Streu- und Siedlungsfunde der Jungsteinzeit belegen den Beginn einer nahezu kontinuierlichen Besiedlung des Gebietes an der mittleren Alz seit fast 5000 Jahren. Die älteste Grablege im Gemeindegebiet, ein sog. [Hockergrab], stammt aus der Zeit der Glockenbecherkultur, ca. 2300 v. Chr.. Das Alztal lag günstig für die Nord-Süd-Handelswege: Salz und Kupfer aus dem Alpenraum, Getreide und Eisen aus Niederbayern und dem Donauraum. Mehrere Funde auf der Mittelterrasse des Alztales, beispielsweise Hügelgräberfelder 1600-1200 v. Chr., die Prunkbestattung eines Stammesführers als Wagengrab in Hart/Alz, das von circa 1250 v. Chr. stammt, Nekropolen der Urnenfelderkultur 1200 - 800 v. Chr. Hügelgräber aus der Zeit um 500 v. Chr., zeigen, dass das Gebiet in der Bronze- und Eisenzeit dichter besiedelt wurde. Eine kleine Ortschaft mit Gräberfeld (ca. 140 Gräber, Grabung 1972/73) bestand in der Bayuwarenzeit. Dieser Ort, der 747/9 an Salzburg geschenkt wurde, ist etwa 798 n. Chr. im Salzburger Güterverzeichnis "Breves Notitiae" als Gouvrichingen erstmals urkundlich erwähnt. Die Vor- und Frühgeschichte um Garching an der Alz wird in der ortsgeschichtlichen Sammlung "Museum am Rathaus" modern präsentiert.

Die Urbarmachung des wasserarmen Landes auf den Hochufern der Alz erfolgte im Laufe des 10. Jahrhunderts. Westlich der Alz haben neben den Salzburgern auch die herzoglichen Urbarsbauern einen größeren Anteil. Östlich der Alz findet sich klösterlicher Streubesitz, allen voran das Zisterzienserkloster Raitenhaslach, auch Baumburg und Ranshofen.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstand die Burg, das spätere Schloß Wald, mit dem Gebiet der Walder Herrschaft, das auch neben dem jenseits der Alz gelegenen Ort Garching, die heutigen Gemeinden Feichten, Kirchweidach, Halsbach und Teile von Burgkirchen umfasste. Es markierte einen Salzburger Grenzposten zu Bayern. Nach den [Erhartinger Verträgen] und dem Aussterben der Herren von Wald zu Beginn des 14.Jahrhunderts wird Garching mit dem Herrschaftsgebiet Wald bayrisch. Seit 1508 residierten die Herren von der Leiter, die oberitalienischen "della Scala" , auf Schloß Wald. Zwischen 1602 und 1736 war die Herrschaft im Besitz der Grafen von Wartenberg. Herzog Ferdinand von Bayern, der Onkel des späteren [[[Kurfürst Maximilian I.]]], hatte die junge und überaus hübsche Maria Pettenbeck, Rentschreibertochter aus Haag, geehelicht. Die aus dieser Seitenline entsprossenen "Halb-"Wittelsbacher wären als (titl.) Grafen von Wartenberg (bei Erding. Sitz der Wittelsbacher zum Zeitpunkt der Belehnung mit er bayerischen Herzogswürde 1180) nach dem Aussterben der altbayerischen Linie - noch vor den Pfälzern und Zweibrückern - erbberechtigt gewesen. Leider erstickte 1730 der junge Graf von Wartenberg in der [Ettaler Ritterakademie] schichsalshaft an einem Pfirsichkern. Die Herrschaft Wald wurde daraufhin Kabinettsherrschaft und vom Kurfürsten an verschiedene Adelige, darunter auch die Fugger, verliehen. Die eigenständige Verwaltung der Herrschaft Wald, zeitweise sogar mit Hochgericht, bestand bis 1803. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Josef Keller Schullehrer in Wald. Keller war Klosterorganist in Seeon gewesen, als der junge Mozart erstmals bei einer Durchreise nach München die dortige Klosterorgel spielte. Als Wegbereiter des volkstümlichen Zitherspiels ist der legendäre Sänger und Zithervirtuose, Musikalienhändler und Musiklehrer Josef Wasserburger (1788 - 1857), der Wirtsepperl z'Garching zu nennen. Ein Volkslied gleichnamigen Titels hält die Erinnerung an ihn wach, auch wenn manche Liedstrophe keine biographischen Züge erkennen lässt. 1905 wurde die Gemeinde Garching von 762 Personen bewohnt. Der Bau der Bahnstrecke Mühldorf am Inn - Freilassing, sog. Bayerische Tauernbahn 1908, ließ als Alzüberquerung eine der größten Brücken in Senkbrunnentechnik des damaligen Deutschen Kaiserreiches entstehen. Durch den Bau eines Werkes der Bayerischen Kraftwerke AG, später Süddeutschen Kalkstickstoffwerke (SKW) nahm die Bevölkerung rasch zu. Eine Werkssiedlung entstand 1923/24 als Mustersiedlung einer Gartenstadt nach den Plänen des Architekten Otto Rudolf Salvisberg (1882-1940). Im Zweiten Weltkrieg wurde am 19. März 1945 der Bahnhof Garchings bombardiert. Die amerikanischen Bomberverbände sollten Mühldorf am Inn bombardieren. Aufgrund eines Identifizierungsfehlers wurden über 100 Bomben mit je 250kg TNT abgeworfen. Zu Kriegsende und der Nachkriegszeit kamen viele Heimatvertriebene nach Garching. Die Eingemeindung des Nachbarortes Wald an der Alz erfolgte 1978.

Baudenkmäler: siehe Homepage des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege


Literatur: Demmel Fritz: Geschichte und G'schichten aus der Gemeinde Garching an der Alz, Altötting 1999

Ortsteile

Die Gemeinde besteht aus mehreren Ortsteilen: Garching, Hart a.d.Alz, Hartfeld, Wald a.d. Alz und Mauerberg.

Städtepartnerschaften

  • seit 2003: Laa an der Thaya, Niederösterreich, Österreich
  • seit 2004: Collesalvetti, Toskana, Italien



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Informationsportal über Garching in Bayern - 24.5.2012