Gartow in Niedersachsen


Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüchow-Dannenberg
Samtgemeinde: Gartow
Koordinaten: 53° 1′ N, 11° 27′ O
Höhe: 17 m ü. NN
Fläche: 28,28 km²
Einwohner: 1414
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29471
Vorwahl: 05846
Kfz-Kennzeichen: DAN
Gemeindeschlüssel: 03 3 54 005
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Springstr. 14
29471 Gartow
Webpräsenz: www.gartow.de
Bürgermeister: Hans-Udo Maury (CDU)

Gartow ist ein Flecken im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen und gleichzeitig Sitz der Samtgemeinde Gartow. Die Gemeinde ist außerdem Luftkurort.

Es besteht auch ein gleichnamiges gemeindefreies Gebiet nahe der Gemeinde Gartow.

Geografie

Gemeindegliederung

Die Gemeinde setzt sich aus drei Ortsteilen zusammen:

  1. Gartow
  2. Laasche
  3. Nienwalde

Die Samtgemeinde Gratow setzt sich aus folgenden Gliedgemeinden zusammen:

  1. Gartow (> Laasche, Nienwalde)
  2. Gorleben (> Meetschow)
  3. Gemeinde Höhbeck(> Vietze, Restorf, Brünkendorf, Pevestorf)
  4. Gemeinde Schnackenburg (> Kapern, Gummern, Holtorf)
  5. Gemeinde Prezelle (> Lomitz, Prezelle, Lanze)

Geschichte

Schon in der jüngeren Steinzeit (4000-2000 v. Chr.) haben Menschen im Gartower Raum gesiedelt, worauf aufgefundene Steinbeile und Steinäxte hinweisen. Weitere Funde aus der Bronzezeit und Eisenzeit belegen eine über Jahrtausende andauernde Siedlungstätigkeit.

Um 800 geriet das Gartower Gebiet in kriegerische Auseinandersetzung zwischen Franken, Slawen und Sachsen und wurde dann vom Frankenkaiser "Karl der Große" unterworfen.

Im frühen Mittelalter wohnten hier Deutsche und aus dem Osten zugewanderte Wenden friedlich miteinander.

Obwohl die Stadt Schnackenburg als Zollstätte eine größere Bedeutung als Gartow erlangte, so befand sich vermutlich schon seit 1225 in Gartow eine "Sperrburg" gegen slawische Bestrebungen, hier Einfluss zu nehmen. In diesem Jahr wurde auch erstmals urkundlich ein Conrad von Gartow erwähnt.

Die Herren von Gartow waren mit etlichen Besitzungen begütert, die im engeren und weiteren Umkreis von Gartow lagen. Die ehemalige Burg Gartow bestand aus Vor- und Hauptburg und war mit einem Wassergraben umgeben.

Damals lag Gartow mit mehreren umliegenden Orten im Einflussbereich der Markgrafschaft Brandenburg. Auch das Fürstentum Lüneburg erhob Anspruch auf dieses Gebiet; doch keine der beiden Lehnsmächte konnte verhindern, dass es im Jahre 1360 an den Johanniterorden verkauft wurde. Als der Orden 1483 Gartow an die Dannenberger Ritter v. Bülow verkaufte, machte Brandenburg erneut Ansprüche geltend. Mehr als ein Jahrhundert lang gelang es den v. Bülows, die einander widerstreitenden Lehnsinteressen des welfischen und askanischen Fürstenhauses zu ihren eigenen Gunsten zu nutzen und durch geschickte Kauf- und Pfandpolitik ihr Besitztum abzurunden. Aber auf Dauer konnten sie es nicht halten.

Andreas Gottlieb v. Bernstorff kaufte 1694 den stark verfallenen und vernachlässigten Bülowschen Besitz, nachdem er als Minister des Braunschweigisch-Lüneburgischen Fürsten den ehemaligen Verzicht des Hauses Brandenburg auf jegliche Ansprüche durchgesetzt hatte. Er führte den Ort Gartow zu wirtschaftlicher Blüte und damit den ganzen umgebenden ländlichen Raum, der sich zunehmend mehr nach Gartow orientierte.

1721 und 1764 wurde Gartow von Großbränden heimgesucht. Nach dem ersten Großbrand 1721 wird Gartow völlig umgestaltet. 1724 wird die St. Georg Kirche im Barockstil gebaut, 1710 bis 1727 das Gartower Schloss neu aufgebaut.

Verwaltungspolitisch konnte v. Bernstorff 1720 die Schaffung eines so genannten "Geschlossenen Adeligen Gerichts Gartow" erreichen. Die Verwaltung und Rechtsprechung über Gartow und 24 Dörfer erfolgte von Gartow aus, wo die Familie v. Bernstorff den Landesgesetzen gemäß aller Verwaltungsaufgaben erledigen ließ. Zuvor wurden die Dörfer Holtorf, Kapern und Gummern an das Kurfürstentum Hannover abgetreten und der Verwaltung des "Geschlossenen Gerichts Gartow" unterstellt.

Im Gefolge von politischen Entscheidungen wurde 1850 die Trennung von Verwaltung und Justiz vorgenommen und gleichzeitig eine neue Amtsordnung verkündet, wonach alle bisherigen Adeligen Gerichte aufgelöst werden mussten, also auch das von Gartow. Am 15. Juli 1850 wurde nun ein neues Amt Gartow gegründet. Das ehemalige Amt Schnackenburg hatte aufgehört zu existieren.

Mit dieser Veränderung verschlechterten sich die Einflussmöglichkeiten der Familie Bernstorff erheblich. Hinzu kam noch die seit 1831 gesetzlich betriebene Loslösung von Verpflichtungen gegenüber dem Haus Gartow. Als Einnahmequelle verblieben nur die eigenen Land- und Forstwirtschaft

Das Amt Gartow ist im Zuge weitere Verwaltungsformen 1872 in das Amt Lüchow, welches später in Kreis Lüchow umbenannt wurde, integriert worden und bestand nun endgültig nicht mehr.

Von 1945 bis 1989 ist der Raum Gartow „Zonenrandbezirk”.

Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform 1972 wurde die Samtgemeinde Gartow mit Sitz in Gartow gebildet.

1975 beginnen die ersten Baumaßnahmen des Gartower Sees. Heute beträgt die Fläche der Samtgemeinde Gartow 184,76 km², welche von ca. 4100 Einwohnern bevölkert wird. Pro Jahr werden in der Samtgemeinde Gartow ca. 175.000 Übernachtungen registriert, was einer Menschenmenge im Bereich der zwölffachen Einwohnerzahl entspricht.

Politik

Gemeinderat

Dem Rat der Gemeinde gehören elf Mitlglieder an, die sich seit der Kommunalwahl 2006 auf folgende Parteien und Wählervereinigungen verteilen:

  • CDU - 6 Sitze
  • SPD - 3 Sitze
  • Unabhängige Wählergemeinschaft / UWG - 2 Sitze

Bürgermeister

Bürgermeister des Fleckens Gartow ist seit dem 16.November 2006 Hans-Udo Maury (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Von außergewöhnlicher Bedeutung ist die Orgel in der St.-Georg-Kirche, gebaut 1740 von Johann Matthias Hagelstein. Hagelstein hat in Gartow sein einziges Instrument erbaut. Die Orgel ist im Originalzustand erhalten und hat einen sehr eigentümlichen Klang.

Seit der Bauzeit wurden verschiedentlich Reparaturen zum Erhalt der Orgel, aber auch den Charakter des Werkes verändernde Eingriffe vorgenommen. Letztere konnten aufgrund der im gräflichen und kirchlichen Archiv nahezu lückenlos nachweisbaren Arbeiten anlässlich der Restaurierung durch Fa. Hillebrand im Jahre 1991 weitestgehend auf einen belegbaren Ursprungszustand zurückgeführt werden.

Durch die prachtvolle Wiederherstellung der Hagelstein–Orgel haben die Gartower Kirchengemeinde und ihre Besucher einen Schatz wiedererhalten und auch die gesamte Orgellandschaft im Hannoverschen Wendland hat beträchtlich gewonnen.

Bauwerke

In der Gemeinde Gartow befindet sich die Rundfunk- und Richtfunkübertragungsstelle "Sender Gartow", die auch als Funkübertragungsstelle Höhbeck bezeichnet wird. Diese Anlage verfügt über zwei Antennenträger von 327 m und 344 m Höhe.




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Informationsportal über Gartow in Niedersachsen - 24.5.2012