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Gemmingen ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg. GeografieGeografische LageGemmingen liegt im Kraichgau im Westen des Landkreises Heilbronn. NachbargemeindenNachbarstädte und -gemeinden Gemmingens sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Eppingen, Kirchardt, Massenbachhausen und Schwaigern (alle Landkreis Heilbronn). Mit Eppingen und Ittlingen ist Gemmingen eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen. GemeindegliederungSeit dem 1. Januar 1974 gehört die zuvor eigenständige Gemeinde Stebbach als Ortsteil zur Gemeinde, nachdem der jeweils unabhängige Fortbestand beider Gemeinden durch Beschlüsse der Landesregierung zur Gemeindereform Anfang der 1970er-Jahre stark gefährdet war. Die Eingemeindung wurde mit großer Mehrheit beschlossen. Die Gemeinde Gemmingen hat 5.040 Einwohner, von denen 3.544 im Ortsteil Gemmingen und 1.496 im Ortsteil Stebbach leben. GeschichteErstmals erwähnt wurde Gemmingen (frühere Namen: Gemminchheim, Gemmininchheim oder Gemyngen) in einer Urkunde des Klosters Lorsch im Jahre 769 n. Chr. Es wird vermutet, dass der Ort auf eine römische Siedlung zurückgeht, die im 3. Jahrhundert von Alamannen in Besitz genommen wurde. Die Wüstung Zimmern[1] und der heute zu Gemmingen gehörende Ort Stebbach gehen auf die jüngere Merowingerzeit zurück. Sie gehörten damals zum Gartachgau. 1235 wird erstmals die Familie von Gemmingen erwähnt, die den Ort und später zahlreiche umliegende Orte und Ländereien besaßen. Ab dem 15. Jahrhundert gehörte Gemmingen als reichsritterschaftlicher Ort zum Ritterkanton Kraichgau. 1497 erlangten die Herren von Gemmingen die Hochgerichtsbarkeit. Sie führten die Reformation durch und siedelten nach dem für den Ort verheerenden Dreißigjährigen Krieg nach 1648 schweizer und französische Neubürger an, die nach den Verwüstungen des 1688-97 tobenden Pfälzischen Erbfolgekrieg mehrfache Wiederaufbauarbeit leisten mussten. Durch die Mediatisierung wurde Gemmingen im Jahr 1806 badisch. Stebbach war im 14. Jahrhundert ein Gemmingensches Lehen, später waren die Lehnsherren u. a. auch die Grafen von Neipperg. Der alleinige Besitz lag seit 1520 bei der Kurpfalz, die den Ort 1670 den Raugrafen (Nachfahren von Marie Luise zu Pfalz) zu Lehen gaben, bevor 1733 sich deren Nachfolger, die Grafen von Degenfeld-Schonburg hier niederließen. Stebbach kam 1802 zum Fürstentum Leiningen, dieses ging ebenfalls 1806 im Großherzogtum Baden auf. Der Bau der Kraichgaubahn in den Jahren vor 1880 brachte Gemmingen ein gewisses Maß an Prosperität, während Stebbach zur selben Zeit durch Auswanderung und Landflucht sinkende Einwohnerzahlen hatte. Die Elektrifizierung beider Orte erfolgte 1920. Am 1. Januar 1925 wurde die Gemarkung Streichenberg, die auf die Wüstung Zimmern zurückgeht und in der Neuzeit nur aus Burg Streichenberg und Schloss Schomberg besteht, nach Stebbach eingemeindet. Am 1. Januar 1974 wurde Stebbach nach Gemmingen eingemeindet. Religionen1521 wurde in Gemmingen durch Wolf von Gemmingen die Reformation eingeführt. Gemmingen war damit das erste evangelisch-lutherische Dorf im Bereich der heutigen Badischen Landeskirche. In Stebbach wechselte hingegen aufgrund des Grundsatzes "cuius regio - eius religio" zwischen 1545 und 1648 zehnmal die Konfessionszugehörigkeit der Bewohner. 1649 wurde Stebbach mit den Pfälzer Kurfürsten endgültig evangelisch-reformiert. In Gemmingen gibt es heute eine evangelische und eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde. Die katholischen Christen werden von der katholischen Kirchengemeinde in Eppingen betreut. WappenDas Wappen von Gemmingen wurde 1901 von der Archivdirektion aus Motiven historischer Gemminger Siegel entworfen und zeigt auf einem mittig geteilten Schild eine farbige Rebe und eine gelbe Hacke auf Rot.
PolitikGemeinderatDer Gemeinderat Gemmingens hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 15 Sitze. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister. PartnergemeindePartnergemeinde Gemmingens ist seit 5. Juni 1999 die Gemeinde Dunavarsány in Ungarn. Die Partnerschaft geht auf das Jahr 1996 zurück, als eine ungarische Reisegruppe zufällig Gemmingen entdeckte. Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
Das Rathaus von Stebbach, erbaut unter Schultheiß Johann Jakob Lörz durch Baumeister Johann Christoph Feihl aus Stetten (Heuchelberg) ist ein Fachwerkgebäude von 1755. In der Nähe von Stebbach befinden sich die Burg Streichenberg und das Schloss Schomberg, beide lange Jahre im Besitz, letzteres auch erbaut durch die Grafen von Degenfeld-Schonburg, von denen sich eine Grablege auf dem Friedhof in Stebbach befindet.
ParksAn das Gemminger Schloss schließt sich der Schlosspark an, der von der Gemeinde erworben und 1982–1988 im Stil eines Englischen Landschaftsparks umgestaltet wurde. Dort befinden sich ein Kriegerdenkmal, ein herrschaftliches Gärtnerhaus, historische Wegmarken. Auch an das Schloss Schomberg schließt sich ein Schlosspark an. Sport und FreizeitSeit 1977 besteht das beheizte Gemminger Freibad. Wirtschaft und InfrastrukturGemmingen ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Heuchelberg im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören. VerkehrGemmingen liegt an der B 293 von Heilbronn nach Karlsruhe und an der Kraichgaubahn (Heilbronn–Karlsruhe), die von der Heilbronner bzw. Karlsruher Stadtbahn befahren wird. Die A 6 mit den Anschlussstellen Sinsheim und Bad Rappenau verläuft wenige Kilometer nördlich Gemmingens. Früher war auch der Ortsteil Stebbach über die Elsenztalbahn an das Schienennetz angebunden, aber der Haltepunkt wurde zwischenzeitlich aufgelassen. MedienÜber das Geschehen in Gemmingen berichten die Tageszeitungen Kraichgau Stimme, eine Nebenausgabe der Heilbronner Stimme, und die Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung. BildungDie Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Wolf-von-Gemmingen-Schule wird von 380 Schülern besucht. Ihr organisatorisch angegliedert ist die Grundschule in Stebbach mit 90 Schülern. Daneben gibt es drei Kindergärten im Ort, einer davon ist im Ortsteil Stebbach. Die im April 2000 eröffnete Gemeindebücherei Gemmingen kann von jedermann kostenlos genutzt werden. Quellen und AnmerkungenTexte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
