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Die Stadt Gladbeck liegt am Nordrand des Ruhrgebiets im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Große kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster. GeografieGeografische LageGladbeck liegt im Ruhrgebiet. Gladbeck gehört zur sogenannten Emscherzone, die vergleichsweise spät vom Bergbau erfasst wurde. Die Stadt ist Bestandteil der Metropolregion Ruhr. Im Norden wird der zum Stadtgebiet gehörende Weiler Breiker Höfe von den Nachbarstädten Bottrop, Dorsten und Gelsenkirchen umgeben. Im Süden grenzt die Stadt an Essen. StadtgliederungDie Stadt Gladbeck hat neun Stadtteile.
GeschichteVorindustrielle GesellschaftFrühgeschichtliche Funde zeigen eine Besiedlung schon um 2000 v. Chr. (siehe Museum, unten). Zuerst erwähnt wird Gladbeck in einem Güterverzeichnis des Klosters Werden vom 3. Mai 1020 als Gladbeki. Es könnte "Siedlung am glänzenden, glitzernden Bach (glad = hell, glänzend, klar; beck = bach) bedeutet haben. Da ist bei der Auflistung von Besitztümern, später ergänzt durch Notizen im Werdener Liber privilegiorum maior aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, von Gladbeki bzw. Gladebeke die Rede. Spekulationen über völlig andere Namensdeutungen (Waldbach, Gerichtshügel) sind weniger plausibel. Das Dorf mit den fünf Bauernschaften (siehe unten) gruppierte sich um die St.-Lamberti-Kirche. Es gehörte von 1180 bis 1802 zum Vest Recklinghausen und war so die längste Zeit verbunden mit Kurköln. Nach der Zeit von Napoleon geriet die Gegend 1815 an Preußen. Zeit des Kohleabbaus 1873-1971Die erste Zeche wurde ab 1873 abgeteuft, ab 1878 Kohle gefördert. Die kleine Dorfgemeinde wuchs zu einer mittelgroßen Industrieansiedlung, die im Juli 1919 die Stadtrechte erhielt (als "jüngste Stadt Neu-Deutschlands", wie das Lokalblatt schrieb). Sie hatte zwischenzeitlich fünf Schachtanlagen. Die Jahre 1925-1929 hatten etwas von einer kleinen Blütephase an sich, in der trotz aller Schwierigkeiten wichtige Bauvorhaben realisiert werden konnten, zum Beispiel:
1928 verdrängte der Sexualmord an dem 19-jährigen Gladbecker Abiturienten Helmut Daube sogar den Transatlantikflug des Luftschiffes Graf Zeppelin aus den Schlagzeilen. Wie alle deutschen Städte wurde Gladbeck nach Machtergreifung Hitlers 1933 gleichgeschaltet, und zwar unter dem bereits vorher gewählten konservativen Bürgermeister Hackenberg, der sogleich in die NSDAP eintrat. Wie viele deutschen Städte wurde Gladbeck im Krieg stark zerstört, im Innenstadtbereich zu 43 Prozent. Damit zählte es zu einer der am meisten zerstörten Städte im Ruhrgebiet. Bis 1960 steigerte sich die Einwohnerzahl auf bis zu 84.000 und liegt nun bei ungefähr 78.000. Die letzte Zeche Graf Moltke wurde 1971 geschlossen, seit dieser Zeit kämpft Gladbeck mit Strukturwandel und Arbeitslosigkeit. Kommunale Neuordnung und StrukturwandelBei der Kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen (1975) kam die kreisfreie Stadt Gladbeck zusammen mit dem Dorf Kirchhellen (Kreis Recklinghausen) zur Nachbarstadt Bottrop (siehe Glabotki). Gegner der Neuordnung bemängelten die geringe Siedlungsgeschlossenheit an der Grenze zwischen Gladbeck und Bottrop und führten an, dass Bottrop nur wenig größer war als Gladbeck. Ihr Slogan: "Glabotki is nich". Bereits im gleichen Jahr gelang es Gladbeck - per Verwaltungsgerichtsbeschluss und "Nikolausurteil" vom 6. Dezember - Bottrop zu verlassen. Das Oberverwaltungsgericht Münster, das vom ehemaligen Gladbecker Oberstadtdirektor Rump angerufen worden war, befand, dass Bürgernähe und höhere Verwaltungseffizienz durch die Neuordnung nicht gegeben waren. Dieses aber war die Begründung für die Neuordnung gewesen. Die Vereinigung wurde rückgängig gemacht und die Gemeinderatswahl von 1975 zum ("Groß-")Bottroper Gemeinderat für ungültig erklärt. Seit dem 1. Juli 1976 gehört Gladbeck dem Kreis Recklinghausen an, obwohl es nur mit einem kleinen Zipfel mit dem Gebiet des Kreises verbunden ist. Am 16. August 1988 erlangte Gladbeck wieder traurige Berühmtheit, als zwei Räuber eine Bank in Gladbeck ausraubten und mit mehreren Geiseln tagelang durch Deutschland und die Niederlande fuhren. Bei diesem als Gladbecker Geiseldrama bekannt gewordenen Fall starben drei Menschen. EinwohnerentwicklungGladbeck hatte im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur wenige hundert Einwohner. Durch Kriege, Seuchen und Hungersnöte wurde das Ansteigen der Einwohnerzahl immer wieder unterbrochen. Doch mit dem Beginn der Industrialisierung und der Entwicklung des Bergbaus Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung sehr schnell an. Lebten 1875 erst 3.000 Menschen in dem Ort, so waren es 1905 bereits 20.000. Bis 1910 verdoppelte sich diese Zahl auf 40.000 und so bekam Gladbeck 1919 die Stadtrechte verliehen. Bis 1956 verdoppelte sich die Bevölkerung noch einmal, auf nun 80.000 Personen. Im Jahre 1969 erreichte die Bevölkerungszahl mit 85.927 ihren historischen Höchststand. Am 1. Januar 1975 wurde die Stadt Gladbeck mit 81.868 Einwohnern nach Bottrop eingemeindet, aber schon am 1. Juli 1976 wieder ausgegliedert. Seit Mitte der 1950er Jahre pendelt die Bevölkerungszahl um die Grenze von 80.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl” für Gladbeck nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 76.987 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung”, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung”. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
¹ Volkszählungsergebnis PolitikGladbeck bildet zusammen mit Bottrop einen Bundestagswahlkreis (126: Bottrop - Recklinghausen III). Der direkt gewählte Abgeordnete heißt Dieter Grasedieck (SPD). Im Landtag von NRW wird Gladbeck von Wolfgang Röken (SPD) vertreten. StadtratDer Rat der Stadt besteht aus 44 Ratsfrauen und Ratsherren.
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004) Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1976In der Liste[1] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:
Bürgermeister
Nach jahrzehntelanger Herrschaft der Sozialdemokraten, zumeist mit absoluter Mehrheit, wurde 1994 der Christdemokrat Eckhard Schwerhoff vom Rat zum (hauptamtlichen) Bürgermeister gewählt; dieses neugestaltete Amt ohne gleichzeitigen Stadtdirektor war durch eine NRW-Wahlreform vorzeitig möglich geworden. Bei den damaligen Wahlen hatten die regierenden Sozialdemokraten mit dem noch ehrenamtlichen Bürgermeister Wolfgang Röken die absolute Mehrheit nur sehr knapp verfehlt. Da der hauptamtliche Bürgermeister kraft Amtes auch eine Stimme im Rat hat, hätte ein sozialdemokratischer Bürgermeister eine Pattsituation im Rat bedeutet. Daher entschlossen sich die Grünen und die damals neue Wählervereinigung "Bürger in Gladbeck" dazu, zusammen mit der CDU den Verwaltungsangestellten Schwerhoff zu wählen. Schwerhoff war zwar CDU-Mitglied, war aber nicht aktiv in der Stadtpolitik in Erscheinung getreten. Bei der Kommunalwahl 1999, als in NRW die Direktwahl der Bürgermeister flächendeckend eingeführt wurde, gelang Schwerhoff die Wiederwahl. In der Stichwahl vom 10. Oktober 2004, zu der Schwerhoff nicht mehr angetreten war, wurde Ulrich Roland (SPD) zum Bürgermeister gewählt. WappenDas Gladbecker Stadtwappen, in Schwarz-Rot-Gold gehalten, hat eine rote Mauerzinne als Zeichen des gerade erworbenen Stadtstatus. Auf der linken Seite (vom Betrachter aus) sieht man ein schwarzes Feld, das die Kohle symbolisiert, darauf Hammer und Schlägel für den Bergbau (sie sollten weiß, also heraldisch "Silber" sein, erscheinen oft aber gelb). Die schwarzen Haken auf der anderen Seiten sind Wolfsangeln, die dem Wappen der Herren von Brabeck entliehen sind, welche im ausgehenden 14. Jahrhundert Besitzer von Haus Wittringen waren. Städtepartnerschaften
Kultur und SehenswürdigkeitenMuseumIm Wasserschloss Wittringen ist das Museum der Stadt Gladbeck beheimatet. Hier sind die Sammlungen und die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Gladbecks und Umgebung untergebracht. Die Sammlungen umfassen außerdem naturkundliche Gegenstände aus den Bereichen Geologie, Mineralogie, Paläontologie. Die Dauerausstellung zeichnet die Entwicklung der Region von den naturkundlichen Grundlagen des Bergbaus (Steinkohle, Blei- und Zinkerze) über die Besiedlungsgeschichte und Stadtgeschichte bis zur Gegenwart nach.
Das Museum hat auch ein museumspädagogisches Angebot: alle Themenbereiche der Sammlungen und Dauerausstellung werden für Schulklassen und Gruppen angeboten, beispielsweise zur Ritterzeit, da das Wasserschloss Wittringen ein Rittersitz war. Bauwerke
Theater & MusikDas Jazzival und einige andere Kulturveranstaltungen (z. B. in der Maschinenhalle Zeche Zweckel im Rahmen der RuhrTriennale) finden in Gladbeck statt. LiteraturbüroDas Literaturbüro NRW-Ruhrgebiet e. V. ist seit 1986 in Gladbeck ansässig und vergibt in jedem Herbst den vom Regionalverband Ruhr gestifteten Literaturpreis Ruhrgebiet. Insgesamt 15.110 € erhalten die Preisträger für poetische Texte, die Bezug nehmen auf die Wirklichkeit und den Kunst-Stoff im Ruhrgebiet . GrünanlagenIm Stadtgebiet werden ca. 600 ha öffentlich nutzbare Erholungsflächen angeboten. Davon sind rd. 180 ha Parks und Spielplätze, rd. 200 ha städtischer Wald und 200 ha rekultivierte mit Wegen erschlossene Halden des Steinkohlebergbaus. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet 62 Kinderspielplätze und zahlreiche Spielstationen in der Fußgängerzone in der Innenstadt. Zur Freizeitqualität tragen 34,7 ha Kleingärten und die Stadtgärten Johowstraße und Frochtwinkel/Schulstraße mit 12,5 ha Fläche bei. Zwei Stadtgartenhäuser können für private Feiern angemietet werden. Wirtschaft und InfrastrukturUnternehmen
Sozialversicherungspflichtig BeschäftigteStand 31. Dezember 2002
FlächennutzungStand: 31. Dezember 2003, Angaben in Hektar
VerkehrStraßenverkehrGladbeck ist über die nachfolgend aufgeführten Autobahnen und Anschlussstellen an das Fernstraßennetz angebunden.
Der Stadtteil Mitte wird über die Europabrücke mit Rentfort und Schultendorf verbunden. Bahn
ICE/IC/EC-Haltepunkt Essen mit überregionaler Anbindung an das Fernstreckennetz der Deutschen Bahn in direkter Nachbarschaft. Die Busverbindungen innerhalb Gladbecks und in die Nachbarstädte gehören zum Netz der Vestischen Straßenbahnen. Gladbeck ist über den Kreis Recklinghausen dem VRR-Tarifgebiet angeschlossen. Seit Mitte 2005 gilt für Verbindungen außerhalb des VRR-Tarifgebiet und innerhalb von NRW der NRW-Tarif. Sie liegt an der Hamm-Osterfelder Bahn, der Niederländisch-Westfälische Eisenbahn und der Eisenbahnstrecke Dorsten – Wanne-Eickel nebst Verbindungslinie zwischen diesen beiden Strecken von Gladbeck-Zweckel nach Gladbeck West, außerdem ist hier der Zechenbahnbetrieb der Ruhrkohle AG beheimatet. Fahrrad
MedienDie örtliche Tageszeitung ist die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ); bis zu ihrer Schließung Ende März 2006 war es auch die Ruhr Nachrichten (RN). Der Stadtspiegel Gladbeck ist ein kostenloses Anzeigenblatt. Das Lokalradio Radio Emscher-Lippe berichtet über alle Neuigkeiten aus den Nachbarstädten Bottrop und Gelsenkirchen sowie natürlich aus Gladbeck. BildungIn Gladbeck gibt es u. a. eine freie Waldorfschule, eine städtische Musikschule und eine Volkshochschule. Die Fachhochschule Gelsenkirchen in Gelsenkirchen-Buer liegt in unmittelbarer Nähe. Weiter gibt es:
Im Schulzentrum Brauck sind als Ganztagseinrichtung eine Haupt- und eine Realschule untergebracht. Die Grundschulen in Gladbeck werden ausnahmslos zu Ganztagsgrundschulen ausgebaut. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
In Gladbeck lebten oder leben folgende Personen, die jedoch andernorts geboren sind:
SonstigesKinder und Jugend-UniversitätGladbeck bekommt im Herbst 2006 eine Kinder- Universität. Angeboten werden verschiedene Kurse, wie Computerkurse, Mathematik, Sprachkurse und viele andere. Das Projekt startet am 8.9.2006. Siehe auch
QuellenTexte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
