Glashütten in Hessen


Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Koordinaten: 50° 13′ N, 8° 24′ O
Fläche: 27,11 km²
Einwohner: 5528
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61479
Vorwahl: 06174
Kfz-Kennzeichen: HG
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 003
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile: Glashütten, Schloßborn, Oberems
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßborner Weg 2
61479 Glashütten
Webpräsenz: www.gemeinde-glashuetten.de
Bürgermeister: Jutta Nothacker (CDU

Regierdende Partei = CDU)

Glashütten ist eine kleine Gemeinde im Hochtaunuskreis. Die Taunus-Gemeinde, die aus den drei ehemals selbstständigen Gemeinden Glashütten, Schloßborn und Oberems entstanden ist, liegt im Naturpark Hochtaunus unweit von Königstein im Taunus.

Geografie

Nachbargemeinden und -kreise

Glashütten grenzt im Norden an die Gemeinden Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis) und Schmitten, im Osten an die Stadt Königstein, im Süden an die Städte Kelkheim und Eppstein (beide Main-Taunus-Kreis) sowie im Westen an die Stadt Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis).

Gliederung

Glashütten besteht aus den drei Ortsteilen Glashütten, Oberems und Schloßborn.

Ortsteil Schloßborn

Lage

Schloßborn ist wohl die erste nachweisbare Siedlung in der Idsteiner Senke, im Vorland zum Goldenen Grund, in der Delle der Taunusgipfelreihe zwischen Glaskopf (685), dem Großen Lindenkopf (499) und der Hohen Kanzel (595). Verkehrsgeographisch liegt es in der Mitte zwischen der „Kölnischen Straße”, der heutigen B 8 (Frankfurt - Königstein - Esch - Limburg - Köln), und der Talstraße in der Senke (Hofheim) - Eppstein - Esch.

Es ist umgeben von mittleren Höhen: dem Butznickel (462), dem Rotherberg (446), dem Maisel (482), dem Eichkopf (563) und dem Atzelberg (507). Schloßborns relativer Wasserreichtum ist auf die Lage im Quellgebiet des Silberbaches, des Weiherbaches und des Dattenbaches zurückzuführen.

Allgemeine Daten

  • Höhe über NN: 400m
  • Einwohner: 5500

Geschichte

Schloßborn ist eines der wohl ältesten Dörfer im Taunus. Nur wenige Leute wissen, dass dieses Dorf in früheren Zeiten eine bedeutende Rolle in der Region zwischen Limburg, Mainz und Frankfurt am Main spielte.

Zwischen Schloßborn und Kröftel lässt sich auch heute noch der Verlauf des römischen Limes feststellen. Vom 1. bis 3. Jahrhundert hielten die Römer das Land besetzt. Im 4. und 5. Jahrhundert pflanzten die Alemannen zum Schutze gegen das Vordringen der Franken Hecken: die Bezeichnungen Kalbshecke, Eselshecke und Haderhecke weisen darauf hin. Erst Im 6. Jahrhundert gelang es den Franken vom Westen her in die Mainebene, ins Frankenland vorzustoßen. Der noch unter Altschlossbornern bekannte Name 'Hageschlösschen', erinnert an den sagenumwobenen Schloßborner Hausberg „Butznickel” (462 m NN), dort sollen Mönche und Einsiedler gehaust haben, nicht auszuschließen ist auch eine Nutzung als Fliehburg. Mit ihnen zog das Christentum in die vom Heidentum geprägte Landschaft ein. Schloßborn wurde in diesen Jahren zum Zentrum eines weit ausgedehnten 24 Ortschaften umfassenden Kirchensprengels.

Kunstgeschichte

Der alte Hochaltar (1713/14) in der Kirche enthält ein Bild, das die "Aufnahme Mariens in den Himmel" genannt wird. Es ist die Kopie eines Bildes des Hauptmeisters der venezianischen Malerei Jacopo Robusti, genannt il Tintoretto (1518 - 1594). Weitere Werke dieses Meisters können auch im Dresdner Zwinger-Museum bewundert werden; die Restaurierung erfolgte 1965 von Bernhard Sucker, Mainz. Die beiden Holzfiguren "St. Florian" und "Barockmadonna" (1730) stammen aus der Werkstatt des Bildhauers Cornelius Andreas Donett (1682 - 1748); sie wurde bei der Auflösung des Kapuzinerordens in Königstein nach Schloßborn gebracht.

Der Terrakotta-Kreuzweg wurde in der Werkstatt des Benediktinerklosters Maria Laach in den Jahren 1924/25 angefertigt. Das moderne Altarbild (Cassein) von Jupp Jost, Schlangenbad, versinnbildlicht "Die Sendung"; es entstand 1958.

Im Chorraum der Kirche rechts findet sich eine gotische Madonna mit Kind aus dem Anfang des 16 Jahrhunderts. Die Voigt-Orgel aus dem Jahre 1868 wurde 1990 restauriert.

Kirchengeschichte

Unter dem Mainzer Erzbischof Willigis (975 - 1011), der in den Anfängen Kaisers Ottos III. Reichsregent war, wurde 980/85 eine Pfarre in Brunnon errichtet und eine Holzkirche gebaut. Sie wurde durch den unter abenteuerlichen Umständen aus Dänemark geflüchteten Bischof Staggo eingeweiht. Kaum zwei Generationen später wurde die Holzkirche durch eine aus Stein gebaute Kirche ersetzt, die 1043 von dem Mainzer Erzbischof Bardo geweiht wurde.

Um 1540 zog die Reformation in Schloßborn ein. Am 4. Adventssonntag des Jahres 1604 wurde jedoch durch Pfarrer Johannes Locher wieder die katholische Lehre in Schloßborn eingeführt. 1713/14 wurde die siebenhundert Jahre alte Kirche vergrößert; erst am 28. September 1729 wurde sie konsekriert. 1955 erfolgte die Grundsteinlegung für die Erweiterung des neuen Kirchenraumes. Die Konsekration wurde am 10. und 11. Mai 1958 vom Ehrenbürger Schloßborns, Bischof Dr. Wilhelm Kempf (1949 - 1981) vorgenommen. Zum Pfarrbezirk Schloßborn gehört die Filialgemeinde Glashütten mit Oberems. Die Pastoralen Räume Schloßborn und Schmitten schlossen sich 2005 zum neuen Pastoralen Raum Schloßborn-Schmitten zusammen. In diesem Zusammenhang wurde die Filialgemeinde Ehlhalten, die über mehrere Jahrhunderte zu Schloßborn gehörig war, nach Eppstein eingepfarrt.

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 45,5 14 37,7 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,2 4 15,4 5
GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 11,3 3 9,1 3
FDP Freie Demokratische Partei 8,6 3 8,0 2
BLG Bürgerliste Glashütten 8,6 3 21,1 6
FWG Freie Wähler Gemeinschaft 13,8 4 8,6 3
gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 54,8 64,4



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Informationsportal über Glashütten in Hessen - 24.5.2012