Gochsheim in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Koordinaten: 50° 1′ N, 10° 17′ O
Höhe: 236 m ü. NN
Fläche: 21,00 km²
Einwohner: 6494
Bevölkerungsdichte: 309 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97469 (alt: 8726)
Vorwahl: 09721
Kfz-Kennzeichen: SW
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 135
Gemeindegliederung: Ortsteile Gochsheim und Weyer
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Plan 4-6
97469 Gochsheim
Webpräsenz: www.gochsheim.de
Bürgermeister: Wolfgang Widmaier (CSU)

Gochsheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und liegt circa 5 km südöstlich von Schweinfurt.

Geschichte

Übersicht

Gochsheim ist, wie sein Nachbar Sennfeld, ein "ehemals kaiserlich unmittelbares und freies Reichsdorf". Dies prägte seine Geschichte, sein Selbstbewusstsein und seine Traditionen bis heute.

Die geschichtliche Entwicklung ist eng verknüpft mit den benachbarten Orten Schweinfurt (ehem. freie Reichsstadt) und Sennfeld (ehem. freies Reichsdorf).

  • um 500 Gründung
  • 796 Erste urkundliche Erwähnung in einem Schenkungsbrief an das Kloster Fulda
  • 1130 Erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei Gochsheim
  • 1174 Erste Erwähnung von Weyer als Besitz des Klosters Ebrach
  • 1234 Erste Erwähnung des Freien Reichsdorfes Gochsheim aufgrund einer Klage des Fürstbischofs Hermann II. Hummel von Lichtenberg an König Konrad IV
  • 1282 Erste urkundliche Erwähnung einer Reichsvogtei in Schweinfurt, zu der die beiden Dörfer Sennfeld und Gochsheim gehören.
  • 1304/1305 König Albrecht verpfändet dem Hochstift Würzburg die Reichsvogtei Schweinfurt mit den beiden Dörfern Sennfeld und Gochsheim.
  • 1309 Wechsel dieser Pfandschaft an die Grafen von Henneberg
  • 1386 Die Reichsstadt Schweinfurt befreit sich, Sennfeld und Gochsheim mit eigenen Mitteln aus der Pfandschaft.
  • 1540 (oder 1543) Reformation in Gochsheim.
  • 1568 Verleihung des Wappens durch Kurfürst Friedrich III von der Pfalz
  • 1635 Verlust der Reichsfreiheit: In einem Lehenbrief beschenkt Kaiser Ferdinand II den Würzburger Fürstbischof Franz Graf von Hatzfeld mit den beiden Reichsdörfern Sennfeld und Gochsheim.
  • 1649 14. August: Wiedererlangung der Reichsfreiheit durch eine Restitutionskommission in Schweinfurt. Der aus dieser Zeit stammende Plantanz wird noch heute zur Kirchweih getanzt und gilt als Symbol der wiedererhaltenen Reichsfreiheit.
  • 1802 Verlust der Reichsfreiheit, Eingliederung in das Kurfürstentum Bayern
  • 1810 kurzzeitige Entlassung aus dem bayerischen Staatsverband
  • 1814 30. Juni: erneute Eingliederung nach Bayern.
  • 1903 23. November: Eröffnung der Eisenbahnlinie Schweinfurt-Gerolzhofen über Gochsheim
  • 1945 13. April: Übergabe des Dorfes an amerikanische Truppen.
  • 1971 1. Juli: Eingliederung von Weyer nach Gochsheim im Zuge der Gebietsreform

Religionen

Früher als ehemals freies Reichsdorf hauptsächlich evangelisch geprägt, ist heute vor allem durch Zuzug die Zahl evangelischer und katholischer Bürger nahezu gleich. Im Ortsteil Weyer überwiegt seit jeher die katholische Bevölkerung.
Die St. Michaels-Kirche in der Ortsmitte ist seit 1540 evangelisch; im Jahr 1961 wurde die katholische Kirche St. Matthias in der Nikolaus-Fey-Straße gebaut. Die katholische Gemeinde in Weyer mit der St. Bonifatius-Kirche ist rechtlich selbständig, wird aber von Gochsheim aus mitbetreut.
Zur evangelischen Kirchengemeinde gehört auch das Gebiet der Gemeinde Grettstadt.
An die frühere jüdische Bevölkerung, die eine eigene Synagoge in Gochsheim hatte, erinnert heute noch die Straßenbezeichnung Judenhof.

Einwohnerentwicklung

  • 31. Dez. 2002: 6.580
  • 30. Juni 2005: 6.494

Politik

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl kam es zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

  • CSU / Freie Bürger 10
  • SPD 8
  • FW 2
  • UWG 1

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Wolfgang Widmaier, zweiter Bürgermeister ist Wolfgang Schubert (beide CSU/Freie Bürger) Dritter Bürgermeister ist Max Gehles (SPD).

Wappen

Beschreibung: Auf schwarzem Grund ein weißer Adler über roter Mauerzinne.
Bedeutung: Die Mauer stellt die befestigten Kirchgaden dar, der Adler ist ein Symbol für die (ehemalige) Reichsfreiheit des Dorfes.
Das Wappen wurde am 21. Mai 1568 von Friedrich III. von der Pfalz verliehen.

Partnerschaften

Seit 1999 besteht eine Kommunalpartnerschaft mit dem französischem Dorf Irigny.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • ReichsdorfMuseum in den Kirchgaden

Bauwerke

  • Evangelische Kirche St. Michael mit historischen Kirchgaden
  • Historisches Rathaus
  • Apostelhaus (Mönchsgasse)
  • Der Glockenturm der katholischen Pfarrkirche Sankt Matthias gilt als technischer Exot. Seit dem 17. Mai 2006 besitzt er eine Gegenpendelanlage. Der Turm schwankte vorher beim Läuten der 4 Glocken so stark, dass er einzustürzen drohte.[1]

Sport

  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)
  • Hallenbad
  • SC 47 Weyer
  • Tennisclub 77 Gochsheim
  • TSV Gochsheim 1906 e.V.
  • Buergerliche Schuetzengesellschaft Gochsheim

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Besonders sehenswert ist die Gochsheimer Kirchweih (Kirchweih und Friedensfest), die seit der Wiedererlangung der Reichsfreiheit 1649 jedes Jahr am ersten Sonntag und Montag im September mit traditionellen Tänzen und vielen weiteren Bräuchen gefeiert wird. Am zweiten Sonntag findet die "Nachkirchweih" statt.
  • Am Erntedankfest findet traditionell ein großer Festzug mit blumengeschmückten Wagen, Musik und Trachtengruppen statt. Anschließend werden fränkische Tänze am Plan (Dorfplatz) aufgeführt. Veranstalter ist der Heimat-und Volkstrachtenverein.
  • Die Faschingssitzungen des GCC (Gochsheimer Carnevals Club) sind regelmäßig gut besucht. Mit vier Tanzgarden und stark auf das Ortsgeschehen bezogenen Büttenreden ist das Programm gefüllt. Der Gochsheimer Redner Wolfgang Düringer tritt auch bei der "Fastnacht in Franken" im Bayerischen Fernsehen auf.
  • Sehr gut besucht sind auch die Theaterabende des SC Weyer in der Adventszeit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Gemeinde ist an das Busliniennetz der Stadtwerke Schweinfurt sowie der Omnibusverkehr Franken (OVF) angebunden.

Weiterhin verläuft die eingleisige Nebenbahn Schweinfurt - Gerolzhofen - Kitzingen - Etwashausen, die sog. Untere Steigerwaldbahn, durch Gochsheim. Diese wird, von Nostalgiefahrten abgesehen, für sporadischen Güterverkehr, Militärtransporte der US-Armee, sowie für den Abtransport von Atommüll aus dem nahe gelegenem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld genutzt. Da das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld keinen Gleisanschluss besitzt, werden die Castor-Behälter von dort mit LKWs nach Gochsheim transportiert, wo sie dann auf die Schiene verladen werden. Das Bahnhofsgebäude wurde Ende der 1970er Jahre abgerissen.

Nördlich von Gochsheim verläuft die Autobahn A 70 mit eigener Abfahrt; der Ortsteil Weyer ist über die Abfahrt Schonungen zu erreichen.

Im Jahr 2003 wurde eine westliche Umgehungsstraße fertiggestellt. Die bisherige Durchgangsstraße ist (2005) verkehrsberuhigt saniert und umgebaut. Durch einen Bürgerentscheid wurde Ende Juli 2005 der Weg für die östliche Umgehungsstraße freigemacht. Die Einwohner des Ortsteils Weyer hatten eine Lösung favorisiert, die auch für Weyer eine Entlastung schafft, konnten sich aber in der Abstimmung nicht durchsetzen. Offizieller Baubeginn war am 22. Dezember 2005; seit Dezember 2006 ist sie fertiggestellt. Die offizielle Einweihung war am 26. Januar 2007.

Bildung

Die Grund- und Hauptschule Gochsheim wird auch von Schülern aus umliegenden Ortschaften besucht.

Rektor der Grundschule ist Klaus Wißmüller, seine Stellvertreterin Andrea Maier. Rektor der Hauptschule ist Oskar Dulemba, seine Stellvertreterin Marianne Mann.

Persönlichkeiten

Der zeitgenössische unterfränkische Büttenredner und Musiker Wolfgang Düringer lebt in Gochsheim.

Ehrenbürger

  • Fritz Zeilein, ehemaliger Rektor der Schule der Gemeinde. Nach ihm ist die Mehrzweckhalle "Fritz-Zeilein-Halle" in der Friedhofstraße benannt.
  • Josef Ehrlitzer (* 1919), fränkischer Mundartdichter

Quellen




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Informationsportal über Gochsheim in Bayern - 24.5.2012