Guckheim in Rheinland-Pfalz


Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Westerburg
Koordinaten: 50° 32′ N, 7° 57′ O
Höhe: 335 m ü. NN
Fläche: 3,77 km²
Einwohner: 908
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56459
Vorwahl: 06435
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 228
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Guckheim
56459 Guckheim
Webpräsenz: www.guckheim.de
Ortsbürgermeister: Werner Kurowski
Lage der Gemeinde Guckheim im Westerwaldkreis

Guckheim ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Geografie

Guckheim, überwiegend eine Wohngemeinde mit ausgeprägtem Vereinsleben, liegt in der reizvollen Mittelgebirgslage des Westerwaldes ca. 330 m über dem Meeresspiegel. Der Westerwald, der Teil des Rheinischen Schiefergebirges ist, hat mit der Fuchskaute im Nordosten des Westerwaldes den höchsten Punkt (657 m über NN), der tiefste Punkt mit etwa 150 m über NN befindet sich im Gelbbachtal zwischen Kirchähr und Dies. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Westerburg an.

Geschichte

Eine erste Besiedelung fand vermutlich im 4. bis 6. Jahrhundert n. Chr. statt. Aus dem 9. bis 11. Jahrhundert sind Bodenfunde überliefert, die beim Bau der Muttergottes-Kapelle (Architekt: Rudolf Hack, Einweihung: 12. November 1950) auf dem Rothenberg entdeckt wurden. Guckheim besteht aus den Ortsteilen Wörsdorf und Guckheim, zwei Orten, die erst im Lauf der Zeit zur heutigen geschlossenen Gemeinde zusammen gewachsen sind. Die erste urkundliche Erwähnung von Wörsdorf stammt aus dem Jahr 1285, Guckheim wurde erstmals 1299 erwähnt. Die Guckheimer Mühle wird erstmals 1511 urkundlich erwähnt, sie war noch bis 1980 im Betrieb. Guckheim feierte im Juni 1999 mit einem "historischen Tag" sein 700-jähriges Bestehen.

Zur Herkunft des Ortsnamen Guckheim gibt es verschiedene Theorien und Hinweise. Das aus dem westgermanischen stammende "guggjon" (bewachen, beschauen) benennt einen Ort besonderer Wertschätzung und Stellung.

Der Name Guckheim stammt vermutlich aus der Karolingerzeit (750–900). Auch alte Bezeichnungen für Guckheim, wie "Cochem" und das mundartlich bis heute verwendete "Guggem" deuten auf diese Siedlungsepoche. Siedlungsnamen die auf -heim bzw. -em enden, haben sich ursprünglich meist aus Einzelgehöften entwickelt, während Siedlungen mit der Endsilbe -dorf (Wersdorf, Wirsdorf, Wörsdorf) auf Ansammlungen solcher Gehöfte hinweisen. Häufig weisen diese Ortsnamen auf den ersten Ansiedler hin, der also ein "coc, coch, goch, guco, gogo" im Namen geführt haben könnte.

Dialekt/Mundart

Die in Guckheim gesprochene Mundart gehört zur moselfränkischen Dialektgruppe. Die moselfränkische Mundart als Alltagssprache befindet sich auf dem Rückzug und wird von Jüngeren häufig nicht mehr beherrscht.

Muttergottes-Kapelle auf dem Rothenberg

Der Vorgängerbau der heutigen Muttergottes-Kapelle stand bis 1948 an der Stelle des heutigen Baus auf dem Rothenberg. Es handelte sich um eine schlichte Kapelle mit den Ausmaßen 6 m auf 3 m (Länge /Breite) bei einer Traufhöhe von ebenfalls 3 m, die ungefähr 20 Personen Platz bot. Die genaue Entstehungszeit des Vorgängerbaus ist nicht feststellbar. Als Hinweis kann ein Stein gelten, in den die Jahreszahl 1771 eingemeißelt war und der bei den Abrissarbeiten gefunden wurde.

Für den Kapellen-Neubau wurde eine Erdschicht von ca. 2,50 m abgetragen. Unter dem Fundament des Vorgängerbaus fand man eine Tonscherbenschicht von ca. 5 cm Dicke bei einer Größe von ca. 4 - 5 m², die laut Untersuchungen aus der Zeit von 1000 n. Chr. stammt.

Die Entscheidung, eine neue und größere Kapelle zu errichten, wurde an Fronleichnam 1947 getroffen. Von der Kapellengemeinde Weltersburg erhielt man eine große Anzahl Bruchsteine, die ursprünglich für den dortigen, geplanten Kirchenneubau gesammelt worden waren. Das restliche Steinmaterial wurde im Steinbruch von Girkenroth von Guckheimer Bürgern gebrochen. Mit dem Bau begann man am 27. September 1948, das Richtfest fand am 26. September 1949 statt. Am 12. November 1950 erhielt die Muttergottes-Kapelle von Pfarrer Pascher die kirchliche Weihe.

Zur Finanzierung der Kapelle, die hauptsächlich von der Guckheimer Einwohnerschaft übernommen wurde, veranstaltete man in den Jahren 1948 – 1952 Theaterstücke mit Darstellern aus der Gemeinde.

Verkehr

Ca. 35 km östlich von Koblenz am Rhein, auf halbem Weg zwischen den Ballungszentren Frankfurt am Main und Köln gelegen, verfügt Guckheim mit den, in der Nähe liegenden, neuen ICE-Bahnhöfen in Montabaur und Limburg an der Lahn, sowie der nahen Bundesautobahn A 3 / E 35 (Abfahrt Diez/Nentershausen) und den Bundesstraßen B 8 und B 255 über eine gute Verkehrsinfrastruktur.

Sehenswürdigkeiten

Guckheim liegt umrahmt von nahe gelegenen Laub- und Tannenwäldern, die einen Spaziergang lohnen. Hervorzuheben sind der Lehrpfad für Wald- und Vogelkunde auf dem Rothenberg und die nahen Ruinen der nach 1100 errichteten Weltersburg, die von Guckheim aus leicht zu Fuß zu erreichen sind. Der Elbbach fließt direkt an Guckheim vorbei zur Lahn, mit seiner Wasserkraft wurde in den vergangenen Jahrhunderten die Mühle betrieben. In etwa 5 Kilometer Entfernung befindet sich das 1192 erstmals urkundlich erwähnte Schloss Westerburg. Weiterhin ist in ca. 10 km Entfernung bei Pottum der etwa 450 m hoch gelegene und ca. 80 Hektar große Wiesensee mit seinem Freizeitangebot zu finden.

Literatur

Barbara Krekel; Guckheim, Geschichte und Geschichten aus einem Westerwald-Dorf, Herausgeber: Ortsgemeinde Guckheim, 318 Seiten, ISBN 3-929745-71-2




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Informationsportal über Guckheim in Rheinland-Pfalz - 25.5.2012