Gunzenhausen in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Koordinaten: 49° 7′ N, 10° 45′ O
Höhe: 416 m ü. NN
Fläche: 82,73 km²
Einwohner: 16.496
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91710
Vorwahl: 09831
Kfz-Kennzeichen: WUG (alt: GUN)
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 136
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 23
91710 Gunzenhausen
Webpräsenz: www.gunzenhausen.de
Bürgermeister: Gerhard Trautner (parteilos)

Gunzenhausen ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Altmühlsee. Gunzenhausen wurde 823 erstmalig erwähnt. Nachdem in den 1970er Jahren 18 Gemeinden eingegliedert wurden, wuchs die Stadt auf heute etwa 16.500 Einwohner.

Geografie

Geografische Lage

Gunzenhausen liegt mitten im Fränkischen Seenland.

Stadtgliederung

Gunzenhausen gliedert sich in die Ortsteile:

  • Aha (mit Edersfeld)
  • Büchelberg
  • Cronheim (mit Filchenhard)
  • Frickenfelden
  • Gunzenhausen
  • Laubenzedel (mit Sinderlach und Schnackenmühle)
  • Nordstetten
  • Oberasbach (mit Obenbrunn)
  • Pflaumfeld (mit Steinacker)
  • Schlungenhof
  • Stetten (mit Maicha)
  • Streudorf (mit Höhberg und Oberhambach)
  • Unterasbach
  • Unterwurmbach (mit Oberwurmbach)
  • Wald (mit Mooskorb, Schweina, Steinabühl, Unterhambach)

Geschichte

Zahlreiche Ausgrabungsfunde im Bereich der Stadt belegen die Besiedlung bereits zu vorgeschichtlicher Zeit.

Um 90 n. Chr. besetzten die Römer die bis dahin von den Kelten bewohnten Gebiete nördlich der Donau und dringen bis in die Gegend von Gunzenhausen vor. Zur Kontrolle und Sicherung der Grenze der in das Römische Reich eingegliederten Gebiete wurde hier ein Numeruskastell am Limes errichtet. Allerdings zerstörten die von Nordwesten einfallenden Alemannen um ca. 241 n. Chr. die Anlagen.

Eine Urkunde aus dem Jahr 823 liefert den ersten verlässlichen schriftlichen Hinweis auf Gunzenhausen: Kaiser Ludwig der Fromme übereignete das Kloster Gunzinhusir dem Reichskloster Ellwangen. Im Mittelalter belehnten die Ellwanger Äbte zunächst die Adelsfamilien der Truhendinger und Oettinger mit Gunzenhausen, bis die Herrschaft 1349 schließlich an Burkhard von Seckendorff überging. 1368 erwarb Burggraf Friedrich von Nürnberg die Stadt, die dadurch in den Besitz der Hohenzollern wechselte. Die Stadt erhielt nun erstmals das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten, sowie die Erlaubnis zum Bau umfangreicher Befestigungsanlagen mit Stadtmauer, Türmen und Graben, sowie der großen Stadtkirche und gelangte somit gleich in den ersten Jahrzehnten der Hohenzollern-Herrschaft zu einer ersten Blütezeit.

Städte in der Umgebung

  • Weißenburg in Bayern
  • Treuchtlingen
  • Windsbach
  • Spalt
  • Wolframs-Eschenbach

Schulen

  • Simon-Marius-Gymnasium (mathematisch-naturwissenschaftlich und neusprachlich)
  • Staatliches Berufliches Schulzentrum Gunzenhausen mit Meisterschule für das Schreinerhandwerk und Staatlicher Wirtschaftsschule
  • Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe mit
    • Mädchen-Realschule
    • Fachakademie für Sozialpädagogik
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum
  • Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus
  • Fachschule für Altenpflege

Krankenhaus

Kreiskrankenhaus Gunzenhausen

Sehenswürdigkeiten

  • Spätgotische Stadtkirche St. Maria (1448-1496) auf dem Areal des ehem. Römer-Kastells.
  • Heilig-Geist-Kirche, sog. "Spitalkirche", 1352 von Ritter Burkhard von Seckendorff gestiftet, 1701 Umbau im Stile des Barock, u.a. mit reichhaltiger Stuckdecke.
  • Jagdschloss mit Markgräflichem Hofgarten, heute "Haus des Gastes".
  • Reste der Stadtmauer mit Wehrgang und Türmen: Blasturm (15. Jh.), Färberturm (14. Jh.), Storchenturm (ca. 1450).
    Der Blasturm, 1466 erbaut und im Jahre 1603 neu errichtet, erhielt seinen Namen durch die Tatsache, dass früher an Feiertagen die Stadtkapelle ihre Festchoräle und der städtische Musikmeister seine Kirchenlieder vom Turm erklingen ließ.
  • Bedeutende Barockbauten: ehem. Amtshaus am Marktplatz, Palais Heydenab, Zocha-Palais (heute Stadtmuseum).
  • Historischer Marktplatz, diverse Fachwerkstadel.
  • Reste des Limes im Burgstallwald (UNESCO Weltkulturerbe).
  • Altmühlpromenade und Altmühlsee.
  • Sport- und Freizeitbäder: "Waldbad am Limes" und "Solebad Juramare".

Museen

  • Museum für Vor- und Frühgeschichte
  • Stadtmuseum
  • Gunzenhäuser Fachwerkstadel mit Erzgebirgsschau und Weiperter Heimatstube
  • Fossilien- und Steindruckmuseum

Partnerstädte

  • Isle (Limousin, Frankreich) seit 1985
  • Frankenmuth (Michigan, USA)

Patenschaft

  • 1954 wurde die Patenschaft für die heimatvertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Weipert im Erzgebirge übernommen, 1996 für die Gemeinde Auschowitz im Kreis Marienbad.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

  • Gunzenhausen liegt an der Eisenbahnstrecke Ingolstadt–Treuchtlingen–Würzburg. Eine weitere Bahnstrecke führt nach Pleinfeld. Auf der Strecke nach Nördlingen findet nur Museumsbetrieb und Güterverkehr statt.
  • Gunzenhausen liegt an der B 13 und der B 466
  • Gunzenhausen liegt am Altmühlradweg.
  • In Gunzenhausen gibt es einen kleinen Verkehrsflugplatz mit einer geteerten Landebahn. Von hier aus sind auch Rundflüge über das Fränkische Seenland für Touristen möglich.

Ansässige Unternehmen

  • Die 1851 in Leipzig gegründete Feurich Klavier- und Flügelfabrikation hat heute ihren Sitz in Gunzenhausen.
  • Der international tätige Heizkesselhersteller Loos hat ebenfalls seinen Hauptsitz in Gunzenhausen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Agricola (1496 - 1570), Mediziner
  • Heinrich Eidam (1849 - 1934), Obermedizinalrat und Limesforscher
  • Simon Marius (1573 - 1624), Astronom
  • Andreas Osiander (1498 - 1552), Theologe und deutscher Reformator
  • Wilhelm Stählin (1883- 1955), Lutherischer Theologe und Bischof
  • Heinrich Stephani (1761 - 1850), Theologe und Pädagoge

Bekannte Persönlichkeiten

  • Ingo Friedrich (* 24. Januar 1942) seit 1999 Vizepräsident des Europäischen Parlaments.



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Informationsportal über Gunzenhausen in Bayern - 25.5.2012