Gutenzell-Hürbel in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Koordinaten: 48° 7′ N, 10° 0′ O
Höhe: 588 m ü. NN
Fläche: 37,86 km²
Einwohner: 1867
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88484
Vorwahl: 07352
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 135
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchberger Straße 8
88484 Gutenzell-Hürbel
Webpräsenz: www.gutenzell-huerbel.de
Bürgermeister: Andreas Merkle

Gutenzell-Hürbel entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Gemeindereform aus den ehemals selbständigen Gemeinden Gutenzell und Hürbel. Die Gemeinde liegt im Rottal und Rottumtal zentral zwischen Biberach an der Riß, Ulm und Memmingen.

Geographie

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus Gutenzell mit den Ortsteilen Niedernzell, Weitenbühl, Bollsberg, Dissenhausen und Aussiedlerhof und Hürbel mit den Ortsteilen Zillishausen, Sägemühle, Freyberg, Simmisweiler, Allmethofen und Mahlmühle.

Geschichte

Gutenzell

Das Zisterzienserinnenkloster Gutenzell wurde 1237 gegründet, dabei handelte es sich um die Wiedergründung anstelle eines früher bestehenden Klosters unbekannter Ordenszugehörigkeit. Es wurde 1238 von Eberhard von Rohrdorf der Reichsabtei Salem unterstellt.

Ab dem 15. Jahrhundert bildete sich um das Kloster das Dorf Gutenzell. 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst und Besitz der Grafen von Toerring, um bereits 1806 zum Königreich Württemberg zu gelangen. 1864 wurde der leerstehende Konvent bis auf wenige Reste abgerissen.

Hürbel

Hürbel wurde erstmals 1083 urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert gelangte das Dorf an die Herren von Freyberg, die aus Graubünden stammten und 1521 das noch heute bestehende Schloss erbauten. 1816 kam Hürbel an die Grafen Reuttner von Weyl, bevor es 1840 an das Königreich Württemberg fiel.

Politik

Gemeinderat

Bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • FWG - 54,0% (+1,5) - 7 Sitze (=)
  • CDU - 46,0% (-1,5) - 5 Sitze (-1)

Wappen

Die Gemeinde Gutenzell-Hürbel führt (als eine von drei Gemeinden in Baden-Württemberg) kein eigenes Wappen. Stattdessen werden die ehemaligen Gemeindewappen der beiden Ortsteile nebeneinander verwendet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildungseinrichtungen

Die Gemeinde verfügt über eine eigene Grundschule in Gutenzell und je einen römisch-katholischen Kindergarten in Gutenzell und Hürbel. Überregional bekannt wurde Gutenzell-Hürbel durch den bis heute andauernden sog. Grundschulstreit. Aus Kostengründen wurde die Grundschule in Hürbel geschlossen und die dortigen Klassen nach Gutenzell verlagert. Hiergegen erhob sich in Hürbel erbitterter Widerstand, da im Rahmen des Zusammenschlusses der beiden Gemeinden im Einigungsvertrag der Fortbestand der Hürbeler Grundschule festgeschrieben worden war.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gutenzell-Hürbel liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und an der Mühlenstraße Oberschwaben.

Gutenzell

  • Prächtiger Mühlenbau von 1715 im abgeschirmten Klosterbezirk

Pfarrkirche St. Kosmas und Damian

Die ehemalige Klosterkirche und heutige Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in Gutenzell ist im Kern mittelalterlich und wurde bis in die Barockzeit stetig umgebaut und neu ausgestattet. Der letzte größere Umbau von 1755-1756 wurde von dem Wessobrunner Stuckateur Franz Xaver Feuchtmayer d. Ä. ausgeführt, unter Einbeziehung von Plänen Dominikus Zimmermanns, dessen Tochter Maria Alexandra zur damaligen Zeit Priorin und 1759-1776 Äbtissin des Klosters war. Die Fresken der Kirche führte Johann Georg Dieffenbrunner aus, die Kanzel (1756) stammt von Stephan Luidl. Luidl fertigte auch den Hochaltar (1762), wohl nach Entwürfen Dominikus Zimmermanns.

Barocke Weihnachtskrippe

Jährlich von Weihnachten bis Mariä Lichtmeß (2. Februar) wird in der Kirche eine große barocke Weihnachtskrippe ausgestellt, die 1704-1750 von den Zisterzienserinnen hergestellt wurde. Die etwa 200 Figuren umfassende Krippe zeigt sieben Szenen: Die Geburt Christi mit Anbetung der Hirten, Zug und Ankunft der Weisen aus dem Morgenland, Flucht nach Ägypten, Der Bethlemitische Kindermord, Jesu Darstellung im Tempel, Die Heilige Familie im Haus Nazareth und Die Hochzeit zu Kana.

Hürbel

  • Altes Schloss aus dem Jahre 1521.
  • Kirche St. Alban
  • Alte Ziegelei
  • Historische Sägmühle Eiberle in Zillishausen mit Wasserrad an der Rottum von 1845. Eine der wenigen voll funktionsfähigen restaurierten Sägemühlen dieser Art in Oberschwaben und Station der Mühlenstraße Oberschwaben.

Hürbel 2004

Forsthaus - Geburthaus Eduard Fiechtners

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Eduard Fiechtner (* 5. März 1843 in Hürbel; † 22. Mai 1922 in Stuttgart-Untertürkheim) war 1879-1905 Schultheiß von Untertürkheim, 1904 wurde er dort Ehrenbürger.

Literatur

  • Otto Beck, Ludwig Haas (Hrsg.): Gutenzell. Geschichte und Kunstwerke. Festschrift zur 750-Jahrfeier der einstigen Frauenzisterze. 1238-1988. (= Große Kunstführer; Bd. 155). Schnell und Steiner, München und Zürich 1988 ISBN 3-7954-0679-X
  • Otto Beck: Gutenzell. (= Kunstführer; Bd. 627). 3. Auflage. Schnell und Steiner, München und Zürich 1992



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Informationsportal über Gutenzell-Hürbel in Baden-Württemberg - 25.5.2012