Hadmersleben in Sachsen-Anhalt


Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Bördekreis
Verwaltungsge-
meinschaft:
Oschersleben (Bode)
Koordinaten: 51° 59′ N, 11° 18′ O
Höhe: 83 m ü. NN
Fläche: 23,39 km²
Einwohner: 1914
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39398
Vorwahl: 039408
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 15 3 55 023
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
39387 Oschersleben (Bode)
Bürgermeister: Gerhard Blume (CDU)

Hadmersleben ist eine Stadt der Verwaltungsgemeinschaft Oschersleben (Bode) im Bördekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie

Die Kleinstadt Hadmersleben nahe der Kreisstadt Oschersleben (Bode) liegt in der westlichen Magdeburger Börde, ca. 2km von der Bode entfernt – großräumiger gesehen zwischen Magdeburg und dem Harz. Das fruchtbare, flachwellige Gebiet um Hadmersleben wird landwirtschaftlich intensiv genutzt.

Geschichte

3.000 v.u.Z. - Trichterbecherstämme errichten ein Hügelgrab mit Beigaben (Kußhoch)

2.000 v.u.Z. - Schnurkeramiker-Sippen lassen sich am "Steilen Ufer" (Ostendorf) nieder

5. Jh. u.Z. - Angeln und Warnen siedeln in Hathumareslew, sie bauen eine Fluchtburg (Amt)

961 - Klostergründung durch Bischof Bernhard, Antipode Otto des Großen

1144 - erste Erwähung eines Burgherren (Gardolf) als Zeugen Albrecht des Bären

1238 - Erzbischof Wilbrand besetzt im Streit mit den Brandenburgern die Burg

1250 - Otto I., der "Teufel von Hadmersleben", erobert Egeln und baut ein Kloster

1318 - die Nonne Ernegard Bars ist im Kloster als Schulmeisterin tätig

1367 - Johannes, der letzte Graf von Hadmersleben, fällt in der Schlacht von Dinklar

1399 - Hadmersleben gilt als Civitas (Ort mit Stadt- und Markrecht)

1470 - Curd v. d. Asseburg gründet im Dorf ein Hospital für arme Leute und Lahme

1498 - Verkauf des Schlosses an den erbischöflichen Hofmeister Christoph von Hagen

1517 - zum Kloster mit einem Konvent von 78 Benediktinerinnen gehören drei Güter

1525 - Schloßherr Adolf v. Hagen verteidigt das Kloster am 7. Mai gegen die Bauern

1561- Forderung der Stadt, das Kloster zu reformieren, wird vom Konvent abgelehnt

1574 - Verkauf des Schlosses an das Magdeburger Domkapitel (siehe 14 Wappen)

1631 - die Nonnen fliehen vor der schwedischen Soldateska nach Hildesheim

1632 - Soldaten des Obersten Rogge brennen 34 von 84 Wohnhäusern der Stadt ab

1649 - Neubau des Ritterhofes, nach 1664 des Rathauses, nach 1679 im Kloster

1668 - Heinrich, Vater des Komponisten Georg Philipp Telemann, wird Stadtschuldirektor

1694 - Gertrud Gröninger schnitzt, - als Frau -, in der Kunsthistorie einmalig (!), 17 Altarfiguren

1742/43 - Johann Joachim Winckelmann, Begründer des Klassizismus, lebt als Lehrer auf dem Amt

1809 - Verkauf des Klosters durch Jérome Bonaparte, König Westfalens und Bruder Napoléons

1812 - Amt als größter Besitz des Domkapitels Magdeburg durch Jérome verkauft

ab 1842 - Anschluß an die erste Eisenbahnstrecke Magdeburg - Halberstadt

Bau von Zucker- und Malzfabrik, Brennerei, Brauerei, Kalischacht I und II

1889...1920 - Ferdinand Heine begründet den Weltruhm der Hadmersleber Getreidezucht

1944 - Entstehung einer KZ-Außenstelle von Buchenwald mit 1.421 Häftlingen

1945 - Kloster und Amt werden Saatzuchtbetriebe in Rechtsträgerschaft des Volkes

1966 - Kloster wird Institut für Getreideforschung sowie Lehr- und Versuchsgut

1981...98 - Restaurierung der Klostergebäude und Schaffung einer Gemäldegalerie

1991...92 - Auflösung von

Institut für Getreideforschung, Volkseigenem Gut Pflanzenproduktion, Gemüsezuchtstation, Brauerei, Zuckerfabrik, Nährmittelwerk/Rösterei, Mischfutterwerk etc.

ab 1993 - Baubeginn im Altersheim, Neugestaltung der Straßen und des "Winkels"

1995 - U. v. Neumann richtet im Kloster einen Handwerkerhof ein, entwickelt die Landwirtschaft und stellt einem Privatgymnasium Räumlichkeiten zur Verfügung

Quelle zu den geschichtlichen Angaben: Kulturhistorisches Museum Kloster Hadmersleben

Politik

Der siebenköpfige Stadtrat setzt sich aus 5 Kommunalpolitikern der CDU, einem der SPD und einem Parteilosen zusammen.

Wappen

Blasonierung: Geteilt von Rot und Silber, unten ein aufgerichteter schwarzer Doppelhaken.

Bildung

Hadmersleben ist Grund- und Sekundarschul-Standort. In den Gebäuden des ehemaligen Klosters ist eine private, nicht konfessionsgebundene Internatsschule untergebracht (Realschule und Gymnasium).

Sport

Der Sportverein TSV Hadmersleben (1925 gegründet) bietet in den Sektionen Fußball, Volleyball, Leichtathletik, Tischtennis und Gymnastik Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Hadmersleben verfügt weiterhin über einen Reit- und Ausbildungsstall.

Sehenswürdigkeiten

  • Kloster Hadmersleben
  • Evangelische Kirche Unserer Lieben Frauen (15. und 17. Jahrhundert, zweischiffig)
  • Burg der Grafen von Hadmersleben
  • ehemalige Klosterbrauerei
  • Rathaus (nach einem Brand 1664 errichtet), mit Heimatstube
  • KZ-Gedenkstätte: von März 1944 bis April 1945 befand sich in Hadmersleben eine Außenstelle des KZ Buchenwald, die Häftlinge montierten Flugzeugteile der Me 262.

Wirtschaft und Infrastruktur

In der Stadt Hadmersleben sind einige Handwerks- Landwirtschafts- und Dienstleistungsfirmen tätig (unter anderem Getreide-Züchtung, Baubetriebe, Natursteinfertigung, Gartenbaubetriebe, Reit- und Ausbildungsstall).

Verkehrsanbindung

Von Hadmersleben führen Straßen in die umliegenden Städte Halberstadt, Gröningen, Wanzleben, Kroppenstedt und Oschersleben (Bode). Der Bahnhof Klein Oschersleben am Nordufer der Bode liegt an der Bahnlinie Magdeburg - Halberstadt).




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Informationsportal über Hadmersleben in Sachsen-Anhalt - 25.5.2012