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Hagenow ist eine deutsche Stadt im Westen Mecklenburg-Vorpommerns, ca. 30 Kilometer südwestlich von der Landeshauptstadt Schwerin gelegen. Sie ist Sitz des Amtes Hagenow-Land ist aber nicht amtsangehörig. Das historische Zentrum gilt als schönes Beispiel einer mecklenburgischen Landstadt mit Fachwerkhäusern vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. Durch seine Nähe zu Hamburg sowie zur Autobahn A 24 ist Hagenow seit der Wende weniger von der Wirtschaftskrise betroffen als andere Städte in den fünf neuen Bundesländern. Der Lebensmittelkonzern Kühne hat hier z. B. eine der modernsten Essigfabriken Europas errichtet. Außerdem gibt es ein großes Kartoffelveredlungswerk und weitere Betriebe der Nahrungsmittelindustrie. Zu DDR-Zeiten war Hagenow Zentrum des flächenmäßig größten Landkreises in Ostdeutschland. Berühmt wurde der Ort durch den Titel „Fru Püttelkow ut Hagenow” der plattdeutschen Mundartgruppe „De Plattfööt”. Überregional bekannt ist auch die Schriftenreihe „Fiek'n hätt schräb'n ut Hagenow”, in der ebenfalls auf Plattdeutsch lokalgeschichtliche Ereignisse beschrieben werden. Herausgeber und Initiator der Veröffentlichung ist der Hagenower Optikermeister und Ortschronist Kuno Karls. GeographieLageHagenow befindet sich im Westen Mecklenburg-Vorpommerns und etwa im Zentrum des Landkreises Ludwigslust. Die nächstgelegenen größeren Städte sind im Nordosten Schwerin (ca. 30 km), im Südosten Berlin (ca. 180 km) sowie im Westen Hamburg (ca. 80 km). StadtgliederungZu Hagenow gehören neben der Kernstadt noch weitere acht Ortsteile zu.
GeschichteHagenow wird im Zeitraum zwischen 1190 und 1195 erstmals urkundlich erwähnt, 1370 wird der Ort zudem bereits als Stadt bezeichnet, 1754 wird dieser Status durch die offizielle Vergabe der Stadtrechte bestätigt. Die Jahre 1538, 1748 und 1766 waren geprägt durch große Brände, die mehrmals fast die gesamte Bebauung zerstörten. Dieser Umstand führte bis heute dazu, dass das älteste noch existierende Gebäude der Stadt aus dem Jahr 1720 stammt. Ebenfalls bedingt durch die Brände ist letztendlich auch die typische mecklenburgische Landstadtarchitektur, die die Innenstadt dominiert. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begann allmählich das Wachstum Hagenows, welches ab 1846 durch die nahegelegene Trasse der Berlin-Hamburger Bahn gefördert wurde. Bis 1900 entstanden so eine Volksschule, eine städtische Badeanstalt sowie eine Sparkasse und mehrere Zeitungsverlage. Zur Jahrhundertwende betrug die Bevölkerung schließlich 4.109 Einwohner. 1933 wird Hagenow Kreisstadt des ab 1938 gleichnamig bezeichneten Landkreises Hagenow, der ab 1949 der flächenmäßig größte der ehemaligen DDR war. Ein Jahr später wurden die bis dahin noch selbstständigen Gemeinden Granzin, Scharbow, Viez und Zapel eingemeindet. 1977 begann der der Auftakt zur Errichtung des Neubaugebietes Kietz im Norden der Stadt, mit seiner Fertigstellung wies Hagenow rund 15.000 Einwohner auf. Erst nach der Wiedervereinigung schrumpfte diese Zahl auf bis heute rund 12.000 hinab. Die gute Lage an die Fernverkehrswege zwischen Berlin und Hamburg sorgen bis heute für den nötigen Schub in der Wirtschaft und verhindern so auch den weiteren Bevölkerungsverlust. PolitikDie Stadtvertretung der Stadt Hagenow besteht aus 25 gewählten Vertretern. Seit der letzten Wahl am 13. Juni 2004 sind vier Parteien vertreten, der Aufbau setzt sich wie folgt zusammen:
WappenBlasonierung: „In Rot das Brustbild eines hersehenden Bischofs mit natürlicher Gesichtsfarbe, silbernem Haar, rotverzierter goldener Bischofsmütze und goldenem Gewand.” Partnerstadt
Wirtschaft und InfrastrukturWirtschaftHagenow wurde 1991 in das Städtebauförderungsprogramm des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Die Absicht dahinter bestand darin, die typische mecklenburgische Einzelhandels- und Gewerbestruktur, die die Stadt prägt, wiederzubeleben und auch zu erhalten. Gleichzeitig sollte so auch das historische Zentrum saniert und wieder attraktiver gestaltet werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen führten dazu, dass heute mehrere Einzelhandelsgeschäfte in der Altstadt die Straßen säumen, weiter außerhalb befinden sich zudem zwei große Gewerbegebiete, die unter anderem ein Werk der Carl Kühne GmbH & Co. KG als auch Werk des Nahrungsmittelkonzerns Danone aufweisen. Ansässige UnternehmenDie Liste beinhaltet nur eine Auswahl größerer Unternehmen, eine genaue Übersicht befindet sich auf der Stadthomepage [1].
VerkehrHagenow befindet sich an der B 321, die von Pritzier weiter nach Schwerin verläuft. Nördlich der Stadt befindet sich die Anschlussstelle Hagenow der A 24. Im Schienenverkehr wird die Stadt gleich durch zwei Bahnhöfe erschlossen. Der ältere Bahnhof Hagenow Land wurde bereits mit Einweihung der Berlin-Hamburger Bahn am 15. Oktober 1846 in Betrieb genommen. 1847 kam eine weitere Strecke nach Schwerin und 1894 die Kaiserbahn nach Bad Oldesloe hinzu, letztere wurde nach und nach stillgelegt, so dass nur noch der Stadtbahnhof Hagenow an der Strecke bedient wird. Beide Bahnhöfe werden ausschließlich im Regionalverkehr bedient, es bestehen Reisemöglichkeiten nach Hamburg, Ludwigslust, Schwerin und Rostock. Bildungseinrichtungen
SehenswürdigkeitenStadtkircheDer jetzige Bau der Stadtkirche stammt aus den Jahren 1875 bis 1879. Er ersetzt seinen Vorgängerbau aus Felsenmauerwerk und wurde im neugotischen Stil errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude nur leicht beschädigt. Der größte Verlust, den die Hagenower allerdings hinnehmen mussten, war der Verlust ihrer Kirchturmglocke, die in den Kriegswirren abhanden kam und sich heute vermutlich auf dem Glockenfriedhof in Hamburg-Veddel befindet. Erst einige Jahre später konnte ein Ersatz herangeschafft werden, in der Zwischenzeit läutete lediglich eine kleine Glocke für die Kirche. Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren umfangreich restauriert, 1994 erhielt der Bau eine neue Orgel sowie 2001 eine Photovoltaik-Anlage. WasserturmDer Wasserturm in Hagenow entstand in den Jahren 1905 bis 1908. Bis 1970 diente er den Stadtwerken als Wasserspeicher. Anschließend stand das Gebäude leer, bis ein ortsansässiger Architekt dieses Anfang der 1990er Jahre zu einem Wohndomizil ausbaute. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
