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Haiger ist eine Stadt im Lahn-Dill-Kreis (Hessen). Die nächstgelegene Großstadt ist Siegen ca. 25 km nördlich von Haiger. GeografieGeografische LageHaiger liegt am östlichen Rand des Westerwalds bzw. an den südlichen Ausläufern des Rothaargebirges (Kalteiche) etwa 9 km nordöstlich des Dreiländerecks Hessen–Nordrhein-Westfalen–Rheinland-Pfalz und ist zugleich die nördlichste Stadt im Lahn-Dill-Kreis. Nördlich des Ortsteils Offdilln entspringt die Dill, nördlich des Gewerbe- und Industriegebiets „Haiger-Kalteiche” entsteht die Heller. Nachbargemeinden und -kreiseHaiger grenzt im Norden an die Stadt Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen) und die Gemeinde Dietzhölztal, im Osten an die Gemeinde Eschenburg und die Stadt Dillenburg, im Süden an die Gemeinde Breitscheid (alle im Lahn-Dill-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinden Burbach und Wilnsdorf (beide im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen). StadtgliederungZur Stadt gehören neben der Kernstadt Haiger die Stadtteile Sechshelden, Langenaubach, Flammersbach, Allendorf, Seelbach, Steinbach, Rodenbach, Fellerdilln, Dillbrecht, Offdilln, Weidelbach, Oberroßbach und Niederroßbach. Einwohner(jeweils zum 31. Dezember)
GeschichteHaiger ist die älteste der drei Städte an der Dill. Die erste urkundliche Erwähnung Haigers stammt aus dem Jahr 778 n.Chr. Die drei Täler Haigerbachtal, Aubachtal und Dilltal, in Mitten denen Haiger liegt, verhalfen der Stadt zu einer verkehrsgünstigen Lage. Selbst berühmte Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller sowie Gotthold Ephraim Lessing besuchten einst die Stadt. Ihnen zu Ehren exististieren heute die Straßen Goethestraße, Schillerstraße und Lessingstraße in Haiger. Am 08. Mai 1729 wurde die gesamte Innenstadt Haigers durch eine Feuersbrunst zerstört. Innerhalb weniger Stunden brannten innerhalb der engen Stadtmauern beinahe sämtliche Gebäude. Auch die Haigerer Kirche brannte bis auf die Grundmauern ab. Die schnelle finanzielle Hilfe aus den umliegenden Fürstentümern, Städten und Ländern, sowie einer großzügigen Spende der damaligen Fürstin Isaballa (Ein "Legat von 400 Floren Capitäl!") halfen zu Linderung der großen Not. Haigerer Ritter: Das Geschlecht derer von Haiger herrschte über die Haigermark. Es wurde auch als Land der Freien Männer bekannt (predium liberorum virorum), was sehr wahrscheinlich auf die freie Herrschaft (nur direkt dem Kaiser untergeben) der Ritter von Haiger zurückzuführen ist. Das Wappen zeigt die drei goldenen Seeblätter auf rotem Grund. Die Helmzier bildete ein roten Flug mit den jeweiligen drei Wappensymbolen in der Schildanordnung auf der Außenseite. Die Familien mit den Seeblättern (oder Waldkleeblätter?) im Wappen waren wahrscheinlich alle miteinander verwandt, so mit den Rittern von Dernbach (schwarze Seeblätter auf goldener Tinktur), den Herren von Mudersbach (wahrscheinlich weiße Seeblätter auf rotem Grund), den Herrn von Nordeck (schwarze Seeblätter auf weißem Grund) und anderen Geschlechtern im Raum Gießen mit Seeblattwappen. NamensgebungDer Stadtname Haiger kommt aus dem althessischen: Die große Anzahl von Fischreihern am Haigerbach, Aubach und der Dill verhalfen zum Namen „Reiherbach”, bzw. auf althessisch „Heigerahe”. Dieser Name besteht aus den Begriffen „Heiger”, also Reiher, und „Ahe”, also Bach oder Gewässer. Im Laufe der Geschichte wandelte sich diese Schreibweise über die Worte → „Heigrahe” → „Heigera” → „Heigere” → „Heigerin” → „Heigre” → „Heigeren” → „Hegere” → „Hegera” → „Heygere” → „Heyger” → „Heiger” → „Häger” → und „Häyer” hin zum Namen Haiger. Der Vogel im Haigerer Wappen könnte sich ebenfalls auf den Fischreiher beziehen, ebenso kann es sich um eine Veränderung des Nassauer Löwen handeln. PolitikStadtverordnetenversammlungDie Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
Städtepartnerschaften
Die Partnerschaft entstand auf Initiative der Johann-Textor-Schule Haiger, die mit dem Collège Noel in Montville seit rd. 20 Jahren einen Schüleraustausch pflegt. Diese Freundschaft wurde offiziell 1991 in Montville und 1992 in Haiger durch Unterzeichnung einer Urkunde der Bürgermeister aus Montville und Haiger besiegelt. Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Gruppen halten regen Kontakt.
1964 besiegelten die Ortschaft Plombières-les-Dijon und die damals noch selbstständige Gemeinde Sechshelden offiziell diese Partnerschaft, deren Ursprung auf die fürsorgliche Aufnahme eines ehemaligen französischen Kriegsgefangenen bei Sechsheldener Familien zurückgeht. Durch freundschaftliche Beziehungen weiterer Bürgerinnen und Bürger beider Gemeinden weitete sich der Kreis aus.
Kultur und SehenswürdigkeitenMuseen
Anlässlich der Feiern zur 1200. Wiederkehr der Ersterwähnung Haigers wurde 1978 das Heimatmuseum am Marktplatz in einem der schönsten Fachwerkbauten aus dem Jahr 1724/25 eingerichtet. Dargestellt sind die natürlichen, geschichtlichen, wirtschaftlichen und volkskundlichen Gegebenheiten der Stadt Haiger und des ihr zugeordneten Raumes.
BauwerkeStadtkirche Haiger Nachdem vermutlich bereits in vorchristlicher Zeit der Kirchberg in Haiger für kultische Zwecke genutzt wurde, steht nach der Christianisierung eine Taufkirche an diesem Ort; der mächtige Turm dient als Wehr- und Fluchtburg. Die Kirche wird von König Konrad I. am 14. April 914 zusammen mit dem Königshof Heigera und den Marktrechten dem Weilburger Walpurgisstift geschenkt. Im Jahr 1048 wird der im romanischen Baustil errichtete neue Kirchenbau von Erzbischof Eberhard von Trier geweiht Über 400 Jahre später erfolgt der Umbau der Kirche im spätgotischen Stil: die flache Holzdecke wird ersetzt durch steinerne Gewölbe; Seitenschiffe und Altarraum werden angebaut. Der Altarraum bietet in den Jahren von 1485 bis etwa 1490 flämischen Malern genügend Platz und Gelegenheit, um ihn mit drei unterschiedlichen Freskenzyklen auszuschmücken. Sie zeigen in der unteren Ebene die Leidensgeschichte Jesu vom Einzug nach Jerusalem bis hin zur Himmelfahrt, in der mittleren Ebene zwölf Apostel, und letztlich unter der Gewölbedecke Jesus als den Weltenrichter, die vier Evangelisten, das Schweißtuch der Veronika und einiges mehr. Geldgeber für diese künstlerische Ausschmückung sind die beiden letzten Ritter von Haiger, Hermann und dessen Sohn Jost. Nach der Einführung des reformatorischen Bekenntnisses 1578 werden die Fresken – vermutlich 1588 – übertüncht. Kurios ist, dass gerade dieses im Lauf der Jahre mehrfache Überstreichen der Wände für den Erhalt der Wandgemälde gesorgt hat. Der Stadtbrand von 1723 erfasst nämlich auch die Haigerer Kirche und hätte die Fresken zerstört – wären sie nicht übermalt worden. Um 1900 fängt die Tünche an manchen Stellen an abzubröckeln, 1902 kommen neben dem Eingang zur Sakristei Bildteile zum Vorschein und im Wesentlichen im Jahr 1905 werden die Gemälde wieder frei gelegt. Die letzten Kriegswochen des Zweiten Weltkrieges treffen Haiger schwer. Eine Bombe schlägt dicht neben der Kirche ein, glücklicherweise ohne zu detonieren. Damit stehen die Fresken auch heute noch den interessierten Besuchern der Kirche zur Verfügung. Regelmäßige Veranstaltungen
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