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Hallenberg ist eine Landstadt im Rothaargebirge und gehört zum Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). GeografieGeografische LageHallenberg ist die südlichste Stadt im Hochsauerlandkreis. Sie liegt in den östlichen Ausläufern des Rothaargebirges an der südöstlich am Stadtgebiet vorbei führenden Landesgrenze zu Hessen und wird von der Nuhne durchflossen. Sie liegt in der Hallenberger Bucht, die zum Ostsauerland gehört. Dies gilt auch für die sich nordöstlich anschließende Medebacher Bucht. Östlich der Stadt erstreckt sich die Breite Struth. Zu den Bergen bei Hallenberg gehören Bollerberg (757,3 m) und Heidkopf (703,8 m). NachbargemeindenNachbargemeinden sind in Nordrhein-Westfalen:
und im Bundesland Hessen:
StadtgliederungHallenberg besteht neben der Kernstadt (34,72 km²) aus den Ortsteilen
GeschichteEin Vorläufer der späteren Stadt Hallenberg war vermutlich die im Tal südöstlich der Stadt gelegene Siedlung „Mercelinchusen”. Für die Gründung der Stadt Hallenberg spielte ihre ausgesprochene Schutzlage eine wichtige Rolle. Sie wurde errichtet auf einem Bergsporn, der sich auf einer lang gestreckten Halde hinzieht, die vom Heidekopf in den Mündungswinkel der Flüsschen Nuhne und Weife ausläuft. Von daher wird die Namensgebung erklärt. An dieser Stelle hatte der Abt von Deutz einen Hof besessen, den der Kölner Erzbischof zur Erbauung der Stadt übernahm. Dafür erhielt der Abt im Tausch einen Hof in Deutz. Die wenig günstige Verkehrslage in direkter Nachbarschaft zur Herrschaft der Landgrafen von Hessen, der Grafen von Waldeck und Wittgenstein hatte gegenüber der Schutzfunktion der Befestigung eher untergeordnete Bedeutung. Die Stadt wurde etwa gleichzeitig mit den Städten Schmallenberg und Winterberg in den Jahren nach 1240 durch den Marschall Arnold von Hochstaden angelegt. Ab 1258/1259 lässt sich ein Burgmann nachweisen. Für 1271 ist ein Stadtsiegel überliefert. Um 1300 begegnen uns erstmals Bürgermeister („proconsules et consules”). Zu dieser Zeit besaß der Erzbischof von Köln zwei Mühlen bei Hallenberg. Mindestens eine davon ist spätestens 1562 in städtischen Besitz gelangt. 1288 wurden die Stadt und die Burg im Zusammenhang mit der Schlacht von Worringen zerstört, aber schon bald wieder aufgebaut. Im Gebiet der Stadt Hallenberg befinden sich die Wüstungen Schnellinghausen, Frederinghausen, Gunterdinghausen, Merklinghausen und Beckhausen. Diese wurden im Spätmittelalter von ihren Bewohnern verlassen, die größtenteils nach Hallenberg zogen. 1537 kam es zu einer Grenzeinigung des Erzbischofs von Köln mit dem Landgrafen von Hessen. Die Dörfer Bromskirchen und Somplar gingen dem Herzogtum Westfalen endgültig verloren. 1596 einigte man sich auf einen Grenzvergleich mit der Grafschaft Wittgenstein. 1663 wurde der Grenzverlauf mit der Grafschaft Waldeck beschrieben. Erstmalig wurde 1621 die Stadt durch den 30jährigen Krieg berührt. Zur Abwendung der Bedrohung durch den bei Frankenberg befindlichen Christian von Braunschweig forderte sie von der benachbarten Stadt Winterberg 50 Schützen an. 1623 kam es zur ersten Einquartierung von Soldaten. 1632 wurde die Stadt von Hessen ausgeplündert, die Einwohner flohen zweimal aus der Stadt. Erneut floh die Bürgerschaft 1633 und 1646. 1634 wurde das Niedertor demoliert und damit die Stadt verteidigungsunfähig gemacht. Bis zum Jahr 1638 war fast die Hälfte der Bürger bei Kämpfen umgekommen. Ab 1643 kam es immer wieder zu schwedischen Drangsalen. Trauriger Höhepunkt war 1649 eine schwedische Brandschatzung. Erst das Folgejahr wurde in der Stadt nach Abzug der Schweden und Hessen und nach Bezahlung der letzten Kriegskontributionen als Friedensbeginn betrachtet. Im 7jährigen Krieg mussten um 1760 zur Begleichung von Kontributionen zahlreiche Kapitalien aufgenommen werden. Auf dem Katasterblatt von 1831 erkennt man die Einteilung in die vier Stadtviertel Burg, Raphun, Eisernhut und Eudeut. Neben der Pfarrkirche lag der Petrusbrunnen, das Rat- und Brauhaus und am Westende das Burggelände. Zwei Tore hatte der Ort, und zwar das Obertor im Norden mit dem Weg nach Winterberg, sowie das Niedertor im Südosten mit dem Weg nach Marburg über Bromskirchen. Südöstlich des Niedertors sieht man die Merklinghäuser Kirche. Östlich fließt die Nuhne von Norden nach Süden. 1816 kam Hallenberg nach einer hessischen Übergangszeit zum Königreich Preußen. 1826 wurde Hallenberg mit den Schultheißenbezirken Braunshausen, Hesborn, Liesen und Züschen zur Landbürgermeisterei Hallenberg zusammengeschlossen. 1838 wurde für Hallenberg die revidierte Städteordnung angenommen und damit die Trennung von dem neuen Amt Liesen vorgenommen. 1856 erfolgte ein erneuter Zusammenschluss mit dem Amt Liesen. Diese Verwaltungsgliederung wurde beibehalten bis zum Jahr 1975, als die neue Stadt Hallenberg aus den Gemeinden Hallenberg, Liesen, Hesborn und Braunshausen gebildet wurde. Damit wurde das Amt Hallenberg aufgelöst. Die Ortschaft Züschen wurde der neugebildeten Großgemeinde Winterberg zugeschlagen. Literatur:
HexenverfolgungenIm Verlauf von hundert Jahren (von 1591 bis 1699) sind in dem kleinen Ort Hallenberg 26 Hexenprozesse durchgeführt und mindestens 15 Menschen hingerichtet worden. Bei vielen Prozessen ist der Ausgang unklar. (s. Literatur) EingemeindungenIm Zuge der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurden 1975 die Orte Braunshausen, Hesborn und Liesen eingemeindet. Der Stadtteil Braunshausen ist erstmals im Jahr 1474 urkundlich mit dem Verkauf des Antoniushofes erwähnt. Das Dorf ist bis heute eine reine Agrargemeinde geblieben. Hesborn dürfte gegen Anfang des 11. Jahrhunderts gegründet worden sein. Dem Kirchturm sagt man das Baujahr 1127 nach. Die erste urkundliche Erwähnung des Stadtteils Liesen datiert auf das Jahr 1313. Auch in Liesen hat sich kaum Industrie angesiedelt. Der Ort hat sich in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich durch einen stetig wachsenden Fremdenverkehr weiterentwickelt. Einwohnerentwicklung der Kernstadt
Quelle: Statistische Rundschau für den Landkreis Brilon, Düsseldorf 1967. Einwohnerentwicklung der Großgemeinde ab 1975
Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW. PolitikGemeinderatDer Rat der Stadt Hallenberg hat 20 Mitglieder.
BürgermeisterDer Bürgermeister der Stadt Hallenberg ist Michael Kronauge (CDU). Ehrenamtliche Stellvertretende Bürgermeister sind Alfred Mörchen (CDU) und Günther Lingen (CDU). Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist Matthias Stappert (parteilos). Wappen
Literatur: Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986. Kultur und SehenswürdigkeitenDas kulturelle Leben der Stadt Hallenberg zeichnet sich durch das Ehrenamt aus. Viele Vereine sind Träger des kulturellen Lebens. Auch das Stadtarchiv Hallenberg mit seinen zum Teil bis ins Mittelalter zurückreichenden Archivalien ist ehrenamtlich geleitet. Das Schützenfest ist das bedeutendste gesellschaftliche Ereignis im Ort und wird von fast allen Einheimischen sowie vielen ehemaligen Einwohnern besucht. Beliebte Ausflugsziele sind die Aussichtstürme von Bollerberg und Heidkopf, von denen der Blick bis weit nach Hessen reicht. Theater
MusikVereine im Stadtteil Hallenberg:
Vereine im Stadtteil Liesen:
Vereine im Stadtteil Hesborn:
Vereine im Stadtteil Braunshausen:
BauwerkeDie Stadt Hallenberg hat in ihren Stadtteilen über 50 Baudenkmäler. Zu den herausragendsten Sehenswürdigkeiten gehören:
SportHallenberg bietet für viele sportlichen Interessen die passenden Vereine. Vereine im Stadtteil Hallenberg:
Vereine im Stadtteil Liesen:
Vereine im Stadtteil Hesborn:
Vereine im Stadtteil Braunshausen:
Wirtschaft und InfrastrukturHallenberg hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem landwirtschaftlich geprägten Ort zu einer Gemeinde mit einem überdurchschnittlichen gewerblichen Beschäftigtenanteil gewandelt. Verteilung der Beschäftigten (in %, Stand 30. Juni 2004)
Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW Größere Unternehmen in Hallenberg sind die folgenden:
VerkehrVon Hallenberg aus erreicht man über die B236/B480 in ca. 45 min. die A46 bei Bestwig (Richtung Ruhrgebiet) und in ca. 60 min. die A44 (Richtung Kassel). Der nächste Bahnhof ist in Winterberg ca. 16 km entfernt. Von dort aus verkehren Nahverkehrszüge Richtung Bestwig und weiter Richtung Ruhrgebiet und Kassel. MedienAls Tageszeigung für die Region erscheint die Westfalenpost mit einer Lokalausgabe für Brilon und den Hochsauerlandkreis. Ferner erscheint wochenweise der kostenlose Sauerlandkurier mit Informationen aus dem gesamten Sauerland. Alle zwei Wochen erscheint der Hallenberger Rundblick mit Informationen aus dem Stadtgebiet. Öffentliche Einrichtungen
BildungDie Stadt Hallenberg ist Träger einer Grundschule und einer Hauptschule. Sie ist der Volkshochschule des Hochsauerlandkreises angeschlossen. Gymnasien befinden sich in den Nachbarstädten Winterberg, Medebach, Korbach und Frankenberg, Realschulen in Frankenberg und Korbach. Eine Gesamtschule mit Realschul- und Gymnasialzweig befindet sich in Battenberg/Eder. Literatur
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