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Hemmoor ist ein Mittelzentrum am westlichen Ufer der Oste im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Die Stadt liegt geografisch etwa zwischen Stade und der Kreisstadt Cuxhaven. Hemmoor hat ca. 8900 Einwohner. GeografieGeografische LageHemmoor liegt an der Grenze zwischen der Geest und der Ostemarsch. Die Stadt liegt neben der Oste, die hier eine Breite von etwa 30 Metern hat und über den Hafen Schwarzenhütten den Seeweg über die Elbe zur Nordsee oder über den Nord-Ostsee-Kanal zur Ostsee eröffnet. NachbargemeindenDie Stadt Hemmoor bildet zusammen mit den Gemeinden Hechthausen und Osten die Samtgemeinde Hemmoor. GeschichteUrgeschichteBekannt geworden ist Hemmoor als Fundstätte von vielen mit Tierfriesen geschmückten Messinggefäßen aus der Zeit um 200 n. Chr., die im Landesmuseum in Hannover aufbewahrt werden. Unter Archäologen ist die Stadt wegen der "Hemmoorer Eimer" berühmt, eines Relikts aus der römischen Kaiserzeit. StadtrechteHemmoor ist 1968 aus den sechs ehemals selbstständigen Gemeinden Basbeck, Warstade, Hemm, Westersode, Alt-Hemmoor und Heeßel hervorgegangen. Am 1. Oktober 1982 wurden Hemmoor Stadtrechte verliehen. StädtepartnerschaftenPartnerstädte sind Couhé (Frankreich), Swaffham (Großbritannien) und Rüdersdorf bei Berlin. Kultur und SehenswürdigkeitenNationales Baudenkmal SchwebefähreEine Schwebefähre über die Oste stellt seit 1909 eine Verbindung zwischen dem Ort Osten (Oste) und dem Hemmoorer Ortsteil Basbeck her. Nachdem die von dem Eiffel-Schüler Louis Pinette erbaute Schwebefähre – eine von zweien in Deutschland und von acht in der Welt – 1974 in ihrer Funktion durch eine Straßenbrücke abgelöst worden ist, steht sie als Technisches Baudenkmal für touristische Demonstrationsfahrten zur Verfügung. 2004 wurde sie von der Bundesregierung in den Rang eines nationalen Baudenkmals erhoben und umfassend restauriert. BahnhofstraßenfestAlljährlich veranstaltet die IG Bahnhofstraße im Stadtteil Basbeck ein Bahnhofstraßenfest. Museen
Culturkreis Hemmoor e.V.Der Culturkreis Hemmoor e.V. bietet regelmäßig Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen an. Mehr als 30 000 Zuschauer haben innerhalb von über 18 Jahren die Rock-, Folklore-, Klassik- und Literaturveranstaltungen besucht. KüstenklassikSeit 2003 finden an seinem See im Heidestrandseebad unter der Bezeichnung "Küstenklassik" die Hemmoorer Seefestspiele statt. KreideseeDer Kreidesee im Stadtteil Warstade ist die Hinterlassenschaft von 117 Jahren Zementproduktion. Von 1862 bis 1976 wurde hier Kreide abgebaut, die in einer Zementfabrik direkt am heutigen See verarbeitet wurde. Nach Ende des Abbaus füllte sich die Grube mit Grundwasser. Das mit 60 Metern dritttiefste Gewässer Norddeutschlands (ursprünglich 130 Meter tief) ist heute als Tauch- und Freizeitzentrum international bekannt. Der See bietet dem Tauchanfänger und Profi unter anderem versunkene Industrieanlagen, Autos und ein gesunkenes Segelboot. Zugleich stellt es aber auch ein anspruchsvolles Tauchrevier dar, so dass es wiederholt zu Tauchunfällen, darunter auch tödlichen, kommt. In dem glasklaren Wasser werden verschiedene Arten von Forellen und Lachse gezüchtet, die auch beangelt werden dürfen. Der See ist etwa 33 Hektar groß und durch seine Tiefe sehr kalt. Der See ist ganzjährig für Taucher gegen Gebühr zu betauchen. Eine Tauchbasis ist vor Ort. Die heutige Tiefe von 60 Metern wurde dadurch erreicht, dass die Trümmer der Fabrik nach dem Abriss in den Kreidesee verfüllt wurden. Hemmoor-KugelUnter Hemmoor-Kugeln versteht man Steine in Kugelform, die aus sand- und kalkhaltigen Ablagerungen entstanden sind. Diese Kugeln entstanden vor ca 17 Millionen Jahren im „Hemmoorium” aus der Versteinerung des Meeresbodens. Im Eiszeitalter wurden diese Ablagerungen durch Gletschergewässer zu Kugeln geschliffen. In den beiden im Natureum in Balje am Ostesperrwerk ausgestellten Kugeln bzw. eines Kugelbruchstückes sind bis jetzt ca. 300 verschiedenen Tierarten nachgewiesen worden. Die eine Kugel, eine Leihgabe von Herrn Dr. Li. Lade aus Hechthausen, wurde in einer Sandkuhle in Cadenberge gefunden. Das Bruchstück einer weiteren Kugel, eine Dauerleihgabe des Niedersächsisches Landesamtes für Bodenforschung in Hannover, wurde in der Kreidegrube in Hemmoor gefunden. Kulinarische SpezialitätenIn der Hemmoorer Gastronomie wird Saibling aus dem Kreidesee im Stadtteil Warstade serviert. Als weitere Spezialitäten gelten Grünkohl, Stint und Aal. Wirtschaft und InfrastrukturZement mit Weltgeltung aus HemmoorFür die Zementherstellung werden hauptsächlich Kreide, Ton und Kohle benötigt. Da in Hemmoor eine große Ader (Schichtung) der „Schreibkreide” an die Erdoberfläche trat, wurde hier schon 1866 Kreide zur Zementproduktion abgebaut. Der für die Herstellung außerdem benötigte Ton kam vom Westerberg aus Lamstedt und die Kohle für die Brennöfen aus dem Ruhrgebiet per Schiff. Auf der Rückfahrt wurde der fertige Zement als Schüttgut oder in Säcken abgefüllt mit den Schuten verschifft. Eine der weltweit größten Firmen der Zementproduktion entsteht 1882 mit Gründung der Aktiengesellschaft Portland Cementfabrik Hemmoor. Sie wurde bald einer der wichtigsten Arbeitgeber von Hemmoor und des gesamten Elbe-Weser-Dreiecks und lieferte Zement für die Neubauten an der Niederelbe sowie für Bauten der Hansestadt Hamburg – u. a. das Chilehaus (1924), das Hotel Atlantic (1909), den alten Elbtunnel (1911) – aber auch den Sockel der New Yorker Freiheitsstatue (1886). In den 60-igern des 20. Jahrhunderts übernahm die Alsen'sche Portland Cementfabrik aus Lägerdorf – heute zum Holcim-Konzern gehörend – die Aktienmehrheit. 1983 kam es zur Stilllegung der Produktion, da die Kreide aus einer immer tiefer werdenden Kuhle (Grube) geholt werden musste, und das Absichern ihres Randes immer schwieriger wurde. Ebenfalls stellte die direkt an dieser Kante vorbeiführende B73 zunehmend ein Sicherheitsrisiko für den Abbau und für die angrenzenden Häuser dar. Die zwei weithin sichtbaren hohen Schornsteine wurden als letzte Teile der Produktionsgebäude abgerissen, nur das Verwaltungsgebäude an der B73 steht noch. Neben einigen noch verbliebenen Arbeits- und Direktorenhäuser erinnert heute insbesondere das deutsche Zement-Freilichtmuseum gegenüber der alten Produktionsstätte an diese Epoche Hemmoorer Geschichte. Nach einigen Persönlichkeiten aus der Geschichte der Zementherstellung in Hemmoor, dem Gründer des Werks, J. H. Hagenah, dem ehemaligen Vorstand Dipl.-Kfm. Ewald Marby sowie dem Betriebsleiter Dipl.-Ing. Kurt Tielmann, wurden Straße, Plätze oder Wege benannt. VerkehrDie Stadt liegt nahe der Kreuzung der Bundesstraßen 73 und 495. Zudem hat Hemmoor an der Niederelbebahnlinie Cuxhaven–Hamburg einen Bahnhof. Dieser – bis 1992 noch Basbeck-Osten genannt – wurde 2005/2006 meist im laufenden Betrieb komplett umgebaut und erhielt u. a. zwei neue Seitenbahnsteige, die Weichen wurden entfernt bzw. stillgelegt und die Signalanlagen erneuert. Mit der Einfahrt des ersten Zuges (RE14599) in Richtung Hamburg konnten die Baumaßnahmen am Morgen des 3. Juli 2006 abgeschlossen werden. Noch in der Nacht zu diesem Sonntag wurde der alte Bahnübergang Ziegelkamp nach Abfahrt des letzten Zuges (RE14588) aus Hamburg um 22:30 Uhr gesperrt und sofort abgebaut. Zeitgleich erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Bahnübergangs Bahnhofstraße / Otto-Peschel-Straße. BildungDas Gymnasium Warstade in Hemmoor wurde 1946 auf Initiative eines Schulvereins gegründet. Aus der Oberschule Stade / Zweigstelle Warstade entwickelte sich das heutige Gymnasium, das als Schule im ländlichen Raum Lernort für ein großes Einzugsgebiet ist. Zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurden 870 Schülerinnen und Schüler von 60 Lehrkräften unterrichtet, aufgelockert durch vielfältige außerunterrichtliche Aktivitäten (Arbeitsgemeinschaften, Theater- und Museumsbesuche, Schulfahrten, Wettbewerbe u. ä.). PersönlichkeitenSöhne und Töchter der StadtDer Historiker und Lyriker Alfred Vagts weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehenDer Schriftsteller Peter Rühmkorf ist im Hemmoorer Stadtteil Warstade aufgewachsen. Die Band Tomte kommt aus Hemmoor. Ihre bekanntesten Lieder sind „Ich sang die ganze Zeit von dir” und „Norden der Welt”. SportDie Wasserfreunde Hemmoor veranstalten jedes Jahr einen Oste-Marathon über 87 Kilometer Tidegewässer. TourismusHemmoor liegt an der 2004 eröffneten, rund 250 Kilometer langen Deutschen Fährstraße, die von Bremervörde nach Kiel führt und zu deren Wahrzeichen die Schwebefähre im Ortsteil Basbeck gehört. Der meist klare, kalte Kreidesee Hemmoor ist eines der bekanntesten deutschen Tauchgewässer und zieht das ganze Jahr hindurch Sporttaucher an. Sagen und Legenden
Quelle: Das Deutsche Zement-Museum
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