Hohenfels-Essingen in Rheinland-Pfalz


Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Gerolstein
Koordinaten: 50° 15′ N, 6° 44′ O
Höhe: 440 m ü. NN
Fläche: 5,02 km²
Einwohner: 355
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54570
Vorwahl: 06595
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 033
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Kyllweg 1
54568 Gerolstein
Ortsbürgermeister: Ottmar Eul

Die Ortsgemeinde Hohenfels-Essingen liegt inmitten der Vulkaneifel.

Geografie

Hohenfels-Essingen liegt im Tal des Hangelsbach, eingerahmt vom Feuerberg (588 m), Alten Voß (588 m, mit Befreiungsbuche) und Mühlenberg (585 m, mit den bekannten Mühlsteinhöhlen).

Wappenbeschreibung

„In Silber ein schräglinkes, rotes Schwert, begleitet oben von einer blauen Urne, unten von einem grünen Mühlstein”

Das rote Schwert, das den Schild schräglinks teilt, ist das Symbol für die mittelalterliche Gerichtsstätte des kurtrierischen Amtes Daun zwischen Hohenfels und Essingen an der alten Römerstraße, 1683 mit einem Galgen in der Karte des Amtes Daun verzeichnet. Die blaue Urne weist auf das große fränkische Gräberfeld mit 125 Gräbern und die bedeutenden Grabfunde hin. Der grüne Mühlstein im unteren Wappenteil symbolisiert die bereits im Mittelalter weithin bekannten Hohenfelser Mühlsteinbrüche als Gewerbe, steht ferner für die vulkanisch geprägte Landschaft in beiden Ortsteilen und weist auch auf den heutigen Lava- und Bastaltabbau hin.

Geschichte

Hohenfels war, wie Funde belegen, schon zu römischer und fränkischer Zeit besiedelt und wurde 948 erstmalig urkundlich erwähnt.

Essingen wurde erstmals 1193 urkundlich als ein dem Kloster St. Thomas zugehöriges Gut erwähnt.

Im Zuge der Verwaltungsreform 1969 wurden die selbständigen Orte Hohenfels und Essingen zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

Die Römer und Franken

Ende des 2. Jahrhunderts kamen die Römer in die Westeifel. Die römischen Truppen trafen auf eine zwar Ackerbau treibende einheimische Bevölkerung, die jedoch zahlenmäßig so gering war, daß sie nur relativ kleine Flächen bestellte. Mit der planmäßigen Erschließung des Landes durch Militärstraßen und den damit verbundenen Möglichkeiten des regionalen und sogar nationalen Handels begann schon bald eine rege Rodungstätigkeit auf den für den Ackerbau besonders gut geeigneten Böden. Das Land rechts und links der Verkehrsstraßen wurde mit einem Netz von Gutshöfen überzogen (villae rusticae), die sowohl staatlich als auch privatwirtschaftlich betrieben wurden. Einige der wichtigsten Römerstraßen verliefen über die nördlichen Höhen von Hohenfels und durch das Kylltal nördlich von Trier.

Im Distrikt Im Keller (Hohenfels) fand man 1957 bei Bauausschachtungen die Überreste einer Portikusvilla. Nur etwa 200 Meter entfernt wurden 1914 in der Gemarkung Auf Grafenfeld in Hohenfels zwei römische Gräber gefunden und für das Rheinische Landesmuseum Trier geborgen.

Mit dem Ende der römischen Herrschaft änderte sich einiges. Die große germanische Landnahme (zwischen 400 n. Chr. und 600 n. Chr) zerstörte die römische Kultur und brachte alles in die Hände der Heerkönige. Die Ureinwohner unseres Raumes (romanisierte Kelten sowie die Römer) flüchteten oder wurden unterworfen. Da die großen Domänen der Römer vornehmlich die Straßenlagen suchten, verteilten nunmehr die fränkischen Könige diese Güter an ihre Krieger. So finden wir in Hohenfels eine fränkische Gründung in unmittelbarer Nähe der römischen Portikusvilla. Im Flur Auf Grafenfeld wurde 1912 ein großes Gräberfeld der fränkischen Zeit entdeckt und erforscht: 125 fränkische Gräber aus dem 4. bis 8. Jahrhundert

15. bis 17. Jahrhundert

Bereits vor dem 30-jährigen Krieg war der Mühlenberg mit Stollen durchzogen worden, in denen man Mühlsteine angefertigt hatte. Um im Krieg Schutz vor den schwedischen Horden zu finden, hatte man diese Stollen und Höhlen zu einer Festung augebaut. Das wenige Vieh das man hatte, war nun gut darin untergebracht. Um sich mit Wasser zu versorgen, hatte man in Lavablöcke große Schalen gehauen, die bis zu 300 Liter Wasser hielten. Das Wasser konnte man aus einem Quellaustritten am Südhang des Berges gewinnen.

Das Heer der Schweden war keine diszilinierte Truppe. Sie zogen plündernd und Menschen quälend durch die Lande und lebten von dem was sie den armen Eifelbewohnern wegnahmen, und dies meist mit Gewalt. Eine ihrer Folterungen hatte man von Generation zu Generation weitergegeben, den sogenannten Schwedentrunk.

Ende des 15. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde nach dem 30-jährigen Krieg das Land verwüstet, die Bevölkerung verarmte und reduzierte sich geplagt von Pest und Cholera, woran ganze Dörfer ausstarben. Medizinische Hilfe gab es keine, Trost fanden die Menschen nur im Gebet und in der Kirche. In dieser Zeit hatte man aus Lavabasalt 7 Kreuze (Wegekreuze) herausgehauen und in näheren Umgebung von Hohenfels aufgestellt. An jedem Sonntag wallfahrtete das ganze Dorf an den Kreuzen vorbei und bat so um das Ende der Pest. Diese jahrhunderte alten Kreuze wurden in den 60er Jahren des 20. Jahrhunterts von der Gemeinde am Weg entlang zur Grotte auf dem Mühlberg aufgestellt.

Die Wunden des 30 jährigen Krieges waren noch nicht verheilt, begann 1688 König Ludwig XIV. einen weiteren Raubkrieg (Pfälzischer Erbfolgekrieg). Die Franzosen zogen durch die Eifel, zerstörten Burgen, Kirchen und Klöster. Sie hinterließen ein verwüstetes, verbranntes und menschenleeres Land.

18. und 19. Jahrhundert

Als Folge der Französischen Revolution kamen die Franzosen 1794 wieder in die Eifel. Die Konsequenzen: Klöster, Abteien u.ä. wurden enteignet.

Der Ort Hohenfels stand damals im Eigentum des Grafen von Metternich, der 1808 enteignet wurde. Die Mühle von Hohenfels, die auch dem Grafen gehörte, wurde für 1200 Franc = 380 Taler verkauft. Die Ländereien, die auch dem Grafen gehörten, wurden einzeln versteigert. Das größte Geschenk das den Menschen trotz Besetzung zugefallen war, war die wiedererlange Freiheit. Der ständige Druck der Obrigkeit, zu schuften für Fürsten, Grafen oder Barone hatte endlich ein Ende.

Im November 1817 wurde die Eifel dem Staat Preußen einverleibt und zwar in die neugegründete Rheinprovinz mit Sitz in Düsseldorf. Sie wurde aber wieder militärisches Aufmarschgebiet für zukünftige Kriege (Deutsch-Französischer Krieg 1871, 1. Weltkrieg 1914-1918, 2. Weltkrieg 1939-1945).

Ende des 19. Jahrhunderts hatte Hohenfels ca. 120 Einwohner. Die Menschen betrieben zum Teil eine kleine Landwirtschaft. Die Leute lebten neben ihrer Landwirtschaft von der Herstellung von Bord- und Mühlsteinen und Wegematerial. Diese Erzeugnisse der Familienbetriebe wurden mit Pferdegespannen über die Eifel hinaus transportiert und verkauft. Ein Teil der gefertigten Mühlteine wurde bis nach Belgien gebracht und von dort aus in alle Welt verfrachtet. Diese Familienbetriebe wurden während des 1. Weltkrieges eingestellt.

Im Jahre 1860 wurde das größte Lavavorkommen der Eifel - der Hohenfelser Feuerberg - von der Gemeinde zur Lavagewinnung verpachtet. Durchschnittlich wohnten 140 Leute von 1800-1900 in Hohenfels. Die Lava wurde für den Straßen- und Eisenbahnbau verwendet.

20. Jahrhundert bis Heute

Im Jahre 1918 hatte die Monarchie ein Ende. Der deutsche Kaiser floh nach Holland. Im November 1918 waren zuerst die Amerikaner 6 Wochen in unserem Ort, anschließend kamen die französischen Besatzungstruppen und blieben bis 1926, einige sogar bis 1928 in der Rheinprovinz. Die Bürde des Versailler-Friedensvertrages war für die Bevölkerung, die links des Rheines wohnte eine Zeit des Elends und der Not.

In den 20er Jahren des 20 Jahrhunderts begann der Abbau von Basalt unterhalb des Mühlenberges. Im Distrikt um Hohenfels wurden Kollersteine von einer Firma aus Mayen hergestellt. Diese Steine wurden in alle Welt exportiert (Südamerika, Afrika, Australien und auch Asien).

1928 wurde oberhalb des Landflurs „Wahlend” ein Schotterwerk gebaut, das bis 1974 in Betrieb war. Hier hatten zeitweilig über 100 Menschen einen Arbeitsplatz.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Grotte am Mühlenberg
  • Mühlsteinhöhlen
  • Basaltvorkommen
  • Wanderwege

Vereine

  • Freizeit- und Sportverein Hohenfels-Essingen e.V.
  • Verschönerungsverein Hohenfels-Essingen 1895 e.V
  • Reitverein
  • Möhnenclub



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Informationsportal über Hohenfels-Essingen in Rheinland-Pfalz - 25.5.2012