Hohenpeißenberg in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Koordinaten: 47° 48′ N, 11° 0′ O
Höhe: 780 m ü. NN
Fläche: 20,44 km²
Einwohner: 3977
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82383
Vorwahl: 08805
Kfz-Kennzeichen: WM
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 130
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Blumenstr. 2
82383 Hohenpeißenberg
Webpräsenz: www.hohenpeissenberg.de
Bürgermeister: Karl Graf (CSU)

Hohenpeißenberg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Der einstige Bergbauort liegt im Pfaffenwinkel.

Geographie

Hohenpeißenberg liegt in der Region Oberland. Es existiert nur die Gemarkung Hohenpeißenberg.

Der 1.000 m hohe Hohe Peißenberg wird wegen seiner überwältigenden Rundsicht vom Tourismusverband auch der „Bayerische Rigi” genannt. Er gilt als der schönste Panoramaberg Bayerns. Deshalb hat er einen eigenständigen Namen. Frühe Beinamen waren "mons doctus" wegen der Gelehrsamkeit auf dem Hohenpeißenberg (Älteste Bergwetterstation der Welt, betreut durch die Rottenbucher Augustiner Chorherren und nach der Säkularisation (1803) durch die Pfarrer und Schullehrer. Nach dem Krieg führte der Deutsche Wetterdienst dort die Wetterbeobachtungen fort. Eine andere Bezeichnung des Hohen Peißenbergs ist "mons parnanssus". Seit der Zeit der Renaissance hat der Hohe Peißenberg eine der großen Bayerischen Wallfahrten, die auch durch die Säkularisation nicht zum Erliegen kam.

Geschichte

1514 wurde auf dem Hohen Peißenberg eine Wallfahrtskirche erbaut. Aus der Schlosskapelle Schongau wurde eine geschnitzte Muttergottesfigur auf den Hohen Peißenberg gebracht. Diese Figur gewann schnell den Ruf eines Gnadenbildes, eine Wallfahrt entwickelte sich. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts musste deswegen eine zweite Kirche (die Wallfahrtskirche) angebaut werden, was dem Ensemble seine typische Silhouette verleiht: Vom Ort Hohenpeißenberg gesehen liegt die Kapelle links vom Kirchturm der Wallfahrtskirche, die Wallfahrtskirche selbst rechts.

Augustinerchorherren des Klosters Rottenbuch betreuten die Wallfahrt auf den Berg seit 1604 bis zur Säkularisation 1803. Während der Säkularisation wurde die Wallfahrtskirche zur Kirche der Pfarrei Hohenpeißenberg bestimmt und somit gerettet.

Im Jahr 1525 kam es auf dem Hohen Peißenberg beim Bauernaufstand zum Treueschwur der bayrischen Bauern für ihren Herzog und ihren Glauben.

Hohenpeißenberg gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schongau des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Am 8. Mai 1837 begann der staatliche Kohlebergbau im Peißenberger Raum, der erst 1969 bis 1971 eingestellt wurde.

Die Augustiner führten auch erste meteorologische Entwicklungen durch. Seit 1781 bestehen praktisch ununterbrochene meteorologische Beobachtungsreihen, heute befindet sich das Meteorologische Observatorium auf dem Hohen Peißenberg.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 2.986, 1987 dann 3.231 und im Jahr 2000 3.984 Einwohner gezählt.

Politik

Bürgermeister ist Karl Graf (CSU).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 437.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 41.000 €.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Schatzkammer vom Hohenpeißenberg, das höchstgelegene Museum (988 m) im Pfaffenwinkel.

Bauwerke

  • Wallfahrtskappelle und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt mit Rokokofresken (1748) von Matthäus Günther, 1514 resp. Anfang 17. Jahrhundert auf dem Hohen Peißenberg erbaut.
  • Fernsehturm Hohenpeißenberg, erbaut 1978 mit 158,76 m Höhe.
  • Meteorologisches Observatorium mit seit dem 1. Januar 1781 bis heute geführten meteorologischen Beobachtungen, die damit die älteste Bergwetterstation der Welt ist.

Literatur

  • Max Biller: Hohenpeißenberger Heimat-Lexikon. Arbeitskreis "Ortgeschichte, 527 Seiten, erhältlich bei der Gemeindeverwaltung
  • Max Biller & Ludwig Stippel: Bergbau und Bergbaumuseum am Hohen Peißenberg. Ein Führer durch die Geschichte des Bergbaus im Bereich des Bayerischen Rigi. 3. Auflage, 2006. Bezugsquelle: Verein "Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V."
  • Cornelia Lüdecke: 225 Jahre meteorologische Bergstation Hohenpeißenberg. Naturwissenschaftliche Rundschau 59(11), S. 602 - 604 (2006), ISSN 0028-1050



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Informationsportal über Hohenpeißenberg in Bayern - 25.5.2012