Holdorf in Niedersachsen


Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Vechta
Koordinaten: 52° 35′ N, 8° 8′ O
Höhe: 42 m ü. NN
Fläche: 54,86 km²
Einwohner: 6505
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49451
Vorwahl: 05494
Kfz-Kennzeichen: VEC
Gemeindeschlüssel: 03 4 60 005
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Große Straße 19
49451 Holdorf
Webpräsenz: www.holdorf.de
Bürgermeister: Dr. Wolfgang Krug (Parteilos, früher SPD)

Holdorf (ausgesprochen mit kurzem "o") ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Vechta in Niedersachsen.

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt am Nordwestrand des Naturpark Dümmer nordwestlich von Damme und den Dammer Bergen.

Gemeindegliederung

Neben der Ortschaft Holdorf selbst gehören die kleineren Orte und Dörfer Amtern, Diekhausen, Fladder, Fladderlohausen, Gramke, Grandorf, Handorf, Ihorst, Langenberg, Scheelenhorst und Wahlde zur Gemeinde.

Klima

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Holdorf 8,5° - 9,0°C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20-25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25° C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte

Mehrere Gräberfunde deuten auf eine Besiedlung der Gemeinde während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit hin. Die Gemeinde Holdorf wird 1188 erstmals urkundlich erwähnt. Im neuen Baugebiet „Am Lagerweg” am östlichen Ortsrand von Holdorf wurde die bislang wohl größte frühmittelalterliche Siedlung im Oldenburger Land entdeckt. Unter anderem beweisen das die mittlerweile bei Ausgrabungen in Holdorf entdeckten Überreste von zwölf so genannten Langhäusern, die aus dem Zeitraum zwischen 8. bis 14. Jahrhundert datieren.

Im Jahre 1188 wurde der Name Holthorpe – also das heutige Holdorf – erstmals vom Osnabrücker Domprobst Lentfried urkundlich erwähnt. Während des 30-jährigen Krieges von 1618-1648 kam es auch in Holdorf zu Plünderungen und Verwüstungen. Diejenigen, die den Krieg überlebt hatten, kämpften in der Folgezeit mit den Kriegsfolgen: Viele Menschen hungerten aufgrund zerstörter Felder und Ernten, Pest und andere Seuchen griffen um sich. Auch in der Folgezeit kam Holdorf nicht zur Ruhe: Die Holdorfer Gegend war entweder mit dem Landesfürsten in Oldenburg, dem Bischof von Osnabrück oder dem von Münster verbunden.

Im 19. Jahrhundert wurde Holdorf – wie ganze der südoldenburger Raum – von einer dramatischen Auswanderungswelle in Richtung USA erfasst. Die Gemeinde, die zu Beginn dieses Jahrhunderts selbstständig geworden war, verlor über 33% ihrer Einwohner von 1825 (ca. 2300 Einw.) bis 1890 (ca. 1500 Einw.). Von Mai 1987 bis Juni 1997 ist die Bevölkerung von Holdorf um 21,6% angewachsen (zum Vergleich: LK Vechta 19%, Land Niedersachsen 9,4%) und hat mittlerweile die 6000 überschritten.

Religionen

Konfessionelle Zusammensetzung:

  • Römisch-katholisch: 4.520
  • Lutherisch: 1.479
  • Reformiert: 5
  • Sonstige/konfessionslos: 608

Politik

Gemeinderat

Die 18 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

  • CDU 13 Sitze
  • SPD 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 9. September 2001)

Bürgermeister

Dr. Wolfgang Krug (parteilos) ist seit dem 1. Juli 2004 hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Holdorf.

Wappen

Das Wappen von Holdorf zeigt auf goldenem Grund ein rotes Spinnhaspelrad. Die Arbeit am Webstuhl soll in früheren Jahren besonders in der Gemeinde Holdorf als Heimarbeit gepflegt worden sein. Die Haspel ist ein typisches Gerät der bäuerlichen Heimindustrie.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Holdorf. Die Kirche wurde im neugotischen Stil errichtet und am 18. März 1858 feierlich eingeweiht werden.
  • der Hof zu Amtern mit seinem aufwendigen Fachwerkstil. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1240 zurück.
  • das Gut Ihorst mit seiner schöner Barockkapelle, die im Jahr 1975 restauriert wurde. Das Gut mit seinen 350 ha befindet sich seit dem Jahr 1882 im Besitz der Familie des Grafen von Spee.
  • Dersaburg (107 m hohe Höhenburg in Handorf. Entstehungszeit und Bedeutung sind umstritten.)

Sport

  • Freizeit- und Erholungszentrum Heidesee Holdorf: Der ca. 10 ha große Naturbadesee mit Sandstrand lädt zum Baden, Angeln, Surfen, Tauchen oder einfach nur zum Sonnenbaden ein. Für die Sicherheit der Badegäste sorgt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Für die Verpflegung steht ein Kiosk und ein Imbiss-Stand zur Verfügung. Ein Abenteuerspielplatz mit dem großen Spielschiff im Zentrum sowie Rutsche, Klettergerät und Wippe lädt die jüngeren Gäste zum sommerlichen Spielvergnügen ein.
  • In direkter Nachbarschaft zum Heidesee liegt das Holdorfer Tennis-Center mit seinen Außen- und Hallenplätzen.
  • Das Gelände des Holdorfer Reit- und Fahrvereins e.V.
  • Go-Kart-Bahn Hansaring im Hansa-Center (neben McDonalds) direkt an der Autobahnausfahrt A1

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Holdorf liegt an der A 1 und an der Bundesstraße 214. Die Gemeinde liegt direkt an der Bahnstrecke Osnabrück–Delmenhorst(–Bremen). Es gibt einen Bahnhof mit einem Bahnhofsgebäude, der im Stundentakt durch die Züge der zur Veolia-Gruppe gehörenden Nordwestbahn GmbH bedient wird.

Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Bremen (80 km nördlich) und der Flughafen Münster/Osnabrück (70 km südlich). Der nächste große internationale Flughafen ist der Flughafen Amsterdam (Schipol), ca. 250 km westlich gelegen.

Bildung

In Holdorf gibt es drei Kindergärten unter katholischer Trägerschaft: St. Dominikus Kindergarten (Holdorf/Badbergerstraße), St. Elisabeth Kindergarten (Holdorf/Roggenkamp), St. Barbara Kindergarten (Handorf-Langeberg/Lindenstraße). Zudem besitzt die Gemeinde 2 Grundschulen: Grundschule Holdorf und Barbara-Schule Handorf-Langeberg. Außerdem eine Haupt- und Realschule.




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Informationsportal über Holdorf in Niedersachsen - 25.5.2012