
|
Holzgerlingen ist eine Stadt in Baden-Württemberg, Deutschland und gehört zum Landkreis Böblingen. GeografieHolzgerlingen liegt auf der Schönbuchlichtung, neun Kilometer südlich von Böblingen. In Holzgerlingen entspringt die Aich. StadtgliederungDas Stadtgebiet Holzgerlingens ist in vier Stadtbezirke eingeteilt:
GeschichteDie Geschichte der Besiedlung geht bis in neolithische Zeit zurück. Kelten siedelten zwischen 550 und 50 v. Chr.. Gegen 100 n. Chr. ließen sich Römer im Raum Holzgerlingen nieder. Alamannen verdrängten die Römer dann gegen 300 n. Chr. Die erste urkundliche Erwähnung Holzgerlingens erfolgte 1007 in einer Schenkungsurkunde König Heinrichs II. an das Bistum Bamberg. Zwischen 1100 und 1400 war Holzgerlingen im Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen. 1348 ging der Ort durch Verkauf an das Haus Württemberg über. Der Bauernkrieg fand 1525 mit der Schlacht bei Böblingen in der Region sein blutiges Ende. Während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges kam es 1627 zur Einquartierung von Wallensteins Truppen. 1635 brach die Pest aus. In der Zeit, als in Europa der Polnische Erbfolgekrieg tobte, wurden in Holzgerlingen im Jahr 1735 gegen Frankreich marschierende russische Truppen einquartiert. Der Ausbruch des Österreichischen Erbfolgekrieges führte Trenck der Pandur und einige seiner Gesellen nach Holzgerlingen, wo sie 1743 übernachteten. Im Jahre 1805 fielen napoleonische Truppen ein und zwangen Bewohner Holzgerlingens zu Gespanndiensten für Napoleon I., sie konnten jedoch entkommen und zu ihren Familien heimkehren. Dagegen kehrten die fünfzehn Holzgerlinger, die 1812, genötigt durch das Bündnis König Friedrichs I. von Württemberg mit Napoleon I. an seinem Russlandfeldzug teilnahmen, nie mehr in ihre Heimat zurück. 1865 wurde im Ort die erste Poststelle eingerichtet. 1866 zogen Holzgerlinger Männer an der Seite Österreichs gegen Preußen ins Feld und gleich danach 1870/71 an der Seite des ehemaligen Feindes Preußen gegen Napoléon III. in den Krieg. Zwei der Männer ließen in den Schlachten ihr Leben. Im Jahre 1907 erhielt Holzgerlingen Anschluss an das Stromnetz. Aus dem Ersten Weltkrieg, 1918, kehrten 106 Holzgerlinger nicht mehr zurück. 1943 fielen Bomben auf Holzgerlingen und 1945, gegen Ende des Krieges, brannten französische Besatzungstruppen das alte Rathaus nieder. Der Zweite Weltkrieg kostete insgesamt 291 Holzgerlingern das Leben. Gleich nach dem Krieg begann der Wiederaufbau. 1950 wurde das Rathaus wieder errichtet. Nicht zuletzt auch durch die Nähe zu Sindelfingen, Böblingen und Stuttgart konnte sich Holzgerlingen in den Folgejahren vom einstigen Handwerker- und Bauerndorf zu einem respektablen kulturellen Zentrum in der Schönbuchlichtung entwickeln. Am 1. April 1993 erhielt Holzgerlingen die Stadtrechte verliehen. ReligionenDie Reformation wurde in Holzgerlingen 1534 eingeführt. Seither ist der Ort evangelisch geprägt. BevölkerungsstrukturDer Ausländeranteil beträgt 11,0 %. PolitikBürgermeister
PartnerstädteDie Partnerstädte von Holzgerlingen sind
SportSporteinrichtungenIn Holzgerlingen gibt es unter anderem ein Stadion, vier Sporthallen, ein beheiztes Waldfreibad, Tennisplätze und Tennishalle, Reitgelände mit mehreren Hallen, einen Golfplatz (öffentlich und Club) und den Schützenbühl mit einer Moto-Cross-Rennstecke. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehr1910 erhielt der Ort Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1965 ist auf der Strecke der planmäßige Personenverkehr eingestellt worden. Nach Jahren der Stilllegung wurde im Dezember 1996 die Schönbuchbahn wieder in Betrieb genommen. Drei Haltestellen in Holzgerlingen binden die Stadt über Böblingen an das Stuttgarter S-Bahnnetz an. Die Bundesstraße B 464 (Sindelfingen–Reutlingen) verbindet Holzgerlingen mit dem überregionalen Straßennetz. Bereits 1934 erhielt die Stadt eine Ortsumgehung. Dadurch blieb der Innenstadtbereich bis heute vom Durchgangsverkehr weitestgehend verschont. Die B 464 ist heute teilweise als vierspurige Schnellstraße ausgebaut. Ansässige UnternehmenDas älteste Unternehmen im Ort ist die seit 1798 ansässige Bandweberei Gottlieb Binder. Derzeit größter Arbeitgeber ist der Anlagenhersteller Eisenmann. Im Industriegebiet Buch sind neben dem Hänssler Verlag weitere kleine und mittelständische Unternehmen ansässig. Die Hermes Logistik Gruppe, die von der TNT GmbH übernommen wurde, betreibt dort eine Logistikzentrale für den Großraum Stuttgart. Wegen der örtlichen Nähe zum Mercedes-Standort Sindelfingen haben sich Zulieferbetriebe mit Zweigstellen oder Vertriebsbüros angesiedelt. Viele Holzgerlinger sind im nahe gelegenen Sindelfingen und Böblingen in namhaften und weltweit agierenden großen Unternehmen, wie DaimlerChrysler, IBM, Philips, Hewlett-Packard oder Agilent beschäftigt. Öffentliche EinrichtungenHolzgerlingen besitzt eine Stadthalle mit 700 Sitzplätzen, eine Begegnungsstätte (Bürgertreff) mit Internetcafé und ein Altenzentrum mit angeschlossenem Pflegeheim. BildungseinrichtungenHolzgerlingen verfügt über ein modernes Schulzentrum mit Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium (Schönbuch-Gymnasium Holzgerlingen). Das Angebot komplettieren die ansässige Sonderschule sowie eine Volkshochschule. Darüber hinaus gibt es sieben Kindergärten sowie eine Stadtbücherei mit öffentlichem Internetzugang. Kultur und SehenswürdigkeitenTheaterDas Amateurtheater Die Käsreiter tritt regelmäßig mit schwäbischen Mundartstücken im Restaurant Waldhorn auf. MuseenHolzgerlingen verfügt über ein eigenes Heimatmuseum. Bauwerke
JugendMit dem Jugendkulturzentrum „s'red” hat Holzgerlingen seit 1999 einen beliebten Treffpunkt für Jugendliche der Stadt. Weiterhin werden von den örtlichen Vereinen gelegentlich Veranstaltungen, wie zum Beispiel Mitternachtssport, angeboten. Persönlichkeiten
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
