Hoyerswerda in Sachsen


Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Koordinaten: 51° 26′ N, 14° 15′ O
Höhe: 117 m ü. NN
Fläche: 94,76 km²
Einwohner: 41.597
Bevölkerungsdichte: 439 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02977
Vorwahl: 03571
Kfz-Kennzeichen: HY
Gemeindeschlüssel: 14 2 64 000
Adresse der
Stadtverwaltung:
Neues Rathaus
Salomon-Gottlob-Frentzel-Straße 1
02977 Hoyerswerda
Webpräsenz: hoyerswerda.active-city.net
Oberbürgermeister: Stefan Skora (Die Wahlplattform für Hoyerswerda)

Hoyerswerda (obersorbisch: Wojerecy, niedersorbisch: Wórjejce), ist eine kreisfreie Stadt im Norden der sächsischen Oberlausitz, etwa 35 km südlich von Cottbus und 54 km nordöstlich von Dresden im sorbischen Siedlungsgebiet. Die Stadt ist eines der sechs Oberzentren des Freistaates Sachsen (Hoyerswerda-Görlitz-Bautzen) und ist Mitglied der Euroregion Neiße.

Geographie

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 9,0 Kilometer und in Ost-West-Richtung 20,0 Kilometer.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Bernsdorf, Elsterheide, die Stadt Lauta, Leippe-Torno, Lohsa, Spreetal und die Stadt Wittichenau im Landkreis Kamenz.

Stadtgliederung

Hoyerswerda gliedert sich in die Alt- und Neustadt sowie die Ortsteile Bröthen-Michalken, Dörgenhausen, Knappenrode, Schwarzkollm und Zeißig.

Geschichte

Historischer Überblick

Hoyerswerda wurde 1268 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1371 wurde ihm das Marktrecht durch Kaiser Karl IV. verliehen und 1423 erhielt „Hoeßward” das Stadtrecht und das Recht der freien Ratswahl. Dieses Recht wurde vom „Freiherr von Dauba” verliehen. 1705 schenkte August der Starke Katharina von Teschen die Standesherrschaft Hoyerswerda. Katharina von Teschen war eine wichtige Förderin des Städtchens, sie tat sich durch Förderung des Handels und des Handwerks hervor. Sie war eine Mätresse Augusts des Starken.

1759 im Siebenjährigen Krieg kam es zu einem Scharmützel zwischen österreichischen und preußischen Truppen, welches auch als Schlacht von Hoyerswerda bezeichnet wird.

Im Jahr 1815 wurde Hoyerswerda von Sachsen an Preußen abgetreten und 1825 - wie die übrige preußische Oberlausitz - in die Provinz Schlesien eingegliedert.1873 wurde die Bahnstrecke Hoyerswerda - Ruhland eröffnet, dies brachte eine wirtschaftliche Förderung mit sich, da damit auch eine große Reparaturwerkstatt entstand. 1912 wurde die Domowina in Hoyerswerda gegründet. 1945 wurde Hoyerswerda zur Festung erklärt und stark zerstört. Hierbei setzten die einmarschierenden Truppen der Roten Armee Teile der Stadt in Brand.

Nahe der Stadt entstand 1955 das Braunkohleveredelungswerk (Kombinat) Schwarze Pumpe. Dieses liegt heute teilweise in Brandenburg

  • Huittinen, Finnland
  • Mit der Stadt Pforzheim besteht eine Städtebeziehung.

    Außerdem unterhalten noch folgende eingemeindete Orte Partnerschaftsbeziehungen:

    • Schwarzkollm seit 1990 mit Heinersreuth und Stephanskirchen, beide in Bayern
    • Zeißig seit 1980 mit Prikazy im Okres Olomouc, Tschechien

    Kultur und Sehenswürdigkeiten

    • Rathaus
    • Zoo Hoyerswerda
    • Schloss Hoyerswerda mit Museum
    • Kulturfabrik (KUFA)
    • Lausitzer Seenland
    • Computermuseum Konrad Zuse
    • Handwerkergasse „Lange Straße”
    • Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode
    • Bockwindmühle Dörgenhausen
    • Lausitzhalle

    Wirtschaft und Infrastruktur

    Seit 1990 durchlebt die Region um Hoyerswerda einen gewaltigen Strukturwandel. Mit dem Zusammenbruch der bestimmenden Monokultur – Bergbau- und Energiewirtschaft – ergaben sich in der Lausitz einschneidende Veränderungen. In der Region sind 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätze in allen Bereichen regelrecht verschwunden und wurden nur leicht kompensiert.

    Es herrscht eine Arbeitslosenquote von etwa 24 %. Diese geht einher mit einer hohen Abwanderungsrate. Die Abwanderungsrate ist mit über 29 % seit 1989 die höchste in Deutschland. Die Industrie aus dem sekundären Sektor ist fast komplett verschwunden.

    Gleichzeitig mit der Umstellung der Strukturen in den Großbetrieben der Umgebung, fand ein großer Teil von Gewerbetreibenden, Handwerkern und Ingenieuren den Mut, sich selbständig zu machen. Teils aus der Konsequenz des Strukturwandels heraus, teils mit der Motivation, die Chancen der Marktwirtschaft für sich selbst zu nutzen. Diese sind zum größten Teil im tertiären Sektor zu finden.

    Die Stadt Hoyerswerda hat zu seiner weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept” in den Bereichen Wirtschaft und Stadtumbau erstellen lassen. Leider existiert kein wirtschaftliches Konzept der sächsischen Staatsregierung für diese Region.

    Im Stadtumbaukonzept ist die Umgestaltung, ein – sozial verträglicher Gesundschrumpfungsprozess – der Stadt, der Rückbau des Leerstandes an Wohnsubstanz, eine Weiterentwicklung zur modernen Wohn- und Dienstleisterstadt konzipiert.

    Das Wirtschaftskonzept sieht das im Strukturwandel befindliche Umland als Chance für Hoyerswerda. Hoyerswerda als – Mittelpunkt und Oberzentrum des Lausitzer Seenland – einhergehend mit allen Annehmlichkeiten an Kultur, Bildung- und Freizeiteinrichtungen.

    Die aufgebaute Braunkohleveredelungsindustrie und die Energiegewinnung aus der Braunkohle bestimmten bis 1989 die wirtschaftliche Monokultur der gesamten Region. Die Folgelandschaft des Bergbau prägen das Landschaftsbild bis heute.

    Die Stadt Hoyerswerda und der umliegende Landkreis Kamenz sehen in der Umgestaltung der Bergbaufolgelandschaften in das „Lausitzer Seenland” eine große Chance in der wirtschaftlichen Entwicklung.

    Mit der Umsetzung in ein touristisch attraktives Gebiet erhoffen sich die Gestalter, eine ähnliche touristische Entwicklung wie das Fränkische Seenland zu nehmen.

    Persönlichkeiten

    Ehrenbürger

    • 26. Februar 1946: Wilhelm Pieck
    • 3. Februar 1950: Johannes Dieckmann
    • August 1953: Otto Damerau
    • 5. Mai 1975: Jekaterina Ponomarjowa
    • 19. September 1995: Konrad Zuse
    • 15. Juli 1998: Jürgen von Woyski

    Söhne und Töchter der Stadt

    • Matthias Heidrich (*1977), Fußballspieler von Alemannia Aachen
    • Rolf Babiel (*1952), Würstchenkönig von New York
    • Petra Pfaff (*1960), deutsche Leichtathletin
    • Rainer Nachtigall (*1941), ehemaliger Fußballspieler der DDR
    • Carsten Labudda (*1975), deutscher Politiker
    • Michael Schiewack (*1952), deutscher Journalist
    • Rudolf von Sebottendorf (*1875 - †1945), Gründer der Thule-Gesellschaft

    Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

    • Brigitte Reimann
    • Gerhard Gundermann
    • Klaus Haupt
    • Richard Paulick
    • Sieger Köder
    • Rudolf Müller
    • Albert Stief

    Quellen




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    Informationsportal über Hoyerswerda in Sachsen - 25.5.2012