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Hüffenhardt ist eine kreisangehörige Gemeinde in Baden-Württemberg. Die Gemeinde liegt im Südwesten des Neckar-Odenwald-Kreises auf einer Anhöhe nur wenige Kilometer westlich des Neckars zwischen Odenwald und Kraichgau - rund 30 km südöstlich der Stadt Heidelberg. GeografieDie Gemeinde besteht aus zwei Ortsteilen: Kälbertshausen im Norden und Hüffenhardt im Süden. Die Nachbarorte sind im Norden Obrigheim und Hochhausen, im Osten Haßmersheim und Neckarmühlbach. Im Süden grenzen das zum Landkreis Heilbronn gehörige Siegelsbach und der Bad Rappenauer Ortsteil Wollenberg, und im Westen Helmstadt-Bargen, das zum Rhein-Neckar-Kreis gehört, an das Gemeindegebiet. Ein Teil der Gemarkung wird nicht zum wenige Kilometer im Osten liegenden Neckar entwässert, sondern mit dem Wollenbach nach Westen. Das Gemeindegebiet liegt teilweise im Naturpark Neckartal-Odenwald zwischen 219 und 338 Meter Höhe. GemeindegliederungDie Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Hüffenhardt und Kälbertshausen (eingemeindet 1975). GeschichteHüffenhardtDie frühesten Besiedlungsspuren in Hüffenhardt, 1844 im Gewann Langherd entdeckte Grabhühel, datieren auf die Jungsteinzeit (3. Jarthausend v. Chr.). Auch die Römer hinterließen Spuren. Eine durchgängige Besiedlung bis in heutige Zeit kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Die heutige Hüffenhardt entstand vermutlich erst im 10. Jahrhundert und wurde erstmals anlässlich einer Schenkung von Gütern des Erchenbert von Röttingen im Jahr 1083 an das Kloster Hirsau erwähnt. Das Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach im Schwarzwald besagt, dass ein Gut Hufelinhart um 1150 in den Besitz der Reichenbacher Mönche überging. Im Hochmittelalter waren die Lehnsherren des unter Oberhoheit des Bistum Worms stehenden Ortes die Herren von Burg Guttenberg, also ab 1427 die Herren von Weinsberg, ab 1449 die Herren von Gemmingen. Die von Gemmingen hatten ab 1497 auch die hohe Gerichtsbarkeit (Blutbann) über den Ort. Darüberhinaus hatten das Ritterstift in Wimpfen, die Guttenberger Eucharius-Kaplanei, Wimpfener Bürger, ein Veit von Helmstatt und andere hier Besitztümer. Um 1525 wurde der Ort durch die Herren von Gemmingen reformiert. Um das Jahr 1600 hatte Hüffenhardt rund 400 Einwohner, doch der nachfolgende Dreißigjährige Krieg dezimierte die Bevölkerung auf sechs Haushalte. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden daher von den von Gemmingen auch Schutzjuden angesiedelt. 1806 kam Hüffenhardt als selbstständige Gemeinde zum neu geschaffenen Großherzogtum Baden. KälbertshausenKälbertshausen geht auf eine römische Villa rustica zurück, eine Hofanlage zur Versorgung der am Limes stationierten römischen Soldaten. Nach Abzug der Römer im 3. Jahrhundert entwickelte sich eine keltische Siedlung, die den Ursprung des heutigen Ortes bildet. Das Dorf wird erstmals 976 urkundlich erwähnt, die älteste Schreibweise stammt aus dem Jahr 1150 und lautet Husen, 1325 ist von Kelwartzhusen, 1440 von Kelwershusen und 1483 von Kelwertshausen die Rede. Der Ortsname nimmt möglicherweise Bezug auf den Beruf des Köhlers, der in der waldreichen Gegend traditionell ausgeübt wurde, gibt eventuell aber auch einen Hinweis auf einen „Kelwart”, der den neuzeitlichen Ort begründet haben könnte. Das Dorf unterstand der Oberhoheit des Bistum Worms und wurde im späten Mittelalter von Engelhard von Weinsberg zu je einem Drittel an die Herren von Helmstatt, die Herren von Gemmingen-Guttenberg und von Gemmingen-Babstadt (später Hornberg) verkauft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der ort praktisch entvölkert. 1648 wurden noch vier Familien gezählt. Im 18. Jahrhundert wurden 1743 wieder 31 Familien gezählt, es siedelten sich auch Einwanderer aus der Schweiz und Tirol an. Während der Franzosenkriege wurde Kälbertshausen zwischen 1792 und 1799 jedoch abermals schwer getroffen. Von den Kampfhandlungen zeugen heute noch die Gewannnamen Schanzwiesen und Bollwerk. Im 19. Jahrhundert kam Kälbertshausen ins neu geschaffenen Großherzogtum Baden. 1816 brach eine Hungersnot aus, die noch im Folgejahr anhielt. 1847 und 1851 wird abermals von Hungersnöten berichtet. Ein Unwetter am 31. August 1860 verwüstete den Ort und die umliegenden Wälder und Felder. Der Kirchturm wurde dabei zerstört und fast alle Dächer im Ort abgedeckt. Die Forstschäden sollten über 30 Jahre lang zu sehen sein. Die andauernde Not verursachte eine große Auswanderungswelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der nach dem Ersten Weltkrieg eine weitere Auswanderungswelle folgte. Im Zuge der Gemeindereform wurde Kälbertshausen 1975 nach Hüffenhardt eingemeindet. ReligionenDie Bevölkerung war bis nach dem 2. Weltkrieg fast rein evangelisch. Durch die nach dem Krieg zuströmenden katholischen Flüchtlinge erhöhte sich der Anteil der Katholiken auf heute ca. 27 %. In Hüffenhardt und Kälbertshausen besteht eine eigene evangelische Pfarrei. Hüffenhardt und Kälbertshausen sind Filialen der katholischen Pfarrei Siegelsbach. PolitikWappenIn gespaltenem Schild vorn in Rot eine gestürzte goldene (gelbe) Pflugschar, hinten in Blau zwei goldene (gelbe) Balken. Die Pflugschar im vorderen, in den badischen Farben tingierten Feld des Wappens ist das Fleckenzeichen Hüffenhardts, das auch auf Grenzsteinen und in den Gemeindesiegeln seit dem 18. Jahrhundert begegnet. Das linke Feld zeigt das gemmingische Wappen in Anspielung auf die frühere Ortsherrschaft, die Herren von Gemmingen. Gemeindepartnerschaften
Kultur und SehenswürdigkeitenSehenswürdigkeiten
KulturNach dem Zweiten Weltkrieg war Hüffenhardt der Heimatort des Kunstmalers Edgar John, nach dem hier inzwischen eine Straße benannt ist. Im Ort befindet sich außerdem das Geburtshaus des Heimatdichters Karl Schramm, nach dem ebenfalls eine Straße benannt ist. Öffentliche Einrichtungen
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