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Husum (friesisch Hüsem) ist Kreisstadt des Kreises Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Die Stadt ist literarisch bekannt als graue Stadt am Meer (Theodor Storm). GeographieGeographische LageHusum liegt an der Nordsee am Rande der Schleswigschen Geest, 72 km westlich von Kiel, 119 km nordwestlich von Hamburg und 43 km südwestlich von Flensburg. StadtgliederungEinige Stadtteile Husums:
GeschichteDer Name Husum bedeutet wahrscheinlich "Haus (oder Häuser) an der Au". Die erste Erwähnung in den Chroniken datiert aus dem Jahr 1252. Der dänische König Abel versuchte eine neue Steuer auch in Nordfriesland durchzusetzen, die die Friesen nicht zahlen wollten. Abel zog daraufhin zu Feld, starb aber im Gefecht am Mildedamm bei Husembro (Husumbrücke). 1362 überspülte die „Zweite Marcellusflut” weite Teile der Küste. Das Land wurde zerrissen, Inseln versanken, Landstriche wurden dauerhaft unter Wasser gesetzt und Husum wurde über Nacht zur Hafenstadt. Die Husumer nutzten die traurige Gunst der Stunde und richteten einen Marktplatz ein. Waren konnten direkt aus weit entfernten Orten auf dem Schiffswege angeliefert werden und es entwickelte sich schon bald ein blühender Markt. 1409 wird der Ortsname Husum erstmalig erwähnt. 1448 war man dann so selbstbewusst, sich von vorgesetzter Stelle, dem Kirchspiel Mildstedt zu lösen. Mit der Einweihung der ersten Kirche 1507 war die Loslösung vollendet. In jenen Jahren wuchs Husum auf gut 3.000 Einwohner und entwickelte sich zum wichtigsten Hafen- und Marktplatz Nordfrieslands. Schon 1472 wollten die Husumer Stadtrechte erlangen und beteiligten sich an dem erfolglosen Aufstand gegen den dänischen König Christian I.. Dieser verweigerte den Husumern daraufhin die Stadtrechte, die Anführer wurden exekutiert und eine harte Strafsteuer verhängt. Von 1512 bis 1522 hatte der Walsroder Bildschnitzer Hans Brüggemann seine Werkstatt in Husum und fertigte von hier aus den Bordesholmer Altar sowie für die alte Marienkirche den Engel des verlorenen Tabernakels. Einer Legende zufolge soll er, durch die Reformation brotlos geworden, im Husumer Armenhaus gestorben sein. Der ab 1544 im Norden regierende Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf sorgte für einige Neuerungen. So gab er 1577 den Anstoß, das Schloss vor Husum zu bauen. 1603/08 erhielt Husum die Stadtrechte mit 4.000 Einwohnern. 1634 zerschlug die „Burchardiflut” die durch Landwirtschaft reich gewordene Insel Alt-Nordstrand. Husum wurde selbst nicht sehr stark betroffen, aber viele Bauern aus der Umgebung, die regelmäßig zum Markt gekommen waren, verloren ihr Leben, viele Überlebende ihren gesamten Besitz. Der wirtschaftliche Höhenflug war vorerst beendet. 1807 wurde die im frühen 15. Jahrhundert erbaute alte gotische Marienkirche am Markt wegen Baufälligkeit abgerissen. Die alte Kirche hatte nach vielen Ausbauten allmählich die Größe einer Domkirche mit einem fast 100 m hohen Turm angenommen. 1833 wurde die neue klassizistische Marienkirche, geschaffen von Christian Frederik Hansen, geweiht. Erst als Husum 1867 mitsamt den Herzogtümern Schleswig und Holstein in den Preußischen Staat überging, begann die Stadt wieder zu wachsen. Dies zeigte sich insbesondere an einer Eisenbahnverbindung, durch deren wirtschaftliche Einflussnahme u. a. einer der größten Viehmärkte Nordeuropas entstand. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führte dazu, dass 1970 der Viehmarkt zum letzten Mal stattfand. In der Zeit zwischen 1935 und 1945 war Husum Standort der Wehrmacht. Die Stadt besaß ein eigenes Wehrmeldeamt sowie einen Fliegerhorst, auf dem vor allem Jagd-Einheiten stationiert waren. Außerdem unterhielt die Kriegsmarine in der Stadt eine Kriegsschule.Diese befand sich in der heutigen Fliegerhorst Kaserne. StadtbildPrägend für den Stadtkern ist der Tidenhafen. Im Innenstadtbereich liegen noch einige Freizeitboote. Auf der ehemaligen Slipanlage der bis 1978 dort tätigen Werft liegt seit 2002 der ehemalige Tonnenleger Hildegard. Das Schiff bauten Husumer Werftarbeiter 1907 als Segelschiff unter dem Namen Eider. 1921 wurde es zum Motorschiff umgebaut, 1958 erfolgte der Verkauf an eine private Tonnenlegefirma und Umbenennung in Hildegard. 1978 stellte diese es außer Dienst, das in Husum ansässige Schifffahrtsmuseum Nordfriesland kaufte das Schiff. In seiner siebzigjährigen Dienstzeit markierte das Schiff das Fahrwasser von der Eider bis zur dänischen Grenze. Am Ort der Werft selbst wurde 1988/1989 das neue Rathaus gebaut. KulturMuseen
Sehenswürdigkeiten
FilmeIn Husum wurden u.a. folgende Filme gedreht:
Die Krankenhausserie Herzschlag - Ärzteteam Nord (1999 bis 2003) wurde in Husum produziert. Am 19. November 2005 sendete der Musikantenstadl (Episode 1144) aus der Husumer Messehalle. Einige Außenaufnahmen zu den ARD-Serien „Gegen den Wind” und „Die Strandclique” wurden hier in den 1990er Jahren gedreht. Wirtschaft und InfrastrukturSchon im 16. Jahrhundert war Husum eine wichtige Stadt für Herzog Adolf. Von hier aus betrieb er Handel mit den Niederlanden und war zudem an den Eindeichungen an der Nordseeküste interessiert. Husum ist als Kreisstadt das wirtschaftliche Zentrum Nordfrieslands. Husum ist Mittelzentrum für die Westküste Schleswig-Holsteins mit entsprechenden Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen. Im historischen Stadtzentrum mit Marktplatz und Marienkirche sowie im Gewerbegebiet ist der Handel- und Dienstleistungssektor vorherrschend. Auf dem Marktplatz findet jeden Donnerstag einer der größten Wochenmärkte Schleswig-Holsteins statt. Zwei Hersteller von Windkraftanlagen (Vestas und RePower Systems) haben große Produktionsstandorte in Husum aufgebaut (Hafen und Gewerbegebiet). Weiterhin sind im Gewerbegebiet einige Stahl- und Maschinenbaubetriebe angesiedelt. VerkehrStraßenverkehrHusum liegt an der B200 nach Flensburg, der B201 nach Schleswig sowie der B5 nach Heide bzw. Tondern. SchienenverkehrDer Bahnhof Husum wurde 1910 erbaut und wird von der Deutschen Bahn AG heute in der Bahnhofskategorie 3 geführt. Der Bahnhof ist Eisenbahnknotenpunkt, er verbindet die Strecke Westerland-Hamburg (Marschbahn) mit den Strecke nach Bad Sankt Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt (genannt „Eiderstedtquerbahn”) und der Bahnstrecke Jübek–Husum, die weiter über die Bahnstrecke Neumünster–Flensburg nach Kiel führt. Alle Bahnlinien werden mittlerweile von der Nord-Ostsee-Bahn betrieben, die zur französischen Connex-Gruppe gehört. Es halten allerdings auch einige Inter City-Züge der Deutschen Bahn. LuftverkehrÜber den zivil genutzten Teil des ehemaligen NATO-Flugplatzes ist Husum auch aus der Luft zu erreichen (s. u.). SchiffsverkehrHusum hat einen tideabhängigen Landeshafen, der für den Umschlag von landwirtschaftlichen Gütern von hoher Bedeutung ist. Es ist geplant, den Hafen zu einem Stützpunkt für den Bau und die Wartung von Offshore-Windparks auszubauen. Diese Pläne sind umstritten. Der Hafen hat eine überregionale Bedeutung als Umschlagsplatz für landwirtschaftliche Güter. Zwei Betriebe des Landhandels haben entsprechende Umschlags- und Lageranlagen am tideabhängigen Hafen. Der Hafen ist darüber hinaus auch Standort einer kleinen Krabbenkutterflotte. Das Amt für ländliche Räume (ALR) nutzt den Hafen als Stützpunkt für den Küstenschutz. Die ehemals für Ihre Fahrgastschiffe überregional bekannte Husumer Schiffswerft GmbH musste in den 1990er Jahren Insolvenz anmelden. Die Dockanlagen werden heute von einer Dock- und Reparaturgesellschaft für Schiffsreparaturen und Wartungsarbeiten genutzt; Schiffsneubauten werden nicht mehr erstellt. Das übrige Werftgelände ist heute Standort der Firma RePower. MessestandortHusum ist Austragungsort der HUSUMwind, die alle zwei Jahre im Wechsel mit der Hannover Messe stattfindet, und mit ca 15.000 Besuchern (2005), davon 19 % Internationale Fachbesucher, als weltgrößte Messe der Windenergiebranche internationale Bedeutung hat. TourismusDer Tourismus ist ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor. Husum wird auch „Das Tor zur Halligwelt” genannt. Am Dockkoog grenzt Husum an den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Husum bietet Unterkünfte in allen Kategorien, hat einen Campingplatz und eine Jugendherberge. Am Dockkoog gibt es einen Badestrand (kein Sand, sondern grüner Deich), außerdem im Stadtgebiet ein Hallenbad. Im August feiert Husum mit den Hafentagen das größte Stadtfest an der Schleswig-Holsteinischen Westküste. BundeswehrstandortSeit alters her ist die Stadt Husum auch Standort verschiedenster militärischer Einrichtungen und Einheiten. Auch heutzutage befinden sich im Husumer Stadtgebiet drei Kasernen: die Fliegerhorstkaserne an der Flensburger Chaussee (Sitz des Standortältesten), die Julius-Leber-Kaserne an der Matthias-Claudius-Straße und die Liegenschaft der Standortverwaltung an der Industriestraße. Zusätzlich befindet sich der ehemalige militärische Flugplatz auf dem Gelände der Gemeinden Schwesing und Immenstedt in unmittelbarer Nähe. Diese Liegenschaft wird zum einen von der Flugabwehrraketengruppe 26 als Friedensausbildungsstellung (FAST), zum anderen von der Husumer Flughafen GmbH zivil genutzt. Zur FlaRakGrp 26 gehört eine Ausbildungswerkstatt der Luftwaffe mit derzeit 128 Auszubildenden, die für die Berufe des Fluggerätmechanikers und des Elektronikers für Gerät und Systeme ausgebildet werden. Derzeit (Anfang 2007) sind am Standort Husum ca. 1.800 Soldaten und Zivilangestellte stationiert; somit stellt dieser einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor für die Stadt dar. Öffentliche EinrichtungenHusum ist Sitz eines der drei schleswig-holsteinischen Ämter für ländliche Räume und Sitz der Kreisverwaltung des Kreises Nordfriesland. Ein Amtsgericht ist ebenfalls vorhanden, ebenso eine auswärtige Kammer des Arbeitsgerichts Flensburg. Zudem betreibt der Bundesnachrichtendienst (BND) unter dem Tarnnamen Bundesstelle für Fernmeldestatistik am Norderwungweg 21 eine Abhöreinrichtung für den Nachrichtenverkehr in Husum/Lund. Bibliotheken
Bildung
VereineMusikvereineIn Husum bestehen sämtliche Musikvereine: Von der Musikschule bis zur Blaskapelle. Der größte Musikverein ist der Spielmannszug & Jugendblasorchester Rödemis Weiterhin existieren eine Musikschule und einige kleinere Gruppen. SportvereineUnter anderem gibt es in Husum zwei Fußballvereine, die „Husumer SV” und den „Rödemisser SV”, wovon der erstgenannte bereits in der viertklassigen Oberliga gespielt hat, einen Leichtathletikverein, einen Handballverein und eine Voltigier-Gruppe. Die Husumer Kegler waren einige Zeit in der ersten Bundesliga vertreten. Der Verein TSV Husum 1875 bietet Breitensport für Jung und Alt. Der „Golfclub Husumer Bucht e.V.” besitzt mit seinem 18-Loch-Platz einen der schwierigsten Kurse in Deutschland. ReligionenDie überwiegende Mehrheit der Husumer ist evangelisch-lutherisch. Daneben finden sich Gemeinden der Katholischen Kirche, der evangelisch-lutherischen Dänischen Kirche und freie Gemeinden. Kirchen
Politik
WappenBlasonierung: „In Gold ein roter Palisadenzaun mit offenem Torhaus, dessen rotes Dach mit drei roten Fähnchen an blauen Stangen besteckt ist; in der Toröffnung zwei schreitende, rot gezungte blaue Löwen übereinander.”[1] Das erst als Siegel und später als Wappen verwendete Bild stammt aus dem späten Mittelalter. Der Palisadenzaun deutet wahrscheinlich auf das 1465 verliehene Befestigungsrecht hin. PersönlichkeitenAnmerkung: Viele der hier genannten, historischen Personen sind mittlerweile mit Straßennamen geehrt worden. Söhne und Töchter der Stadt
Mit Husum verbunden
Sonstiges
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