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Ichtershausen ist eine Gemeinde in Thüringen. Sie liegt im Nordwesten des Ilm-Kreises an der Grenze zum Landkreis Gotha und zur Stadt Erfurt. GeografieIchtershausen liegt an der Gera. Im Ortsteil Eischleben mündet die Wipfra in die Gera. NachbargemeindenIm Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Erfurt - Rockhausen - Kirchheim - Arnstadt - Wachsenburggemeinde - Neudietendorf GemeindegliederungZur Gemeinde gehören neben dem Dorf Ichtershausen die Ortsteile Eischleben, Rehestädt und Thörey. GeschichteDie erste urkundliche Erwähnung von Ichtershausen reicht in das Jahr 948 zurück. König Otto I. beurkundete in jenem Jahr den Tausch einiger Güter, darunter Otrichshusen, mit dem Kloster Hersfeld. 1147 wurde in dem Ort ein Zisterzienserinnenkloster gegründet, dessen markante Klosterkirche St.Georg und Marien (Baubeginn 1133) das Ortsbild noch heute prägt. Diese Klosterstiftung wurde sowohl von Konrad III. als auch dem Bischof Heinrich von Mainz bestätigt. Das Kloster galt als das reichste in Thüringen, bis zu 74 Ortschaften waren ihm zinspflichtig, auch besaß es große Weinberge in der Umgebung. Philipp von Schwaben wurde im Verlauf des deutschen Thronstreits am 8. März 1198 in Thüringen von der staufischen Partei zum König gewählt und am 6. September 1198 in Ichtershausen durch den burgundischen Erzbischof Aymon von Tarentaise gekrönt. Während des Bauernkrieges versammelten sich 1525 in Ichtershausen 4.000 Bauern. Von hier aus versuchten sie, die nahe gelegene Veste Wachsenburg zu schleifen, weil sie die dort amtierenden Herren des Fürstlichen Amtes Wachsenburg für ihre schlechte Lage verantwortlich machen. In dieser Zeit wurde auch das Kloster weitgehend zerstört, weshalb die Nonnen nach Erfurt in das dortige Kartäuserkloster flohen. Am 16.Juni 1525 gelangte das Ichterhäusener Klostergut in den Besitz des Kurfürsten Johann. Im Jahre 1533 erhielt Ichtershausen die Gerichtsbarkeit. Im 17. Jahrhundert sind in Ichtershausen vier Hexenprozesse bezeugt, durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pest sank die Einwohnerzahl auf nur noch 230 im Jahre 1642. Im Jahr 1676 erklärte Herzog Bernhard I. von Sachsen-Meiningen Ichtershausen zu seiner Residenz, die er aber bereits vier Jahre später nach Meiningen verlegte. In diese Zeit fällt der Bau eines Walls mit zwei Toren um den Ort, der aber heute nicht mehr erhalten ist. 1697 erhielt Ichtershausen das Marktrecht. Die Befreiungskriege fordert vor allem im Jahr 1813 einige Todesopfer. 1862 gründete der Gothaer Wilhelm Wolff und der Iserlohner August Knippenberg in Ichtershausen eine Nadelfabrik, die die weitere Entwicklung des Ortes in den nächsten 130 Jahren bestimmen sollte. In kurzer Zeit wuchs die Einwohnerzahl auf über 1000 (1885: 1959 Einwohner). 1877 wurde im ehemaligen Schloss ein Landesgefängnis errichtet, dass noch heute als Jugendstrafanstalt betrieben wird. Um die zunehmend notwendigen Transporte von Menschen und Gütern nach Ichtershausen abzusichern, wurde im Jahr 1885 eine Eisenbahnstrecke als Stichbahn vom fünf Kilometer entfernten Arnstadt gebaut. 1967 wurde diese Strecke wegen mangelnder Rentabilität wieder eingestellt. EinwohnerentwicklungEntwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
PolitikGemeinderatSeit den Kommunalwahlen am 27. Juni 2004 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
WappenBlasonierung: „In Rot, auf einem silbernen Berg stehend, ein goldener nimbierter Ritter ohne Helm, mit silbernem Schwert, in der rechten Hand eine silberne Lanze haltend, daran befestigt eine silberne Fahne mit rotem Kreuz und die linke Hand auf einem silbernen Schild mit rotem Kreuz gestützt, links oben begleitet von einem silbernen Krebs.” OrtspartnerschaftenSeit 1990 hat die Gemeinde Partnerbeziehungen zu Zierenberg in Hessen. Wirtschaft und InfrastrukturAnsässige UnternehmenDie über viele Jahrzehnte die Wirtschaft Ichtershausen bestimmende Nadelfabrik, in der im Jahr 1989 etwa 800 Menschen beschäftigt waren, musste nach der Wende die bis dahin auf den Export in den RGW ausgerichtete Produktion stark reduzieren. Heute arbeiten nur noch etwa 50 Mitarbeiter im TNI Chirugisches Nadelwerk GmbH. Bedingt durch die verkehrsgünstige Lage am Erfurter Kreuz der Autobahnen A 4 und A 71 entstand in den 1990er Jahren am nordwestlichen Rand des Ortsteils Thörey ein etwa 100 Hektar großes, inzwischen gut belegtes Industrie- und Gewerbegebiet mit der Bezeichnung Gewerbepark Ichtershausen-Thörey-Autobahn (GITA), in dem sich vor allem Logistik- und Bauunternehmen angesiedelt haben. Im Bau befindet sich ein Werk zur Wartung und Generalüberholung von Rolls-Royce-Flugzeugtriebwerken („N3”)im Industrie- und Gewerbegebiet Arnstadt. Dort sollen 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Ebenso siedelt sich bis 2007 der spanische Metallverarbeitungsbetrieb Gonvarri auf den Gewerbe- und Industriegebiet „Erfurter Kreuz” der Gemeinde Ichtershausen an. Die Erschließung des Arnstädter und Ichtershäuser Gebiets erfolgt durch die LEG Thüringen. Dazu wurde ein neues Anschlussgleis gelegt. Die wenige Jahre alte Verbindungsstraße zwischen dem Gewerbegebiet GITA und dem nördlichen Teil Arnstadts verläuft weiter zur Autobahnauffahrt Arnstadt Nord der A 71. Inzwischen hat sich Ichtershausen zur reichsten Gemeinde im Ilm-Kreis entwickelt. Ihr stehen über 1800 Euro an Steuereinnahmen pro Einwohner und Jahr zur Verfügung. Der Kreisdurchschnitt liegt bei etwa 350 Euro. VerkehrsanbindungAuf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich in der Nähe des Ortsteiles Thörey die Abfahrt Neudietendorf der Bundesautobahn 4. Durch Ichtershausen selbst führt die Landesstraße III. Ordnung 44 (ehemals Bundesstraße 4) von Erfurt nach Arnstadt. Die Bundesstraße 4 verläuft seit 2004 auf im Bereich südlich von Erfurt auf der A 71, die über das Gemeindegebiet zwischen Ichtershausen und Eischleben führt. Der nächste Bahnhof befindet sich in Arnstadt. BildungIn Ichtershausen gibt es eine Grundschule und eine Regelschule.Beide Schulen befinden sich in einem Gebäude und tragen den Namen Wilhelm Hey. KulturIn Ichtershausen sind viele Bürger in Vereinen aktiv. Als Veranstaltungsorte dienen das „Bürgerhaus” sowie das „Gasthaus zur Post”. Planungen zum Neubau eines Saales sind endgültig vom Tisch. VereineJeder Ortsteil der Gemeinde hat seinen Feuerwehrverein. Weiterhin gibt es zehn Gartenvereine. Über die Grenzen des Ilmkreises bekannt ist der Ichtershäuser Fanfarenzug und der Ichtershäuser Carnevals Verein (ICV) welcher mit rund 200 Mitgliedern zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch einen Volkskarneval darbietet. Tausende von Gästen besuchen alljährlich die zahlreichen Veranstaltungen. Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
SonstigesIm Jahr 2000 wurde unter der Regie von Rolf Teigler in der Jugendstrafanstalt Ichtershausen der Dokumentarfilm Outlaws (Outlaws in der Internet Movie Database) gedreht, der mehrere internationale Auszeichnungen erhalten hat. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
