Ilvesheim in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Koordinaten: 49° 28′ N, 8° 34′ O
Höhe: 97 m ü. NN
Fläche: 5,89 km²
Einwohner: 7613
Bevölkerungsdichte: 1293 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 68543–68549 (alt: 6804)
Vorwahl: 0621
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 036
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 9
68549 Ilvesheim
Webpräsenz: www.ilvesheim.de
Bürgermeister: Roland Esche

Ilvesheim ist eine Gemeinde östlich von Mannheim im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.

Geografie

Geografische Lage

Ilvesheim liegt an einer großen recht naturbelassenen Schleife des Neckars im Oberrheingraben.

Nachbargemeinden

Im Süden, Westen und Norden grenzt Ilvesheim direkt an Mannheimer Gemarkung. Im Nordosten und Osten schließen sich Heddesheim, Ladenburg und Edingen-Neckarhausen an.

Geschichte

Ilvesheim wurde erstmals am 14. März 766 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch als Dorf „Ulvinisheim" erwähnt. Es ist nicht geklärt ob der heutige Ortsname sich von einem damaligen hier ansässigen Bürger "Ulvinius" ableitet oder vom damals bei Ilvesheim in den Neckar mündenden Kanzelbach, der auch "Ilbe" genannt wurde.

In der Vergangenheit lebten die Einwohner Ilvesheims vor allem vom Fischfang; eine Tradition, an die beim alljährlichen Fischerfest, dass jeweils am ersten Juniwochende stattfindet, erinnert wird. In den 1920ern wurde der Neckar-Kanal gebaut, wodurch der größte Teil Ilvesheims zur Insel wurde. In der Folge verwilderte die nicht mehr befahrene Neckarschleife und wurde in neuerer Zeit zum Landschafts- und Naturschutzgebiet ernannt.

Politik

Gemeinderat

Gemeinderat 2004
Partei Stimmen Sitze
CDU 32,2% 6
SPD 29,6% 5
FWV 27,5% 5
GRÜNE 10,7% 2
Wahlbeteiligung: 58,6%

Wappen

Beschreibung: In von Gold (Gelb) und Schwarz gespaltenem Schild mit rotem Schildfuß vorn eine schwarze Harfe, hinten ein rot bewehrter, rot bezungter und rot gekrönter goldener (gelber) Löwe, im Schildfuß ein liegender goldener (gelber) Maueranker.

Das Wappen wurde 1908 von der Gemeinde auf Vorschlag des Generallandesarchivs angenommen. Es geht auf ein 1552 geschnittenes Gerichtssiegel des Ortes zurück, von dem ein Abdruck aus dem Jahre 1589 überliefert ist. Das Wappenbild spiegelt die Herrschaftsverhältnisse im 16. und 17. Jahrhundert wider. Die Pfalzgrafen hatten seit Ende des 13. Jahrhunderts die Oberhoheit über den Ort. Dies deutet der Pfälzer Löwe an. Verschiedene Adelsfamilien übten die Ortsherrschaft als pfälzisches Lehen aus. Nachdem die Landschad von Steinach im 14. Jahrhundert und ab 1545 teilweise an der Ortsherrschaft beteiligt waren, nahmen sie diese zwischen 1550 und 1645 allein wahr. Sie führten, wohl in Erinnerung an den Minnesänger Bligger II. von Steinach, die Harfe in ihrem Wappen. Das älteste Siegel ist also kurz nach ihrem Eintritt in die Grundherrschaft angefertigt worden. Die Gemeinde als Körperschaft mit Schultheiß und sechs bzw. vier Schöffen an der Spitze ist dagegen schon seit dem Ende des 14. Jahrhunderts bezeugt. Der Maueranker ist als das Fleckenzeichen llvesheims anzusehen. Er wurde in den Siegeln vor 1908 zuweilen auch als einfacher Doppelhaken dargestellt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bekannt ist auch das Ilvesheimer Schloss, das eindruckvollste und zugleich älteste Gebäude des Ortes, in dem seit dem Jahre 1868 eine staatliche Blindenschule, die Schloss-Schule Ilvesheim, untergebracht ist.

Veranstaltungen

Über die Landesgrenzen hinaus hat der internationale Ilvesheimer "Insel-Cup" (früher: "Heinrich-Vetter-Pokal") einen Ruf im europäischen A-Jugend-Fußball. Viele spätere internationale Stars wie Franz Beckenbauer und Sepp Maier ernteten hier erste Lorbeeren. Die Ilvesheimer A Jugend nimmt an diesem Turnier oft sehr erfolglos teil. Nur 1974 stand die Elf um Trainer Wolfgang Wittemaier im Endspiel, welches allerdings gegen den SV Waldhof Mannheim verloren wurde. 2006 erreichte die Mannschaft von Trainer Volker Braun den siebten Platz,durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Wisla Krakau, dies war sicherlich ein Erfolg, da seit 11 Jahren keine Ilvesheimer A Jugend mehr den ungemütlichen 8 Platz verlassen konnte.

Die Ilvesheimer Kerwe (Inselkerwe) wird am vierten Wochenende im August gefeiert. Ein Straßenfest auf der kompletten Schloßstrasse. Veranstaltet durch viele Ilvesheimer Vereine

Des Weiteren findet am jeweils ersten Juni-Wochenende das Insel-Fischerfest das Angelsportverein 1928 Ilvesheim e.V. statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Behörden und Einrichtungen

Die Gemeinde Ilvesheim ist Sitz des Regionalbüros Rhein-Neckar des Erzbistums Freiburg, zu dem die Dekanate Heidelberg, Mannheim, Weinheim, Wiesloch und Kraichgau (mit Sitz in Waibstadt) gehören.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Dr.h.c. Heinrich Vetter († 3. Februar 2003)

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Adolf Laimböck, Schauspieler, u.a. in "Zweikampf" (1986), "Das Tier" (1992) und diversen "Tatort"-Folgen.
  • Michael Timmermann, Schauspieler langjähriges Mitglied im Ensemble des Nationaltheaters (1963-1991) "Kontrabaß". Danach am Oststadtheater in Mannheim. Heute arbeitet der in Ilvesheim lebende Künstler als Rezitator und freier Regisseur.

Fischernachen

Bürger, die sich überdurchschnittliche Verdienste um die Gemeinde erworben haben, werden in Ilvesheim mit dem Fischernachen ausgezeichnet. Das Bronzerelief mit dem Fischer-Symbol für das frühere Fischerdorf wird seit l982 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Gemeinde Verdienste erworben haben. Ordensstifter ist der Bund der Selbständigen/Gewerbeverein. Die BdSler veranstalten auch Jahr für Jahr die Zeremonie der Verleihung.

Der erste, der die Auszeichnung erhielt war Geistlicher Rat Andreas Vogel (†). Im Jahre 1983 war Mannheims ehemaliger Polizeipräsident Willi Menz der Gekürte. Es folgte 1984 Journalist Paul Belener (†). Der Fischernachen-Träger des Jahres 1984 war Gemeinderat und Ex-SpVgg-Vorsitzender Willi Schippert. Bürgermeister i. R. Otto Trapp nahm im Jahre 1986 die Auszeichnung entgegen. 1987 hieß der auserwählte Fischernachen-Träger Karl „Pitt" Wagner, ehemaliger Organisationschef des Insel-Cups (†). 1988 war der ehemalige Chorleiter Eduard Grabinger auf der Bühne, um die Meriten für seine Verdienste um die Gemeinde entgegenzunehmen. DRK-Frau Emma Barth erhielt 1989 die Auszeichnung. Im Jahre 1990 erhielt der Ehrenbürger und Mäzen Heinrich Vetter (†) die Auszeichnung zugesprochen. Sie wurde aber erst im Februar 1991 verliehen. Im März 1992 ging der Fischernachen an den Tennisclub- und Kulturkreisvorsitzenden sowie ehemaligen Gemeinderat Dr. Wolfgang Strauß. Erstmals wurde 1993 der Fischernachen während einer Sonntags-Matinee an den Gemeinderat und Germania-Vorsitzenden Franz Crönlein übergeben. Im Juli 1995 empfing der Drogist und Hobbymaler Helmuth Schaller den Fischernachen. 1998 wurde Heinz Marschall, Oberlehrer und AWo-Vorsitzender, ausgezeichnet. Im Jahr 2000 bekam Pfarrer Richard Haas die Auszeichnung, insbesondere für seine Arbeit als Hobbyfotograf und Bildberichterstatter der Gemeinde. 2003 erhielt Apotheker Dieter Münster den Fischernachen. Er war ursprünglich Initiator und Ideengeber für die Fischernachenehrung. Münster ist Mitglied im Gemeinde- und Kreisrat und leitet die SpVgg 03 als 1. Vorsitzender. 2006 geht die örtliche Auszeichnung an Margarete Schieß, die langjährige erste Vorsitzende des Ilvesheimer VdK-Ortsverbandes.

Literatur

  • Hansjörg Probst: Ilvesheim im Wandel der Zeit. Ein historisches Bilderbuch, ISBN 3-9800887-0-7. Erschienen 1983.
  • Dirk Hecht: Die endneolithische Besiedlung des Atzelberges bei Ilvesheim (Rhein-Neckar-Kreis). Erschienen 2003.



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Informationsportal über Ilvesheim in Baden-Württemberg - 25.5.2012