Jüterbog in Brandenburg


Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Koordinaten: 52° 0′ N, 13° 4′ O
Höhe: 71 m ü. NN
Fläche: 175,68 km²
Einwohner: 13.604
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14913
Vorwahl: 03372
Kfz-Kennzeichen: TF (JB auch noch vorhanden, aber auslaufend)
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 169
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 21
14913 Jüterbog
Webpräsenz: www.jueterbog.de
Bürgermeister: Bernd Rüdiger (FDP)

Jüterbog ist eine Stadt im Bundesland Brandenburg, Landkreis Teltow-Fläming, am Übergang zwischen Hohem und Niederem Fläming.

Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen” des Landes Brandenburg gewesen.

Im Ersten Weltkrieg war Jüterbog Standort einer Luftschiffhalle, sie wurde jedoch nach dem Krieg demontiert und im japanischen Kasumigaura wieder errichtet.

Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges blieb die Stadt weitestgehend verschont. Erst im April 1945 erlitt sie einen großen Bombenangriff, der aber die Innenstadt nicht erreichte. Am 20. April besetzte die Rote Armee Jüterbog nahezu kampflos. Mit der Kapitulation Deutschlands und der Neuordnung durch die Siegermächte verlor die Stadt vorerst den Kreissitz an Luckenwalde, erhielt ihn aber 1952 zurück. Die territoriale Neugliederung in Bezirke ließ zwei Kreise entstehen, den Kreis Jüterbog und den Kreis Luckenwalde. Durch die Stationierung von Streitkräften der UdSSR wurde die Tradition der Militärstadt fortgesetzt. Industrielle Entwicklungen blieben in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und Instandhaltung bzw. Mechanisierung dieses Wirtschaftszweiges stecken. Die Reformen der Gorbatschow-Ära und ein Staatsvertrag zwischen der damaligen DDR und der damaligen UdSSR führten zum ersten Abzug einer sowjetischen Militäreinheit im Mai 1989. Die politische Wende ab dem November beendete die militärische Tradition. 1994 verließ der letzte Soldat die Region.

Chronik

4000 v. Chr. Ansiedlung von Linienbandkeramikern in der Nuthe-Niederung. Bodenfunde südlich der heutigen Stadt gingen als "älteste bäuerliche Siedlung der Mark" in die Literatur ein.

6./7. Jh. Slawische Stämme ziehen als Ergebnis der Völkerwanderung in das bisher von Germanen bevölkerte Siedlungsgebiet.

1007 Erste schriftliche Erwähnung des Siedlungsplatzes Jüterbog. Thietmar von Merseburg, Begleiter des Erzbischofs Tagino von Magdeburg auf einem Feldzug gegen den Polenkönig Boleslaw Chobry, berichtet in seiner Sachsenchronik:"... Als wir alle an einem Ort, der Jutriboc genannt wurde, gekommen waren, schien es den Klügsten nicht ratsam, den Feinden mit einer so kleinen Schar auf dem Fuße zu folgen und wir kehrten um."

1157 Albrecht der Bär erobert endgültig die Slawenfestung Brandenburg verlassen. In den ersten renovierten Gebäuden werden attraktive modernisierte Wohnungen bezogen. Verschiedene Varianten für die Nutzung der großen Schießplatzareale werden diskutiert.

1997 Aus dem Anfang der 90er Jahre gebildeten Amt Jüterbog, zu dem die Gemeinden Altes Lager, Grüna, Kloster Zinna, Markendorf/Fröhden, Neuheim, Neuhof und Werder gehören, wird gemäß einer Orientierung des Innenministeriums die Bildung einer Großgemeinde vorbereitet. Die Kernstadt Jüterbog und die o.g. Gemeinden werden Ortsteile auf der Basis von Gemeindevertreterbeschlüssen, Bürgerentscheiden, öffentlich-rechtlichen Verträgen zusammengeschlossen. Altes Lager wird Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf. Die neue Stadt Jüterbog hat am 1. Januar 1998 14.021 Einwohner.

Wirtschaft

Verkehr

  • Jüterbog liegt an den Bundesstraßen 101 (Berlin - Aue), 102 (Brandenburg an der Havel - Luckau und 115 (nach Cottbus). Die nächstgelegene Anschlussstelle Ludwigsfelde-Ost zur A 10 befindet sich etwa 45 km nördlich, die Anschlussstelle Niemegk zur A 9 etwa 35 km westlich von Jüterbog.
  • Der Bahnhof Jüterbog ist Halt für Regionalexpress- bzw. Regionalbahnzüge an den Eisenbahnstrecken Berlin - Leipzig, Jüterbog - Falkenberg/Elster und Jüterbog - Beelitz über Treuenbrietzen.

Bauwerke

  • Stadtkirche St. Nikolai (gotisch)
  • Stadtbefestigung
  • Rathaus (Backstein-Gotik)
  • Liebfrauenkirche
  • Franziskanerkirche
  • Hedwigskirche (katholisch)

Ortsteile

  • Fröhden
  • Grüna
  • Kloster Zinna
  • Markendorf
  • Neuheim
  • Neuhof
  • Werder

Städtepartnerschaft

Jüterbog unterhält Städtepartnerschaften mit Waldbröl und Aßlar.

Sport und Tourismus

Im Juni 2001 wurde die Fläming-Skate-Strecke über 175 km durch den Landkreis eröffnet und ist heute Ziel zahlreicher Wochenendtouristen, die die mindestens 2 m breite asphaltierte Strecke nutzen, um intensiv zu Inlineskaten. 2005 fanden in Jüterbog die Europameisterschaften im Speedskating statt.

Politik

Die Neuwahlen zum Bürgermeister fand am 22.Oktober 06 statt und der Amtsinhaber Bernd Rüdiger (FDP) setzte sich in der Stichwahl mit 56,9 Prozent durch.

Jüterbog in Literatur und Kunst

  • Märchen: Der Schmied von Jüterbog

Persönlichkeiten

  • Johann Tetzel
  • Thomas Müntzer
  • Philipp Melanchthon
  • Michael Kohlhase
  • Wallenstein
  • Friedrich II.
  • Henry Maske
  • Fritz Eunicke

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Friedrich von Brandt, Naturforscher und Zoologe
  • Johann Deutschmann, Theologe
  • Bodo Dieckmann, Archäologe
  • Tobias Eckhard, Pädagoge, Philologe und Theologe
  • Hans Peter Hallwachs, Schauspieler
  • Wilhelm Kempff, Pianist und Komponist
  • Angelika Krüger-Leißner, Politikerin
  • Helmut Sakowski, Schriftsteller aus der DDR
  • Christian Vater, Mediziner
  • Ulrich Wegener, Polizeioffizier



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Informationsportal über Jüterbog in Brandenburg - 25.5.2012