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Kaarst ist eine kreisangehörige Stadt am linken Niederrhein mit knapp über 42.000 Einwohnern (Stand Juni 2005). Die Stadt liegt im Rhein-Kreis Neuss (Nordrhein-Westfalen). LageKaarst grenzt im Nordosten an die Stadt Meerbusch, im Südosten an die Stadt Neuss. Im Osten bildet die Bundesautobahn A 57 die Grenze. Im Süden befindet sich der Ortsteil Holzbüttgen, der Übergang ist fließend. Im Westen grenzt Kaarst an den Kaarster See und im Nordwesten ist die Stadt Willich im Kreis Viersen. StadtteileKaarst gliedert sich in die fünf Stadtteile:
GeschichteFrühe Zeit und MittelalterWährend des Baus der Bundesautobahn wurden bei Kaarst 23 Gräber aus der Frankenzeit entdeckt. In den Gräbern konnten Waffen, Schmuck, sogar eine Goldmünze gefunden werden. Der heutige Stadtteil Büttgen wurde im Jahr 793 erstmalig urkundlich mit dem seinerzeitigen Namen Budica erwähnt. Der Name Kaarst tauchte 1218 als Carlesforst in Urkunden auf. Der Name weist auf eine sehr hohes Alter hin. Die katholische Kirche in Kaarst ist ein altes romanisches Bauwerk und trägt die Bauinschrift 1146. Seit dem Mittelalter gehörte Kaarst zum kurkölnischen Amt Liedberg, war aber ein eigener Dingstuhl. NeuzeitIm Jahr 1591 wurde in Büttgen Jan von Werth geboren, der im Dreißigjährigen Krieg als Reitergeneral Berühmtheit erlangte. Im Jahre 1794 beendeten die französischen Revolutionstruppen die Zugehörigkeit Kaarsts an das Erzstift Köln. Kaarst wurde eine eigene Mairie im Département de la Roer. Ein Überbleibsel aus der Eroberung der Franzosen ist der heutige Nordkanal, der 1806 gebaut wurde. Damals hatte Napoleon dem Nordkanal eine große wirtschaftliche Bedeutung als Wasserstraße zwischen Maas und Rhein zugedacht. Nach dem Wiener Kongreß kam Kaarst an das Königreich Preußen und an die Rheinprovinz. 1816 wurde die Gemeinde Kaarst mit den Ortschaften Kaarst, Broicherseite, Brück, Heide und der Neußerfurth gebildet. Sie gehörte dem Landkreis Neuß an. Mit Eröffnung der Bahnlinie Neuss-Viersen im Jahre 1877 begannen sich die ersten Gewerbebetriebe und kleineren Fabriken in Kaarst anzusiedeln und brachten den Einzug von gewerblichen Arbeitsplätzen in die bis dahin rein landwirtschaftlich geprägten Ortschaften. 1909 verlor die Gemeinde Kaarst die Neußerfurth an die Stadt Neuss. 1929 kam Kaarst an den Landkreis Grevenbroich-Neuß. 1936 wurden die Orte Kaarst und Büttgen erstmalig zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst, bei der die Amtsverwaltung in das mit 4.400 Einwohnern größere Büttgen verlegt wurde. Kaarst hatte damals erst 2.600 Einwohner. Diese Verwaltungseinheit wurde später wieder aufgelöst. Im Zweiten Weltkrieg wurden in den heutigen Stadtteilen Holzbüttgen und Vorst erhebliche Teile zerstört. Die beiden Gemeinden Büttgen und Kaarst wurden weitgehend verschont und konnten so nach dem Krieg mehr als 1.000 Flüchtlinge aufnehmen. Im Rahmen der großen Gebietsreformen der 1970er wurde die Gemeinde Kaarst am 1. Januar 1975 mit den Gemeinden Büttgen sowie mit Holzbüttgen, Vorst und Driesch zur Großgemeinde Kaarst zusammengelegt und hatte zur Gründung 33.500 Einwohner. Am 1. Januar 1981 wurde Kaarst durch die Funktionalreform das Stadtrecht als mittlere kreisangehörige Stadt zugesprochen. Die Gemeinde hatte zu diesem Datum bereits 38.383 Einwohner. Die ehemaligen Gemeinden sind heute im Stadtbild noch als Stadtteile vorhanden. Die Parteien unterhalten getrennte Ortsverbände und die Stadtverwaltung nutzt bis in die heutige Zeit sowohl ein Rathaus in Kaarst („Neue Mitte”, ab April 1995), sowie das nun sogenannte Technische Rathaus in Büttgen. Ämter wie das Bürgerbüro oder das Wahlamt sind aus diesem Grunde auf zwei Standorte verteilt. Wirtschaft und InfrastrukturDie Stadt Kaarst gilt in der Ballungsrandzone zur Landeshauptstadt Düsseldorf als ein bevorzugter Wohn- und Wirtschaftsstandort mit einem kurzen Weg zum Arbeitsplatz. Der umfangreiche Bestand mittelständischer Unternehmen des Dienstleistungssektors und des Handels, aber auch die Neuansiedlung neuer mittelständischer Betriebe aller Branchen sowie die Expansion ansässiger Unternehmen unterstreichen die Beliebtheit des Standorts. Neben den verkehrsgünstig gelegenen und gut erschlossenen Gewerbegebieten verfügen Kaarst und die ganze Region auch über eine hohe Anzahl qualifizierten Fachpersonals. Die durchschnittliche Kaufkraft je Kaarster Bürger betrug im Jahr 2005 131 % des Bundesdurchschnitts und übertraf damit deutlich die bereits überdurchschnittliche Kaufkraft der Bürger im Rhein-Kreis Neuss (118 % des Bundesdurchschnitts). EinwohnerzahlenEinwohnerzahlen der einzelnen Ortsteile:
SchuldenstandWährend die Stadt Kaarst von 1990 bis 2002 kontinuierlich ihre Verschuldung durch die Tilgung von Altkrediten bei gleichzeitigem Verzicht auf die Neuaufnahme von Krediten von 10,56 Millionen € auf 3,36 Millionen € vermindern konnte, war in den Jahren 2003 bis 2005 ein Anstieg des Schuldenstandes auf 8,47 Millionen € (2005) zu verzeichnen. Durch eingeleitete Konsolidierungsmaßnahmen und den Willen des Stadtrates, 2006 keine neuen Kredite aufzunehmen, wird der Schuldenstand zum Ende des Jahres 2006 voraussichtlich auf acht Millionen € gesenkt werden können. Kaarst weist jedoch trotz dieser Entwicklung mit 188,38 € je Einwohner weiterhin eine Pro-Kopf-Verschuldung weit unter dem Durchschnitt der Städte und Gemeinden Nordrhein-Westfalens auf. PolitikSitzverteilung im StadtratBei der Kommunalwahl am 26. September 2004 wurde Franz-Josef Moormann (CDU) mit 60,0 % der gültigen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Im Stadtrat ergab sich folgende Sitzverteilung:
¹ Mandatsträger wurde für die Partei Rechtsstaatlicher Offensive (kurz: Offensive D) gewählt, ist jetzt aber Mitglied der Zentrumspartei WappenDa die Stadt Kaarst aus den ehemaligen Gemeinden Büttgen und Kaarst entstanden ist, knüpft das aktuelle Stadtwappen an die beiden Wappen der Vorgängergemeinden an und vereint deren heraldische Aussagen in ihrem neuen Wappen als Ausdruck der jetzigen kommunalen Einheit. Anstelle der Reiterfigur „Jan van Werth” auf dem Wappen der Gemeinde Büttgen findet dessen Wappenemblem „drei um einen Ring 2:1 gestellte Mühleisen” Verwendung. Anstelle der Figur „St. Martin mit Pferd und Bettler” auf dem Wappen der Gemeinde Kaarst befindet sich nun dessen Attribut „von einem Schwert geteilter Mantel” auf dem Wappen der Stadt Kaarst wieder. Das schwarze Balkenkreuz, das in beiden früheren Wappen enthalten war, wurde auch im neuen Wappen als Ausdruck der ursprünglichen landespolitischen Zugehörigkeit zur Landesherrschaft Köln weiter eingesetzt. LogoIm Rahmen des Stadtmarketings wurde vom Stadtrat im Januar 2001 beschlossen, ein neues Stadtlogo zu entwickeln zu lassen, das die Veränderungen und Visionen der Stadt visuell signalisieren sollte. Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sechs Agenturen teilnahmen, deren Vorschläge von einer Jury bewertet wurden. Am 22. Mai 2002 wurde dann nach mehreren Veränderungen in einer Sondersitzung des Stadtrates das neue Logo offiziell angenommen. Das Logo besteht aus dem Schriftzug „kaarst*” in blau sowie einem Slogan unter dem Logo in schwarz, der an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden kann. StädtepartnerschaftenLa Madeleine, Frankreich Perleberg, Brandenburg Sehenswürdigkeiten und DenkmälerMit dem Tuppenhof und der Braunsmühle wurden in Kaarst zwei historisch wertvolle Denkmäler erhalten.
Ebenfalls erwähnenswert sind die beiden romanischen Kirchen St. Martinus in Kaarst und St. Aldegundis in Büttgen. Religiöse GemeinschaftenKatholische PfarrgemeindenDie Pfarrgemeinden gehören zum Dekanat Neuss-Nord im Erzbistum Köln
Evangelische Gemeinden
PersönlichkeitenDer Rat der Stadt Kaarst ehrt Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderer Weise um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Sie erhalten eine Ehrenmedaille in Feinsilber. 2004 wurde diese Auszeichnung an Armin Wünsche, Dr. Markus Koll, Egon Wilhelm Vossen, Wilhelm Peter Bayer, Karla Becker und Norberta Müller vergeben. Erstmalig in der Geschichte der Stadt Kaarst wurde der Titel des Ehrenbürgermeisters an Heinz Klever († 2006) für seine lange außerordentliche Arbeit als Bürgermeister und stellvertretender Bürgermeister vergeben. In Kaarst leben und wirken der Schriftsteller Ernst-Jürgen Dreyer und der Bildhauer Wilhelm Schiefer (* 1935). Im Stadtteil Büttgen sind die bekannten Sportpersönlichkeiten Hans-Hubert „Berti” Vogts (ehemaliger Fußballprofi und Bundestrainer) und Florian Kehrmann (Handballprofi) aufgewachsen. Ebenso die Bahnrad-Olympiasieger Udo Hempel und Günther Schuhmacher, die auch heute noch in Büttgen bzw. Vorst leben. Ebenfalls aus Kaarst kommt Markus Fothen, Radprofi aus dem Team Gerolsteiner. Außerdem wird dem General des Dreißigjährigen Krieges Johann von Werth (1591–1652) der Geburtsort Büttgen zugeschrieben. SchulenDie Stadt Kaarst hat ein großes Netz von öffentlichen Schulen aller wichtigen Schulformen. Grundschulen
Hauptschulen
Realschulen
Gymnasien
Schulen für Lernbehinderte (Sonderschulen)
Regelmäßige Veranstaltungen
Sport und FreizeitKaarst bietet ein umfangreiches Sport- und Freizeitangebot mit vielen Sportstätten, die teilweise von der Stadt oder auch von den vielen Vereinen selbst unterhalten werden. Neben Turnhallen und Sportplätzen in allen Stadtteilen gibt es an dem ehemaligen Baggersee Kaarster See ein öffentliches Freibad und einen Segelclub (KSC-Kaarst). In Büttgen gibt es außerdem ein Hallenbad sowie mit dem „Sportforum Kaarst-Büttgen” eine Großsporthalle (2.500 Sitzplätze in der größten Halle), die insbesondere als Radsporthalle von vielen National- und Olympiamannschaften als Trainingsstützpunkt genutzt wird. Mit den „Crash Eagles Kaarst” hat die Stadt Kaarst einen Verein in der Skaterhockey-Bundesliga. Außerdem gibt es in Kaarst in jedem der fünf Stadtteile einen Fußballverein: Sport Gemeinschaft Kaarst, VfR Büttgen, Sportfreunde Vorst, Rakete Holzbüttgen und SV Germania Büttgen-Driesch. VerkehrAutobahnenKaarst liegt verkehrsgünstig an den Autobahnen A 52 und A 57 (E31), die sich im Autobahnkreuz Kaarst kreuzen, und hat zwei Anschlussstellen im Stadtgebiet. Die Kreisstadt Neuss grenzt im Osten an Kaarst, und die Landeshauptstadt Düsseldorf ist 15 km (bezogen auf die Düsseldorfer Innenstadt) entfernt und über die Autobahnen in wenigen Minuten erreichbar. ÖPNVDie Stadt Kaarst liegt im VRR und ist mit zwei S-Bahnen und zwei Schnellbuslinien sowie mehreren regionalen Buslinien angebunden:
FlughäfenDer internationale Flughafen Düsseldorf (20 km) sowie der Flughafen Mönchengladbach (10 km) sind über die Autobahn schnell zu erreichen. Etwas weiter entfernt liegen außerdem der Flughafen Köln-Bonn (65 km) und der Flughafen Weeze (75 km). Literatur
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