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Kämpfelbach ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 7 km von der Kreisstadt Pforzheim entfernt. Sie liegt an der Bahnlinie Stuttgart–Karlsruhe Geografische LageDie Gemeinde Kämpfelbach liegt im Übergangsgelände zwischen Kraichgauer Hügelland und Nordschwarzwald. Dieses Gelände bildet auch den Übergang zwischen Buntsandstein und Kalkstein. Der KämpfelbachEr gab der Gemeinde ihren Namen. Der Kämpfelbach entspringt in Ispringen und endet mit einer Gesamtlänge von 12 km in der Pfinz bei Singen. Sein Einzugsgebiet beträgt 88 km². NachbargemeindenAls Nachbargemeinden sind Ispringen, Eisingen, Königsbach-Stein, Wilferdingen (Remchingen), Dietlingen (Keltern) und Brötzingen (Pforzheim) zu nennen. GliederungKämpfelbach besteht aus den Ortsteilen Bilfingen und Ersingen. GeschichteGrabhügel der Hallstattperiode finden sich im Gewann Rainwald, Ernstenfeld, Kühlloch und Bernel. Diese werden auf 900–500 v.Chr. datiert. Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde Bilfingen im Jahr 1193 und Ersingen im Jahr 1197. Dies geschah in päpstlichen Bullen, in denen Coelestin III. dem Kloster Frauenalb seine Freiheiten und Besitzungen in Ersingen und Bilfingen bestätigt. Die Namen der Dörfer Ersingen und Bilfingen sind allemannischen Ursprungs. Um 260 n.Chr. besiedelten die Alemannen dieses Gebiet. Den Ansiedlungen gaben sie die Namen ihres Sippenältesten, unter Hinzufügen der Silbe -ingen. Bilfingen ist dabei wohl nach einem Binolf und Ersingen nach einem Ergeso benannt. Gemeinsame Geschichte der Dörfer Ersingen und BilfingenDie beiden Dörfer haben mehr gemeinsam als auf den ersten Blick zu ahnen ist. Die Dörfer Ersingen und Bilfingen bildeten schon im Mittelalter eine Marktgenossenschaft und ein Doppeldorf mit einer gemeinsamen Verwaltung. Beide Gemeinden besaßen ein gemeinsames Stadt- und Marktrecht. Von den Nachbardörfern unterschieden sie sich nicht nur in der Religionszugehörigkeit, sondern auch die Landesherren unterschieden sich. Die Pest1357 starben durch die Pest in den Dörfern Ersingen und Bilfingen 232 Menschen. Die Überlebenden legten ein Gelübde ab und begehen seit damals jedes Jahr am 7. September den Gelübdetag. Im Jahr 2007 feiert die Pfarrgemeinde den 650. Gelübdetag. ReligionszugehörigkeitDie Geschichte der Dörfer ist eng mit der des Klosters Frauenalb verbunden. 1248 wird die Ersinger Kirche dem Kloster Frauenalb einverleibt. Durch weitere Zukäufe ist das Kloster ab dem Jahr 1517 fast im Besitz der ganzen Gemarkung Ersingen und Bilfingen. Als Eigentum des Klosters wurde den Gemeinden der katholische Glaube aufgezwungen. Dies änderte sich 1598 als die Landes- und Schirmherrschaft über die Besitztümer das Klosters vom Hause Baden-Baden auf Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach überging. Nach dem Grundsatz cujus regio, ejus religio mussten die Bewohner(innen) zum Kalvinismus konvertieren. In diesem Zuge wurde auch das Kloster Frauenalb aufgehoben. Als der Markgraf Wilhelm von Baden-Baden im Jahr 1625 wieder in den Besitz der beiden Dörfer kam, wurden sie wieder katholisch. Im Jahre 1631 wurde das Kloster Frauenalb wiedererrichtet. Ab diesem Jahr bis zur Säkularisierung 1803 waren die beiden Dörfer wieder im Besitz des Kloster Frauenalbs. Gründung der Gemeinde KämpfelbachIm Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg erinnerte man sich an die gemeinsame Vergangenheit. Am 1. Juli 1974 haben sich die beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Bilfingen und Ersingen zur neuen Gemeinde Kämpfelbach zusammengeschlossen. PolitikGemeinderatDer Gemeinderat der Gemeinde Kämpfelbach besteht aus 18 (bisher 19) Gemeinderäten/Gemeinderätinnen. Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgendes Ergebnis:
BürgermeisterBürgermeister der Gemeinde ist seit dem 23. Oktober 2006 Udo Kleiner. Gemeindeverwaltungsverband KämpfelbachtalKämpfelbach gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Kämpfelbachtal an. Dieser befindet sich im Rathaus in Königsbach-Stein (OT Stein). WappenDas Wappen der Gemeinde Kämpfelbach wird seit 1976 in seiner heutigen Form benützt. Es ist die vom Generallandesarchiv überarbeitete Form eines Entwurfs, der im Rahmen eines Wettbewerbs vorgestellt worden war. Es zeigt einen Gelben Schild mit einem roten Schrägbalken. Vervollständigt wird das Wappen noch durch zwei Lilien auf dem Schrägbalken. Das Schild geht zurück auf das Wappen des Hauses Baden-Baden. Die zwei Lilien weisen auf die beiden Ortsteile Ersingen und Bilfingen hin. Die Lilien waren schon auf dem Wappen des Frauenalbischen Doppeldorfes Ersingen-Bilfingen zu sehen. Wahrscheinlich gehen die Lilien zurück auf Katharina von Remchingen, eine Äbtissin des Klosters Frauenalb (Amtszeit 1537 bis 1550). KulturTheaterDer Verein Mäddich-Bühne e.V. führt regelmäßig im Frühjahr Theateraufführungen in Mundart durch. Die Stücke werden von der Laienspielgruppe selbst geschrieben und in der Gaststätte Krone in Bilfingen aufgeführt. MuseenDer Verein Heimatpflege und Kultur Kämpfelbach e.V. renovierte den Speicher der Zehntscheuer (Bürgerhaus) um dort Exponate auszustellen, die die Geschichte des Ortes und der Region repräsentieren. Im Oktober 2005 öffnete das Heimatmuseum Kämpfelbach seine Pforten. Sehenswürdigkeiten
BrauchtumScheibenschlagenDas Scheibenschlagen ist ein alter heidnischer Brauch, welcher in Ersingen am Fastnachtssonntag und Rosenmontag durchgeführt wird. Dabei werden 10 x 10 cm große Holzscheiben auf Haselnussstecken im Feuer zum Glühen gebracht und dann über den Scheibenbock (Abschussrampe) ins Tal geschleudert. Ersingen ist das nördlichste Dorf, das diesen - vor allem im alemannischen Sprachraum verbreiteten - Brauch durchführt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Ritual 1090 als Teile des Klosters Lorsch durch ein vom Scheibenschlagen verursachtes Feuer teilweise abbrannten. Von der langen Tradition des Scheibenschlagens in Ersingen zeugt der Flurname Scheibenplatz, welcher das erste Mal 1532 als „schyblechten bletz” urkundlich erwähnt wurde. Das Scheibenschlagen ist auf das alte keltische Ritual der Sonnwendfeier zurückzuführen. Die glühende Scheibe steht symbolisch für das Sonnenrad, da in der keltischen Kultur die Sonne große Verehrung genoss. Die Dorfbewohner wollten früher damit ihre Freude über den warmen Frühling und die längere Tageszeit ausdrücken. Vor dem Abschlag sagt der Scheibenschläger noch folgenden traditionellen Vers auf:
Im Wort Scheibenhut steht die Scheibe für Sonne und Hut für Schutz, also Schutz durch die Sonne. Nach dem ersten Weltkrieg war das Scheibenschlagen zeitweise verboten. Das Naziregime, welches auf die Bewahrung der alten germanischen Traditionen aus war, führte diesen Brauch wieder ein, welcher von der Hitlerjugend organisiert und durchgeführt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg geriet das Scheibenschlagen eine Zeit lang in Vergessenheit, bis es von der 1956 gegründeten Karnevalsgesellschaft Fledermaus wieder zum Leben erweckt wurde. Öffentliche Einrichtungen
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Literatur
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