Karow in Sachsen-Anhalt


Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Jerichower Land
Verwaltungsge-
meinschaft:
Elbe-Stremme-Fiener
Koordinaten: 52° 21′ N, 12° 19′ O
Höhe: 49 m ü. NN
Fläche: 31,93 km²
Einwohner: 492
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39307
Vorwahl: 039347
Kfz-Kennzeichen: JL
Gemeindeschlüssel: 15 3 58 028
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Friedentraße 29
39307 Karow
Bürgermeister: Bernd Franke

Karow ist eine Gemeinde im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.

Geografie

Geografische Lage

Karow liegt ca. 10 km südöstlich von Genthin am Rande des Fiener Bruch. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Stremme-Fiener an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Genthin hat.

Gemeindegliederung

Als Ortsteil der Gemeinde ist ausgewiesen:

  • Elisenau

Geschichte

Im Jahr 1193 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. Der früheste bekannte Besitzer von Karow war Anfang des 13. Jahrhunderts Friedrich von Caro. Im 16. Jahrhundert besaß die Familie von Byren das Gut, ehe es 1685 in den Besitz des Generals und Staatsministers Joachim Ernst von Grumbkow kam.

1708 wurde Karow an den Obermarschall Marquardt von Printzen verkauft. Er erbaute das heutige Schloss, ersetzte die verfallene Kirche in den Jahren 1703-1712 durch einen Barockbau und legte das Erbbegräbnis unter dem Chorraum an.

Im Jahre 2003 hat sich der "Förderverein Barock-Kirche Karow e.V." gegründet, der sich dem Erhalt und der Renovierung dieser bedeutenden Kirche verschrieben hat. Der Verein informiert auf seiner Homepage "[[kirche-karow.homepage.t-online.de]]" über seine Aktivitäten.

Die Grafen von Wartensleben

Seit 1774 waren die Grafen von Wartensleben die Gutsherren auf Karow. Sie haben viele Spuren in Karow hinterlassen. In den Besitz der Grafen von Wartensleben kam Karow 1774, als Elisabeth Freiin von Printzen, die 1763 den späteren Hofmarschall Wilhelm Friedrich Graf von Wartensleben (1740-1776) heiratete, den Besitz erbte.

  • Später waren ihr Sohn, der Schlosshauptmann Christian Ludwig Gr.v.W. (1767-1833),
  • dann dessen Sohn, der Generalleutnant Gustav Ludwig Gr. v.W. (1796-1886),
  • dann dessen Sohn, der General der Kavallerie Hermann Wilhelm Graf Wartensleben-Carow (1826-1921),
  • schließlich dessen Sohn, der Oberstleutnant Friedrich Wilhelm Gr. v.W. (1873-1954)

die Herren auf Karow.

Das ehemalige Schloss, das für seine reiche Ausstattung berühmt war, wurde bei Kriegsende 1945 total geplündert, später baulich verändert und in der DDR-Zeit als Schule genutzt. Lediglich das Wappen der Familie über der Eingangstür erinnert heute noch an die früheren Besitzer.

Die Familie der Grafen von Wartensleben musste Karow 1945 verlassen, 1947 wurde der Besitz von der sowjetischen Besatzungsmacht offiziell enteignet. Der letzte Herr auf Karow, Friedrich Wilhelm Graf von Wartensleben, ist mit seiner Frau 1954 in Bad Suderode im Ostharz gestorben.

Wenige Teile des Hausrates wie einige Ölbilder und Porzellan fanden sich nach 1945 im Heimatmuseum in Genthin wieder.

Die vollkommen verwüstete Erbbegräbnisse der Familie, die Gruft unter der Kirche und der sogenannte Ruhegarten hinter dem Friedhof, wurden nach der Wende 1990 wieder in einen würdigen Zustand versetzt.

Politik

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Bernd Franke wurde zum ersten Mal am 6. Mai 2001 gewählt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

  • Zur Bundesstraße 1 die Magdeburg mit Berlin verbindet, sind es in nördlicher Richtung ca. 10 km. Die Anschlussstelle Ziesar (76) der Bundesautobahn 2 liegt 13 km südlich der Gemeinde.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Joachim Wagner (*13. April 1690) war ein Orgelbauer. Er baute die Orgeln in der Marienkirche zu Berlin, im Dom von Brandenburg sowie in den Heilige-Geist-Kirche (Magdeburg) und Potsdam.
  • Friedrich Wagner (* 1693) war ein Theologe, ab 1743 Senior der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg; Bruder von Joachim Wagner
  • August Wilhelm Francke (* 14. März 1785) war langjährig der Oberbürgermeister von Magdeburg.



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Informationsportal über Karow in Sachsen-Anhalt - 25.5.2012