Katzhütte in Thüringen


Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Verwaltungsge-
meinschaft:
Bergbahnregion/Schwarzatal
Koordinaten: 50° 33′ N, 11° 3′ O
Höhe: 420 m ü. NN
Fläche: 28,69 km²
Einwohner: 2134
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98746 (alt: 6424)
Vorwahl: 036781
Kfz-Kennzeichen: SLF
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 037
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Markt 7
98744 Oberweißbach
Webpräsenz: www.katzhuette.de
Bürgermeister: Wilfried Machold (parteilos)

Katzhütte ist eine Gemeinde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bergbahnregion/Schwarzatal.

Geschichte

Die Gemeinde Katzhütte ist das Zentrum des Oberen Schwarzatales. Die heutigen Grenzen des Ortes entstanden durch die Zusammenlegung der beiden Orte Katzhütte und Oelze zu einer Großgemeinde im Jahre 1950. Bei ihrer Entstehung hatte sie etwa 3800 Einwohner. Seit der Zusammenlegung ist die Einwohnerzahl stark zurückgegangen. Die Gemeinde Katzhütte zählte Ende 2004 nach amtlichen Angaben noch 2197 Einwohner. Trotzdem ist es der größte Ort in der Verwaltungsgemeinschaft Bergbahnregion/Schwarzatal. Weitere größere Orte der VG sind Oberweißbach (1630 Einwohner) und Meuselbach-Schwarzmühle (1372 Einwohner).

Den Namen Katzhütte gibt es erst seit 1563, als die Grafen von Schwarzburg am 23.Dezember dem Leipziger Arndt Prenn die Erlaubnis erteilten , eine Seigerhütte nebst Wohn- und Kohlhäusern zu errichten „wo die Katze in die Schwarza fällt”. Mit dem Bau wurde im April 1564 begonnen. Vorher hieß die Siedlung Rosenthal. Noch ältere Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern der Gemeinde Meuselbach sprachen von "Gräntzhaus". Der Ortsname Katzhütte ist von einen früheren Hüttenwerk (die Hütte am Fluss Katze) abgeleitet. Das Hüttenwerk verarbeitete Mansfelder Schwarzkupfer zu Gaskupfer und Silber. Nach Verfall des Hüttenwerkes 1576 sicherte vor allem der neue Eisenhammer den Bewohnern ihren Lebensunterhalt.

Die ausgedehnten Wälder lieferten die benötigte Holzkohle, während Flößer das Holz zu Tal beförderten. Holzfäller, Köhler und Flößer waren daher weit verbreitete Berufe. Auch entstand hier im Jahre 1759 eine der ersten Porzellanfabriken Thüringens, welche später nach Wallendorf verlegt wurde. Die Produktion erlangte dort als Wallendorfer_Porzellan überregionale Bekanntheit. Dies steht im Zusammenhang mit dem Leiter der fürstlichen Hütteninspektion J.W. Hammann. Das Herrenhaus (ehem. Rentamt und Forsthaus) von Hammann wurde 1760 als Sitz der fürstlichen Hütteninspektion erbaut. Erst im 19. Jahrhundert kamen weitere Fabriken in Katzhütte hinzu. Insbesondere die 1864 errichtete Porzellanfabrik "Hertwig & Co.", deren Produkte bis heute begehrte Sammlerobjekte[1] darstellen.

Vor der ständigen Besiedlung der Landschaft waren einige Wasserläufe als Orientierungs- und Grenzpunkte bekannt. Erstmals erwähnt wurden 1366 die Oelze (Ulßa) und der Wulstbach (Wolgast) oder 1370 die Oelze (Olsin) die Katze (Kaetze) und die Masse (Maßa). Der Ort Katzhütte erstreckt sich kilometerweit in den Tälern von Katze, Oelze, Masse und Schwarza. Fast 7 km sind es im Haupttal vom Bahnhof, dem Endpunkt der Schwarzatalbahn, bis zum oberen Ortsausgang. Die kleinen mit Schiefer gedeckten Häuser ziehen sich in geschlossener Reihe am Berghang im oberen Schwarzatal hin.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 31. Dezember):

  • 1756 - 533
  • 1794 - 701
  • 1812 - 836
  • 1824 - 891
  • 1829 - 1.134
  • 1858 - 1.076
  • 1890 - 1.553
  • 1902 - 1.819
  • 1933 - 2.113
  • 1939 - 1.913
  • 1950 - 3.800
  • 1976 - 3.022
  • 1987 - 2.600
  • 1994 - 2.156
  • 1995 - 2.106
  • 1996 - 2.151
  • 1997 - 2.157
  • 1998 - 2.196
  • 1999 - 2.221
  • 2000 - 2.223
  • 2001 - 2.234
  • 2002 - 2.244
  • 2003 - 2.226
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten

  • Kirchen in den Ortsteilen Katzütte (1756) und Oelze.
  • Franzosengrab (1813 starb im Haus eines Köhlermeisters ein französischer Soldat - angeblich auf der Flucht von von der Völkerschlacht bei Leipzig)
  • Hertwigvilla (ehemalige Villa der Fabrikantenfamilie Hertwig, im Ort auch Tränenvilla genannt.
  • Herrenhaus (erbaut 1760 und heute Sitz der Gemeindeverwaltung)

Verlorene Orte

  • Betriebsgelände der ehemaligen Porzellanfabrik Hertwig und des späteren VEB Zierkeramik (liquidiert Ende der 90er Jahre und abgerissen Mitte 2005)
  • Gasthaus „Zum Rosenbaum” – Sitz der Bürgerwehr im Revolutionsjahr 1848. Später Wohnhaus und abgerissen für einen Einkaufsmarkt nach dem Beitritt der DDR zur BRD. (Standort neben der heutigen Sparkasse)
  • früherer Sommergarten und Sommerpavilion der Familie Hertwig. Während der DDR bis Anfang der 70er Jahre Pionierhaus. Danach dem Verfall preisgegeben
  • Königstanne – Einst der größte Nadelbaum Deutschlands mit 51 m wurde sie 1946 Opfer eines Sturms.
  • Farbenfabrik zu Neuwerk bei Oelze (Geschlossen 1990 und in der Folge abgerissen)
  • ehemaliges Jagdschloss auf dem Wurzelberg (erbaut 1747 und Abriss bereits 1900 Baufälligkeit)

Wirtschaft und Infrastruktur

Katzhütte ist Endpunkt der Schwarzatalbahn. In Katzhütte und Oelze gab es mehrere Fabriken, die einen großen Teil der einheimischen Bevölkerung und Menschen aus anderen Orten Arbeit und Brot gaben. In Katzhütte waren das: eine Knopffabrik, eine Zigarrenfabrik, Geigenfabrik, eine Farbenfabrik (Farbenfabrik zu Neuwerk bei Oelze) etc. Inzwischen ist der Ort fast deindustrialisiert. In Katzhütte existiert nur noch der Betrieb der Schwarzataler Kunststoff GmbH, Sandstrahlarbeiten Thorsten Günsche und Metallbau Norbert Werner. In Oelze existiert noch die Relaistechnik Witte, Metallbau Pohl und Fischer Metallbau. Des Weiteren sind Handwerke der verschiedenen Gewerbe und Geschäfte sowie Gaststätten in beiden Orten ansässig. Die beiden Poststellen wurden geschlossen und die Gebäude verkauft. Das „Haus des Volkes” ist seit der Wende geschlossen und wurde an einen Privatmann verkauft. Katzhütte ist Endbahnhof der Schwarzatalbahn aus Rottenbach / Saalfeld, von der in Obstfelderschmiede die Oberweißbacher Bergbahn abzweigt.

Persönlichkeiten

Im Herrenhaus wohnte einst Caroline Junot geb. Schiller. Im Jahre 1930 wurde eine Schillergedenkstätte am Felsblock „Kieslerstein” diesem Ereignis gewidmet.

Söhne und Töchter der Stadt

  • 1854, Oskar von Truppel, Militär

Tourismus

bis 1990

Die Landschaft des Schwarzatales zog jährlich ca. 12.000 Besucher nach Katzhütte. Diese Urlauber kamen im Sommer zum Wandern und Erholen sowie im Winter zum Skifahren an der „Sedanklause”, an der sich ein Skilift befand.

Unterkünfte waren ein FDGB-Heim, ein Vertragshaus mit 56 Betten, vier Betriebserholungsheime, vier Kinderferienlager, eine Jugendherberge und 21 Privatzimmer.

Zur gastronomischen, kulturellen und sportlichen Betreuung der jährlich 12.000 Urlauber standen acht öffentliche Gaststätten mit rund 400 Sitzplätzen, eine Sporthalle mit Klubraum, Innen- und Außenkegelbahn sowie eines Außenfeldschachspieles, das „Haus des Volkes” mit einem kleine Speisesaal, einen Gastraum, einen kleinen Gastraum und einen größeren Saal, ein Sportplatz mit Sportlerheim, ein Schlepplift, eine Ski- und Fahrradausleihstation, ein Kino und einem Klubraum für Urlauber in der Bahnhofsstraße zur Verfügung.

In Katzhütte-Oelze fanden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Es wurden zum Beispiel Begrüßungs- und Folkloreabende gefeiert, Konzerte durchgeführt und für Kinder gab es extra Kinderveranstaltungen. Ein Höhepunkt in jedem Jahr waren und sind der Karneval und die drei Kirmsen („Stachelbeerkirmes” in Oelze, die „Katzhütter Kirmes” und die „Mühlkirmes” im Ortsteil „Mühle”).

Das Wanderwegenetz wurde im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut und verschönert. Dies erfolgte zum Teil durch die Anwohner des Ortes in Eigenleistung. Es bestanden 30 km Gebiets- und Ortswanderwege, 900 m² Parkanlagen mit Ruhebänken (insgesamt 120 Stück). Diese Parkanlagen wurden auch zum Teil in private Fürsorge gestellt.

seit 1990

Nach der Wiedervereinigung 1990 fanden auch in Katzhütte viele Veränderungen statt. So wurden z.B. die meisten Betrieben, das FDGB- Ferienheim, das „Haus des Volkes”, die Kinderferienlager geschlossen und die Bahnstrecke wurde für einige Jahre stillgelegt. Insgesamt war der Tourismus stark rückläufig. So gab es im Jahr 2005 nur noch etwa 2700 Urlauber mit insgesamt etwa 8000 Überanchtungen.

Die größten Besuchermagneten sind z.B. Der „Geo- Lehrpfad”, die „Heimatstube” und andere Attraktionen im Umfeld. Auch zu erwähnen ist ein Goldwaschplatz, der im Jahr 2005 entstand.




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Informationsportal über Katzhütte in Thüringen - 25.5.2012