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Kaufbeuren ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Die Stadt im Allgäu ist komplett vom Landkreis Ostallgäu umgeben. GeografieKaufbeuren liegt am Fluss Wertach. Ortsteile
GeschichteKaufbeuren entstand aus einem fränkischen Königshof, der um 740 als Verwaltungssitz und militärisches Rückzugsgebiet nahe der Grenze zum Herzogtum Bayern gegründet wurde. Die Herren von Beuren, die Gefolgsleute der Welfen waren, hatten hier gegen Ende des 11. Jahrhunderts ihren Adelssitz. Die erste urkundliche Erwähnung Kaufbeurens war im Jahr 1126. Ende des 12. Jahrhunderts kam die Stadt unter die Herrschaft der Staufer. Von 1286 bis 1803 war Kaufbeuren eine freie Reichsstadt. 1377 wurde die Stadt vom Herzog Friedrich von Teck und 1388 von den bayerischen Herzögen vergebens belagert. 1802 kam sie an Bayern. Seit 1939 wurde in einem nordöstlich von Kaufbeuren gelegenen Waldgebiet eine Fabrik der Dynamit AG, vormals Alfred Nobel u. Co, für die Versorgung der deutschen Kriegswirtschaft mit Munition aufgebaut. Dort wurden Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Konzentrationslager Riederloh in Steinholz bei Mauerstetten, einer Außenstelle des KZ Dachau, eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf den Trümmern des Gebietes der heutige Stadtteil Neugablonz, gegründet von Vertriebenen aus Gablonz.
Bevölkerungsstruktur<15: 15,4% | 15–18: 3,3% | 18–25: 7,9% | 25–35: 12,2% | 35–60: 33,6% | >60: 27,5% Der Anteil an Spätaussiedlern liegt mit ca. 12 % relativ hoch. Zusammen mit den Ausländern haben in der Stadt somit mehr als 20 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund. BevölkerungsentwicklungIm Vergleich zum Vorjahr verlor Kaufbeuren 2005 insgesamt 335 Einwohner. Laut statistischem Jahrbuch, lebten Ende 2005 nur noch 43 845 Menschen in der Wertachstadt, 2004 waren es 44.180 gewesen. Als einziger Stadtteil wuchs Oberbeuren: von 3718 auf 3780 Einwohner. Ein Grund für den Rückgang der Kaufbeurer Bevölkerung dürfte die niedrige Geburtenrate sein: 2005 erblickten nur noch 344 Wertachstädter das Licht der Welt, während es 2004 noch 387 waren. Allerdings starben mit 484 Menschen auch 56 weniger als im Vorjahr. Das heißt, es müssen wesentlich mehr Kaufbeurer weggezogen sein als Neubürger hinzu kamen. Betroffen sind alle Ortsteile bis auf Oberbeuren. Dort lebten 2005 insgesamt 62 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. In Kaufbeuren waren es 202, in Neugablonz 167, in Hirschzell 20 und in Kemnat acht weniger. Nach wie vor in der Mehrzahl sind die Frauen (22.822) gegenüber den Männern (21.023). Kaum verändert hat sich die Zahl der ausländischen Mitbürger: Sie sank ganz leicht von 3860 auf 3854. ReligionDie Einwohner Kaufbeurens sind mehrheitlich katholischen Glaubens; daneben gibt es seit der Reformation eine starke evangelische Minderheit (seit 1955 eigenes Pfarramt im Stadtteil Neugablonz und in der Kaufbeurer Innenstadt) und eine muslimische Minderheit türkischer und kurdischer Sprache (sunnitische Moschee, alewitisches Cem-Haus in Kempten). Weiter gibt es Evangelisch-freikirchliche, Freie evangelische, Adventistische sowie russischsprachige Baptistengemeinde, eine Altkatholische Gemeinde und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Zudem existiert in der Altstadt von Kaufbeuren das Crescentiakloster, ein Franziskanerinnen-Kloster. In der Umgebung findet sich im Dorf Leinau eine ökumenische Severins-Gemeinschaft des Ordens von Port Royal. Städtepartnerschaften und Patenschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
SportKaufbeuren ist bekannt für seine Eishockeymannschaft, den ESV Kaufbeuren, der 1994 Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey-Liga war und schon in den Vorjahren häufig erstklassig spielte. Wirtschaft und InfrastrukturAus dem mittelalterlichen Textilhandwerk und -handel entwickelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die von Christoph Friedrich Heinzelmann (1786–1847) und anderen Mitgliedern eingesessener Kaufmannsfamilien im Jahr 1839 gegründete und 2005 insolvente mechanische Baumwollspinnerei und -weberei Momm. Daneben bildet das traditionelle Braugewerbe in Kaufbeuren von bis zu zeitweilig 16 Brauereien, von welchen nur die Aktienbrauerei noch existiert, einen regionalen Wirtschaftsfaktor, von des. Bis zum Ende des Kalten Krieges besaß auch der zwischen 1933 und 1935 eingerichtete, seit den 1980er lediglich als Schulungszentrum genutzte Fliegerhorst im Stadtteil Oberbeuren eine wirtschaftliche Bedeutung. Aus der ehemaligen Schreibmaschinenfertigung der Firma Alpina, die von Olympia aufgekauft wurde, entwickelte sich in den 1970er und 1980er eine mittelständische Elektronikindustrie in der Automation-, Mess- und Regeltechnik. In Neugablonz existierte von 1939 eine Fabrik der Dynamit AG und dann ab 1945 Glas-, Metall- und Schmuckindustrie. VerkehrsanbindungStraßennetz: Kaufbeuren ist an zwei Bundesstraßen angeschlossen: die B 12 führt mit direktem Anschluss an Kaufbeuren vorbei und die B 16 führt durch Kaufbeuren. Die nächstliegende Autobahn A 96 ist ca. 17 km von Kaufbeuren entfernt; die Zuführung erfolgt über die ausgebaute B 12. Die A 7 (Flensburg–Füssen) ist von Kaufbeuren aus in etwa 20 Autominuten erreichbar. Deutsche Bahn: Kaufbeuren liegt an der Allgäubahn (KBS 970), die zwischen München und Lindau verkehrt. Diese Strecke ist nicht elektrifiziert. Fernverkehrszüge halten in der Stadt fast nicht. Als Ersatz für den gestrichenen InterRegio der DB, hält nun der Allgäu-Express, kurz „Alex”, in Kaufbeuren. Aufgrund der Lage im erweiterten Einzugsbereich von München gibt es zahlreiche Pendler. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der StadtKünstler
Kirchenpersonen
Politiker
Sportler
Unternehmer
Wissenschaftler
Sonstige
Sonstige mit Kaufbeuren in Verbindung stehende PersönlichkeitenDurch den ESVK startete der Eishockeyspieler Peter Ustorf (* Hamburg) seine Karriere; aber auch andere Sportler wie die Rallyefahrerin Andrea Mayer (z. B. Rallye Dakar) und der ehemalige Bundesliga-Fußballschiedrichter Hermann Albrecht fingen in Kaufbeuren an. Jakob Brucker (* 22. Januar 1696 in Augsburg), Philosophiehistoriker, Namensgeber des Jakob-Brucker-Gymnasiums, seit 1724 in Kaufbeuren Pfarrer und Rektor der Lateinschule. Regelmäßige VeranstaltungenDas Tänzelfest findet alljährlich im Juli vor den Sommerferien statt. Es gilt als ältestes Kinderfest in Bayern. Es finden Umzüge und Veranstaltungen in traditionellen mittelalterlichen Kostümen statt, in Bezug auf die (historisch gesicherten) Besuche von Kaiser Maximilian I. im 15. Jahrhundert.
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