Kirschau in Sachsen


Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Bautzen
Verwaltungsge-
meinschaft:
Schirgiswalde
Koordinaten: 51° 6′ N, 14° 25′ O
Höhe: 250 m ü. NN
Fläche: 6,52 km²
Einwohner: 2555
Bevölkerungsdichte: 392 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02681
Vorwahlen: 03592
Kfz-Kennzeichen: BZ
Gemeindeschlüssel: 14 2 72 180
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zittauer Straße 5
02681 Kirschau
Webpräsenz: www.kirschau.de
Bürgermeister: Dietmar Sußig
Lage der Gemeinde Kirschau im Landkreis Bautzen

Kirschau (sorb. Korzym) ist eine Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen, 8 km südlich der Großen Kreisstadt Bautzen.

Geografie

Kirschau liegt im Lausitzer Bergland, eingebettet im Tal der Spree und der Pilke, zwischen dem Mönchswalder Berg (449 m) und dem Lärchenberg (354 m).

Zu Kirschau gehören die Ortsteile Bederwitz (sorbisch Bjedrusk), Kleinpostwitz (Bójswecy), Rodewitz/Spree (Rozwodecy) und Sonnenberg (Slóncna Hora).

Geschichte

  • Im Jahr 1352 wurde Kirschau in Zusammenhang mit der Zerstörung der Burg Körse erstmals urkundlich erwähnt.
  • Als im Dreißigjährigen Krieg die Oberlausitz 1634 zu Sachsen kam, wurde Kirschau Grenzort. Es wurde eine Zollstation zum benachbarten Böhmen errichtet.
  • Bis um 1845 war Kirschau ein unscheinbares und armes Dorf. Ausgelöst durch Gotthelf August Friese entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Kirschau eine bedeutende Grobgarnindustrie. Neben Packleinwand und Scheuertüchern waren es ab der Jahrhundertwende bunte Schlafdecken, die Kirschau einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung bescherten. Auch weitere Industriezweige siedelten sich in Folgezeit an. Wegen des aufkommenden Wohlstandes wurde Kirschau „das Dorf mit den goldenen Dächern” genannt. Der prächtige Ortskern und die zahlreichen Fabrikantenvillen erinnern heute noch an diese Blütezeit.
  • Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die ortsansässigen Betriebe Volkseigentum. Als wichtigster Betrieb entstand durch den Zusammenschluss mehrerer Textilfirmen der VEB Vegro Kirschau. Durch die Herstellung von Scheuertüchern, Teppichböden und nicht zuletzt der berühmten Kirschauer Schlafdecken wurde Kirschau weit über die Grenzen der DDR hinaus bekannt. Ein weiterer wichtiger Betrieb war noch das Getriebewerk, ein Teilbetrieb des VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen Neustadt, welches heute nicht mehr existiert.
  • Seit der Wende im Jahre 1989 existiert die Kirschauer Textilindustrie im kleinen Rahmen weiter.
  • Heute ist das 1998 fertiggestellte Ganzjahresbad „Körse-Therme” der Hauptanziehungspunkt für Besucher aus nah und fern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Burgmuseum Kirschau

  • Geschichte des Ortes und der Burg Körse
  • Heimatstube mit funktionstüchtigem Handwebstuhl

Bauwerke

  • Burgruine Körse
  • Dreiländerstein an der früheren Grenze zwischen Wilthen in Meißen, Schirgiswalde in Böhmen und Kirschau in der Lausitz (1746).
  • Johanneskirche, eine 1924 eingeweihte evangelische Kuppelkirche im Jugendstil mit einem außergewöhnlichen Altarbild des Malers Bernhard Müller aus Dresden.
  • Kuxloch, ein ca. 12 m langer sagenumwobener alter Bergbaustollen am Fuße des Burgberges.
  • Deutscher Steig, ein noch erhaltenes malerisches Stück einer mittelalterlichen Handelsstraße.
  • Ortskern mit prächtigen Jugendstilgebäuden.
  • Ehemalige Fabrikantenvillen.
  • Wagnerwehr, eine alte Wasserkraftanlage.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Hexenfeuer in der Walpurgisnacht
  • Jährliches Körsesingen auf der Burgruine

Städtepartnerschaften

  • Denkingen
  • Niederstetten



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Kirschau in Sachsen - 25.5.2012