
|
Die Gemeinde Kißlegg im Allgäu ist ein Luftkurort im Landkreis Ravensburg im Südosten von Baden-Württemberg. GemeindegliederungKißlegg besteht aus den sechs Ortsteilen Kißlegg, Sommersried, Emmelhofen, Wiggenreute, Waltershofen und Immenried. GeschichteAuf eine Besiedlung in der Römerzeit weist ein reicher Münzenfund in Oberhorgen hin. Im 8. Jahrhundert gründete der irische Mönch Ratpot am Ufer des Zellersees eine Mönchszelle und eine Kirche, die erstmals 824 als Ratpotiscella urkundlich erwähnt wurde und sich bis Anfang des 9. Jahrhunderts zu einer Ortschaft entwickelte. Um 850 kam der Ort in den Besitz des Klosters St. Gallen, das zwischen Zellersee und Obersee einen Meierhof (auch Kellhof) errichtete, zu dem über 100 Bauerngüter der Umgebung gehörten. Eine adlige Familie war bereits seit dem 9. Jahrhundert in der Umgebung ansässig und verwaltete neben eigenen Besitzungen auch als Meier (auch Keller genannt) die Güter des St. Galler Meierhofs. Ein Mitglied der Familie soll den Namen Kisololt, Kisilhar oder Kisalfrid getragen haben. Die Familie errichtete im 11. oder 12. Jahrhundert die Burg Kisilegge, nach der sie sich ab 1227 Herren von Kiselegge nannte. Der Name der Burg verdrängte mit der Zeit die ursprünglichen Namen Zell und Kißleggzell, so dass der Ort seit dem 15. Jahrhundert nur noch als Kißlegg bekannt ist. Der letzte Erbe der Herren von Kißlegg verheiratete um 1300 seine Tochter an Marquard von Schellenberg aus der Familie der Herren von Schellenberg, die damit neue Besitzer Kißleggs wurden. 1381 wurde die Herrschaft innerhalb der Familie Schellenberg geteilt in einen schellenbergischen Teil, der 1708 durch Heirat an die Waldburger Linie Waldburg-Wolfegg und Waldsee kam, und einen paumgartischen Teil, der nach mehreren Besitzerwechseln 1625 zunächst an Friedrich von Waldburg-Scheer-Trauchburg und schließlich 1793 an das Haus Waldburg-Zeil-Wurzach ging. Am 28. Februar 1394 verlieh König König Wenzel in Prag beiden Herrschaften das Marktrecht und die niedere und hohe Gerichtsbarkeit. Während des Deutschen Bauernkriegs lag Kißlegg in einem der Zentren des Aufstandes. 1548 wurde Kißlegg mit Ausnahme des Schellenbergischen Schlosses völlig zerstört, 1704 zerstörte ein Feuer erneut fast die gesamte Marktgemeinde. 1806 kam Kißlegg zum Königreich Württemberg. 1828 entstanden die selbständigen Gemeinden Kißlegg, Sommersried, Emmelhofen und Wiggenreute. Am 1. April 1934 die Gemeinde Kißlegg durch Eingemeindung von Sommersried, Emmelhofen und Wiggenreute. Dieser Zusammenschluss gilt als die erste größere Gemeindereform in Württemberg. 1972 wurden die Ortschaften Waltershofen und Immenried eingemeindet. Wirtschaft und InfrastrukturNeben der Getränkebranche mit der Brauerei Farny und der Mineralbrunnen AG (Krumbacher und Kisslegger Sprudel) spielt die Landwirtschaft mit 240 Betrieben sowie der Fremdenverkehr eine wichtige Rolle. TourismusKißlegg ist eingebettet in eine Seenlandschaft, die durch Rad- und Wanderwege erschlossen ist. Im Arrisrieder Moos gibt es einen Hochmoorlehrpfad, der den schützenswerten Lebensraum Hochmoor näherbringen will. Am Obersee gibt es ein Freibad und Stellplätze für Campingmobile. Ausgewiesene und kostenlose Parkplätze gibt es am Obersee und am Feuerwehrhaus. Die Brauerei Farny bietet ebenso wie die Mineralbrunnen AG - Werk Krumbach Führungen an. VerkehrDie Gemeinde ist ein Bahnknotenpunkt an der Württembergischen Allgäubahn. Von hier aus verkehren Züge nach Lindau, nach Aulendorf, nach Augsburg und Memmingen. Es gibt einige Busverbindungen Buslinien u.a. mit Bad Wurzach und Wangen im Allgäu. Der Nahverkehr im Kreisgebiet Ravensburg gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Kißlegg hat einen Anschluss an die B12 und wird mit der Erweiterung der Bundesautobahn A96 einen Anschluss an diese erhalten. FreizeitJugendDer Jugend in Kißlegg steht unter anderem das im August 1999 eröffnete Jugendhaus zur Verfügung. Neben einem hauptamtlich verwalteten Jugendcafe findet der Besucher dort auch das selbstverwaltete Jugendzentrum Spatz. Das Juze Spatz wird von der am 7. Dezember 1980 gegründeten Initiativgruppe Jugendzentrum e.V. betrieben. Die katholische Kirche bietet Jugendlichen die Teilnahme in der Landjugend und der Kolpingsfamilie an. Selbstständig arbeiten Jugendliche im Jugendgottesdienstteam - der sogenannten Jugoband. Kultur und Sehenswürdigkeiten
Persönlichkeiten
Literatur
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
