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Die Stadt Kleve liegt am unteren Niederrhein an der Deutsch-Niederländischen Grenze und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Sitz des Kreises Kleve und Mitglied der Euregio Rhein-Waal. Als Kurort und Mittelpunkt des Herzogtums Kleve hatte Kleve lange Zeit eine überregionale Bedeutung. Geografie und BevölkerungStadtgebietRäumlich ist das Stadtgebiet in folgende Ortsteile gegliedert:
Nachbargemeinden/-städteDie Stadt Kleve grenzt im Norden an die Gemeinde Millingen aan de Rijn (Provinz Gelderland, NL) und die Stadt Emmerich am Rhein, im Osten an die Stadt Kalkar, im Süden an die Gemeinde Bedburg-Hau und im Westen an die Gemeinde Kranenburg. Einwohnerentwicklung
Quellen
ReligionenTraditionell ist in weiten Teilen des Niederrheins der Katholizismus die vorherrschende Religion. Im gesamten Stadtgebiet von Kleve gehören 65,8 % der römisch-katholischen Kirche an. Weitere 15,6 % gehören einer evangelischen Kirche an. Desweiteren ist in Kleve eine neuapostolische Gemeinde mit 246 Mitgliedern (Stand: 2005) aktiv. 18,6 % bekennen sich zu einer anderen Konfession oder sind konfessionslos. GeschichteEntstehung und MittelalterKleve war Sitz der Grafen und Herzöge von Kleve. Der Name Kleve leitet sich ab von Kliff (Klippe), der Hang des Burgberges, Endmoräne aus der Eiszeit. Keimzelle der Stadt ist die auf das 10. Jahrhundert zurück gehende Burg, neben der eine Siedlung entsteht. 1092 wird der Name „Cleve” erstmalig urkundlich erwähnt. Der Burg gegenüber, auf dem Heideberg, gründet Graf Dietrich VI. die Stadt Kleve. Die Stadtrechte verleiht er Kleve am 25. April 1242. Das Recht zur Ratswahl erhält die Stadt gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Im 14. Jahrhundert kommt es zu einer erheblichen Stadterweiterung, der Gründung der Neustadt, dem Hagschen Viertel. Große Brände verwüsten Kleve 1368 und 1528. RenaissanceErheblichen Aufschwung nimmt die Stadt dank der (Heirats-) Politik der Grafen von Kleve. Es gelingt ihnen, Kleve, Jülich, Mark, Berg und Ravensberg zu vereinigen. Auf dem Konzil von Konstanz 1409 wird der Klever Graf in den Herzogsstand erhoben. Das Herzogtum Kleve umfasst im 16. Jahrhundert ein Gebiet, das – ausgenommen die Fürstbistümer Köln und Münster – ungefähr dem heutigen Nordrhein-Westfalen entspricht. Kleve ist im 16. Jahrhundert die Residenz eines der bedeutendsten Herzogtümer des Deutschen Reiches. Nach dem Tod des kinderlosen Herzog Johann Wilhelm gehen Kleve und Mark an das Kurfürstentum Brandenburg. Die Gemeinde Materborn und die Gemeinden Donsbrüggen, Keeken, Rindern und Wardhausen des Amtes Rindern sowie die Gemeinden Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth und Warbeyen des Amtes Griethausen und die Gemeinde Reichswalde des Amtes Till wurden mit der Stadt Kleve zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt. PartnerstädteKleve unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:
BildungKleve beherbergt im Jahr 2006 elf Grundschulen, zwei Förderschulen, drei Hauptschulen, zwei Realschulen, drei Gymnasien und eine berufsbildende Schule. Daneben gibt es noch drei Schulen für Alten- bzw. Krankenpflege, eine Landwirtschaftsschule, das Studienseminar für die Sekundarstufen sowie die Studienseminare für die Primarstufe und für Sonderpädagogik. Die Klever Volkshochschule bietet auch den Erwerb von Haupt- und Realschulabschlüssen für Erwachsene an, die nächste Möglichkeit zum Erwerb von Fachhochschulreife und Abitur in der Erwachsenenbildung besteht am Abendgymnasium Borken-Bocholt. Schulen
Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
Kirchen
Museen
VillenEinstmals charakteristisch für die Stadt Kleve waren ihre zahlreichen Villen, von den leider viele gedankenlos abgerissen oder zweckentfremdet wurden wie das alte Kurhaus, das u.a. als Möbellager diente.
Die Gärten von KleveSehenswert sind die barocken Gartenanlagen mit Amphitheater die Johann Moritz von Nassau-Siegen ab 1647 durch seinen Gartenarchitekten Jacob van Campen anlegen ließ. Die Gärten sind heute nur noch teilweise erhalten bzw. wiederhergestellt, sind aber gerade deshalb sehr reizvoll. Die Klever Gartenlandschaft ist eingebunden in das European Garden Heritage Network. Für den Neuen Tiergarten wurde auf dem Springenberg eine künstliche Erhebung (Sternberg) geschaffen, von der strahlenförmig zwölf Wege ausgingen. Die Besonderheit dieses Wegesystems ist seine Ausrichtung auf besondere Bauwerke und Städte. Als Schneisen im Wald sind sie zum Teil heute noch erkennbar. Die Blickachsen zur Schwanenburg und zum - jenseits des Rheines - gelegenen Ort Hochelten lassen heute noch erahnen, wie kunstvoll die Anlage seinerzeit war. Zur Gesamtanlage gehört das restaurierte sog. Amphitheater, das in den Hang des Springenberges hineingebaut wurde. Es handelt sich um ein gartenbauerisches Zitat; das Theater wurde nie als solches genutzt. In der Literatur wird es auch als Laubengang oder Exedra bezeichnet. Das Amphitheater wurde schon zu Lebzeiten des Johann Moritz von Nassau mehrfach verändert. Heute befindet sich darin unter anderem Stephan Balkenhols „Neuer Eiserner Mann” (Bilder), ein Standbild, das an den Prinzen Johann Moritz von Nassau-Siegen erinnert und zu seinem 400. Geburtstag eingeweiht wurde. Vorläufer war ein gleichnamiges Standbild des 17. Jahrhunderts, das 1794 von französischen Revolutionstruppen zerstört wurde. Oben auf dem Berg thront heute ein Obelisk, der von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen entworfen worden sein soll. Vorgelagert ist am Fuß des Springenberges eine Parkanlage die durch eine nach Nordosten ausgerichteten langgestreckte Wasserfläche - dem Prinz-Moritz-Kanal - geprägt ist. Der Kanal mit zwei Inselparterres ist ebenfalls auf Hochelten in der Ferne ausgerichtet. Der Kanal wird immer noch von der stillgelegte Bahnstrecke Kleve - Nijmegen gequert. Westlich befindet sich auch heute noch ein Tiergarten. Südöstlich schließt sich heute der Forstgarten an. Die ursprünglich als Neue Plantage bezeichnete Anlage wurde ab 1782 auf Veranlassung des seinerzeitigen Kammerpräsidenten der preußischen Regierung in Kleve, Julius Ernst von Buggenhagen, angelegt. Ihre verschlungenen Wege entsprechen dem Übergang zum Landschaftsgarten. Bepflanzt ist der Park in der Art eines Arboretums mit zahlreichen verschiedenen Baumarten. Die Anlage ist durch einen Aha-Graben zur Wasserburgallee sowie in Richtung Prinz-Moritz-Kanal abgegrenzt. Dieser kleine Wassergraben ziert nicht nur den Park, sondern sicherte ihn gleichzeitig vor dem Eindringen von Vieh ohne den Ausblick in die umgebende Landschaft zu stören. Die Neue Plantage präsentiert sich heute - nach Veränderungen durch den Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe auf einer Fläche von 5,6 Hektar als Forstgarten. Zu den Gärten von Kleve gehört schließlich die im Bereich des Alten Tiergartens gelegene Grabstätte des Fürsten Johann Moritz in Bergendael (Berg und Tal), etwas außerhalb von Kleve an der Landstraße 362 gelegen. Heute noch erhalten ist die Tumba sowie die vorgelagerte Exedra. In die Exedra wurde römische Fundstücke aus der Umgebung eingearbeitet. Johann Moritz wurde zwar nach seinem Tode dort beigesetzt, aber sehr bald nach Siegen überführt. Von den Klever Parks wurden Amphitheater und Forstgarten 2004/2005 als herausragendes Beispiel in die Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas aufgenommen. Infrastruktur und WirtschaftIndustrie und HandwerkDie Industrialisierung setzt in Kleve erst spät ein. Aufgrund des Kur- und Badebetriebes ist die Stadt darauf bedacht, störende Industrien von Kleve fern zu halten. 1888 siedeln sich die Van den Bergh'schen Magarinewerke in Kellen an. Ebenfalls in Kellen entstehen weitere Lebensmittelwerke wie die Keksfabrik XOX und die Kakaofabrik Bensdorp. Alle Werke sind heute geschlossen, die Gebäude werden z.T. für kulturelle Zwecke genutzt. 1896 gründet Gustav Hoffmann mit seinem Schwager Fritz Pannier die Elefanten-Kinderschuhfabrik und macht die traditionelle Schuhstadt Kleve zu einem Zentrum der Kinderschuhindustrie. 1908 trennen sich Hoffmann und Pannier mit der Vereinbarung, dass Hoffmann nur Schuhe bis Größe 26, Pannier nur Schuhe ab dieser Größe herstellen. Eine weitere Klever Marke für Kinderschuhe ist Bause. Heute ist auch die Klever Schuhindustrie in der Krise, die geschlossenen Fabriken dienen überwiegend dem Verkauf anderer Schuhmarken. Dennoch bleibt das "Schüsterken" an der Herzogbrücke Kleves Wahrzeichen. VerkehrFlugverkehrDie nächstgelegenen Flughäfen sind noch der Flughafen Niederrhein und der Flughafen Düsseldorf International. Schienen- und BusverkehrDer Bahnhof Kleve liegt an der linksniederrheinischen Strecke (DB-Kursbuchstrecke 495), auf der täglich im Stundentakt und zusätzlich stündlich von montags bis freitags im Schienenpersonennahverkehr der „Niers-Express” (RE 10) von Kleve über Krefeld nach Düsseldorf verkehrt. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die Dieseltriebwagen „Talent” der Firma Bombardier Transportation (DB-Baureihe 643) einsetzt. Die Strecke Kleve - Spyck wurde 1969 stillgelegt. Die Strecken Kleve - Xanten und Kleve - Kranenburg - Nijmegen sind seit 1990 bzw. 1991 außer Betrieb. Im kommunalen Personennahverkehr verkehren eine Reihe von Buslinien zur Erschließung der Region und des Stadtgebiets. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. Zwischen dem 1. Oktober 1911 und dem 31. März 1962 verkehrten in der Stadt die normalspurigen Straßenbahnen der Klever Straßenbahn GmbH. Diese hatten Anschluss an die Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich und die an die Straßenbahn Nijmegen. StraßenKleve ist über die Bundesstraße 9 an die Bundesautobahn 57 (E 31) und über die B 220 an die A 3 (E 35) angebunden. Wasserstraßen und HäfenPer Schiff ist Kleve vom Rhein über die Schleuse Brienen und den Spoykanal erreichbar. Jedoch wird die Schleuse seit 2005 nur noch an Wochenenden bei Bedarf für die Hobbyschiffahrt in Betrieb genommen SportIm Jahr 2000 fusionierten die Vereine VfB Lohengrin 03 Kleve und der SC Kleve 63 zum 1. FC Kleve 63/03. Einer der Vorgängervereine, der VfB 03 Cleve, richtete am 16.10.1910 das erste Fußballländerspiel auf deutschem Boden zwischen Deutschland und Holland (1:2) aus. 1926 wurde der Sportverein Rindern gegründet. Seine Spielstätte liegt idyllisch an der Wasserburg Rindern. 1928 wurde der SV Nordwacht Keeken gegründet. Er ist der nördlichste Sportverein der Stadt Kleve mit einem Sportgelände in Blickweite zur ndl. Grenze. Mit seinem über 600 Mitgliedern und zahlreichen Sportangeboten ist er eine wahre Meisterleistung für so einer kleinen Ortschaft wie Keeken. 1931 wurde der Tischtennisverein Weiß-Rot-Weiß Kleve gegründet. Dieser feierte mit seiner Damenmannschaft zwischen 1975 und 1984 große nationale und internationale Erfolge. 1980 gewann WRW die Deutsche Meisterschaft im Damentischtennis, 1976 und 1979 gewann die Mannschaft den ETTU Nancy-Evans-Cup. Erfolgreichste und bekannteste Tischtennisspielerin dieser Zeit war Wiebke Hendriksen, auch Monika Kneip gehörte zur deutschen Spitze. PersönlichkeitenBekannte Kleverinnen und Klever
Ehrenbürger der Stadt Kleve
Siehe auchEisenbahn-Trajekt Spyck-Welle Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
