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Kottenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz (Deutschland). AllgemeinesKottenheim liegt in der oberen (westlichen) Pellenz, etwa 4 Kilometer nordöstlich von Mayen auf der Verkehrsachse Mayen-Andernach und besitzt bemerkenswerte Basaltgrubenfelder, die zu einem Naherholungsgebiet ausgestaltet wurden. Zahlreiche Häuser, Vorgärten und öffentliche Plätze im Ort sind durch Basaltskulpturen ausgeschmückt. Merkwürdigerweise gehört Kottenheim der Verbandsgemeinde Vordereifel an, die überwiegend die Fläche der Vordereifel westlich von Mayen abdeckt, obwohl die Gemeinde von Charakter, soziologischer und infrastruktureller Ausprägung eher der Pellenz nahe steht. Nicht zuletzt aufgrund der für die Verbandsgemeinde vergleichsweise hohen Einwohnerzahl und der eher industriellen Wirtschaftsstruktur stellt Kottenheim ein politisch starkes Gewicht in der Verbandsgemeinde dar und stellt seit mehreren Legislaturperioden den Verbandsgemeindebürgermeister. Als bemerkenswerte Besonderheit kann auch die weithin bekannte Leistung des Karnevalsvereins genannt werden. Kottenheim erscheint damit als Hochburg des regionalen rheinischen Karnevals. Infrastruktur
GeschichteDer Name Kottenheim rührt möglicherweise von einem römischen Landgutbesitzer namens Cutius oder aber vom Volksstamm der Kotten (s. Kottenforst) her. Erstmalig wurde Kottenheim im Jahre 1008 gleich in zwei Urkunden erwähnt (Cutinheim, Cuttenheim). Im Jahr 1008 schenkte Erzbischof Magingaud der St. Martinskiche in Münstermaifeld Wingerte zu 13 Fuder Wein in Kottenheim. Ebenfalls aus diesem Jahr stammt die Mitteilung, dass Juta von Monreal in Kottenheim Wein kaufte. 1733 wurde eine namentliche Aufzeichnung der Weinbergbesitzer mit der Anzahl der Weinstöcke erstellt. Es gab 105 Personen, die - wohl nur im Nebenberuf - Weinbau betrieben. Die letzte Erwähnung des Weinanbaus in Kottenheim stammt von 1794, als Graf Metternich aus seinem Anteil am Zehnten zwei Fuder Wein bezog. Auch heute zeugen Flurnamen (Wingert) noch vom Weinanbau. Im frühen Mittelalter hat das Dorf möglicherweise aus zwei getrennten ursprünglich fränkischen Siedlungen beiderseits eines Hügelrückens bestanden, auf dem die Einwohner gemeinsam eine Kirche bauten und damit das Dorf als solches schufen. Noch bis etwa 1990 wurden in den beiden Teilen (genannt Kottenheim-Dorf und Kottenheim-Stadt) gemeinsam, aber auch für sich zwei getrennte Kirmesfeiern (St. Nikolaus und St. Antonius) und zwei gleichzeitige aber örtlich verschiedene St.-Martins-Feuer ausgerichtet. Im Mittelalter besaß eine ritterliche Adelsfamilie einen Hof in Kottenheim. Das Wappen dieser Adelsfamilie stellt noch heute das Wappen der Ortsgemeinde dar. Die Beschreibung dieses Wappens lautet: 'Ein Quergeteilter Wappenschild, oben weiß, unten schwarz, belegt mit einem goldenen Lilienstabkreuz mit acht Stäben. Die Wappenzier besteht aus einem Helm und einem sich nach rechts wendenden, wachsenden Schwan mit einem schwarzen und einem weißen Flügel. Die erste Urkunde, die mit diesem Wappen besiegelt wurde, stammt von Lantzlot von Kottenheim, der erstmals 1394 erwähnt wurde und 1448 starb. Ein weiterer bedeutender Nachkomme dieses Adelsgeschlechtes war der Junker Konrad Schilling von Lahnstein, dessen Mutter Margarethe von Kottenheim war. Junker Konrad schenkte den Kottenheimer Bürgern seine anliegenden Waldbesitzungen, weswegen er bis heute in gutem Ansehen der Gemeinde steht. Seine erstaunlich gut erhaltene Grabplatte aus dem Jahr 1539, die sein Bildnis zeigt, ist heute in die Wand der Pfarrkirche St. Nikolaus eingelassen. Ein Standbild auf einem Brunnensockel am Ende der Junker-Schilling-Straße im Ortskern sowie eine in einen großen Basaltfindling eingravierte und gefärbte Abbildung im Kottenheimer Wald (Naherholungsgebiet "Auf der Birk") zeigen ebenfalls den Junker und erklären die Schenkung des Waldes. Am 29. Mai 1880 wurde die Bahnstrecke Niedermendig – Mayen - Ost offiziell eröffnet. Um einen Bahnhof zu erhalten, musste die Gemeinde neben einem Betrag von 1500 Mark an die Aktionäre auch die zum Bahnbau benötigen Flächen im Wald unentgeltlich abgeben. Seit 1952 wird in Kottenheim regelmäßig das Kröbbelchesfest gefeiert (siehe unten). Kleine Geschichte der Not und PlagenDas Leben im 17. und 18. Jahrhundert, teilweise auch das 19. Jahrhundert, war häufig durch Not und Plagen gekennzeichnet (frühere schriftliche Quellen liegen nicht vor). Zwar soll Kottenheim vom Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) kriegerisch wenig in Mitleidenschaft gezogen worden sein, aber die allgemeine Teuerung hatte auch ihre Auswirkungen. Nachfolgend eine (nicht abschließende) Auflistung der Not und Plagen aus den schriftlich überlieferten Quellen, die einen Einblick gibt über das Leben in dieser Zeit in Kottenheim. Die Auflistung dürfte für alle Eifeldörfer ähnlich sein. Die Auswirkungen auf den Alltag lassen sich nur erahnen.
Der Österreichische Erbfolgekrieg (1740 bis 1748) wütet in Europa. Davon ist auch wieder Kottenheim betroffen:
Auch der Siebenjährige Krieg (1756 bis 1763) hatte Auswirkungen auf Kottenheim, obwohl die Kampfhandlungen ganz woanders stattfanden. Die durchziehenden französischen Truppen verlangten von der Gemeinde Geld und Sachgüter:
Die Schulden lasten natürlich stark auf der Gemeinde und den Einwohnern. Die nächsten Jahrzehnte sind geprägt von dieser Schuldenlast. Bis 1776 muss der Bürgermeister 77 Bittgänge machen, um „ambtsunkösten” bezahlen zu kommen. 1780 kann die Miete für das Schulhaus nicht mehr bezahlt werden.
„Wolfsplagen” wurden häufig aus der Eifel gemeldet. Gerade in strengen Wintern konnten Wölfe auch für Menschen gefährlich werden. In Trier gab es bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts Prozessionen gegen die Wolfsgefahr. Der letzte Wolf in Kottenheim soll „Auf dem Hufnagel” abgeschossen worden sein (Jahreszahl leider unbekannt). Die Flurbezeichnung „Auf der Wolfskaul” in der Hausener Straße, die erstmalig 1528 („uff der Wolffkulen”) auftaucht, erinnert noch heute daran. Besonderes
Literatur
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