Kranichfeld in Thüringen


Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungsge-
meinschaft:
Kranichfeld
Koordinaten: 50° 51′ N, 11° 12′ O
Höhe: 301 m ü. NN
Fläche: 23,08 km²
Einwohner: 3683
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 99446–99448
Vorwahl: 036450
Kfz-Kennzeichen: AP
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 046
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alexanderstraße 7
99448 Kranichfeld
Webpräsenz: www.kranichfeld.de
Bürgermeister: Wolf-Ludger Schlotzhauer (FDP)

Kranichfeld ist eine Kleinstadt im Mittleren Ilmtal im Süden des Kreises Weimarer Land und Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie

Kranichfeld liegt im bewaldeten Hügelland der Ilm-Saale-Platte in einem Talkessel der Ilm, die mittlere Höhenlage beträgt ca. 300 Meter ü. NN.

Der Ort besteht aus der Kernstadt Kranichfeld und den separat liegenden Ortsteilen Stedten an der Ilm und Barchfeld (Ilm), die von 1975 bis 1994 die selbständige Gemeinde Barchfeld-Stedten bildeten.

Wappen

Das Wappen zeigt auf weißem (heraldisch: silbernen) Grund auf grünem Feld (Blattwerk) stehend einen gelben (heraldisch: goldenen) Kranich, einen Stein in der erhobenen rechten Kralle haltend, über dem Kranich eine blaue Wolke, aus der eine Hand mit rotem Ärmel einen grünen Palmenzweig reicht, darunter in schwarz die Jahreszahl "1650".

In der Stadtgeschichte waren lange Zeit auch Wappen gebräuchlich, die nur den Kranich mit Stein zeigten. Bis in die 1980-Jahre zeigte das Wappen auf weißem Grund einen hinter sich sehenden (heraldisch: widersehenden) gelben Kranich mit schwarzem Schweif, einen Stein in der erhobenen rechten Kralle haltend. Das Wappen zeigte kein grünes Feld unter dem Kranich, keine Wolke mit Arm und Palmenzweig und keine Jahreszahl "1650". Eine ältere Version bis in die 1920-Jahre war mit grünen Feld und rein goldenem Kranich versehen.

Heraldische Beschreibung

In silber auf grünem Feld im Schildfuß stehend ein goldener Kranich (nicht widersehend, wie auf älteren Wappen), einen Stein in der erhobenen rechten Kralle haltend, im Schildhaupt rechts eine blaue Wolke, aus der eine Hand mit rotem Ärmel einen grünen Palmenzweig reicht, darunter rechts in schwarz die Jahreszahl "1650". In der Heraldik werden Wappen stets vom Träger aus ("von hinten") gesehen. Die Jahreszahl bedeutet die Erteilung des Stadtrechts.

Geschichte

Die älteste Erwähnung stammt von 1143, als Sitz einer Seitenlinie der Grafen von Käfernburg-Schwarzburg, die ihren Besitz 1172 teilten. Die Kranichfelder Oberherrschaft ging 1380 an die Grafen von Kirchberg, 1398 an die Wettiner, 1453 an die Reußen und war ab 1615 (bis 1920) verschiedenen thüringischen Fürstentümern zugehörig. Die Unterherrschaft gehörte den Grafen zu Schwarzburg, ab 1803 zu Preußen, ab 1815 zu Sachsen-Weimar-Eisenach und ab 1912 zu Sachsen-Meiningen. Trotz herrschaftlicher Teilung bildete Kranichfeld aber stets eine Gemeinde, die 1651 Stadtrecht erhielt. 1830 hatte Kranichfeld 1300 Einwohner. 1888 erhielt Kranichfeld Eisenbahnanschluss.

Wirtschaft

Größtes Unternehmen in Kranichfeld ist die Neumann Bauelemente GmbH mit 90 Mitarbeitern (2006).

Verkehr

Kranichfeld liegt an der B 87 Ilmenau - Bad Berka - (Weimar). Weitere Straßen sind die Landesstraße LIO52 nach Erfurt, zur A 4 und zum Stausee Hohenfelden sowie die Kreisstraße nach Teichel.

Seit 1888 hat Kranichfeld einen Bahnanschluss an der 25 Kilometer langen Ilmbahn nach Weimar. Die Ilmbahn endet in Kranichfeld. Planungen sie bis nach Stadtilm zur Bahnstrecke Arnstadt-Saalfeld zu verlängern wurden nicht realisiert.

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

  • Grundschule Anna Sophia
  • Regelschule Anna Sophia
  • drei Kindergärten (zwei in Kranichfeld, einer in Stedten an der Ilm)

Ämter

  • Stadtverwaltung und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kranichfeld

Städtepartnerschaften

  • Diemelstadt seit 1990
  • Höchstadt a.d.Aisch seit 1991

Stadtgliederung

Zur Gemeinde Kranichfeld gehören neben der Stadt im engeren Sinne noch die auswärtigen Ortsteile Stedten an der Ilm und Barchfeld (Ilm), die 9. April 1994 eingemeindet wurden. Eine weitere administrative Gliederung besteht nicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Das Oberschloss ist ein Frührenaissancebau von 1530 mit älteren Vorgängern aus dem 12. Jahrhundert. 1934 brannte es aus, von 1986 bis 2001wurde die Ruine gesichert und teilweise saniert. Heute beherbergt es ein Museum zur Schlossgeschichte.
  • Die Niederburg, erstmals erwähnt 1233, verdankt ihre heutige Gestalt einem Umbau von 1906. In unmittelbarer Umgebung gibt es eine Freilichtbühne.
  • Die St.-Michaelis-Kirche ist ein 1496 bis 1499 errichteter spätgotischer Bau. Sie ist heute evangelische Pfarrkirche für Kranichfeld und Stedten an der Ilm

Museen

  • Dauerausstellung zum Leben von Rudolf Baumbach und wechselnde Ausstellungen zu regionalbezogenen Themen im Baumbachhaus
  • Ausstellung zur Geschichte des Oberschlosses und der Stadt im Oberschloss

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Rosenfest jährlich im Sommer (meist Juni) mit Festumzug und Veranstaltungen auf der Freilichtbühne Niederburg und anderen Veranstaltungsorten (Oberschloss, Anger), zweijährlich in Verbindung mit dem Thüringer Tanzfest
  • Mittelalterfest jährlich zu Pfingsten auf dem Oberschloss
  • Konzerte und Operaufführungen im Sommer auf der Freilichtbühne Niederburg

Freizeit- und Sportanlagen

  • Stadion (Fußball, Feldhandball, Leichtathletik) mit Kegelbahn
  • eine auch für Kulturveranstaltungen nutzbare Sporthalle (Dreifelderhalle)
  • Baumbachhaus mit Bücherei, Museum und Veranstaltungsräumen.

Kranichfeld liegt am 124 km langen Ilmtal-Radweg.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Für sein Engagement zum Erhalt des Baumbachhauses in Kranichfeld erhielt im September 2006 Walter Scheel die Ehrenbürgerwürde der Stadt.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Rudolf Baumbach (1840-1905), Dichter, z. B. Hoch auf dem gelben Wagen
  • Wolfgang Kahl (* 1951), Autor für die Geschichte des mittelalterlichen Thüringen.

Literatur

  • Renate und Otto Hahn, 350 Jahre Stadt Kranichfeld, die Dörfer der Umgebung und die Welt, Kranichfeld 2001
  • Elmar Altwasser, Das Oberschloss Kranichfeld, Regensburg 1998, ISBN 3795461669
  • Georg Thielmann, Die Ilmtalbahn, ISBN 3935795068
  • Beate Becker u.A., Gesichter aus der Kranichfelder Vergangenheit, Herausgegeben vom Förderverein Baumbachhaus, Kranichfeld 2002



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Kranichfeld in Thüringen - 25.5.2012