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Krauchenwies ist eine Gemeinde ungefähr 10 km südlich von Sigmaringen in Baden-Württemberg. GeografieGeografische LageKrauchenwies liegt ungefähr 10 km südlich von Sigmaringen und circa 25 km nördlich des Bodensees. Der Ort liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße (Westroute) und am südlichen Rand des Naturparks Obere Donau. Krauchenwies wird von der Ablach durchflossen, die an der europäischen Wasserscheide entspringt und in die Donau mündet. Die sich zum Donautal hin neigende Umgebung mit Tälern und sanften Höhenzügen ist geprägt von großen zusammenhängenden Waldgebieten und landwirtschaftlich genutzten Wiesenflächen. GemeindegliederungDie Gemeinde besteht aus dem Kernort Krauchenwies und den Ortsteilen Ablach, Bittelschieß, Ettisweiler, Göggingen und Hausen am Andelsbach. Die Einwohnerzahlen der Teilorte (Stand: 15. Oktober 2004):
GeschichteErstmals urkundlich erwähnt wurde Krauchenwies in einer Reichenauer Urkunde aus dem Jahre 1202. Der damalige Name „Cruchinwis” (= Wiese des Cruchin) erklärt sich wohl aus der Lage des Ortes am Rande der Wiesenfluren. Die Tatsache, dass Krauchenwies bereits 1216 eine eigene Pfarrkirche und 1306 bereits ungefähr 45 Häuser hatte, lässt allerdings auf eine längere Entwicklungszeit schließen. Später übernahmen die Herren von Leiterberg das Dorf und verkauften es gegen Ende des 13. Jahrhunderts an die Habsburger. 1595 kaufte Karl von Hohenzollern-Sigmaringen Krauchenwies, das seitdem eng mit der Grafschaft Sigmaringen verbunden blieb. Infolge der Abtretung des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen an Preußen wurde Krauchenwies 1850 preußisch. Seit der Gemeindereform von 1975 besteht die Gesamtgemeinde aus den 6 Teilorten. PolitikGemeindepartnerschaften1997 wurde mit der ungarischen Gemeinde Isztimèr ein offizieller Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Die Kontakte bestehen allerdings schon länger und werden intensiv durch wechselnde Besuche, beispielsweise der beiden Feuerwehren, gepflegt. Kultur und SehenswürdigkeitenKlassizistisches SchlossDie Schlossanlage liegt an der Südostecke eines Englischen Parks am Ortsrand von Krauchenwies, Richtung Sigmaringen an der stark befahrenen B 311. Krauchenwies gehörte seit 1595 den Grafen von Hohenzollern-Sigmaringen; hier hatten die Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen ihren Sommersitz. 1303 wurde das Schloss erstmals als Turm erwähnt, 1595–97 als Wasserhaus umgebaut. 1769–85 wurde das Gebäude zur frühklassizistischen Dreiflügelanlage umgebaut, dabei der Ostflügel nach Süden verlängert. Fürst Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (1785–1853) nutzte die am Rand des Fürstlichen Parks in Krauchenwies erbaute Sommerresidenz als beliebten Aufenthaltsort, während im Schloss Sigmaringen (Residenzstadt) die Hofbehörden ihren Sitz hatten. Nach dem Neubau des Landhauses in unmittelbarer Nachbarschaft 1828-1832 ging die Funktion als Residenz des Fürstenhauses auf dieses über. Zunächst wurde das alte Schloss noch als Wohnung hochgestellter Persönlichkeiten genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte der einstöckige, hölzerne Saalanbau an der Westseite. Danach begann eine wechselvolle Geschichte des Gebäudes, es wurde Unterkunft einer Nähschule und heimatloser deutscher Soldaten. 1941 wurde es als Arbeitslager für Zivilarbeiter genutzt. Sophie Scholl leistete hier von April bis September 1941 ihren Reichsarbeitsdienst (RAD) ab. Von 1954 bis 1979 diente es als „Malteser Kinderheim Schloss Krauchenwies” der Schönstatter Schwestern. Danach waren vietnamesische Flüchtlinge und deutsche Heimkinder untergebracht. Zuletzt diente das Alte Schloss ab 1981 für einige Jahre dem Bildungszentrum der Bundesfinanzverwaltung als Unterkunft. Danach stand es leer und verfiel zusehens. In einer Rettungsaktion 2006 wurde eine Erhaltungssanierung durchgeführt, die von der staatlichen Denkmalpflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg sowie dem Fürstenhaus Hohenzollern finanziert wurde. Vom Hausschwamm befallene und unrettbare Teile des Schlosses (die als spätere Anbauten hinzugekommen waren) wurden abgebrochen und das Dach saniert. Die ursprüngliche Gestalt der Dreiflügelanlage konnte erhalten werden. Das Schloss ist im heutigen Zustand eine südseitig geöffnete Dreiflügelanlage im Stil des frühen Klassizismus. Es ist ein zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit hohen Walmdächern und wappengeschmückten Dreiecksgiebeln über den Hauptportalen. Das Schloss steht unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitz der Fürsten von Hohenzollern. Es ist ungenutzt, weiterhin sanierungsbedürftig und steht zum Verkauf. Es war im Januar 2007 „Denkmal des Monats” der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Sommerresidenz der Fürsten von HohenzollernDas fürstliche Sommerschloss (Landhaus, erbaut 1828-1832) liegt am Rand des Parks unweit des alten Schlosses. Hier wurde 1837 Stephanie von Hohenzollern geboren, die 1858 Königin von Portugal wurde, jedoch bereits 1859 an Diphtherie verstarb. Das Gebäude dient noch heute als Wohnsitz der fürstlichen Familie. Fürstlicher ParkEine besondere Stellung nimmt der durch die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen im 19. Jahrhundert angelegte große fürstliche Park ein. Er wurde als „Kleinod der Gartenbaukunst” bezeichnet und lockt zu jeder Jahreszeit viele Einheimische und Besucher zu einem interessanten und erholsamen Spaziergang. Er wurde im Stil der Englischen Landschaftsparks des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau gestaltet. Alljährlich findet hier seit 1966 am ersten Juliwochenende das von der Musikkapelle Krauchenwies veranstaltete Parkfest statt. Bei diesem 3-Tage-Fest spielt u.a. Hausherr Erbprinz Karl-Friedrich von Hohenzollern mit seiner Combo „Charly and the Jivemates” Jazzstandards. Der Eintritt ist an allen Tagen frei. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrIn Krauchenwies treffen mehrere Fernverbindungen aufeinander:
Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (naldo) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 444. Ansässige UnternehmenNeben etwa 250 Beschäftigten in Handel und Dienstleistung sind über 1000 Beschäftigte im produzierenden Gewerbe und Handwerk tätig. Die nach Beschäftigungszahlen am Standort Krauchenwies größten Betriebe sind:
Ansässig sind auch Betriebe der Branchen Floristik und Gartenbau, Holzverarbeitung, Möbelherstellung, Textilverarbeitung, eine Getreidemühle, Werbeunternehmen, Landmaschinenhandel, Kanalreinigung, eine Lackiererei sowie mehrere Kraftfahrzeughändler und -werkstätten. FreizeitDie durch jahrzehntelangen Kiesabbau entstandene und renaturierte Seenlandschaft wird als Naherholungsgebiet genutzt. Zwei Badeseen mit Restaurantbetrieb sowie ein Vogelschutzsee und ein Surfersee bilden die Seenplatte entlang der Ablach. Andere Seen werden noch zum Kiesabbau genutzt. Im Winter ist ein kleiner Skilift in Betrieb. Mehrere Fußballplätze und eine Tennishalle sind vorhanden. BildungIm Kernort gibt es zwei Kindergärten sowie eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Die Schule wurde nach Sophie Scholl benannt, die 1941 in Krauchenwies den Reichsarbeitsdienst ableistete. Im Ortsteil Göggingen befindet sich eine Grundschule, eine weitere im Ortsteil Ablach Bevölkerungsstruktur
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2006 PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Gemeinde
Literatur
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