Kreuztal in Nordrhein-Westfalen


Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Siegen-Wittgenstein
Koordinaten: 50° 58′ N, 7° 58′ O
Höhe: 350 m ü. NN
Fläche: 70,97 km²
Einwohner: 33.022 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 465 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57223
Vorwahl: 02732
Kfz-Kennzeichen: SI
Gemeindeschlüssel: 05 9 70 024
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Siegener Str. 5
57223 Kreuztal
Webpräsenz: www.kreuztal.de
Bürgermeister: Rudolf Biermann (CDU)
Lage der Stadt Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein

Kreuztal ist eine Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und gehört zum Kreis Siegen-Wittgenstein.

Geografie

Geografische Lage

Kreuztal (Westfalen) ist eine Stadt im Mittelgebirge des nördlichen Siegerlandes und liegt am westlichen Rand des Rothaargebirges.

Das Stadtgebiet wird von Osten kommend vom Ferndorfbach (genannt: Ferndorf) durchflossen. In der Stadtmitte (dem jüngsten Ort der 1969 am Reißbrett und zum größten Teil aus dem früheren Amt Ferndorf neu gegründeten Stadt) schwenkt er dann nach Süden und verlässt das Stadtgebiet im Stadtteil Buschhütten.

Auf dem Stadtgebiet entspringt im Norden die Littfe. Sie durchfließt die Stadtteile Burgholdinghausen, Littfeld, Krombach, Eichen,Stendenbach und Fellinghausen, bevor sie in der Stadtmitte in den Ferndorfbach mündet. Weitere Nebenbäche der Littfe sind der Langebach, der Heimkäuser Bach (Heimkause), die Breitenbach, der Krombach, der Stendenbach und der Bockenbach.

Im Westen der Stadt entspringt der Heesbach. Er durchfließt die Ortsteile Oberhees, Mittelhees, Junkernhees und Fellinghausen und mündet bei/unter der Fußgängerbrücke über B 54n (Hüttentalstraße) und Bahnlinie Siegen-Hagen (Ruhr-Sieg-Strecke) in die Littfe. Ein Nebenbach der Hees ist der Ostheldener Bach, welcher den Robertsweiher speist. Der Berghäuser Bach, der durch den Berghäuser Weiher fließt, mündet unterhalb des Robertsweihers in den Ostheldener Bach.

Geologie

Das Stadtgebiet ist bestandteil des Rheinischen Schiefergebirges. Der südlichste Stadtteil Buschhütten geht dabei in das sich südlich anschließende Durchbruchstal der Sieg über. Während der Untergrund von zahlreichen eisenhaltigen Gesteinsschichten durchzogen ist, wird die Oberfläche geprägt von lehmig-sandigen Verwitterungsböden.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 70,96 km². Dieses gliedert sich wie folgt:

  • 60,02 % Waldfläche
  • 16,41 % landwirtschaftliche Nutzfläche
  • 14,49 % Gebäude und Hofflächen
  • 07,09 % Verkehrsflächen
  • 02,26 % sonstige Flächen

Der höchste Punkte der Stadt ist der Hohe Wald in Burgholdinghausen mit 655 m ü. NN, der niedrigster Punkt befindet sich in Buschhütten. Dort verlässt der Ferndorfbach auf einer Höhe von 260 m ü. NN das Stadtgebiet. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 12 km, die Ost-West-Ausdehnung 11 Kilometer.

Nachbarstädte und -gemeinden

Die Stadt liegt im Nord-Westen des Kreisgebietes grenzt im Süden an die Kreisstadt Siegen, im Westen an Freudenberg (Siegerland), und Wenden (Sauerland), im Norden an Kirchhundem und Olpe und im Osten an Hilchenbach und Netphen. Geprägt wird die Stadt durch die Täler der Flüsse Ferndorfbach, Littfe und Hees, die zusammen ein kreuzförmiges Tal bilden.

Die höchste Erhebung der Stadt ist der Berg Hoher Wald mit 655 m ü. NN. Der Berggipfel ist allerdings nicht zugänglich, da er der Bundeswehr gehört. Weitere Berge sind der Hölzenberg 626 m ü. NN., Kindelsberg 617,9 m ü. NN.(Wahrzeichen der Stadt), die Martinshardt 616,1 m ü. NN., der Ziegenberg 521 m ü. NN., der Wilder Stein 478,9 m ü. NN., die Rodenull 436 m ü. NN., das Köpfchen 407,4 m ü. NN., der Pfaffenberg 398,7 m ü. NN., der Buberg, der Pühlsberg, der Krähenberg, der Altenhahn, der Löherhauberg, der Höhberg, der Rohberg, der Wolfshagen, der Mühlberg, der Mühlenkopf, der Kilgeshahn, der Siegerberg, der Kohlenberg, der Hohle Stein, der Dudeltätsch und der Heidlofsberg.

Stadtgliederung

Die Stadt wird in die Stadtteile Burgholdinghausen, Littfeld, Krombach und Eichen im Norden, Kreuztal in der Mitte, Osthelden, Oberhees, Mittelhees, Junkernhees und Fellinghausen im Westen, Ferndorf und Kredenbach im Osten sowie Buschhütten im Süden unterteilt.

Geschichte

Die Stadt Kreuztal ist in der heutigen Form ein Kind der kommunalen Neugliederung vom 1. Januar 1969. Sie entstand durch den mehr oder weniger freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Burgholdinghausen, Buschhütten, Eichen (mit den heutigen Stadtteilen Stendenbach und Bockenbach), Fellinghausen, Ferndorf, Kredenbach, Kreuztal (der Stadtteil Kreuztal mit Ernsdorf), Krombach, Littfeld, Mittelhees, Oberhees und Osthelden (mit dem heutigen Stadtteil Junkernhees). Dieser Zusammenschluss ging jedoch nicht ohne Proteste vonstatten. Die früher zum Amt Ferndorf gehörende Gemeinde Buchen wurde später der Kreisstadt Siegen, die Kredenbacher Flur Lohe z.T. Hilchenbach zugeschlagen.

Erste urkundliche Erwähnungen gehen auf das Jahr 1067 zurück. Dort findet man den Ort "Berentraph", den späteren Stadtteil Ferndorf. Er ist einer der ältesten im Siegerland genannten Orte. Ferndorf war bis zur Stadtgründung Namensgeber der Amtsverwaltung Ferndorf.

Der Ortsteil Ernsdorf findet als "Erinstorff" erstmals 1417/19 urkundliche Erwähnung. Ernsdorf war zur Zeiten des Rheinbundes auch Sitz des Bürgermeisters.

Der heutige Name der Stadt taucht im Jahre 1826 als "Creuzthal" im Taufbuch der Gemeinde Ferndorf auf.

Eine Intialzündung für den Ort war der Bau der Eisenbahn. Im Jahre 1861 wurde die Ruhr-Sieg-Strecke eröffnet. Zu einem Eisenbahnknoten wurde Kreuztal ab dem Jahre 1880. Bis zum Jahre 1888 wurde stufenweise die Nebenstrecke in Richtung Erndtebrück-Bad Laasphe-Marburg an der Lahn gebaut. Geplant war auch der Bau einer Strecke Kreuztal-Olpe-Meinerzhagen, die jedoch nur in Ansätzen bis zum Ort Krummenerl verwirklicht wurde.

Die Rolle Friedrich Flicks

Aufsehen erregte in den 1980er Jahren ein Artikel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, der von Kreuztal als der "gekauften Stadt" sprach. Der im Zuge der Nürnberger Prozesse zu sieben Jahren Haft verurteilte Großindustrielle Friedrich Flick wurde in seiner Heimatstadt zu Lebzeiten zum Ehrenbürger ernannt. Zudem ist das städtische Gymnasium nach ihm benannt ("Friedrich-Flick-Gymnasium"), welches er mit 3 Millionen DM über eine Stiftung finanzierte. Dies führte in den 1980er Jahren zu einer Diskussion, an der sich Autoren wie Lea Rosh und Bernt Engelmann beteiligten. Der Rat der Stadt lehnte 1989 mit 29:16 Stimmen einen Antrag der Grünen auf Umbenennung der Schule ab. Bei einem Besuch von Ignaz Bubis 1994 erklärte dieser, Flick habe versucht, mit diesem Engagement seinen Namen reinwaschen zu wollen. Bubis selbst wäre es niemals möglich, seine Tochter auf eine Schule zu schicken, die nach Friedrich Flick benannt ist. Eine Reportage zur Rolle Flicks im kulturellen Leben der Stadt wurde 2005 mit dem Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet.

Religionen

(Stand 30. Dezember 2003)

  • 59,43 % Evangelisch
  • 17,99 % Katholisch
  • 22,58 % Andere

(Anm.: Es gibt einen aktuelleren Stand, ggf. abrufbar unter Stadt Kreuztal)

Politik

Gemeinderat

Die 38 Sitze des Stadtrates verteilen sich nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004 wie folgt:

CDU SPD GRÜNE FDP FW BGK Gesamt
2004 16 14 3 2 2 1 38

Wappen

Das Wappen der Stadt ist in zwei Bereiche unterteilt. Im oberen Bereich befindet sich das alte Stadtwappen der Gemeinde Kreuztal-Ferndorf, ein Horn. Es ist zugleich das Symbol des Fürstenhauses Nassau-Oranien und somit ein Hinweis auf die Vergangenheit der Stadt. Der untere Teil ist die stilisierte Form der Stadt, ein sich kreuzendes Tal. Orange ist die Farbe Oraniens, Blau die des ehemaligen Fürstentumes Nassau.

Städtepartnerschaften

Partnerstädte sind seit 1991 die Stadt Nauen in Brandenburg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Das Stadtgebiet wird in Nord-Süd-Richtung von der B 54 durchquert. In Richtung Süden ist parallel zur bestehenden Trasse der Bundesstraße die B 54n hinzugekommen. Sie ist als Stadtautobahn ausgebaut und trägt den Namen Hüttentalstraße. Sie schließt die Stadt in südlicher Richtung an die A 45 an. Bis zum 23. Juni 2006 wurde die B 54n bis zur Krombacher Höhe nördlich des Stadtteils Krombach verlängert. Von dort wurde am 1. Dezember 2006 ein Anschluss über die A 4 zum Autobahnkreuz Olpe-Süd hergestellt.
In östlicher Richtung verlaufen die B 508 in Richtung Hilchenbach und die B 517 in Richtung Kirchhundem und Lennestadt.

Parallel zu den Bundesstraßen verlaufen auch die Schienenwege. In Nord-Süd-Richtung verläuft die Ruhr-Sieg-Strecke, in West-Ost-Richtung die Rothaarbahn durch das Wittgensteiner Land Richtung Marburg. Auf dem Stadtgebiet liegen sechs Bahnhöfe, beziehungsweise Haltepunkte der Bahn (Stand 2003). Der zentrale Bahnhof liegt im Stadtteil Kreuztal. Haltepunkte gibt es in Littfeld, Eichen, Ferndorf und Kredenbach. Der Bahnhof des Hilchenbacher Stadtteils Dahlbruch liegt ebenfalls auf dem Stadtgebiet von Kreuztal. Zudem gibt es hier den einzigen Rangierbahnhof (Kreuztal Gbf) in Südwestfalen. An den Rangierbahnhof Kreuztal angeschlossen liegt der einzige Containerbahnhof der Region. Dieser liegt im Stadtteil Langenau und bedient nach Aufgabe seiner überregionalen Funktionen den regionalen Güterverkehr des Sauer- und Siegerlandes. Von und nach Kreuztal Gbf verkehren über die überregionalen Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle Züge zu allen per Bahn erreichbaren Zielen.

Bis zum 29. Mai 1952 verkehrten in der Stadt auch Straßenbahnen der aus Siegen kommenden Linie 1 der Siegener Kreisbahn GmbH. Diese ist zudem Eigentümerin des Industriestammgleis Kreuztal - Buschhütten, welches parallel zum Ferndorfbach an der Westseite des Tals verläuft.

Die Stadt ist über zahlreiche Regionalbuslinien mit den umliegenden Städten verbunden. Seit 1998 verkehrt in Kreuztal der erste Bürgerbus in Südwestfalen. In Regionalzügen und Bussen gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd.

Kreuztal ist über den Siegerlandflughafen im Süden des Kreises zu erreichen.

Bildung

Bibliotheken und Archive

In der Gelben Villa in Dreslers Park befinden sich die Stadtbibliothek[1] und das Stadtarchiv.

Weitere Bildungseinrichtungen

  • DieMusikschule Kreuztal besteht seit 1980 und bietet ein umfassendes Unterrichtsangebot.
  • Die Volkshochschule des Kreises Siegen-Wittgenstein ist mit einer Zweigstelle in Kreuztal vertreten.
  • Im Kreuztaler Schulzentrum befinden sich das Friedrich Flick Gymnasium, die Ernst Moritz Arndt-Realschule und die Clara Schumann-Gesamtschule.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Arnold Buch
  • Friedrich Flick
  • Friedrich Schadeberg
  • Gustav Schweisfurth
  • Heinrich Georg

Söhne und Töchter der Stadt

  • Friedrich Flick, (1883-1972), Industrieller
  • Josef Hufnagel, (1900-1982), Politiker (MdB)
  • Ottilie Kürschner, (1915-198?), Kostümbildnerin
  • Adolph Wurmbach, (1891-1968), Schriftsteller

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Erich Kürschner (1911-1915), deutscher Puppenspieler und Bühnenleiter der Hohnsteiner, heiratete am 21. Dezember 1946 Ottilie Würster in Kreuztal

Ausflugsziele in der Umgebung

  • Biggesee, Stausee mit Schifffahrt und Wassersportmöglichkeiten
  • Atta-Höhle, Tropfsteinhöhle
  • Ginsburg, Burgruine im Rothaargebirge
  • Naturpark Rothaargebirge, Landschaft pur sowie berühmter Wanderweg
  • Wendener Hütte, Holzkohle-Hochofenanlagen von 1728
  • Freudenberg, historische Altstadt
  • Obernautalsperre, Trinkwassertalsperre in Netphen
  • Siegen, Oberes Schloss, Siegerlandmuseum mit Rubensgalerie
  • Elspe, Karl-May-Festspiele
  • Panorama-Park Sauerland, Freizeitpark in Oberhundem
  • Rhein-Weser-Turm, Aussichtsturm mit Lokal
  • Bad Berleburg, Barockes Schloss von 1733



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Informationsportal über Kreuztal in Nordrhein-Westfalen - 25.5.2012